Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RCLine Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

der Puni

RCLine User

  • »der Puni« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: München

Beruf: Student

  • Nachricht senden

1

Samstag, 23. August 2008, 16:18

Kolibri Thermik Ultraportable Electric

Hallo zusammen,

Ich möchte meine neueste Kreation vorstellen. Den "Kolibri Thermik Ultraportable Electric" kurz KOTUPE.



Der Flieger ist nach einem Bauplan von Kristjan Crnoja entstanden. Der Plan kann hier heruntergeladen werden. Vom Ausdrucken des Planes bis zur Fertigstellung sind nichtmal fünf Tage vergangen. Leider habe ich während des Baus nur ein Foto von der Flächensteckung gemacht. Kristjan hat aber den Bau des Kolibri Thermik hier fototechnisch dokumentiert.

Natürlich musste auch dieser hervorragende Plan ein Paar Modifikationen über sich ergehen lassen. Die wichtigsten zwei:

1. Elektrifizierung



Angetrieben wird der KOTUPE mit einem 10 Gramm BL-Motor mit 3000 UpM/V an zwei Lipo Zellen mit 450mAh. Als Luftschraube wird die kleine Klappluftschraube von Graupner mit 4,7*2,4" verwendet. Mit 4,5 A steht so genügend Leistung für einen kräftigen Steigflug zur Verfügung.

2. Zerlegbarkeit

Obwohl der Flieger nur eine Spannweite von 92cm hat, habe ich die Flächen teilbar und das Höhenleitwerk abnehmbar gestaltet. Der Hintergrund ist folgender: Ich wollte einen Flieger, den ich bequem in meiner Fahrradtasche unterbringen und so umweltbewusst zum Fliegen fahren kann.

Bild: Steckung der Fläche mit einem 3mm Kohlefaserrohr im Rohbau:


Bild: KOTUPE im zerlegten Zustand



Ursprünglich hatte ich vorgesehen die Leitwerke über Schnüre und Torsionsfeder anzulenken. Nachdem das Leitwerk verklebt und bebügelt war musste ich bei einem Test feststellen, das die Kraft der kleinen BA-Servos bei weitem nicht ausreicht um die Ruder auch nur ansatzweise zu bewegen. Also Schnur und Torsionsfeder wieder raus um die Leitwerke doch wie im Plan vorgesehen mit Bowdenzüge anzulenken. Beim Seitenruder hat das gleich funktioniert, beim Höhenruder nicht. Ich bin mir nicht sicher wie das bei Kristjans Kolibri funktionieren soll, bei mir hats jedenfalls nur die Schaniere an der Dämpungsfläche nach oben und unten gebogen. Von einem Ruderauschlag konnte man aber nicht sprechen.
Nach längerem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen den Bowdenzug im Höhenleitwerk nochmals neu zu verlegen. Er tritt jetzt tiefer und seitlich am Seitenruder aus.

Bild: Schokoladenseite des Leitwerks:


Bild: "Balsagemetzelseite" des Leitwerks


Am Ende des Bowdenzugs ist ein Knick, der in einem Stück Bowdenzughülle mündet, das ist wiederrum mit der Dämpfungsfläche des Höhenleitwerks verklebt.
Als Bowdenzug kommt ein 0,5mm Federstahl zum Einsatz. Ziemlich krass war auch die Erfahrung, dass es mit einem 0,6mm Federstahl auf Grund der Reibung nicht mehr funktioniert.

Nun noch ein Blick ins Rumpfinnere:


Hier gehts ziemlich eng her. Obwohl man das ja eigentlich nicht macht, sitzen Empfänger, Regler und Akku auf engstem Raum im vorderen Bereich. Vielleicht findet hier im Forum ja noch einen anderen Platz für den Empfänger ;-)

Fliegerisch ist der Kolibri keine große Herausforderung - fast schon anfängertauglich. Das richtige Modell also um am Abend noch mal schnell ein paar Runden zu drehen.
Gestern hab ich es sogar mal kurz geschafft Thermikanschluss zu finden. Leider konnte ich nicht lang dranbleiben, sonst hätte ich den kleinen Segler bald aus den Augen verloren. Das ist halt auch das große Manko des Kleinen.

Insgesamt könnte der Kolibri bei bloßem Einsatz von Seite noch ne Spur wendiger sein. Dafür ist die V-Form aber zu gering gehalten. Mit Einsatz von Seite + Höhe kann man den Kolibri aber trotzdem ganz gut um die Kurve scheuchen.
Interessant finde ich, das die Kolibri in großen Höhen sehr schnell Höhe abzubauen scheint in tieferen Regionen dann aber doch einen recht passablen Gleitwinkel hat. Ich muss dieses Phänomen mal näher beobachten - vielleicht ist das ja auch nur ne Täuschung.
Die Flugleistungen sind natürlich nicht mit einem ausgewachsenem Segler wie z.B. meiner Whitepearl vergleichbar, aber für die Größe doch überraschend gut.


Schönen Gruß,
Puni