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Donnerstag, 16. April 2009, 23:44

Sturz und Zug bei Aufstecktriebwerk ?

Hallo Leute,

ich möchte mal eine ernstgemeinte Frage in die Runde des Kompetenzcentrums werfen ;-)

Ein Aufstecktriebwerk (AST) hat doch einen gewissen Abstand zur Längsachse des Seglers. Dadurch erzeugt das AST doch ein gewisses Drehmoment und das Flugzeug müsste doch beim Motorlauf mit der Nase nach unten gedrückt werden, oder ?

Muss der Prop also leicht nach oben zeigen, bzw positiven Sturz haben ?

Wie siehts mit dem Moment aus, das ich normalerweise mit dem Zug kompensiere ?
Ist das beim AST auch vorhanden ?

Dank im Voraus.

Gruß

Michael

PS: Der Klapppropeller soll nach hinten zeigen und als Druckantrieb funktionieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »michael1969« (16. April 2009, 23:45)


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Freitag, 17. April 2009, 00:17

RE: Sturz und Zug bei Aufstecktriebwerk ?

Hi, ein super Thema :evil:

Die Motivation für einen nach unten gerichteten Motorsturz bei Frontmontage sind verschieden aufrichtende Momente, die beim Lastwechsel von Leerlauf auf Vollast auftreten. Da, wie Du ganz korrekt feststellst, durch den Hebelarm beim AST ein abnickendes Moment auftritt, werden die aufrichtenden Momente dadurch teilweise ausgeglichen und in der Regel noch übertroffen. Durch positiven Sturz wird der Vortrieb weniger, aber das abnickende Moment wid davon kaum ausgeschaltet. Also, meine Meinung: bei AST Sturz = 0, und abnickende Moment bei Vollast durch HR aussteuern.

Der Seitenzug wird bei Frontmontagen abhängig von der Bauart ebenfalls wegen verschiedener nach links drehender Momente eingesetzt (bei rechtslaufenden Motoren). Bei Heckmontagen (Druckpropellern ist in etwa nur die Hälfte dieser Momente wirksam, da ein guter Teil vom so genannten SLIPSTREAM kommt, also der Luftmasse, die vom Propeller den Rumpf entlanggeschleudert wird. Dieser Effekt fehlt auch beim AST, egal ob Zug-oder Druckpropeller. Der Drall durch das Motordrehmoment selbst und durch das im Steigflug steiler angestellte hinunterlaufende Blatt (Druckproppeller mit rechtsdrehendem Motor) wirken entgegengesetzt und ausgleichend aufeinander. Also meiner Meinung nach auch hier: kein Seitenzug.
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

www.modellflug-buch.com
Mini Titan
HDX-500
Blade XL F3F
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FF-7/2G4, MC-22s Assan retrofit

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »greenx« (17. April 2009, 11:49)


3

Freitag, 17. April 2009, 00:38

Hallo Greenx,

also 0° Sturz und 0° Zug, weil durch die Montageposition die Momente nicht entstehen, bzw sich selbst aufheben ?
Das alles sollte doch eigentlich auch von der Position in Relation zum Abstand zum Schwerpunkt sein, oder ?

Wenn z.B. der Hebelarm des AST 200 mm lang ist und der Abstand 200 mm hinter dem Schwerpunkt ist, kann ich mir vorstellen, dass das Nickmoment (ich nenne es mal so), durch die gleichen Abstände genau auf den Schwerpunkt wirken und somit fast ohne Wirkung sein sollten.

Oder ist der beste Einbauort genau auf dem Schwerpunkt ?
Dann allerdings sollte ein gewisses Nickmoment entstehen, oder ?

Gruß

Michael

dieter w

RCLine User

Wohnort: Grünstadt (Pfalz)

Beruf: Dipl. Ing. Elektrotechnik

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4

Samstag, 18. April 2009, 08:38

Meine bisherigen Erfahrungen im Bereich Wasserflug (dort kommt diese Antriebskonfiguration häufig vor) sprechen eine etwas andere Sprache:

Sturz nach oben, sonst gibt´s heftige Momentänderungen beim Gasgeben und -wegnehmen.
Seitenzug ist teils erforderlich, teils geht´s ohne.

Dieser Flieger ist ohne Seitenzug deutlich in Linkskurven reingefallen, mit Seitenzug (ca. 2°) gehen beide Kurvenrichtungen gleichmäßig.

:) Dieter
»dieter w« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_2204_kl.jpg
Wasserflieger sind geil! :nuts:

dieter w

RCLine User

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Beruf: Dipl. Ing. Elektrotechnik

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5

Samstag, 18. April 2009, 08:40

Auch hier ist ein Sturz nach oben erforderlich:
»dieter w« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_1758_kl.jpg
Wasserflieger sind geil! :nuts:

dieter w

RCLine User

Wohnort: Grünstadt (Pfalz)

Beruf: Dipl. Ing. Elektrotechnik

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6

Samstag, 18. April 2009, 08:47

Auch bei einem Modell mit Propellerkreisebene genau im Schwerpunkt habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. In diesem Fall war allerdings kein Seitenzug notwendig, das kann aber auch Zufall gewesen sein.
»dieter w« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMGP0884_kl.jpg
Wasserflieger sind geil! :nuts:

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Samstag, 18. April 2009, 10:47

Zitat

Original von dieter w
In diesem Fall war allerdings kein Seitenzug notwendig, das kann aber auch Zufall gewesen sein.

Hi, Kein Zufall: rechtsdrehender Druckpropeller, Momnete heben sich auf, kein slipstream.

Da bei dieser Motorlage zwischen den versch. Modellen stark unterschiedliche Hebel, und bei der Startmethode Wasserstart auch noch Reibungskräfte vom Wasser kommen, sollte man meiner Meinung bei einem Segler von einem Strurz 0 ausgehen. Wenn starke Nickmomente auftreten, kann man versuchen, durch Sturz das zu bessern, die Hebelwirkung kann man dadurch aber ganz bestimmt nich aufheben.
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

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HDX-500
Blade XL F3F
Hype Fox
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