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maximum

RCLine User

  • »maximum« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Oberösterreich

Beruf: Student

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1

Mittwoch, 29. Juni 2005, 21:36

Oszilloskop für Soundkarte - Schutzschaltung

Hallo!

Ich habe mich in letzter Zeit etwas mit Software Oszilloskop Programmen für die Soundkarte beschäftigt.
Wenn man nur hobbymäßiger Elektronikbastler ist, ist ein solches System eigentlich eine gute Idee, da man sich die Anschaffung eines Oszilloskops erspart, insbesondere dann wenn man das Gerät nicht oft braucht, und nur einfache Messungen durchführen will.

Mir gefällt nur nicht, dass man eigentlich ziemlich aufpassen muss, dass man bei solchen Messungen die Soundkarte nicht beschädigt. Es kann schließlich passieren, insbesondere wenn man ein Laie ist, dass man sich mal verrechnet, oder etwas falsch anschließt.

Ich habe mir deshalb überlegt, ob es nicht möglich wäre, eine Schaltung zu bauen, welche man zwischen Soundkarte und dem zu vermessenden Objekt schaltet, um das Gerät vor zu hohen Spannungen und Strömen zu schützen, bzw den maximalen messbaren Spannungsbereich erhöhen.

Es würde mich interessieren, ob sich vielleicht von euch jemand ähnliche Gedanken gemacht hat, bzw würde ich mich über Ideen freuen, wie so etwas zu realisieren wäre.

Vielen Dank für eure Information!

mfg Max

2

Donnerstag, 30. Juni 2005, 07:23

Hi..

mit ner Zenerdiode und ner Handvoll Widerstände kommt man da ja schon recht weit.
Nachteil an der Soundkartenoszi-Sache ist halt, dass man quasi jix über die Eingangsbeschaltung weiss.. d.h. absolute Amplituden sind nicht messbar, und aufgrund der kapazitiven Ankopplung werden (getaktete) Gleichspannungssignale meist ziemlich verbogen.

Da mich das genervt hat hab ich mir inzwischen für 20 Lappen bei ebay ein uraltes Serviceoszi rausgelassen.

grüssle

andi

WireD

RCLine User

Wohnort: Ortenaukreis

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3

Samstag, 2. Juli 2005, 11:53

Spannungsteiler!!!

Hallo,
ich habe mir einen SBL Micro gebaut, und brauchte zur Überprüfung ein Oszi. Da in der Doku keine Angaben über maximalen Strom und Spannung standen, habe ich am Campus meiner Fh die E-Tech- Studenten gefagt, und ich kann euch sagen, das der maximale Strom 10 mA und die maximale Spannung 2V zum messen ausreicht. Beim messen des SBL's waren die Spannung der Signale +5V also habe ich mithilfe eines Spannungsteilers die die Signalspannung geteilt.

Achtung: Beim messen immer zuerst die Massen zusammenschließen, und dann erst messen!

Hier das Rechenspiel:

Maximaler Strom: 10mA = 0,01 A
Spannung: 5V
Ohm'sches Gesetz: U=RxI Nach R umgestellt: U/R=I =5V/0,01A = 500Ohm

Diesen Widerstand aufteilen: U1/U2 = R1/R2 =2V/3V = 200Ohm/300Ohm
(einfach per Dreisatz: 500Ohm / 5V = 100 Ohm "pro" Volt und dann mit den einzelnen Spannungen (U1 und U2) multiplizieren.

also Fallen über R2 (300 Ohm) 3V ab:

Der Aufbau:

-----------5V+ Signalspannung
|
| |
| | 300Ohm
|
-------------------- Abgriff 2V Signalspannung Soundkarte
|
| |
| | 200Ohm
|
----------- GND Messspannung, Soundkarte

Sehr gut geeignet hat sich ein Ehemaliges Microphonkabel eines Headsets, da ist GND die Ummantellung, d.h. Die Signalleitung ist geschirmt. Als Tastkopf nehme ich eine Stecknadel, die mit Tesafilm gegen mein Potential ("Körperspannung") isoliert ist.

Hiermit können Signale bis 5V gemessen werden.
Anwendung auf eigene Gefahr!

Bei weiterne Fragen, bitte mailen.

Grüße Wired

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »WireD« (3. Juli 2005, 12:16)


bengel1987

RCLine User

Wohnort: Grevenbroich

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4

Dienstag, 19. Juli 2005, 15:02

Hey

da wüsste ich doch gern mehrüber das mit dem oszi Ding am PC.
Muss nähmlich bei einem meiner Empfänger das PPM Signal raussuchen und Geld fürn Oszi hab ich nich^^

Greetz Robert
Alles fliegt irgendwie, fragt sich nur wie lange.

Esst niemals gelben Schnee.

WireD

RCLine User

Wohnort: Ortenaukreis

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5

Dienstag, 19. Juli 2005, 15:34

Die Begrenzung

Hallo,
solange das Signal unter der magischen Grenze von 44,100 kHz liegt, sollte es gehen. Was interressiert Dich? Die Software oder die Hardware?

Grüße WireD

bengel1987

RCLine User

Wohnort: Grevenbroich

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6

Dienstag, 19. Juli 2005, 20:00

Eigentlich alles!
Wo es die Software gibt und was man an Hardware braucht.
Jetzt weiss ich aber nicht wo das PPM Signal liegt weiss das wer?

Greetz Robert
Alles fliegt irgendwie, fragt sich nur wie lange.

Esst niemals gelben Schnee.

WireD

RCLine User

Wohnort: Ortenaukreis

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7

Dienstag, 26. Juli 2005, 10:28

Die Nachbauanleitung

Das Oszilloskopkabel

Hier eine kleine, und meine erste Anleitung zum Nachbau eines PC- Oszilloskop- Kabels!

Wie in meinem oberen Thread beschrieben, arbeite ich auf der Basis Spannungsteiler. Die Eingangsgrößen für die Soundkarte sind 2V und 10mA, die maximale Eingangsspannung am Messkabel, auch Tastkopf genannt, sind 5V. Obwohl ich schon 10V mit diesem Kabel gemessen habe, empfehle ich, auf meinem oberen Thread bezogen, ein weiteren Tastkopf für 10V zu bauen.

Ich weise darauf hin, das der Nachbau und die Benutzung auf eigene Gefahr geschieht!

Also los, jetzt wird gelötet...

Hier die kleine Einkaufsliste:

Bauteil: Conrad Best. Preis

Prüfspitze 120022 5,47€
Bananenstecker 730319 0,99€
Widerstand 300 Ohm 420670 0,11€
Widerstand 200 Ohm 420654 0,11€
Krokoklemme 735485 0,74€
3,5 Klinke Mono 731471 0,59€
Mikrokabel 1m 100145 1,79€

Dazu dann noch Schrumpfschlauch, d = 6mm
Schwarzes Kabel für die Krokodilklemme, 15cm

Die Prüfspitze ist eine Hirschmann Messspitze, gefederter Kontakt, 4mm Anschlussbuchse. Es kann aber auch jede andere Messspitze genutzt werden, solange sie über einen 4mm Anschluss verfügt.

Hier ein Bild:


Ich habe keinen 200 Ohm Widerstand bekommen und habe deswegen auf zwei in Reihe geschaltete 100 Ohm Widerstände zurückgegriffen.

Auf zum 1. Schritt: Der Anschluss am PC:
Es wird benötigt: Das Kabel, der 3,5mm Klinkenstecker.

Das Kabel vorsichtig 3cm abisolieren, dabei kommt die Schirmung (Drahtgeflecht) zum Vorschein. Dieses zusammenzwirbeln.



Das innere Kabel besteht aus einem dickeren Weißen und einem Braunen, sowie zwei dünnen Drähten. Die beiden Dünnen werden so knapp wie möglich gekappt.
Jetzt wird der Kunststoffkappe die Zugentlastung abgeschnitten und über das Kabel gezogen

Die beiden Kabel werden zurechtgeschnitten, abisoliert und verzinnt.
Danach wird das braune Kabel (GND) an das große Fähnchen und das weiße Kabel (Signal) an das kleine Fähnchen gelötet.
Zur sicheren Isolation der beiden Pole wird ein kleines Stückchen Tesafilm oder Isolierband um das kleine Fähnchen geklebt, und die Kunststoffkappe aufgeschraubt.



Auf zur anderen Seite des Kabels....

Bauteile: 300 und 200 Ohm Widerstand, 4mm Bananenstecker, Schrumpfschlauch

Ein Anschlussbeinchen des 300 Ohm Widerstandes wird auf 1 cm gekürzt.
Dem Bananenstecker werden die beiden Muttern abgeschraubt und in den Mutternvorrat gelegt.
Jetzt wird der Bananenstecker an der Oberseite verzinnt (kleines Lötloch im oberen Teil des Steckers). Noch warm wird der gekürzte Widerstand eingelötet.



Danach wird diese Einheit mit Schrumpfschlauch eingeschrumpft. Ich schrumpfe mit einem Feuerzeug, zwar nicht sauber, aber schnell...



Jetzt kommt der 200 Ohm Widerstand ins Spiel: Dieser wird auch an einer Seite auf 1 cm gekürzt und an den 300 Ohm Widerstand gelötet.



Kommt die Fertigstellung:

Benötigte Bauteile: Schrumpfschlauch, Krokodilklemme, Kabel

Die Krokodilklemme wird mit einem 15 cm Langen schwarzen Draht zusammengelötet. Zur späteren Isolation wird noch ein 3 cm langes Schrumpfschlauchstück aufgezogen. Diese Einheit dient zum Masseabgriff.

Ein 5 cm langer Schrumpfschlauch wird auf das Kabel gezogen. Das Kabel wird 3 cm abisoliert, die Schirmung gezwirbelt.Die beiden Dünnen Drähtchen werden so knapp wie möglich gekappt. Das braune und weiße Kabel werden entsprechend dem unteren Bild gekürzt und abisoliert. Das braune Kabel wird mit der Schirmung und der Krokodilklemme an das offene Ende des 200 Ohm Widerstandes gelötet, das weiße Kabel wird zwischen 300 und 200 Ohm Widerstand gelötet. Nach dem löten werden die überstehenden Anschlüsse der Widerstände gekürzt.





So jetzt wird noch den Schrumpfschlauch von der Krokodilklemme über den 200 Ohm Widerstand, dem brauen Kabel und der Schirmung gezogen und geschrumpft, dann der Schrumpfschlauch, der auf dem Kabel ist, über die gesamte Einheit Bananenstecker und Masseabgriff gezogen.



So soll es dann aussehen.

Zur Software:

Der Mikrofoneingang muss eingeschaltet sein! Rechts unten bei der Uhr ist ein Lautsprecher: Doppelklick drauf und beim Mikrofon das Häkchen raus. Den Regler auf die Hälfte.

Als Software benutze ich DS 1004 , ein 4 Kanal- Oszilloskop. Das Kabel wird eingesteckt, die Krokoklemme mit der Masse verbunden, und mit der Prüfspitze auf Signaljagt gegangen.

Ja, Bei Fragen, bitte Mailen oder PN, ansonsten viel Spaß beim Nachbau, nochmals der Hinweis, das der Nachbau auf eigene Gefahr geschieht, die Spannungsgrenze von 5V beachten!

Mit diesem „Kabel“ habe ich erfolgreich zwei SBL Micros zusammengebaut, sozusagen der Vorgänger. Das Kabel ist ein Mikrofonkabel eines Headsets, die Prüfspitze ist eine Nadel.


8

Dienstag, 26. Juli 2005, 23:20

Prima Anleitung.
Aber Vorsicht: 2V sind extrem nahe am Tod der Soundkarte. Eher auf 1,5V runtergehen.
Ein weiteres SW-Oszi findest du hier bei mir: OSC251
Gruss
Thomas

🖖
So long, and thanks for all the fish.


WireD

RCLine User

Wohnort: Ortenaukreis

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9

Donnerstag, 4. August 2005, 12:35

Die Anpassung an 1,5V

Hallo,
Thomas hat die Spannungsobergrenze etwas runtergesetzt, daher hier eine Aktualisierung der Widerstandswerte:

Für den 300 Ohm Widerstand wird nun eingesetzt 390 Ohm (rechnerisch wärens 350 Ohm, aber, den gibts nicht (C'rad Best.Nr: 418200-33) und für den 200 Ohm Widerstand 110 Ohm (C'rad Best.Nr: 420620-33). Damit fallen am ersten Widerstand 3,9 Volt ab und die Soundkarte bekommt 1,1 Volt zum messen. Wer's auf die 1,5 Volt Signalspannung bringen will, kommt über das in Reihe schalten von Widerständen nicht herum.

Viele Grüße, WireD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »WireD« (4. August 2005, 12:37)