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Stephan S

RCLine User

  • »Stephan S« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Weinitzen - Steiermark

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1

Montag, 12. April 2010, 11:44

120cm, 100g - E-Segler für die (ultra)leichte Brise

Hallo Leute!

Der Wunsch, gnadenlos und ohne Rücksicht auf mögliche Heimkehrprobleme auf Thermiksuche zu gehen, hat mich dazu motiviert, einen ultraleichten E-Segler aus Depron zu bauen, der in erster Linie auf geringes Sinken ausgelegt ist und der Einfachheit halber mit Höhe und Seite auskommt.

Um im Ernstfall auch aus einem relativ starken Lee- oder Abwindbereich flüchten zu können, sollte das Ding ausreichend Dampf haben, um senkrecht zu steigen, aber gleichzeitig inkl. Antrieb und Akku nicht schwerer sein, als 100 Gramm.
- Eine eierlegende Wollmilchsau sozusagen
:D

Entstanden ist aus meinen Überlegungen und einigen Stücken Depron, ein bisschen CFK und Balsa ein lustiger kleiner Stromsegler, der besser geht, als erwartet.

Spannweite: 120cm
Rumpflänge: 70cm
Motor: C-10 micro BL von hobbyk.
Regler: 6A ebenfalls aus Fernost
2 kleine €10,- Servos 4,4g
Nackter Spektrum-Empfänger

Hier gibt's ein kleines Video vom Ergebnis:
http://www.rcmovie.de/video/bcc8c48d47eb…rosegler-Depron

Hoffe das Ding gefällt euch ;-)

Bei Interesse kann ich ein paar Detailfotos und eine Baubeschreibung online stellen...!

LG, Stephan

2

Montag, 12. April 2010, 12:22

Interesse!!!!

(Jo)Hannes

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3

Montag, 12. April 2010, 13:07

Wow, sehr schön gemacht!

Interesse!
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

Stephan S

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4

Montag, 12. April 2010, 13:29

Ich habe jetzt mal ein paar Fotos gemacht und eine kleine Zeichnung angefertigt, um das Modell näher zu beschreiben und das Schleifen der Flächen (wurde im Forum glaube ich eh schon ein paar mal erklärt?) zu visualisieren.

Der Bau lief bei mir folgendermaßen ab:

1. Schritt: Fläche aus 6mm Depron rausschneiden. Die Ohren hängen einfach in einem Stück dran und werden erst nacher abgeschnitten und angeschliffen.

Als Holm dient ein CFK-Profil mit 3mm Höhe und 1mm Durchmesser. - Das gleiche, wie bei originalen Shockflyern als Versteifung für die Flächen (an der Nasenleiste) verwendet wird.

Dieses Profil wird einfach von oben in einen Schlitz in der Fläche gedrückt und mit etwas Uhu-Por, das man mit einer Injektionsspritze hineinpumpen kann verklebt. Alternativ kann man evtl. auch Weißleim verwenden, um etwas Gewicht zu sparen, ich weiß aber nicht, ob der gehärtete Weißleim später elastisch genug ist.



Das Flügelprofil wird unter Zuhilfenahme zweier Aluschienen und eines Schleifklotzes ganz brutal mit 80er-Körnung geschliffen, siehe Zeichnung. - Der "Grundschliff" sieht bei mir so aus, dass an der Nase ca. 2mm Material stehenbleiben und der Schliff etwa 4mm vor dem Holm endet.
An der Hinterkante ebenfalls etwa 2mm stehen lassen, sonst wird das ganze sehr weich und beim Transport sehr empfindlich. Hinter dem Holm beginnt der Grundschliff bei mir etwa 2 Finger breit. Das ist nicht unwichtig, um das Profil später mit der Hand runder schleifen zu können.

Der Finalschliff erfolgt mit 400er-Trockenpapier. Idealerweise sollte die speziell der Bereich vor dem Holm wirklich sauber und rund geschliffen werden. Das sieht nicht nur besser aus, sondern bringt wirklich einen gewaltigen Vorteil! - Am Video war der Schliff noch nicht ideal, etwas Nacharbeiten hat mächtig was gebracht, wenn es das Wetter zulässt, kann ich noch ein Videoupdate machen!

Die Ohren haben bei mir geschätzte 30°, das entspricht bei dem Flieger etwa der Querneigung bei engem Kurbeln. Das innere Ohr liefert also am Innenflügel etwas Auftrieb, das äußere fast keinen mehr, ein "Hineinkippen" in die Kurve gibt's damit eigentlich nicht.

So funktioniert das mit der Fläche ;)

Nach dem Essen kommen noch Rumpf und Leitwerk!

LG, Stephan

Stephan S

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5

Montag, 12. April 2010, 13:31



Den Flügel sollte man wirklich nicht steifer bauen, da die Durchbiegung nicht nur zusätzliche V-Form bringt, sondern auch bei bockigen Ablösungen sehr viel wegdämpft, was den Flieger sonst mächtig aus der Richtung werfen würde :D

Stephan S

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6

Montag, 12. April 2010, 14:17

Das Rumpfboot besteht ebenfalls fast komplett aus Depron. 6mm-Spanten beplankt mit 3mm-Platten. Das Ganze noch etwas rund geschliffen.
3 Spanten habe ich aus 4mm Balsa geschnitten. - Die 3 letzten Spanten im Rumpf, die die Verbindung zum CFK-Rohr darstellen.

Ein paar weitere Balsa-Verstärkungen dienen in erster Linie dem Komfort beim Bau ;-)


Stephan S

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7

Montag, 12. April 2010, 14:56

Nun zum Leitwerk...

Am Video ist noch ein anderes, etwas höheres Seitenruder mit weniger Tiefe und sehr filigraner Lagerung zu sehen. Da sich dieses letzte Woche im Flug verabschiedet hat, habe ich jetzt ein etwas kleineres mit mehr Tiefe gebaut. Dieses neigt weniger zum Flattern und spricht gleichmäßiger an.
SR-Anlenkung erfolgt durch einen relativ dicken Kupferlackdraht, der nicht besonders fest gespannt werden muss. - Der leichte Durchhang ändert durch die Steifigkeit nichts an der Stellgenauigkeit, gibt aber genug Reserve, dass auch ein Sturz aufs Leitwerk i.d.R. ohne Bruch abläuft!

Das Höhenruder ist ebenfalls als Pendelruder ausgelegt. - Die Halterung besteht aus geföhntem Polystyrol, das mit Uhu Hart auf das CFK-Rohr aufgeklebt ist. Die Lagerung wird aus Bowdenzugröhrchen und dazu passendem CFK-Stab gebaut. In meinem Ein Tropfen Sekundenkleber an einem(!) der Röhrchen sichert das ganze gegen Herausrutschen. Angelenkt ist das Höhenruder mit CFK-Stab und Schrumpfschlauch.
Wichtig beim Bau der Anlenkung des HR ist, das Spiel so gering als irgendwie möglich zu halten! - Das Ruder beginnt in Neutralstellung sonst gnadenlos zu flattern! (Wenn es trotz allen Bemühungen zum Flattern kommt, vorsichtig am HR ziehen, damit es sich wieder beruhigt und eine Kontroll- bzw. Umbaulandung durchführen :D )

Ach übrigens... bezüglich EWD:
Durch das Pendelruder hat man den Vorteil, dass fast für jede Schwerpunktlage ohne großen Widerstandsnachteil die passende EWD gefunden werden kann. - Dennoch sitzt die Fläche bei mir auf einer keilförmigen Auflage, die an der Nasenleiste etwa 3mm Höhe schafft. - So fliegt das Modell mit HR in Neutralstellung schön horizontal und ohne Pump- oder Abtauchtendenzen.

Die Ausschläge:
Höhenruderausschlag mit etwas Expo und (in meinem Fall) einfach so viel, wie der Abstand zwischen Ruder und Rumpf hergibt.
Seitenruder ca. 45°. SR fliege ich ohne Expo. Große Ausschläge braucht man aber wirklich nur im Notfall, oder bei bockigem Wetter. Im Normalfall kann man auch mit ca. 25° Ausschlag sauber und kleinräumig kurbeln.

Wenn ihr irgendwelche Verbesserungsvorschläge habt, dann unbedingt posten, ich bin gerade dabei, Ideen für die Version 2 zu sammeln ;)

LG, Stephan










(Jo)Hannes

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8

Montag, 12. April 2010, 15:04

Sehr schön gefällt mir wirklich, fehlen nur noch ein paar Maase zum Nachbau ;_)

Die Anlenkung der Leitwerke könnte man per Torsionsfeder und Seil machen wie beim KIS oft verwendet. So könnte sie komplett im Rohr laufne und würde hinten einiges an Gewicht sparen. Hab ich bei meinem mini SAL-UHU auch so gemacht:


[IMG]http://der-frickler.net/_media/modellbau/planes/minisal_uhu/minisal-uhu-4.jpg?w=700[/IMG]
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

Stephan S

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9

Montag, 12. April 2010, 15:06

Die Feder-Anlenkung ist auf alle Fälle eine sinnvolle Modifikation!
Wo kauft man solche Federln am besten? :D

10

Montag, 12. April 2010, 15:15

Das ist 0,3mm bowdenzug im U gebogen und dann z-förmig verdreht.

Stephan S

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11

Montag, 12. April 2010, 19:17

Das haut hin? ???

Dann werde ich gleich mal was schönes biegen ;-)

12

Dienstag, 13. April 2010, 09:46

Das Haut hin. In meinem KIS Midi (120cm SPW) habe ich ein U aus 0,3mm Stahldraht mit einer Breite von 4cm gebogen. (Je schnaler das U desto höher die Rückstellkraft...) Auf der anderen Seite zieht eine Dynema Angelschnur seit über einem Jahr ohne sich auch nur ein zehntel Milimeterchen in der Länge zu verändern. Das funktioniert wirklich tadellos und auch beim DLG-Start flattert da nix.

(Jo)Hannes

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13

Dienstag, 13. April 2010, 15:44

Hier ist auch gezeigt wie das geht:
http://www.patrick.qban.de/Modellbau/KIS/kis.html

Zahnseide soll als Anlenkung wohl auch gut gehen, da laum Dehnung.
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

(Jo)Hannes

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14

Freitag, 16. April 2010, 15:57

@Stefan: Was ist denn das für ein kleiner weißer E-Segler mit V-Leitwerk in deinem Avatar-Bild?
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

(Jo)Hannes

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15

Dienstag, 20. April 2010, 09:32

und? hat die Torsionsfeder/Seil-Anlenkung funktioniert?
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

Stephan S

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16

Sonntag, 25. April 2010, 13:30

Hi!

War jetzt ein paar Tage nicht im Forum, daher erst jetzt meine Antwort ;-)
Habe noch keine Feder gebogen, weil ich gerade dabei bin, eine Version 2.0 des Mini-E-Seglers zu bauen, da werde ich aber sicher eine Federanlenkung verwenden!

Der Flieger in meinem Avatar ist ein Whistler von FreeAir!
- Hat 112cm Spw. und ist Voll-GFK, für knapp unter 100€ ein lustiges Spaßmodell für Hänge mit ordentlich Wind :D

LG, Stephan