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Dienstag, 10. Oktober 2006, 22:31

EasyGlider-Disaster,warum? Ratlos.

Hallo Ihr alle!

Ich bin neu hier und habe nach vielen Jahren vor einiger Zeit einen Neueinstieg in den RC-Modellflug gestartet. Da ich mich als blutigen Anfänger sehe, habe ich viel in den diversen Foren gelesen und aufgrund des dort gelesenen beschlossen, von Grund auf anzufangen mit den von der Mehrheit aller Experten empfohlenen Anfängermodellen.
Ich besorgte mir zunächst eine Graupner MX-12 und orderte den EasyStar Eletric, den ich anschließend sehr sorgfältig zusammenbaute und mit den RC-Komponenten ausrüstete. Ich verwendete den Permax 6V Standard-Motor mit dem Günniprop, als Akku einen 2S1P LiPo mit 2100 mAh.
Es klappte alles ganz gut, anfangs noch etwas wacklig, aber inzwischen fliege ich den auch bei stärkerem Wind recht sicher, hab mich auch schon mal getraut, eine kleine DV-Kamera mitzuschicken und ein Video aufzunehmen. Macht Spaß :-)
Soweit, so gut.
Nun dachte ich, ich sollte mich an Querruder gewöhnen,kaufte und baute deshalb den EasyGlider, ebenfalls mit Standardmotor und LiPo, verwendete alledings einen Graupner Cam-Gear-Prop 12x8, da die mitgelieferte Klappschraube sich nicht vollständig an den Rumpf anlegt (Mittelstück zu kurz) und auch sonst einen eher pofligen Eindruck macht.

Beim Bau ging ich wieder sehr sorgfältig vor, alles schien mir vollkommen gerade, nichts verzogen, nichts krumm, der Schwerpunkt exakt wie im Plan angegeben.

Die ersten Flugversuche endeten jedoch tragisch:

Nach dem Handstart zieht der Glider relativ zügig davon, kippt jedoch sofort über die linke Tragfläche weg und läßt sich nur mit Querruder fast voll rechts wieder abfangen und waagrecht bringen. Dann stellt er sich bei laufendem Motor senkrecht auf bis zum Strömungsabriss, kippt dann natürlich nach vorne und läßt sich nur mit beherzt Höhe wieder fangen. Dann beginnts von vorn, steiler Anstieg, Strömungsabriss, gerade noch fangen, dabei immer Querruder heftig rechts halten...
Um eine "Notlandung" einzuleiten Motor ausgeschaltet, daraufhin fliegt er aus geringer Höhe sofort in einer Parabel nach unten, wegen geringer Höhe nicht mehr abzufangen, Stecklandung.

Gottseidank keine nennenswerten Folgen. Alles überprüft, keine Fehler gefunden, bisschen Tiefe getrimmt und Querruder rechts (etwa 1 mm), neuer Versuch.
Verhalten im Prinzip genau wie vorher, Kippen nach links bis in die Senkrechte, bei Motorbetrieb ständiger Drang zum Aufstellen bis zum Strömungsabriss. Mit viel Mühe, Gehoppele und Risiko etwas an Höhe zu gewinnen versucht, um Zeit zu haben. Aber da die Steuerbarkeit stark eingeschränkt ist (Querruder rechts ja schon ausgereizt), das Modell bei Segelflug steil nach unten und bei Motorunterstützung ebenso steil nach oben strebt komme ich in Hektik, der Glider überfliegt eine hohe Hecke und auf Wohnhäuser zu, ich versuche, ihn mit Gewalt nach links von dort wegzubringen, natürlich kippt er sofort über die Fläche links weg, verliert an Höhe, verschwindet hinter der Hecke aus dem Sichtfeld. Damit ich auf keinen Fall in Häuser, Autos oder gar Personen fliege (kann nicht sehen, was hinter der Heckenreihe ist), steuere ich blind so, wie ich denke, dass er von dort möglichst wegkommt, was auch gelingt, er landet in der Hecke, allerdings offenbar früher, als von mir geschätzt, weshalb ich vermutlich einige Sekunden zu spät den Motor zurückgefahren hab. Fazit: Rumpf, Flächen, Leitwerk etc, habens schadlos überstanden, die Schraube ist gebrochen, der Regler allerdings abgeraucht und hat dabei im Innern einen schönen großen Krater geschmolzen, offenbar hatte der Motor sofort blockiert.

So, woran liegt´s wohl? Alle Ruder stimmen meines Erachtens, weder Flächen noch Leitwerk sind aus meiner Sicht krumm, der Rumpf selber auch nicht, der Schwerpunkt passt exakt. Deshalb bin ich ziemlich ratlos und weiss nicht, was ich tun soll, wie ich weiter vorgehen soll.

Könnte es am Motorsturz liegen? Oder ist das Modell insgesamt zu leicht (wegen dem LiPo)? Oder bin ich vielleicht doch einfach zu dämlich?

Über entsprechende Tips würde ich mich sehr freuen!
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Gruß vom Woodstock

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Dienstag, 10. Oktober 2006, 22:47

RE: EasyGlider-Disaster,warum? Ratlos.

Der Motor braucht mehr Seitenzug nach rechts und auch mehr Sturz nach unten. Richtig "erfliegen" kannst das erst, wenn Du ihn auf Segelflug eingetrimmt hast und er dort geradeaus fliegt. Mit Motorkraft sollte er dann von alleine leicht steigen und weder nach links noch nach rechts abdrehen.

Flieger himmelt, wie von Dir beschrieben: Motorsturz eindeutig zu gering.
Flieger zieht stark nach links: kein oder zuwenig Seitenzug nach rechts.
Walkera Big Lama Alu mit E-sky 4in1 :heart:
esky Lama V3 + V4 :)
Swiss Lama 7.1
Einiges "Flächenzeugs"
Weniger tunen, mehr fliegen :ok:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Eberhard Mulack« (10. Oktober 2006, 22:48)


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Dienstag, 10. Oktober 2006, 23:27

RE: EasyGlider-Disaster,warum? Ratlos.

Danke für die rasche Antwort, Eberhard!

Ich hatte mir fast schon sowas gedacht. Was ich mich aber frage: warum stimmt der Sturz bzw Zug herstellerseitig eigentlich nicht? Immerhin habe ich ihn nach Plan eingesetzt, bzw gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit, ihn einzusetzen (Formpassung für die Motor/Getriebeeinheit) ohne Veränderungen am Material vorzunehmen, was ich nicht getan hab. Und ich habe auch in den Foren eigentlich noch nicht gelesen, dass andere dieses Problem auch sozusagen "serienmäßig" haben.
Oder kann es sein, dass die andere Klappluftschraube so sehr viel Änderung bewirkt?

Achja, wieviel Sturz und Zug müsste das denn größenordnungsmäßig etwa sein in Grad von der Senkrechten bzw. Horizontalen? Ich hab da keinerlei Vorstellung, was da viel oder wenig ist. Danke!
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Gruß vom Woodstock

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Der Woodstock« (10. Oktober 2006, 23:31)


4

Dienstag, 10. Oktober 2006, 23:34

RE: EasyGlider-Disaster,warum? Ratlos.

Der Flieger ist auf den Serien-Antrieb abgestimmt, auch was Sturz und Seitenzug betrifft. Bei stärkeren Antrieben mit größeren Luftschrauben hast Du ein höheres Drehmoment, das durch Seitenzug ausgeglichen werden muß.

Genauso beim Sturz: ein stärkerer Antrieb liefert viel mehr Schub, dadurch mehr Auftrieb und Du mußt durch mehr Sturz ausgleichen.

Ob Du beim Antrieb vielleicht ein klitzeklein wenig übertrieben hast?

Vergleiche doch mal die Schubleistung des originalen Antriebs mit Deinem, dann weißt Du´s :D

Weiß nicht, was da für ein Antrieb serienmäßig rein soll, aber bisher hab ich eher etwas zahmere Antriebe mit 9-10 Zoll Latten in Easy Glidern gesehen.
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Dienstag, 10. Oktober 2006, 23:44

RE: EasyGlider-Disaster,warum? Ratlos.

Der Antrieb ist absolut harmlos, serienmäßig ist da ein Permax 6 V drin (Speed 400 6 Volt) mit Getriebe 3:1 an 6 oder wahlweise 7 Zellen NiMh. Dazu eine Klappluftschraube ohne Bezeichnung, recht billig, es dürfte etwa eine 10x8 sein.

Ich verwendete den o.g. Serienmotor und das Seriengetriebe an zwei Zellen LiPo, also 7,4 V und hab eine Graupner Cam-Gear Schraube 11x8 genommen.

Mit Originalschraube zieht der Antrieb an 7,4 Volt etwa 8 A, mit der 11x8 Graupner ca. 10 A.
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Gruß vom Woodstock

6

Dienstag, 10. Oktober 2006, 23:49

Meine Glaskugel sagt:

- Kontrolliere nochmal genau den Schwerpunkt
- ebenso den Motorsturz
- und den Seitenzug
- außerdem den korrekten Sitz des Höhenleitwerks
- und der Tragfläche
- wenn Du schonmal dabei bist: ist das Seitenleitwerk wirklich gerade auf dem Rumpf?

Tja, mehr fällt mir nicht dazu ein...
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7

Mittwoch, 11. Oktober 2006, 00:00

- Kontrolliere nochmal genau den Schwerpunkt Der war sicher perfekt
- ebenso den Motorsturz das kann ich eben nur schlecht beurteilen... :)
- und den Seitenzug da geht´s mir wie beim Sturz
- außerdem den korrekten Sitz des Höhenleitwerks nun, es ist zumindest fest, waagrecht und gerade, wie die EWD ist bzw sein sollte weiss ich nicht
- und der Tragfläche die ist ok
- wenn Du schonmal dabei bist: ist das Seitenleitwerk wirklich gerade auf dem Rumpf? da bin ich mir ganz sicher!

Vielen Dank aber für deine prompten Tips, ich werd mich halt mal mit dem Sturz und Zug näher befassen, irgendwie.
Wünsche eine gute Nacht derweil
:w
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Gruß vom Woodstock

8

Mittwoch, 11. Oktober 2006, 00:07

zzz :w
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Weniger tunen, mehr fliegen :ok: