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SmileyChris

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  • »SmileyChris« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Bad Schönborn

Beruf: Industriemechaniker

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1

Donnerstag, 26. August 2010, 11:52

Gyrosensor entfernen/auslöten, wie ?

Hallo zusammen,
ich brauche mal einen Rat. Ich bin gerade dabei aus enigen alten Gyros die Murata-Sensoren auszubauen. Leider erweist sich das aber als alles andere als einfach.
Für die die sie nicht kennen, es sind kleine 4-polige Gyrosensoren, welche im Prinzip wie SMD-Bauteile verlötet sind. Größe dürfte etwa 1x2cm sein.
Zwar kann ich SMD-Bauteile löten, aber hier beim Entlöten stoß´ ich an meine Grenzen. Ich erhitze die Lötpunkte bis sich das Lot verflüssigt, dann versuche ich es mit der Entlötsaugpumpe oder Entlötlitze abzusaugen. Das aber funktioniert nicht. Ich bekomm´ den Zinn da einfach nicht weg. Was kann ich denn da machen ? Wie kann ich diese Sensoren zerstörungsfrei von der Platine abbekommen ? Ich hab´ da mal was mit Heißluft gehört, aber genauer weiß ich da auch nicht Bescheid. Die Sensoren werden eine gewisse Empfindlichkeit haben, sodaß ich da auch nicht unbedingt mit der "Brechstange" ran will ==[]
Bin für Eure Tips sehr dankbar, Gruß Chris
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2

Donnerstag, 26. August 2010, 13:15

RE: Gyrosensor entfernen/auslöten, wie ?

Hey Chris,

ja, das ist nicht so einfach, vorallem weil sich die Kappe sehr leicht abhebt und dann ist das Teil i.R. futsch... meine bisher beste Methode, obwohl es sicher nicht die Beste ist, sieht so aus:
Du brauchst ein dünnes Messer mit ner scharfen Spitze zum Abheben, einen Lötkolben, und einen ca. 0.5-1mm dicken abisolierten blanken Draht (Cu oder Silber ist Wurst). Aus dem Draht habe ich mir dann eine geeignete Gabel gebogen. Das mache ich indem ich den Draht in der Mitte zunächst mehrmals um die Spitze des Lötkolbens wickle, sich da also so eine Spirale bildet die dann die Gabel festhält, obwohl die Spitze spitz ist hält dass besser als man denkt, denn man kann die Spirale ja aufdrücken und die Federkräfte halten das dann a bisserl. Die zwei überstehenden Enden biege ich dann nach vorne weg, genau in dem Abstand der Breite des Sensors, und werden dann mit geeigneter Länge abgeschnitten. Ziel ist es einfach alle 4 Lötpunkte gleichzeitig zu heizen. Dabei kann es u.U. nützlich sein noch ein bischen Lötzinn zuzugeben um den Wäremkontakt hinzubekommen (sooo genau kann ich die Gabel nich biegen). Wenn die Stellen warm sind fahre ich vorsichtig mit dem MEsser zwischen Platine und Sensor und hebe ihn ab. Wenn da erstmal ein Luftspalt ist, dann hat man das Schwierigste geschafft und es geht leicht weiter.
Bin leider unterwegs und kann kein Foto machen, sonst wäre das sofort klar und hätte keiner langern Worte bedurft.
PS: habe einen 30W Ersa-Lötkolben.
Olli

wurpfel1

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3

Samstag, 28. August 2010, 10:54

ich habe mit hotair-rework die besten erfahrungen gemacht. trotzdem haben nicht alle bauteile die extraktion überlebt..


das nächste problem ist das auflöten des sensors auf ein neues board. kann gut sein dass hier der todesstoss erfolgt. nach einigen ausfällen nutze ich solche sensoren nur zu "forschungszwecken", das risiko lohnt den aufwand nicht :shake: weil inzwischen perfekte IMU-plattformen erhältlich sind, viele mit eingebautem prozzi, die wesentlich leistungsfähiger als "alte" gyros sind.

das razor mit magnetometer ist was ganz heisses für einen stabilosen hubi,quadros oder autopiloten mit AHRS..

bin schon zu alt zum spielen.. macht aber gleichwohl spass ;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wurpfel1« (28. August 2010, 10:59)


4

Samstag, 28. August 2010, 11:29

1) wer hat schon hotair-rework Möglichkeiten und 2) dass die Murata-Chips das nicht immer überleben wundert mich nun null... :D
mit dem Auflöten andererseits hatte ich bisher null Probleme
ausserdem ist der billig und lohnt sich IMHO gerade in diesem Sinne (Murata < 10Eur, razor 100Eur, nicht für jeden Fall muss man mit Kanonen auf Spatzen schiessen, ist nur meine Meinung)
:)

SmileyChris

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5

Samstag, 28. August 2010, 12:46

Hallo Freunde,
kurzes Feedback mal... Gestern Abend hatte ich Zeit die Sache mal anzugehen. Grund für die ganze Chose war eine defekte Flymentor-Sensorbox, die einen üblen Crash leider nicht überlebt hat. Nun denn, die kaputten Sensoren entfernen ging noch. Mit nem sehr flachen Cuttermesser druntergefahren und einfach etwas gespielt, da waren sie auch schon ab.
Beim Auslöten der Sensoren aus den "Spendergyros" habe ich nach einigem hin und her einfach die kleine Platine, auf der der Sensor sitzt, von unten mit dem Lötkolben großflächig erhitzt. Danach konnte man die Sensoren durch etwas Drehen und Spielen mit der Federpinzette leicht abheben. Olli, leider konnte ich Deinen Vorschlag nicht umsetzen, da ich leider partout keinen passenden Draht gefunden habe. Aber es hat ja auch so geklappt :ok:
Dann mußten mittels Lötkolben und Entlötsaugpumpe alle Lötstellen an den Sensoren und der Flymentor-Platine sauber von Zinnrückständen befreit werden.
Der Rest, also das Auflöten der Sensoren war dann kein großer Umstand mehr. Das kann jeder, der auch schonmal SMD-LED´s verlötet hat - kein Ding also.
Zwar wurden die Sensoren bei der gesamten Prozedur sehr warm, aber der abschließende Test hat gezeigt daß das System scheinbar wieder funktionsgemäß arbeitet ! *dreimal auf Holz klopf

Was nun diese IMU-Geschichte angeht...
ich hab schon ein bißchen was davon gehört, wenngleich sich der Sinn mir nicht ganz erschließt. Wahrscheinlich bin ich einfach nicht genug "Freak" dafür. Was ist denn das besondere daran ? Mal im Vergleich zu Systemen wie Helicommand, etc.
Geht das etwas in die militärische Richtung, wie moderne Drohnen bestückt sind etwa ? Mit GPS und dem ganzen Zeugs ...
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wurpfel1

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6

Sonntag, 29. August 2010, 13:33

gratulation dass die operation geglückt ist!



die 9dof razor ist der lagegeber eines autopiloten, also 3x beschleunigung und 3x gyro
plus eine richtungsreferenz 3x erdmagnetfeld zur gyrodriftkorrektur. ein microprozzi filtert die sensorwerte und liefert als AHRS die ausrichtung des systems gegenüber der erde.


damit lässt sich eine perfekte flieger, heli- und quadrostabilisierung bauen. mit einem gps gibts die funkausfall-heimkehrfunktion, barosonde und USsensor lassen automatische landungen zu.


die einstellungen des autopiloten lassen sich vorab im UAVplayground testen, zb gibts den easyglider als simulation.


ich habe grosse und schwere flieger, mit dem ardupilot konnten mehrere modelle gerettet werden. auch beim erstflug wird das risiko reduziert, man kann das AHRS als dynamikbegrenzer verwenden.
ich nutze das AHRS zur stabilisierung beim fotografieren/FPV, damit gibt die 27fach-zoomcam erst sinn ;)


besonders bei nuries können leistungsstarke SPrücklagen genutzt werden die sonst unfliegbar wären.



und ok, ich bin etwas freak :angel:
bin schon zu alt zum spielen.. macht aber gleichwohl spass ;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wurpfel1« (29. August 2010, 13:34)