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Ch.Petry

RCLine User

  • »Ch.Petry« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-54413 Beuren

Beruf: Student (Informatik)

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1

Donnerstag, 8. Januar 2004, 19:53

Schaltleistung eines Schalters

Ich suche gherade für mehrere kleine Projekte Schalter.

Nun steht bei Schaltleistung z.B. :
Wippschalter, 1-polig AUS, 16(4)A/250V~
z.B. Reichelt Bestellnummer "WIPPE 1551.3102" (ohne Anführungszeichen)

Mit 1-polig, und aus kann ich was anfangen, aber was heißt 16(4)A?
250V~ soll wohl heißen dass man maximal 250V Wechselspannung schalten kann/darf?!?


Also konkret meine Fragen:
1.Kann der Schalter nun 4A oder 16A schalten?
2.Gelten die Schaltleistungen nur bei Wechselspannung oder auch bei Gleichspannung?
VERKAUFE:
-ECO8 getunt
-LMH120 flugfertig, inkl. Sender
-Futaba FX18
-Plettenberg HP220/A3/S P6 Heli z.B. ECO8, Logo 10
-Schulze Future 45Ho
-diverse Empfänger (Schulze+Futaba)
-Kreisel G200
-externes BEC

Jettaheizer

RCLine User

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2

Donnerstag, 8. Januar 2004, 20:14

Hallo Christian,

die Bezeichnung ist etwas ungewöhnlich. Der angegebene Strom gilt bei 230V AC (Wechselspannung). Der Schalter hat eine Leistung von 4A Dauer und 16A Spitze (z.B. Anlaufstrom beim Einschalten). Das bedeutet, er kann eine Leistung von etwa 1000W Dauer schalten. Damit kannst Du auch auf kleinere Spannungen umrechnen, dann erhältst Du den max. zulässigen Strom bei der jeweiligen Spannung.
Wie das jetzt bei Gleichspannung aussieht, weiß ich auch nimmer so genau, normalerweise wird das irgendwo mit angegeben.

Gruß,
Franz
Sei einfach Du selbst!

Reality is a halucination caused by lack of sex, drugs & alcohol

Ch.Petry

RCLine User

  • »Ch.Petry« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-54413 Beuren

Beruf: Student (Informatik)

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3

Donnerstag, 8. Januar 2004, 20:36

Im Datenblatt stehen maximal 120A Spitzen-/Anlaufstrom, ansonsten hätte ich das auch so interpretriert...

Ich würde ja gerne das Datenblatt verlinken, geht aber nicht bei Reichelt...

Es gibt auch 20(4)A Schalter aber auch 6(4)A Schalter, d.h. die beiden Zahlen haben wohl nicht direkt was miteinander zu tun?!?


P.S.: Bei Conrad werden die Wippschalter auch mit z.B. 6(4)A etc. beschrieben...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ch.Petry« (8. Januar 2004, 20:44)


Frederik

RCLine User

Wohnort: D-33378 Rheda-Wiedenbrück

Beruf: Mechatroniker

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4

Donnerstag, 8. Januar 2004, 20:47

Hi

Die erste Zahl ist normalerweise die Belastbarkeit und die in der Klammer gibt an welchen Strom man unter Last schalten kann.

MfG
Frederik

5

Freitag, 9. Januar 2004, 08:23

Hi..

Geenau. Wenn mal geschlossen dürfen 6A durch, aber beim EIN- oder AUSschalten darf der Verbraucher nur 4A ziehen.

Diese Leistungsumrechnerei, wie Franz sie beschreibt, ist gefährlich. o.g. Schalter hat 1000W Schaltleistung. Extrembeispiel: Wenn ich nun nur 1V Versorgungsspannung schalte, kann ich damit garantiert keine 1000A schalten.
Da der Schalter ein Ohm´scher Widerstand ist, interessiert ihn im Betrieb die am Verbraucher angelegte Spannung kaum, da am Schalter selbst eine feste Spannung (und damit Leistung) abfällt, die nur vom Strom abhängt. Beim Ein- und Ausschalten interessiert ihn die Spannung SEHR WOHL wegen des von der Spannung abhängigen Schaltfunkens.
Man muss also unbedingt BEIDE Limits (max. Strom UND SchaltLEISTUNG) beachten, wenn man langfristig Spass an dem Schalter haben möchte.

Man muss aber dazu sagen, dass diese Limits "Garantien" sind, bei denen der Schalter eine vorgegebene Anzahl von Schaltzyklen überlebt. Wenn man mit weniger Lebensdauer zufrieden ist, kann man in gewissen Vernunftgrenzen über die Limits gehen. Dass man mit nem DIL-Schalter keine Waschmaschine einschalten sollte (auch wenn man das nur 20x vorhat) sollte klar sein.

mfg
andi

6

Freitag, 9. Januar 2004, 10:41

Bei jedem Schalter gibts unterschiedliche Belastungszenarien. So kann man z.B. rein ohmsche Lasten schalten (Widerstände, Heizungen, Lampen). Hier ist das Belastungsproblem der Leiterquerschnitt im Schalter und der Kontaktwiderstand, der meist im Milliohmbereich liegt. Verlustleistung berechnet sich nach Innenwiderstand mal Laststrom im Quadrat und das erzeugt Wärme, die vom Schalter auch abgeführt werden muss.

Dann gibts aber auch induktive und kapazitive Verbraucher wie Trafos, Motoren, längere Leitungen oder Schaltnetzteile...

Bei induktiven Verbrauchern gibts beim Ausschalten ein Problem. Denn der Strom kann (physikalisches Gesetz) nicht schlagartig auf 0 springen. Was anderes will man aber mit dem Schalter ja nicht machen. Was passiert, ist die Induktion einer sehr hohen Spannung, die zu einem Lichtbogen führt (dieser Effekt wird übrigens auch beim Weidezaun oder in der Zündanlage eines Autos ausgenutzt). Bei Wechselstrom ist das weniger ein Problem, da ja irgendwann die Spannung sowieso auf 0 geht. Aber bei Gleichstrom kann das ein massives Problem sein, vor allem bei höheren Spannungen. Denn da reicht der Abschaltimpuls aus, dass ein Lichtbogen entsteht und der brennt dann, wie bei einem Schweißgerät eine ganze Weile nach. Bis der Lichtbogen abreißt oder kein Kontaktmaterial mehr da ist oder der Abstand zu groß wird. In speziellen Gleichstormschaltern oder größeren Schaltschützen gibts konstruktive Maßnahmen, um Lichtbogen auszublasen (richtig mit Luftzug) oder durch einen Magneten abzureißen.
Auch wenn ein Schalter für 250V~ 16A ausgelegt ist, findet man dann in Datenblättern oft auch den Hinweis, dass bei 40V= maximal noch z.B. nur 4A, bei 125V= nur 2A zugelassen sind.

Bei kapazitiven Verbrauchern (und sehr niederinduktiven Motoren) ists genau andersrum. Da kann die Spannung nicht schlagartig ansteigen. Der Kondensator oder ein stehender Motor wirkt im ersten Moment wie ein Kurzschluß, also sind nur die Leitungswiderstände das begrenzende Element. Weil dies aber nur von kurzer Dauer ist und sich auch der Schalter erstmal erwärmen muss, bevor er zu heiß wird, kann man diesen Zustand der Überlastung auch mal tolerieren. Aber halt nicht im Dauerschaltbetrieb. Das ist dann wieder eine andere Belastungsklasse.

Diese unterschiedlichen Belastungsklassen sind in der DIN EN 60255-23 aufgeführt und da sind auch entsprechende Angaben

Also aus einer Angabe 250V~ 16(4)A gilt, dass bei Wechselstrom bis 250V 16A für rein ohmsche Verbraucher oder 4A für andere motorische Verbraucher ein- und wieder ausgeschaltet werden können. Die Dauerstromführung darf 16A nicht überschreiten.
Wenn so ein Schalter z.B. in einer Steckdosenleiste drin sitzt, kann man in eine EINGESCHALTETE Leiste durchaus eine fette Bohrmaschine/Drehbank bzw. eine Computeranlage einstecken, nicht aber mit diesem Schalter ein- oder ausschalten.

Bei Gleichstrom (also z.B. um an einer Autobatterie Ladegeräte einzuschalten) sind zwar auch die 16A möglich, aber nicht als Schaltleistung für Gleichstrommotoren. Eine Weile kann das vielleicht funktionieren (wenn nicht beim ersten Versuch schon alles kaputt geht). Aber für Dauerbetrieb oder zuverlässige Schaltungen eher nicht zu gebrauchen.

Ch.Petry

RCLine User

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Beruf: Student (Informatik)

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7

Freitag, 9. Januar 2004, 23:17

Danke!

mit kapazitiven und induktiven Lasten etc. kenne ich mich aus, das kam auch im Abi vor (Technisches Gymnasium), mir war nur die Bezeichnung (bzw. deren Bedeutung) nicht klar...
In der Schule lernt man halt nix über die Praxis, sondern nur das technische Hintergrundwissen...
(90% der Schüler in meiner Klasse wussten nicht wie ein Widerstand oder Kondensator aussieht...)


Ich kann aber doch einen 2 poligen Schalter nehmen und beide Kontakte zum schalten nutzen, dann hätte ich doch doppelte Belastbarkeit, oder nicht?!?

Noch eine Frage:
Was passiert wenn der Schalter beim AUSschalten überlastet wird? Ist der Kontakt dann verschlossen (=>Kontakt verschweißt) oder offen (=>Kontakt abgebrannt) beim defekten Schalter? Oder kann man das nicht so pauschal sagen?
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8

Montag, 12. Januar 2004, 07:53

Hi..

die Versagensarten (verschweisst oder abgebrannt) lassen sich nicht pauschalisieren, bisher bin ich aber nur "offenen" oder "schlechten" Kontakten begegnet, verschweissung hab ich nur mal bei einem Relais erlebt.

Die Parallelschaltung funktioniert nur bedingt, genaugenommen eigentlich nur für die Belastbarkeit im geschlossenen Zustand. Beim Schalten werden die Kontakte nicht exakt gleichzeitig geschlossen, man muss immer mit der einen der anderen Millisekunde Unterschied rechnen, und in dem Moment arbeitet nur ein Kontakt.

mfg
andi

9

Montag, 12. Januar 2004, 14:18

Brennt also der erste Kontakt beim Schließen ab, ist nur noch einer übrig, der genauso schwach ist wie der jetzt verbrannte -> brennt also auch ab.

Vielleicht hilft sogar Serienschaltung, denn nun wird die Strecke, über die der Lichtbogen brennen muss, sogar länger, reißt also früher ab.

Also hier hilft nur ganz genaue Lektüre des Datenblatts. Da sind dann Parameter wichtig wie:
Spitzenstrom (beim Einschalten und im geschalteten Zustand)
schaltbare Leistung
Trennvermögen (fürs Ausschalten)
mechanische Zyklenzahl
elektrische Zyklenzahl

10

Montag, 12. Januar 2004, 15:19

Hallo,

beim Ausschalten von Induktiven Lasten an Gleichspannung kann man das Problem ggf. durch eine Freilaufdiode entschärfen. Dann fließt der Strom beim Abschalten nicht durch einen Lichtbogen zwischen den Schalterkontakten, sondern durch die Diode!

Gruß,

Thomas