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Mittwoch, 13. Dezember 2006, 20:31

Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo,

da ich bei der Auswahl des Fliegers und der Komponenten hier im Forum viele nützliche Hinweise erhalten habe, möchte ich nun etwas "zurückgeben".

Nachdem mir mein EasyGlider E zu langweilig geworden war, stand ich vor der Frage, ob der Excel Competion 3 (EC3) sowohl im Flug als auch bei der Landung nicht eine Nummer zu schnell für mich sein würde. Bisher hatte ich nur EPP-Flieger geflogen. Zur Auswahl standen auch noch eine Signal von FVK oder ein Starling Pro von ED-Modellbau. Zu den Flugeigenschaften des EC3 später mehr.

Technik
Als die Entscheidung für den EC3 gefallen war, mussten noch die Komponenten ausgewählt werden.
Gerade zum Motor gibt es hier im Forum echte Glaubenskriege, welcher AXI denn nun der einzig richtige ist. Ich habe mich für einen Getriebeantrieb in Form des bewährten Kontronik Drive 501 entschieden. Den Motor erhält man im Versand zusammen mit einem sehr hochwertigen Steller für etwa 200 EUR. Der Motor selber ist somit nicht teurer als ein guter AXI, liegt vom Wirkungsgrad aber immer deutlich über dem Außenläufer. Zudem muss man sich keine Gedanken über den Platz in der Rumpfspitze machen. Als Prop kommt ein CamCarbon 14*8 zum Einsatz. Laut Drive Calculator zieht der Motor dann bei Voll"gas" etwa 50 A.

Bei den Servos fiel die Wahl auf vier analoge Futaba 3101, die von einem großen Hamburger Modellbauladen gerade für unter 20 EUR das Stück angeboten wurden. Dazu kam dann gleich ein 3S LiPo mit 3200 mAh von PowerHouse für 89 EUR, der bis 60 A belastbar ist.

Bauen
In den Foren wird darüber berichtet, dass der richtige Schwerpunkt bei Verwendung von LiPos nur schwer zu erreichen ist. Zudem liegen die Abfluggewichte oft bei 2000 Gramm und darüber. Ich habe daher beim Bau darauf geachtet, dass möglichst viel Gewicht nach vorne kommt. Dazu wurde ein neues Servobrett aus 3 mm Flugzeugsperrholz erstellt, welches gleich um 4,5 cm verlängert wurde. Das geht ganz einfach, indem man das gestanzte Positiv von Simprop abzeichnet und zum Motor hin um die genannten 4,5 cm verlängert. Dadurch kann der Akku viel weiter zum Motor gebracht werden.
Auch die Servos habe ich auf dem neuen Servobrett weiter in Richtung Schwerpunkt verschoben. Dazu wurde einfach ein kleines Podest erstellt, in das die Servos geschraubt werden. Man kommt für Einstellarbeiten immer noch gut an die Servohebel heran. Zwischen den Servos und dem Akku ist soviel Platz, dass dort ein Rex 7 MPD quer verbaut werden konnte. Mit dem Empfänger, den ich aus einem anderen Modell ausgebaut habe, bin ich übrigens sehr zufrieden!
Die vollständige Erstellung des Servobretts hat etwa eine Stunde gedauert. Dafür ist es sehr viel stabiler als das von Simprop gelieferte. Zudem befinden sich die Servos und der Empfänger näher am Schwerpunkt und der Akku hat weiter vorne eine stabile Auflage.

Die Servos in den Tragflächen wurden übrigens nicht mit den PowerStrips sondern mit Epoxi verklebt.

Flugfertig wiegt mein EC3 jetzt 1712 Gramm. Das Einstellen bzw. Verändern des Schwerpunktes ist durch Verschieben des - weit vorn liegenden - LiPos möglich.

Fliegen
Vor dem Erstflug hatte ich zum ersten Mal wieder weiche Knie. Als ich dann den Motor einschaltete, wurde mir der EC3 fast aus der Hand gerissen. Das Flugzeug wird wirklich senkrecht nach oben gezogen. Mittlerweile macht es mir viel Spaß, beim senkrechten Steigen noch ein Paar Rollen zu drehen :D
Bis zum Ausschalten des Motors in Segelhöhe (Fluglage gerade noch erkennbar) benötige ich etwa 10 Sekunden Motorlaufzeit.

Das Fliegen selber ist traumhaft und mit meinem EasyGlider E nicht zu verlgeichen. Ich habe das Gefühl, zum ersten Mal ein richtiges Flugzeug zu besitzen. Man meint wirklich, dass man den EC3 schon ewig fliegt. Auch viel Wind stört den EC3 nicht. Mit dem 3200 LiPo habe ich eine Motorlaufzeit von etwa 4 Minuten. Das reicht bei dem derzeitigen Wetter regelmäßig für Flüge von ca. 45 Minuten. Ich freue mich jetzt schon auf die ersten Flüge mit Thermik...

Wer fliegt muss schließlich auch Landen. Dazu fahre ich die Querruder (mit beigemischtem Tiefenruder) hoch. Bisher hat jede Landung auf Anhieb bei Fuß geklappt. Ich bin wirklich froh, dass mein EC3 das in anderen Beiträgen geschilderte Abkippen über die Tragfläche noch nicht gezeigt hat. Vermutlich hat das aber auch mit dem Gewicht zu tun. Bei wenig oder keinem (Gegen)Wind ist der EC3 bei der Landung zwar merklich schneller als der EasyGlider, er bleibt aber weiterhin gutmütig.

Fazit
Mein Fazit fällt eindeutig positiv aus. Aus meiner Sicht kann es auch ein weniger erfahrener Modellflieger wagen, den EC3 zu bauen und zu fliegen.

Ich kann nur zwei Dinge nennen, die mich stören:
- Die Gesamtkosten in Höhe von etwa 550 EUR (Qualität und Spaß kosten eben)
- Die verwendeten Farben Antrazit und Rot bei den ARF-Flächen machen es bei trübem Wetter schwer, die Fluglage zu erkennen.

Gruß
Tom

VOBO

RCLine User

Wohnort: NRW

Beruf: Dipl.-Ing. Elektrotechnik/Nachrichtentechnik

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2

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 21:01

Hallo Tom!

Danke für den hilfreichen Bericht.
Es geht halt doch nichts über die eigenenen Erfahrungen.
Gruß Volker!

Fliegen macht glücklich!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »VOBO« (13. Dezember 2006, 21:02)


3

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 21:26

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Zitat

Original von langohr

Fazit
Mein Fazit fällt eindeutig positiv aus. Aus meiner Sicht kann es auch ein weniger erfahrener Modellflieger wagen, den EC3 zu bauen und zu fliegen.



...wobei ein "normal" Unerfahrener ihn wohl kaum so leicht hingekriegt hätte. (Meiner wiegt 2Kg)

Aber du hast recht. Bin den EC3 jetzt fast ein Jahr lang geflogen, in den Bergen und im Flachland, und er macht mir immer noch Spass. Im Gegensatz zum grösseren Bruder kann man ihn auch fast unendlich "heizen".

diko

RCLine User

Wohnort: D- Löhne

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4

Donnerstag, 14. Dezember 2006, 10:25

Hallo Tom,

Erstklassiger Bericht!

Zitat

Ich bin wirklich froh, dass mein EC3 das in anderen Beiträgen geschilderte Abkippen über die Tragfläche noch nicht gezeigt hat. Vermutlich hat das aber auch mit dem Gewicht zu tun.


Das kann ich bestätigen, mein EC2 wiegt nach Umrüstung auf Lipos 1790g. Mit diesem Gewicht ist er beim landen deutlich gutmütiger als mit 2000g.

Dietrich
[SIZE=1]Meine Modelle [/SIZE]

5

Dienstag, 19. Dezember 2006, 17:08

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo Tom,

sehr interessanter Erfahrungsbericht!

Ich spiele mit dem Gedanken, mir den EC3 in einer sehr ähnlichen Konfiguration zuzulegen, schwanke aber auch noch zwischen Axi und Kontronik.

Welchen Regler hast Du denn beim Drive 501 dabei? Laut Kontronik-Homepage ist das ja der Fun 480-33 mit 4,2:1 Getriebe und Pix4000 Regler. Dieser Regler kann aber laut Kontronik nur 40A Dauer, 45A Spitze für 15s. Deine errechneten 50A wären da also etwas viel…

Es wäre mal interessant, wenn Du in Deiner Konfiguration den realen Strom messen könntest.

Wie laut ist denn das Drive 501 im Vergleich zum Axi? Denn die getriebelose "Ruhe" des Axi ist eines meiner Hauptargumente für ihn.

Servus
Patrick

6

Donnerstag, 21. Dezember 2006, 23:45

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo Patrick,

den PIX4000 aus dem Drive Set habe ich unbenutzt bei ebay verkauft. Der Motor und der Steller sind auch beim Set jeweils einzeln in ihren Kartons verpackt. Da die Teile von Kontronik anscheinend sehr gesucht sind, habe ich dafür 80 EUR erhalten.

Ich habe dann ebenfalls bei ebay einen original verpackten Jazz 80-6-18 mit neuester Software und Rechnung für 139 EUR inklusive Versand bei einem Händler ersteigert. Es hätte sicher auch ein kleinerer Jazz gereicht, wegen des günstigen Preises habe ich aber den 80er genommen, der zugleich 3A getaktetes BEC zur Verfügung stellt. Auch das geringe Mehrgewicht des Jazz hilft beim Einhalten des Schwerpunktes, da der Steller unter dem Motor liegt. Dies ist bei einem Außenläufer - siehe unten - mit Sicherheit nicht möglich. Sowohl der Motor als auch der Steller können später einmal selbst in größeren Modellen genutzt werden (hoffentlich sehr sehr viel später... :D )

Der Getriebeantrieb ist natürlich etwas lauter als die fast lautlosen Außenläufer. Im Vergleich zu einem in einem anderen Modell benutzten Multiplex BL480/4G mit Getriebe ist der Kontronik aber sehr leise. Das Geräusch ist nicht aufdringlich oder störend. Zudem läuft der Motor - wie berichtet - immer nur wenige Sekunden am Stück. Ich habe selber keinen Motor von AXI, aber im Vergleich zu meinen kleinen Typhoon, Mega und MPX ist der Kontronik schon eine Klasse für sich. Letztlich sind die BL-Motoren heute so leistungsfähig, dass es sicher auch eine Glaubensfrage ist. Neben den Vorteilen des geringen Platzbedarfs in der Rumpfspitze und des hohen Wirkungsgrades bin ich schlicht von der Leistung und der Qualität des Motors begeistet. Ich würde für einen Segler jederzeit wieder einen Getriebeantrieb von Kontronik kaufen.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Gruß
Tom

E_Leo

RCLine Neu User

Beruf: Elektriker

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7

Freitag, 5. Januar 2007, 00:14

Hallo Tom,

Vielen dank fur Ihre info's. Ich bin noch ein bisschen gespant wie der Excel 3 Segelt?
Oder fält er wie ein stein von Himmel?
Kan man auch ruhig und gemütlich Segeln. Motor brauche ich nur um Hohe zu gewinnen.
Einen EC3 deswegen da ich auch nog mit ein bisschen wind fliegen möchte.

An alle ein Gesundes, Schöne Neujahr,
Leo

kdwbz

RCLine User

Wohnort: Schweiz

Beruf: Pensionär

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8

Freitag, 5. Januar 2007, 10:19

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo Tom,

sehr guter Bericht , kann zur Nachahmung weiterempfohlen werden.
Für Unentschlossene und Suchende eine sehr interessante Darstellung.

Lässt sich leider nicht bewerten .... würde mind. 4 Sterne geben

Gruss Klaus :w
Sagitta XC EQS > 4.65 m
Charter EQ
E-Hawk 1500
Cumic Plus EQW
Cessna Skyline 62 LK EQ
EasyGlider E > 500 Flüge
EasyGlider PRO
SU 37 (Bi-Impeller)
P 51 Elektro

9

Freitag, 5. Januar 2007, 21:01

Hallo Leo,

kurz vor Weihnachten war ich noch einmal auf dem Platz. Es war etwa 6° warm/kalt, der Himmel grau und wolkenverhangen und es ging fast kein Wind. Eigentlich schlechte Voraussetzungen zum Segelfliegen. Als ich den Excel wegen kalter Finger gelandet hatte, zeigte der Timer meiner Fernsteuerung eine Motorlaufzeit von 1:23 Minuten an. Die gesamte Flugzeit betrug 26 Minuten (ja, ich hatte vorher auf Null gestellt)! Ähnlich wie beim Easy Glider E kann man den Excel einfach laufen lassen - er kreist von alleine ein und zieht dann seine Bahn.

Gespannt war ich auf die Landung bei so wenig (Gegen)Wind. Mit leicht hochgefahrenen Querrudern hat diese wieder problemlos geklappt. Allerdings ist der Excel anschließend doch einige Meter über das Gras gerutscht.

-----------------

Hallo Klaus,

vielen Dank für die Blumen :)

Gruß
Tom

E_Leo

RCLine Neu User

Beruf: Elektriker

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10

Freitag, 5. Januar 2007, 21:57

Wauw!!!!

Beste Tom,

Vielen dank fur dir schnelle service
Es ist schwierig was ich machen sol, kaufen oder nicht kaufen. Aber.. die wahl wird immer klarer.
Ich sehe einen immer breiter werdende streifen licht am Horzont.

Vielen dank, Leo.

11

Sonntag, 7. Januar 2007, 00:21

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo Tom und der Rest,

war einige Tage nicht online, deshalb die etwas späte Antwort. Danke für die Infos.

Ob jetzt leise oder bessere Leistung muß ich mir dann halt noch klarwerden. Ich habe im Moment als E-Segler einen Junior SPort Plus mit SpeedGear 500, und den empfinde ich schon als relativ laut - man hört in auch in 150m Höhe noch deutlich.
Im Vergleich dazu ist der Axi 2808 in meinem X-Free fast lautlos.

Patrick

12

Mittwoch, 10. Januar 2007, 23:13

RE: Excel Competition 3: Erfahrungsbericht

Hallo!

Ich fliege den Excel Competition 2 mit einem Graupner Compact 480, einem 40A Regler und 3S-Lipos mit 2100 mAh.
Steigleistung ca. 60-70%!! :-)

Als Low-Budget Lösung sicherlich die beste Wahl!

Mein Modell wiegt ca. 1,9 KG! Bin am überlegen, ob ich ihn auch mal mit 10 Zellen fliegen soll?! Hat jemand von Euch Erfahrungen, wie sich der Gewichtsunterschied bemerkbar macht? Ich denke ich würde mit dem 10 Zeller an Bord auf ca. 2,2 KG kommen.... Ist das zuviel?

13

Freitag, 16. Februar 2007, 18:53

Hallo,

ich war heute Nachmittag bei Sonnenschein und etwa 8° auf dem Platz. Es war wunderschön - nur leider sehr sehr windig. Es gab kräftige Böen und der Excel pfiff sogar im Langsamflug gegen den Wind, dabei ist er fast auf der Stelle stehen geblieben.

Obwohl der Flieger zeitweise so rumgezappelt hat wie mein kleiner Sohn vor der Bescherung hat es doch wieder viel Spaß gemacht. Mit 2 Minuten Motorlaufzeit war ich 31 Minuten in der Luft - dann waren die Finger kalt. Zum Landen habe ich heute drei Anflüge gebraucht.

Fazit: Ich bin immer noch schwer begeistert :ok:

Gruß
Tom

14

Samstag, 10. März 2007, 18:52

Hallo,

letztes Wochenende habe ich mir aus Berlin einen zweiten 3200er Powerhouse LiPo mitgebracht, damit ich nicht immer warten muss, bis der Akku wieder geladen ist.

Heute Morgen war schönes Flugwetter und ich habe den neuen LiPo ausprobiert - unglaublich, wieviel mehr Zug der Motor hatte. Ich vermute, dass mein erster LiPo doch merklich abgebaut hat. Da das langsam von Ladung zu Ladung geschieht, merkt man es wohl erst, wenn man den direkten Vergleich mit einem neuen LiPo hat.

Leider weiß ich nicht, wie oft ich meinen LiPo geladen habe, aber ich war mit dem Excel wirklich oft draußen. Dabei habe ich den LiPo aber nie leer geflogen.

Auf meinen neuen LiPo werde ich einfach nach jedem Ladevorgang einen Strich machen - mal schauen, wie lange der hält.

Bei den Kosten für einen LiPo komme ich in's Grübeln, ob ein Methanoler nicht doch günstiger ist... ;)

Gruß
Tom