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Freitag, 16. Oktober 2015, 22:08

RFM 15x16 mit -5° Mittelstück -darf man das?

Hallo zusammen

Ich wollte zwecks Feinanpassung eine RFM 15x16 mittels eines -5° Mittelstücks zu einer 15x14 machen. Nun habe ich gehört, dass die schmalen RFM Latten eine nichtkonstante Steigungsverteilung haben und bei zu großer Steigungsrücknahme mittels verschränktem Mittelstück die Steigung gar negativ werden kann, was zu einem Aufschwingen und Brechen der Luftschraubenblätter führen kann. Der Antrieb hat gut 2000W Eingangsleistung. Wer kann mir weiterhelfen?

Auf eine Antwort freut sich mit besten Grüßen

Dirk

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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Freitag, 16. Oktober 2015, 23:58

Hallo Dirk,

Zitat

Nun habe ich gehört, dass die schmalen RFM Latten eine nichtkonstante Steigungsverteilung haben und bei zu großer Steigungsrücknahme mittels verschränktem Mittelstück die Steigung gar negativ werden kann, was zu einem Aufschwingen und Brechen der Luftschraubenblätter führen kann.

Was man so alles hört.... ich halte das für ein Gerücht.
Was für ein "physikalisches Geschehen" soll da die Ursache sein ? Und müssten dann nicht alle Verstellpropeller "aufschwingen" ?

Abgesehen davon:
Eine (über den Radius) nicht konstante Steigung ist eher der Normalfall und in keiner Hinsicht nachteilig. Die "Steigung" ist eine grobe Charakterisierung eines Props, mehr nicht (weil der Propeller keine "Schraube" für Luft ist).
Aerodynamisch maßgebend sind vor allem die Verteilung von Blattwinkel und Blattiefe über den Radius (von anderen Größen mal abgesehen). Weil eine "Steigung" für Viele ein anschaulicher Wert ist, errechnet man aus dem Blattwinkel bei 70% ("altdeutsch") oder 75% (heute international üblich, der Unterschied ist minimal) des Blattradius eine "Ganghöhe" = Steigung, und das ist dann die *Nennsteigung*.

Wenn man einen Prop "nachrechnen" will, dann muß man ihn als Erstes geometrisch vermessen; mit diesen Daten kann man dann in ein Computerprogramm (z.B. "PropCalc") gehen. Eine Blattwinkelverstellung ist dann keine große Sache mehr. Diesen Weg müsstest du gehen...

Noch eine kleine Übungsaufgabe:
Angenommen, du hast einen Prop, der genau nach einer Schraubenfläche (= konstante Steigung) verwunden ist. Nun verdrehst du ihn "als Ganzes" um einen gewissen Winkel. Dann hat er keine konstante Steigung mehr und ist auch keine Schraubenfläche mehr. Zu zeigen wäre, daß dies so ist.

Gruß,
Helmut

Sting 249

RCLine User

Wohnort: Bayern / Nähe Ingolstadt

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3

Samstag, 17. Oktober 2015, 16:15

Servus

Nimm hald dann ne 14,5x14 die gibts so zu kaufen.

MFG

Christian
Motorflug macht Spaß :D
Hangflug macht süchtig :dumm:
Und runter kommen sie alle. Die Frage ist blos: wie? :evil:

4

Samstag, 17. Oktober 2015, 19:00

Ich halte solche Mittelstücke , wenn nicht ausdrücklich für die LS gemacht, für Notlösungen,
das hat man zu Bürstis Zeiten gemacht , damit die max. Ströme für die Motoren nicht überschritten wurden.
Denn das war tödlich für die Motoren.
bei ~2° gehe ich grad noch so mit, aber eher positiv, als negativ.
RFM gibt es noch als 15x15 und 15x13.
Also was soll der Spuk?
bis bald Maik

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »flymaik« (18. Oktober 2015, 12:32)


5

Samstag, 17. Oktober 2015, 22:59

Ja, die 14,5x14 habe ich, andererseits habe ich wenig Lust, jedesmal 35€ auszugeben, wie z.B. für eine 15x13. Mit Spuk hat das wenig zu tun...
Die 14,5x14 ging bei fast gleicher Leistungsaufnahme besser als die 15x16, also bei meinem Cheetah.

Helmut, ich habe diese Fragestellung schon mal mit einem kleinen Excel-Blatt simuliert, das kann ich gern auch mal hochladen.
Propcalc schlägt vor, dass die Abweichung von der Schraubenfläche geringer ist, wenn man bei Props mit hoher Steigung letztere verkleinert. Bis etwa +-5° Verstellwinkel ist die Veränderung im Wirkungsgrad eher gering. Aber das lade ich mal hoch...

Beste Grüße,

Dirk

6

Sonntag, 18. Oktober 2015, 11:44

Hallo,
Ich hatte die Geometrischen Verhaeltnisse schonmal hier versucht zu erläutern:
http://www.rclineforum.de/forum/board19-…tml#post3890399


Der Hinweis dass es zum Aufschwingen des Blattes kommen koenne bezog sich auf die Empfehlung im verlinkten Thread für eine 17x18 an an einem -5° Mittelstueck.
Die RFM 17x18 hat ihre Nennsteigung an einem + 5°bzw +7°Mittelstueck,ein -5° Mittelstueck (10-12° Änderung!) wurde den Blattwinkel an der Propspitze fast schon in den negativen Bereich verschieben.

Bei Eingangsleistungen von 3kw+ kann man die Torsions-und Biegebelastung dann schon als kritisch bezeichnen.


Bei einer 15x16 an -5° sind die Verhaeltnisse weniger extrem allerdings hat der Prop auch weniger Festigkeitsreserven, Freudenthaler gibt wohl als Limit 2,5Kw an?
Der Prop ist sehr schlank,filigran und dünn,und dadurch wenig torsionssteif.
Meineswissens gibt es die -5° Mittelstuecke nur von Aeronaut und sie sind deutlich breiter als die Freudentaler Mittelstuecke für die der Prop berechnt ist, eine Vergleichmessung würde dadurch wohl schon verfälscht werden.
Ausserdem liegen die Blätter dann angeklappt eben 5° schräg an....
Ich verwende die 15x16 an einem +2° Mittelstück be ca 2,7Kw Eingangsleistung was mir horizontal etwas mehr Speed bringt,dafür ist der Prop schon hoerbar lauter....

Man kann ,wenn man denn will,die Erfahrung Anderer ja gerne als Gerücht abtun......etwas Vorsicht halte ich aber bei Hotlinerantrieben fuer durchaus angebracht....


Gruss
Yello

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »yello« (18. Oktober 2015, 11:51)


7

Sonntag, 18. Oktober 2015, 12:31

Man kann ,wenn man denn will,die Erfahrung Anderer ja gerne als Gerücht abtun......etwas Vorsicht halte ich aber bei Hotlinerantrieben fuer durchaus angebracht....

:ok: :ok: :ok:

~10-15€ mit Risiko, gegen 35€ innerhalb der Spezifikationen :(
bis bald Maik

8

Sonntag, 18. Oktober 2015, 14:06

Flymaik, ist auch nicht so ganz abwegig. Man kann ja Props auch immer wieder bei Ebay oder hier im Forum verticken... Mal sehen.

9

Dienstag, 10. November 2015, 13:01

Übungsaufgabe von Helmut als Excelblatt

Hallo zusammen

Ich habe die Übungsaufgabe von Helmut gerechnet, hier das Ergebnis:



Ein 10x10 Prop mit konstanter Steigung (rot), ein 10x12-Prop mit -4,2° Mittelstück, um daraus in etwa wieder einen 10x10 Prop zu machen (blau), ein 10x8 Prop mit +4,4° Mittelstück, um daraus wieder einen 10x10 Prop zu machen (grün) und ein 12x10 Prop, der auf 10x10 gekürzt wurde (schwarz gestrichelt). Im Falle des 10x12 Props mit negativer Verdrehung ist innen mehr Steigung als außen, im Falle des 10x8 Props mit positiver Verdrehung ist außen mehr Steigung als innen, und im Falle des gekürzten Props bleibt die Steigung konstant über den Durchmesser.

Das ganze konnte ich auch experimentell erfassen, der 10x8 Prop mit +5° Mittelstück macht schon ordentlich Krach, weil im Außenbereich durch die "falsche" Steigungsverteilung offenbar die Strömung abreißt. Im Vergleich dazu war der 10x12 Prop mit -5° Mittelstück beträchtlich leiser.

Das Excelblatt dazu kann hier heruntergeladen werden.

Kritik und Anmerkungen sind willkommen.

Beste Grüße,

Dirk

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Lightmare« (10. November 2015, 14:35)