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  • »joerg_rautenstrauch« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 29. Dezember 2007, 21:19

Welcher Heli nach einem Koaxial Modell? Eine Aufstellung einiger Möglichkeiten

Moin,

diese Frage taucht so alle 1 bis 2 Tage hier im Forum auf und daher pinne ich dies mal oben an ;) .
Ich möchte zu der immer wieder gestellten Frage meine Einschätzung abgeben.

Also: ich habe einen Koax (Marke ist egal) und möchte nun den nächsten Schritt wagen. Welcher Heli kommt für mich in Frage?



Ganz einfache Antwort: jeder

Jeder der für mich auch in Frage kommen würden wenn ich vorher keinen Koax gehabt hätte.

Warum?

Alle unter dem Sammelbegriff 'Koax' am Markt befindlichen Systeme sind auf maximale Eigenstabilität (quasi die Quadratur des Kreises beim Heli, denn ein 'richtiger Heli fliegt instabil und muss ständig gesteuert werden) ausgelegt, nicht auf das Fliegen. Ein Koax hebt nahezu senkrecht ab und schwebt, richtig getrimmt, den ganz Akku ohne einen Steuereingriff von alleine leer.

Das völlige Gegenteil ist dazu ein 'normaler' Modell Hubschrauber mit Heckrotor. Sein Flugverhalten ist instabil und bedarf ständiger Kontrolle aller 4 Steuerfunktionen.

Aber ich kann doch im Wohnzimmer schon Kreise fliegen?

Ja und? Das heißt, leider, gar nichts. Lässt man beim Koax die Knüppel los bleibt er stehen und stabilisiert sich, macht man das bei einem normalen Heli schlägt er in der Lage weiter fliegend ein.

Also egal ob vorher Koax oder nicht: man fängt wieder bei Null an. Und im Gegenteil: muss falsch erlernte Steuergewohnheiten sich wieder mühsam abgewöhnen.

Das bringt uns aber der Frage nach dem 'nächsten Heli' nicht wirklich weiter ;) .

Also was ist nun der perfekte, nächste Heli?


Ein Modell das zu mir passt. Eine Frage des Antriebs (Elektro / Verbrenner Motor) und der Größe. Und natürlich des Preises. Und: wo kann / will ich Fliegen?
Man sollte sich darüber im Klaren sein das man neben dem Modell i.d.R. auch eine neue Fernsteuerung, Zubehör, Ladetechnik und Akkus benötigt was zusätzlich für erhebliche Kosten sorgt. Ebenso ist u.U. die Mitgliedschaft in einem Verein nötig wenn man ein Verbrennermodell fliegen will.




Die recht neue Klasse der 200er Größe die z.Z. nur vom Hurricane 200 besetzt wird eignet sich m.M. nach, trotz oder gerade wegen der ähnlichen Größe absolut nicht als Nachfolgemodell. Preis komplett ab ca. 450 Euro. Kunstflugtauglich, Anforderung an Einstellung und Betrieb: hoch (der Kleine ist nicht einfach zu fliegen da er sehr schnell wird). Sender ab 200 Euro, geringe Ersatzteil und Akkukosten, Betrieb auf der Wiese / in geschlossenen Räumen möglich.



350er Modelle wie Blade, Piccolo, HoneyBee etc. sind klein, relativ 'zappelig' dafür preiswert und leicht zu reparieren. Zudem gibt es hier 'ARF' also aus der Schachtel fliegende Modelle, Preis komplett ab ca. 180 Euro, 230 Euro inkl. Sender. Anforderung an Einstellung und Betrieb: niedrig. Meist mit Sender, geringe Akkukosten, Betrieb auf der Wiese / in geschlossenen Räumen möglich. Eigentlich die ideale Größe als Nachfolgemodell. Die FP (fixed pitch, also Drehzahlgesteuert) ist vorzuziehen. Insb. den Piccolo möchte ich hier nach wie vor sehr empfehlen. Wer damit zurecht kommt kann JEDEN anderen Heli auch fliegen.
Zu den zahlreichen billig Vertretern aus Asien mag sich jeder bei der ersten Ersatzteilbestellung seine eigenen Gedanken machen.



400er / 450er Modelle wie T-Rex, Belt etc. sind i.d.R. Bausätze, schon Kunstflug tauglich (wir reden mal bewusst nicht von 3D), erfordern schon einiges an Kenntnis beim Einstellen und eben einen Heli tauglichen (Computer-) Sender. Preis komplett ca. 450 Euro ohne, 600 Euro mit Sender (ohne Ladetechnik). Überschaubare, rel. geringe Ersatzteilkosten. Rel. geringe Akkukosten, Anforderung an Einstellung und Betrieb: mittel bis hoch. Betrieb auf der Wiese: ja / in geschlossenen Räumen bedingt möglich aber nicht zu empfehlen.



Die rel. neue Klasse der 500er Modelle, also Hirobo Lepton, T-Rex 500, JR Super Voyager E ist weniger geeignet, da sie vom Leistungsgewicht eher für den 3D Flug konzipiert wurde und daher weniger anfängertauglich ist, prinzipiell möglich ist aber alles.. Die Kosten für Komponenten liegen gleichauf mit der 550er bis 600er Klasse, also schon etwas teurer, ebenso die Kosten für die Ersatzteile. Mittlere Akkukosten, Anforderung an Einstellung und Betrieb: hoch. Betrieb nur auf zugelassenem Modellflugplatz zu empfehlen.



Die 550er bis 600er Klasse wie Logo 500, Logo 600, T-Rex 600, Raptor 50, Sceadu 30 / 50, Henseleit MP 50 ist immer noch die beliebteste Einsteigergröße das sehr gutes Flugverhalten sich mit überschaubaren Betriebskosten vereint. Die Kosten für Komponenten sind je nach Anspruch mittel bis hoch, für Ersatzteile schon etwas teurer. Ein flugfertiges Modell liegt geht bei 800 (Verbrenner) bis 1100 Euro (Elektro) los, plus Zubehör für ca. 300 Euro und einem Sender der Mittelklasse für ca. 250 Euro. Anforderung an Einstellung und Betrieb: hoch. Akkukosten für Elektro: hoch. Betrieb nur auf zugelassenem Modellflugplatz zu empfehlen, bei Verbrenner nur auf zugelassenem Modellflugplatz möglich.



Die 700er oder auch 90er Klasse wie Joker, Acrobat Shark, Raptor 90, Freya 90, Henseleit MP91 ist un bleibt immer noch die 'königsklasse'. Wer selber einen 90er Heli fliegt kennt die Unterschiede. Das Flugverhalten ist eigentlich 'perfekt' für Anfänger da hohe Massenträgheit mit extrem guter Leistungsumsetzung vereint wird. Die Lageerkennung ist durch die schiere Größe sehr gut. Die Kosten für Komponenten sind hoch da man nicht mehr auf Mittelklasseprodukte zurückgreifen sollte. Ersatzteile sind teuer. Der Betrieb ist teuer. Ein flugfertiges Modell beginnt bei ca. 1500 Euro (Verbrenner) und geht bis 3000 Euro (Elektro) nach oben offen. Zubehör 300 bis 400 Euro, Sender ab 450 Euro (geht natürlich auch mit kleineren Sender macht aber wenig Sinn), Akkukosten Elektro: extrem hoch (>400 Euro pro Satz). Betrieb nur auf zugelassenem Modellflugplatz zu empfehlen (>= 5kg: nur möglich), bei Verbrenner nur auf zugelassenem Modellflugplatz möglich.


Versicherung (ca. 70 Euro / Jahr):
es ist in jedem Fall eine spezielle Haftpflichtversicherung notwendig. Und da die Angebote der privaten Versicherer i.d.R. sehr viel Kleingedrucktes enthalten das der Erfahrung nach genau das was wir brauchen ausschließt empfiehlt sich in jedem Fall eine Einzelmitgliedschaft in einem der Modellfliegerverbände oder die Mitgliedschaft in einem Verein die das i.d.R. beinhaltet. Übrigens muss alles was in der Lage ist höher als 30 m zu Fliegen Haftpflichtversichert sein. Also z.B. auch eine Frisbeescheibe.


Wie Ihr seht gibt es das 'ideale Koax Nachfolge Modell' leider (noch) nicht. Es kann prinzipiell jedes Modell das einem persönlich anpricht und in Frage kommen. Man muss ich darüber im klaren sein das alles was man bisher mit dem Koax gemacht hat 'für die Katz' war da man wieder bei Null anfängt. Die Kosten steigen, der Aufwand ebenso.

Der wichtigste Tipp: kauft nicht zwingend das 'Vernuftmodell' sondern das Modell das Ihr haben wollt. Früher oder später bereut man es sowieso nicht gleich das gekauft zu haben was man haben wollte. Schliesslich ist es Hobby und soll Spaß machen. Allerdings sollte das dann nicht so weit gehen das man sich nicht traut damit zu Fliegen weil 'es zu teuer' ist. Dann war es nicht das richtige Modell. Abstürze kommen. Meistens unverhofft.

Asia ARF Modelle:
s.o. Aus Erfahrung kann ich sagen das dies meist zu mehr Frust als Lust führt. Zudem ist das vermeintlich gesparte schnell wieder in Zusatz- oder Ersatzteile investiert weil das Modell dann doch nicht so wie angepriesen funktioniert.

Antworten und Meinugen dazu bitte hier:

http://www.rclineforum.de/forum/thread.php?threadid=181740

Gruß
Jörg