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MyBlade76

RCLine Neu User

  • »MyBlade76« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 17. Juli 2009, 20:05

Warum geben Hersteller /Fachzeitungen als Landehilfe Querruder nach oben an??

Ave,

ich bin noch Anfänger und habe erst ein paar Flugminuten Erfahrung mit meiner ASW 28 (Elektrosegler). In der Bedienungsanleitung stand als Landehilfe Querruder "aufstellen". Ich habe mich über die Formulierung gewundert, dachte bestimmt ein Druckfehler und habe die Querruder nach unten gestellt (orientiert an der bemannten Luftfahrt!). Funzte auch super (buterweiche Landungen) :angel:

In einer Fachzeitschrift habe ich jetzt ein Bild gesehen wo die Querruder als Langehilfe wirklich nach oben gestellt werden sollen, aber warum schreiben die so was??

Sinn und Zweck soll doch sein bei niedriger Geschwindigkeit, bei mir Motor aus, noch genügend Auftrieb zu haben, dass wird doch durch QR runter erreicht.

Hier im Forum unter Elektroflug, gibt es einen Beitrag QR nach oben = Bremse +Flugzeug wird nach unten gedrückt, also Höhenruder zum ausgleich dazu mischen, häää warum so kompliziert, sprich warum nicht Gas drosseln und Querruden runter ???

Gruß
[SIZE=4]Das Leben[/SIZE]
[SIZE=1]ist ein Scheißspiel, aber die Grafikauflösung[/SIZE]
[SIZE=4]ist Geil![/SIZE]

Mein Flypark:
Blade MSR,Innovator MD530,DG-1000,Cessna 182 Skylane,Twinnstar II,P-51 Mustang Giant,Alpha Jet 64mm

slowhand_47

RCLine User

Wohnort: Ober-Ramstadt

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2

Samstag, 18. Juli 2009, 10:19

Hallo,

bei Ausschlag nach unten wird die Profilwölbung vergrößert und somit der Auftrieb erhöht. Dadurch kann langsamer angeflogen werden. So machen es die Großflieger vor. Allerdings liegen die Landeklappen immer innen am Flügel, denn: man bewegt sich hier in einem Grenzbereich kurz vor dem Strömungsabriss. Nahe am Rumpf erzeugt dieser jedoch ein relativ kleines Moment um die Längsachse, so dass ein Abkippen unwahrscheinlich ist, solange am Außenflügel die Strömung noch anliegt.

Bei Ausschlag nach oben wird Auftrieb vernichtet, der Flieger wird schneller und baut deutlich mehr Höhe ab. Der Gleitwinkel wird schlechter, das Ausgleiten verkürzt. Genau das will man bei Seglern mit zu gutem Gleitwinkel erreichen, um auch auf kleinen Wiesen landen zu können. Es besteht dabei keine Gefahr eines Strömungsabrisses, der Flieger bleibt kontrollierbar, sofern noch genug Querruderausschlag trotz hochgefahrener Ruder möglich ist. Im Prinzip ist das der gleiche Effekt wie bei den Störklappen in größeren Seglern. Das Hochfahren der Klappen erzeugt in der Regel ein aufbäumendes Moment um die Querachse, das mit Tiefenruder kompensiert werden muss.

Merke: Beim Segler will man in der Regel nicht mehr Auftrieb für den Langsamflug, sondern weniger Auftrieb, um überhaupt runterzukommen, ohne ewig in Bodennähe kreisen zu müssen.

Ideal ist die Kombination aus beidem, der sog. Butterfly-Mix. Geht bei Flügeln ab 4 Klappen. Das innere Paar (Wölbklappen) fährt dann nach unten, das äußere Paar (Querruder) nach oben.

Gruß
Jan
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »slowhand_47« (18. Juli 2009, 10:25)


3

Samstag, 18. Juli 2009, 10:40

RE: Warum geben Hersteller /Fachzeitungen als Landehilfe Querruder nach oben an??

Hallo, die zur Zeit bei Segelflugzeugen bevorzugte Methode zum Höhenabbau und zur Geschwindigkeitsreduzierung ist die so genannte Krähen-oder Butterflystellung (Bild).

Sie bewirkt im inneren Flügebereich einen höheren Auftreibssbeiwert und einen stark erhöten Widerstandsbeiwert, im äußeren Flügelbereich wird der Anstewinkel verringert, was einen Strömungsabrissverhindert, das Flugzeug bleibt so über die QR steuerbar, ausserdem wird der Auftrieb auf an der Fklügelaßenseite dadurch reduziert. Die Butterflystellung erfordert nur geringe, im Idealfall keine Beimischung des Höhenruders, da sich im Idealfall die Momente zwischen Innen-und Außenflügel ausgleichen. Bei meinen Modellen muss ich immer etwas Höhe nachtrimmen (mischen).

Die Methode, nur die Querruder hoch zu stellen, ist eine Annäherung an den Effekt des Butterfly. Für den optimalen Effekt fehlen die innen abgesenkten Klappen, dennoch bricht der Auftrieb außen zusammen (durch Verringerung des Anstellwinkels der resultierenden Profilsehne), die hochgestellten QR erzeugen mehr Widerstand, und der Flieger bleibt steuerbar, auch wenn durch eine Bö in Bodennähen ein QR-Ausschlag notwendig wird. Die Rollrade ist allerdings zwangsläufig nicht so prompt wie bei Normalstellung. Und auch die Beimischung von Höhe muss stärker ausfallen, da ja keine ausgleichenden inneren klappen da sind. Insgesamt wird durch Hochfahren der QR die resultierende Nullauftriebslinie des Tragflügels verändert, da muss das HLW nachgeführt werden, damt die EWD wieder stimmt.

Wenn man über durchgehende QR, so genannte Bandquerruder , verfügt, kann man diese wie Landeklappen nützen. Durch ein mäßiges Absenken erhöht sich Auftrieb und Widerstand, es kann langsamer geflogen werden, eine Landung kann sehr gut aussehen damit.

Außen liegende QR für die Landung abzusenken hat den Nachteil, daß in diesem Bereich durch einen Vollausschlag die Strömung außen abreißt und das Flugzeug in Bodennähe über dies Fläche unkontrolliert abkippen kann. Ich würde zu dieser Methode aus diesem Grund nicht raten. Der Klappeneffekt, also niedrigere Geschwindigkeit mit mehr Widerstand (daher gutes Sinken), tritt auch bei abgesenkten außen liegenden QR auf, wie Du ja schon erlebt hast.

Die meisten Flugelände am Hang verfügen nur über eine kurze Landestelle. Man erwartet sich hier von einer "Landehilfe", dass der Flieger in Normalfluglage wie ein Ziegel sinkt und noch abfangbar bleibt. Das bewirkt am ehesten die Butterfly-Stellung, und natürlich auch im Flügel eingelassenen Störklappen, wer hat. Verfügt man weder über Klappen, noch über Störklappen, so ist die "QR-hoch" Methode die nächstbeste. Abgesenkte Klappen oder QR können unter Umständen die Landestrecke sogar noch verlängern, wegen des höheren Auftriebs.

Ich dachte mir, dass Du ein kurze Antwort schätzt :D .
»greenx« hat folgendes Bild angehängt:
  • butterfly schematisch.jpg
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

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MyBlade76

RCLine Neu User

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4

Samstag, 18. Juli 2009, 17:54

Hallo,

danke für die ausführichen und sehr gut und verständlich beschriebenen Antworten :ok::w

Jetzt ist mir einigens klar, glaube bei meiner ASW waren die QR sehr lang oder innen, daher hat es so gefunzt.

Bei meiner DG-1000 (noch ohne Erstflug) sind die QR eher aussen, daher werde ich es mal mit der nach oben Stellung probieren ;)

Hatte mit meiner DX6i die Klappen auf 60 % Stellung, wieviel Höhenruder muss ich jetzt ca. beimischen (60:20/60:40)?

Gruß
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