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Donnerstag, 7. August 2008, 10:56

Peak Filter

Da ich hier noch einige Kondensatoren aus alten Mainboards rumliegen habe, möchte ich mir daraus einen Peak Filter bauen. Er soll u.a. Störungen durch BEC-Spannungseinbrüche und Energierückspeisung (Dynamoeffekt) verhindern.

Der generelle Aufbau ist klar. Nur bei der Dimensionierung des Kondensators bin ich (als ambitionierter Laie) mir nicht sicher. Wie hoch sollte die Kapazität sein? Wie hoch die Spannungsfestigkeit (mehr kann doch nicht Schaden?) und die max. Temperatur?

Ich habe mir mal 2200µF, 16 bzw. 25 Volt bis max. 105°C herausgesucht. Jedoch einfach aus dem Bauch heraus und ohne rechnerische / physikalische Begründung. Was meint ihr?

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Donnerstag, 7. August 2008, 11:21

RE: Peak Filter

Hallo John,

grundsätzlich kann man hier sagen: viel hilft viel, d.h. je größer die Kapazität ist, desto "glatter" wird die Spannung.
Mehr Spannungsfestigkeit schadet nicht, hat aber ein höheres Gewicht und größere Bauteile zur Folge. Die Temperaturangabe dürfte in dieser Anwendung sicher keine Rolle spielen.
Was ein Kondensator mit einer bestimmten Kapazität als Puffer auszugleichen vermag, kann man ausrechnen:
die Formel für die Kapazit lautet C=Q/U (Q=Ladung = I * t)
Aufgelöst nach U erhät man die Spannungsänderung, die sich ergibt, wenn man für eine gewisse Zeit t einen bestimmten Strom I in oder aus dem Kondensator fließen lässt:
U = I * t / C

Zieht man also z.B. aus einem 1000µF (1 mF) Kondensator genau 1A, dann fällt die Spannung schon nach 1 Millisekunde um 1 V. Bei 2200µF sind es dann knapp 0,5V, zieht man/speist man nur 100mA in einen 2200 µF Kondi, dauert es etwa 1/100 s, bis sich die Spannung um ein halbes Volt geändert hat.

Grüße,

Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ottili« (7. August 2008, 11:23)


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Donnerstag, 7. August 2008, 11:39

Bei ca. 4-8 Gramm sehe ich das Gewicht als nicht soo kritisch an. "Viel hilft viel" hatte ich mir bei Kondensatoren schon fast gedacht. Aber was ist ausreichend? Ich hab ja keine Ahnung zu was für Spannungsspitzen / -einbrüchen es da kommt. Welche Kapazität und Spannungsfestigkeit würdet ihr denn empfehlen?

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Donnerstag, 7. August 2008, 13:42

Hi John,

"ausreichend" gegen Spannungseinbrüche sollte das BEC alleine sein, d.h. dafür sollten gar keine zusätzlichen Kondis notwendig sein. Bricht die BEC-Spannung unter Last mehr als ein paar Millivolt ein, ist das BEC nicht ausreichend dimensioniert, und das mit Kondensatoren ausgleichen zu wollen, ist ggf. nur Herumdoktoren an den Symptomen. Wenn sich zwischen BEC und Empfänger lange Kabel befinden, kann ein Kondensator hier aber doch Spannungseinbrüche mit harten Impulsflanken (nur die können u.U. Störungen verursachen) wegfiltern - dafür reichen aber kleinere Kondensatoren. Gleiches gilt für lange Servokabel. Da würde ich dann vielleicht einen 220 µF/16V Kondi direkt am Servo hinbauen, um Schaltflanken auf der Versorgungspannung vom Servo wegzufiltern.

Ich sehe also den Sinn von "fetten" Kondensatoren - wenn überhaupt - nur im Aufnehmen von Rückspeiseströmen der Servos. Ob überhaupt, und wenn ja, welche Ströme mit welchen Impulslängen von den Servos zurückgespiesen werden, hängt sehr stark von den verwendeten Servotypen ab und kann nicht pauschal angegeben werden. Wenn man es für seinen Anwendungsfall konkret wissen will, wird man wohl um eine Messung mit dem Oszilloskop nicht herumkommen.

Grüße,

Thomas