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Mittwoch, 25. Februar 2009, 16:00

Von Äpfeln und Birnen oder Erfahrungen eines Windows-Users mit dem Mac..

Aufgrund der ewigen "Wer-hat-den-Größten?"-Diskussionen zwischen Mac- und Windows-Usern beschloß ich, mir zwecks hautnahem Vergleich einen Macintosh zuzulegen. Ich wollte in erster Linie feststellen, wie es mit der oft gepriesenen kinderleichten Bedienbarkeit tatsächlich bestellt ist. So ersteigerte ich mir bei ebay günstig einen dieser bunten iMacs, die Ende der 90er zum Kultobjekt avancierten. Ausgestattet mit 350MHz-PPC, 256MB RAM und 6GB-Festplatte, vorinstalliertes OSX10.1 -Puma. Ja ich weiß, nicht vergleichbar mit aktuellen Mac-Modellen, aber es geht auch nicht um die physikalische Leistungsfähigkeit, sondern rein um die intuitive Bedienbarkeit.
Eine Woche später bringt der DHL-Bote das Paket. Ich packe das Obst aus und freue mich über den sehr guten Zustand des indigofarbenen Gerätes, lediglich die Originaltastatur ist etwas speckig. Kurze Zeit später steht der iMac zusammengestöpselt auf dem Schreibtisch. Neugierig schalte ich ein. Ein lauter Akkord ertönt, danach lacht mich ein kleines Computergesicht an. Die Festplatte rödelt und nach etwa einer Minute erscheint der Desktop. Ich kann mir ein lautes Gröhlen nicht verkneifen, denn das allererste, was mir ins Auge sticht, ist das große blaue "e" des Microsoft Internet Explorers im Dock!! Auf dem Desktop selbst befindet sich nur ein Festplattensymbol und oben eine Menüleiste. Wo sind die Programme? Aha, unten im Dock befindet sich eine kleine Auswahl davon. Und der Rest? Mit der kleinen runden Maus, die offensichtlich für Proportionen kleiner Kinderhände entwickelt wurde, stöbere ich in der Menüleiste herum und werde unter "Gehe zu" fündig. Ich starte "TextEdit", um ein paar Zeilen zu schreiben. Ein kleines nacktes Fenster ohne irgendwelche Format- oder sonstige Leisten öffnet sich. Ich will es größer ziehen und fahre den Mauszeiger -wie von Windows gewohnt- über den seitlichen Rand. Der Mauszeiger verändert sich jedoch nicht zum Doppelpfeil, hmm.. wie sich herausstellt, kann man das Fenster nur an der unteren rechten Ecke größer oder kleiner ziehen. Ich tippe ein paar Zeilen und suche dann nach der "Entf"-Taste. Es gibt keine, auch die Navigationstasten "Pos1", "Ende" "Bild-auf", "Bild-ab" sowie "Einfg" fehlen völlig. Ich google (auf dem Win-PC) nach der Tastenbelegung. Mir wird erklärt, daß der Mac-User keine Entf-Taste braucht. Er löscht alles mit Backspace. Man könne "Entf " zwar durch Apfel-Backspace emulieren, dies funktioniere jedoch nicht in allen Programmen. In TextEdit offensichtlich nicht, da tönt nur ein schnödes "Plopp" aus den Lautsprechern. Also den Cursor ans Ende setzen und rückwärts löschen, umständlich... Die Navigationstasten emuliert man durch Apfel-Pfeiltaste, finde ich weiterhin heraus. Und erfahre nebenbei, daß es auch größere Mac-Tastaturen mit mehr Keys gibt. Die kosten allerdings genausoviel wie ich für den kompletten iMac bezahlt habe. Die Textformatierung gestaltet sich durch die fehlenden Symbolleisten ebenfalls umständlich. Statt eines Mausklicks wie bei Windows-Wordpad muß man sich erst durch die Menüs hangeln. Oder man lernt wiederum entsprechende Shortcuts auswendig. Sonderzeichen á la @ und € liegen an gänzlich anderer Position und sind zudem nicht auf den Tasten beschriftet. Mir kommen langsam Zweifel, von intuitiver Bedienung habe ich bisher nichts gespürt, stattdessen muß man jede Menge Tastenkürzel lernen, um effektiv arbeiten zu können. Aber wir wollen MacOS ja nicht an TextEdit messen, schließlich ist das nur ein besserer Editor und es gibt Openoffice auch für Mac.
Als nächstes möchte ich dem Internet einen Besuch abstatten. Feixend klicke ich das blaue "e". Der IE verhält sich genauso lahm wie auf einem adäquaten PC. Hat Steve Jobs den Einzug des Internets auf heimischen Computern verschlafen? Warum kauft man den Browser bei der Konkurrenz und legt keinen gescheiteren bei? Schließlich gab es zu dieser Zeit bereits Netscape, den Vorläufer von Mozilla. Erwartet schwierig verläuft das Surfen auf Seiten, die Javascript erfordern. Der Download von Openoffice scheitert daran. Auch bei alternativen Links kein Erfolg, angeblich gibt es die gewünschte Version nicht. Komisch, mit dem Win-PC läßt sie sich problemlos herunterladen. Ich schließe den IE und öffne iTunes. Mühelos gelingt mir das Anhören von Internetradio. Die kleinen Lautsprecher verbreiten einen erstaunlich klaren und druckvollen Sound. Erster Pluspunkt zugunsten des Mac.
Vor weiteren Experimenten respektive Installationen beschließe ich, eine Systemsicherung durchzuführen. Ein Apfel-User meinte, das wäre äußerst simpel. Externe Platte anschließen und alles rüberziehen, fertig. Ich stöpsle also ein leere Platte am USB an, höre auf den Hinweis zur Initialisierung und will mit dem Festplatten-Dienstprogramm eine Partition erstellen. Als Format wähle ich MacOSExtended, als Volume-Schema eine einzige Partition, vergebe einen Namen und drücke auf OK. Es rödelt kurz, dann springt die Anzeige zurück (Volume leer, "Ohne Namen"). Anscheinend hat es nicht geklappt. Ich wiederhole den Vorgang noch dreimal mit gleichem Ergebnis und beende das Dienstprogramm. Merkwürdigerweise ist auf dem Desktop ein neue Verknüpfung "Ohne Namen" angelegt. Und tatsächlich, es handelt sich um die USB-Platte. Ich möchte die Platte nicht namenlos lassen und suche nach der Schaltfläche "Umbenennen". Wie erreiche ich nochmal das Kontextmenü ohne zweite Maustaste? Ah ja, CTRL drücken. Da steht nur "Alias erzeugen". Ups, nun habe ich eine weitere namenlose Verknüpfung mit dem Zusatz "Alias". Tolle Wurst, das wars also nicht, ab in den Papierkorb damit. Nach ein paar Minuten komme ich darauf, daß man zuerst "Informationen anzeigen" und danach "Name-Suffix" auswählen muß. Ich taufe die Hartscheibe simpel "USB-Platte". Anschließend markiere und ziehe ich alle Ordner von der Systemplatte auf die USB-Disk. Nach einer Weile bricht der Kopiervorgang mit der Medlung ab, ich hätte keine Berechtigung, bestimmte Dateien zu lesen. Satz mit X. Wäre ja auch zuuu einfach gewesen. Nach halbstündigem googeln stoße ich auf "SuperDuper", welches mein Anliegen in die Tat umsetzen sollte. Nur leider läuft es, ebenso wie CCC, nicht unter X10.1. Andere Möglichkeiten finde ich trotz längerer Internet-Recherche nicht. Sämtliche Tips beziehen sich auf MacOS-Versionen vor X oder nach Puma. Als letzte Möglichkeit sehe ich das sektorweise Kopieren der Festplatte auf ein Duplikat. Mit PC-Platten schon 1000x problemlos exerziert und da die Mac-Platte einen normalen IDE-Anschluß besitzt, sollte es ebenfalls funktionieren. Ich baue die Scheibe aus und schließe sie an einem PC an. Während des Bootens fällt mir die völlig falsch gemeldete Plattengröße auf (20 GB statt 6GB). Änderungen an den BIOS-Einstellungen bringen keine Abhilfe. Vermutlich wurde die Firmware der Platte in irgendeiner Form manipuliert. Leicht verärgert breche ich den Versuch ab und baue die Disk wieder in den Mac ein. Der leichte Ärger verwandelt sich nach dem Einschalten augenblicklich in blanken Frust. Der Rechner läuft an, bleibt jedoch mit einem blinkenden Fragezeichen/Ordner-Symbol stehen. Die Google-Ergebnisse sprechen von nicht möglichem Zugriff auf die Systempartition. Obwohl zu jeder Zeit nur lesend auf die Platte zugegriffen wurde, scheint das Dateisystem beschädigt zu sein. Als Abhilfe solle man die Reparatur von der System-CD starten. Gut, ich schiebe die mitgelieferte, originale iMac-Software-Restore-CD ins Laufwerk, halte "C" fest und starte neu. Der Rechner greift kurz auf die CD zu und blinkt mich anschließend wiederum fragend an. Da noch eine weitere CD "iMac-Software-Install" beiliegt, will ich diese ausprobieren. Ähh.. wie zum Teufel bekomme ich jetzt bloß die andere aus dem Laufwerk heraus? Auswurfknopf gibts nich. Google hilft.. Maustaste festhalten und einschalten, siehe da, der Keks kommt raus. Andere CD rein, neu starten, gleiches Ergebnis, das Fragezeichen grinst mich höhnisch an. Der Frust steigert sich in Zorn...
Die nächsten 5 Stunden verbrachte ich in diversen Mac-Foren und Hilfeseiten sowie mit dem Zurücksetzen von NVRAM, Startversuchen aus der Open Firmware und sonstigen fruchtlosen Bemühungen. Nachdem ich die Syntax der OF einigermaßen begriffen hatte, gelang es mir, das Dateisystem der CD wenigstens anzusprechen. Der anfängliche Verdacht, die Hardware beschädigt zu haben, war somit ausgeräumt. Plötzlich fiel mir ein, daß man auf dem Mac auch Linux installieren kann. Ich zog mir ein für PPC geeignetes Debian-Image und brannte mir eine CD davon. HEUREKA!, der Mac startet Linux! Hardware also völlig in Ordnung, uff....
Vermutlich gehören die beigelegten Original-CDs nicht zum gekauften Modell und deshalb mag er auch nicht davon booten. Zu blöd, daß nicht wenigstens ein entsprechender Hinweis erscheint, es hätte mir viel schlechte Laune erspart. Zumindest hatte die Fehlersuche einen großen Lerneffekt und wie der Zufall will, wird sie mir einen echten, irreparablen Schaden ersparen. Ich bin nämlich u.a. auf den Hinweis gestoßen, daß vor dem Update auf OSX10.4 zwingend ein Firmware-Update durchgeführt werden muß, da die Kiste ansonsten unheilbar abstirbt. Anmerkung: Bei einem Win-PC ist es technisch unmöglich, die Hardware durch fehlerhafte Software dauerhaft zu beschädigen (ausgenommen mutwillige Übertaktung). Selbst in dem seltenen Fall, daß das BIOS durch Viren oder mißglückte Flash-Versuche hops geht, kauft man für 10,-€ einen neuen Chip und gut. Der Mac ist da wohl etwas anfälliger, tsss...

Am nächsten Tag besorgte ich mir eine OSX10.1-CD, die der iMac willig annahm. Ländereinstellungen, Hinweise und Lizenzagreement bestätigt, erscheint die Auswahl des Zielvolumes. In der Liste taucht nur das CDROM-Laufwerk auf, von der Festplatte keine Spur. Google hilft.. die Festplatte muß erst initialisiert werden. Blöderweise finde ich nirgendwo das Festplatten-Dienstprogramm, Mist. Ich starte neu und klicke diesmal unlogisch (aber von der Intuition getrieben *g*) schon während der Sprachauswahl im Menü herum. Da ist es ja endlich. Das Utility ärgert mich wieder, ich bekomme die neu eingebaute 20GB-Festplatte nicht als einzelnes Volume partitioniert. Google hilft.. die Startpartition darf nicht größer als 8GB sein. Also zerstückle ich die Platte in vier Partitionen und nun darf ich die erste davon auch als Zielvolume auswählen. Der Rest der Installation verläuft erfreulicherweise reibungslos und nach dem Neustart erscheint endlich wieder der Desktop. :-)

Viel ausprobieren konnte ich seitdem aus Zeitgründen noch nicht. Die Verbindung mit Windows-Freigaben funktioniert auf Anhieb, wenn man erstmal die richtige Syntax rausgefunden hat (smb://PCName/FreigabeName). So kann ich dann vielleicht auch das auf dem WinPC runtergeladene OpenOffice installieren *g*. Eine (problemlos erkannte) Logitech Scrollmaus hat inzwischen die für meine Klodeckel-Pfoten unbrauchbare i-Maus ersetzt und den Bedienkomfort dramatisch verbessert.

Bevor ich mir ein endgültiges Urteil erlauben kann, muß ich allerdings noch eine Menge auf dem Apfel testen. Unter anderem auch neuere OS-Versionen (Tiger müßte auf dem Teil laufen). Daher nur ein...

...vorläufiges Zwischen-Fazit:

1. die Bedienung des MacOS ist m.E. nicht intuitiver als die von Windows, es sei denn, man zieht Win 3.1 zum Vergleich heran. Äußerst lästig empfinde ich die Notwendigkeit, zahlreiche Tastenkombinationen erlernen zu müssen. Das stets erreichbare Startmenü von Windows liegt mir persönlich besser als die Menüstrukter von MacOS.

2. der Funktionsumfang im Auslieferungszustand ist für ein Betriebssystem dieses Alters (10.1-Puma) gut. Allerdings hat MS spätestens mit XP gleichgezogen. Unverständlich ist der Einsatz des MS Internet Explorer als Webbrowser. Da gab es auch zu dieser Zeit schon bessere. Positiv fällt auf, daß das System im neu installierten Zustand aufgeräumter wirkt als Windows und im Prinzip sofort einsatzbereit ist. Die Schuld an der anfänglichen Unordnung auf Windows-PCs ist allerdings bei den PC-Herstellern zu suchen, welche die Rechner zu oft mit unnützem Kram zumüllen, und nicht bei Microsoft.

3. die Installation von MacOS ist vom Normaluser fast unmöglich zu bewerkstelligen. Selbst ich als langjähriger Administrator hatte meine liebe Not damit (siehe oben). Die Beschränkung der Boot-Partition auf 8GB ist softwaretechnischer Restmüll aus dem vergangenen Jahrtausend. Unter Windows gab es diese Beschränkung schon fünf Jahre früher nicht mehr. Möglicherweise wurde das aber alles in späteren Versionen verbessert.

4. die Hardware des iMac ist sehr gut verarbeitet und funktioniert noch immer tadellos. Trotz relativ schwacher Leistungsdaten laufen die mitgelieferten Programme flüssig. Bedenklich ist die Möglichkeit, den Rechner durch ein Betriebssystem-Update irreparabel zu beschädigen, wenn man nicht aufpaßt.

5. die Kompatibilität und Verfügbarkeit von Anwendungen muß ich erst noch abprüfen. Einige meiner wichtigsten Programme (u.a. Auftragsbearbeitung, Banking) gibt es nicht in Mac-Versionen. Meine Spiele und Simulatoren laufen natürlich auch nicht, Myst ausgenommen. Der Laserjet 3150 wird ebenfalls nicht unterstützt.

Ich muß mich wie bereits gesagt noch länger mit dem Mac befassen, bevor ich endgültig urteilen kann. Meine grundsätzliche Meinung zum Thema sehe ich jedoch bestätigt. Beide Systeme sind in der Summe der Vor- und Nachteile absolut gleichwertig. Lediglich in puncto Design hat der Macintosh klar die Nase vorn. Ein Umstieg würde für mich jedenfalls derzeit nicht in Frage kommen...

...to be continued...
...lieber Luftraum als Raumluft...

Chucky08

RCLine User

Wohnort: Bochum

Beruf: schüler

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2

Mittwoch, 25. Februar 2009, 18:49

klingt ja nicht so toll ich kenne mich mit macs nicht aus,aber habe persönlich bisher nur gutes gehört.Inzwischen habe ich windows(xp) und ubuntu(windows eigentlich nur für spiele).
Komme mit diesen beiden sehr gut zurecht wobei mir ubuntu an sich viel besser gefällt aber naja mal sehen was die mac user hier schreiben.
Gruß
chucky

:D Hier könnte ihre Werbung stehen :D

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Chucky08« (25. Februar 2009, 18:50)


3

Mittwoch, 25. Februar 2009, 19:01

Achtung! Die Ausführungen beziehen sich auf ein relativ altes MacOS aus dem Jahre 2001. Es kann (und wird) gut sein, daß in neueren Versionen zahlreiche Verbesserungen vorgenommen wurden. Ich will demnächst mal Tiger installieren und mir die Neuigkeiten anschauen. Dann gibts auch einen neuen Bericht.

Das nur zur Klarstellung, der Gerechtigkeit halber... ;)
...lieber Luftraum als Raumluft...

4

Mittwoch, 25. Februar 2009, 20:42

Hallo,

Interessanter Test. :ok:

Was mir dabei ein bisschen Sorgen macht, ist, dass ein recht betagter Mac, der damals für System 9 konzipiert wurde, mit einem zu neuen System betrieben wird. Das ist eine kleine Vergewaltigung für den damals schon nicht sehr schnellen iMac.

Zu den Tastaturkürzeln: Auf dem Mac wird eben anstelle der zwiten Maustaste sehr oft mit Tastaturkürzeln gearbeitet, was sicher am Anfang gewöhnungsbedürftig ist. Hat man sich aber mal daran gewöhnt, lernt man es schätzen, da die linke Hand ja sonst eh nichts zu tun hat.

Intuitiv: Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein erfahrener PCianer, der bereits an eine bestimmte Logik gewohnt ist, sich am Mac versucht, oder ob ein völlig unbelasteter Computerneuling sich an einen Mac setzt.

Meine Meinung: Egal, ob Vista, XP oder OSX, beide Systeme sind hoffnungslos überladen. Wenn ich mich an das alte, äusserst transparente und extrem schlanke OS9 erinnere, dann sehne ich mich an sowas zurück. Das gilt aber nicht bloss für Betriebssysteme, auch Anwendersoftware wird immer fetter und hat inzwischen Möglichkeiten, die echt nie gebraucht werden. Dafür frisst ein modernes System und moderne Anwendersoftware dermassen viel Speicher, dass man langsam Angst bekommt. Früher redete man von Kilo oder Mega, heute ist unter Giga nichts mehr zu wollen und die ersten Freaks reden schon von Terra.

Mal im ernst: Welcher vernünftig gebildete Zeitgenosse braucht schon eine Rechtschreibhilfe in einem Textprogramm, Rechtschreibung hat jeder von uns in der Schule gelernt, sowas ist also echt bloss etwas für Minderbemittelte. Kommt hinzu, dass diese Rechtschreibhilfe in Word mehr Fehler produziert, als sie geradebiegt, siehe neue Rechtschreibordnung oder nicht oder doch oder so.

Wenn man mal rechnet, wieviel Geld man dauernd ausgeben könnte, um immer die neueste Version eines Systems oder einer Software zu haben (vorausgesetzt, man kauft sie und klaut nicht alles im Web zusammen), kann man glatt Konkurs anmelden. Wenn man dann noch rechnet, wie wenig Neues man für das ausgegebene Geld bekommt, dann frage ich mich langsam. Was kann eine neue Version von Word denn wirklich mehr als diejenige, die ich vor zwei Jahren hatte? Schreibfehler waren damals, sie sind es auch heute noch, Rechtschreibhilfe hin oder her. Ich sehe es täglich, wenn ich Textdokumente von Kunden bekomme.

Darum habe ich bereits vor einigen Jahren angefangen, mich dem Kaufterror neuer Softwareversionen zu verweigern. Meine Software kann das, was ich von ihr erwarte und verlange, warum sollte ich also Geld ausgeben, für Möglichkeiten, die ich nie vermisst habe?

Hat alles nur wenig mit der Frage, ob Mac oder PC, zu tun, sind beide Systeme langsam soweit, dass man sie hinterfragen sollte. Wieviel Computer braucht der Mensch, der Private ist damit gemeint, der meint, nur das allerneuseste sei brauchbar. Ist ähnlich wie beim Automobil: Immer grösser, immer schneller, immer stärker, aber die Tempolimiten werden immer rigoroser, sodass ich auch mit dem schnellsten Auto kaum noch schneller mein Ziel erreiche, nur noch teurer. Gilt vielleicht nicht so ganz für Deutschland, aber hier in der Schweiz, wo Landesweit die höchste erlaubte geschwindigkeit 120 km/h beträgt, da spielt dieses Gedankenspiel sehr wohl.

Auf Computer bezogen heisst das, dass ich mit neuer Software und neuem System oftmals auch nicht schneller am Ziel ankomme, als vor zehn Jahren mit schlankem System und schlanker Software, dafür aber auch etwas langsamerem Rechner. Dafür habe ich heute Möglichkeiten, die ich nicht brauche, das ist doch auch ein Fortschritt...

Rolf

5

Mittwoch, 25. Februar 2009, 23:34

Zitat

Original von Ted Striker
Achtung! Die Ausführungen beziehen sich auf ein relativ altes MacOS aus dem Jahre 2001. Es kann (und wird) gut sein, daß in neueren Versionen zahlreiche Verbesserungen vorgenommen wurden. Ich will demnächst mal Tiger installieren und mir die Neuigkeiten anschauen. Dann gibts auch einen neuen Bericht.

Das nur zur Klarstellung, der Gerechtigkeit halber... ;)


Das ist in etwa so wie einen Macuser mit Win98 von Microsoft zu überzeugen :D

6

Donnerstag, 26. Februar 2009, 00:36

Zitat

Mal im ernst: Welcher vernünftig gebildete Zeitgenosse braucht schon eine Rechtschreibhilfe in einem Textprogramm, Rechtschreibung hat jeder von uns in der Schule gelernt

Du schon, aber schau dich alleine mal hier im Forum um - da wäre ich manches Mal froh wenn der Poster den Text in Word vorformulieren würde...
Schöne Grüsse
Toenne

Philipp_Meyer

RCLine User

Wohnort: D-57572 Niederfischbach

Beruf: Student

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7

Donnerstag, 26. Februar 2009, 01:18

Vielleicht sollte man die verschiedenen Betriebssysteme ein klein wenig wie Auto und Motorrad sehen.

Beide können weitestgehend das Gleiche, unterscheiden sich aber in einigen Punkten.
Wo der Motorradfahrer das Auto nicht mag, da geht es dem Autofahrer nicht anders mit dem Moped.

Philipp

P.S.: Mittlerweile:
"Rechte Maustaste": Mac-Maus in die Seite kneifen oder mit zwei Fingern auf's Touchpad tippen.
Insbesondere Letzteres ist wirklich sehr angenehm!

"Entfernen": Fn + Backspace, funktioniert prima und ist auch nicht mehr Aufwand als die entf-Taste zu benutzen.
Schließlich hat die linke Hand in diesem Moment eh nix zu tun. Dafür braucht die Tastatur dann weniger Platz.

"pos1 bzw Ende": Fehlen wirklich. Werden zwar mit Fn + Pfeiltasten bzw mit Ctrl + Pfeiltasten bewirkt, aber je nach Programm unverständlicherweise unterschiedlich.

Dass das @ bei Microsoft-Tastaturen an der falschen Stelle ist stimmt voll und ganz, für gelegentliche Einhandbedienung das falsche Konzept. Beschriftet sind die Tasten aber mittlerweile entsprechend ;)

Fenstergrößen: ist mir bis jetzt noch gar nicht aufgefallen, aber stimmt, das geht wirklich nur rechts unten. Hab's aber auch noch nicht vermisst.
Dafür habe ich zum Beispiel hier im Eingabefeld des Forums rechts unten das gleiche kleine Dreieck und kann es mir auf der Website so groß oder klein ziehen wie ich mag.

P.P.S.: War jetzt ein langes "Post Scriptum" ;)
"Burn rubber, not gasoline."

Tesla Motors

[SIZE=1]PSP 3004 & USB-Experimentierboard abzugeben![/SIZE]

8

Donnerstag, 26. Februar 2009, 07:54

Zitat

"Entfernen": Fn + Backspace, funktioniert prima und ist auch nicht mehr Aufwand als die entf-Taste zu benutzen. Schließlich hat die linke Hand in diesem Moment eh nix zu tun.

...

Zitat

Dass das @ bei Microsoft-Tastaturen an der falschen Stelle ist stimmt voll und ganz, für gelegentliche Einhandbedienung das falsche Konzept.

Aha.. :D
Schöne Grüsse
Toenne

Philipp_Meyer

RCLine User

Wohnort: D-57572 Niederfischbach

Beruf: Student

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9

Donnerstag, 26. Februar 2009, 08:52

Also das @ brauche ich bei Einhandbedienung öfter als entf

Insofern schließen sich die beiden Sätze nicht völlig gegenseitig aus...

;)

.......................
Tante edit sagt: Diesen Beitrag habe ich auch grade im-Bett-liegender-Weise geschrieben, mit dem Kopf auf die eine Hand gestützt :)
"Burn rubber, not gasoline."

Tesla Motors

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Philipp_Meyer« (26. Februar 2009, 08:53)


10

Donnerstag, 26. Februar 2009, 15:19

Abgesehen davon dass ich - wenn auch unbequem - AltGr und @ mit einer Hand erreiche: Bei mir ist es umgekehrt, @ brauche ich weitaus seltener.
Wofür brauchst du das so häufig?
Schöne Grüsse
Toenne

Martin_Austria

RCLine User

Wohnort: Saalfelden - Salzburg - Österreich

Beruf: Banker, Devisenabteilung

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11

Donnerstag, 26. Februar 2009, 15:36

Zitat

Original von Philipp_Meyer

Tante edit sagt: Diesen Beitrag habe ich auch grade im-Bett-liegender-Weise geschrieben, mit dem Kopf auf die eine Hand gestützt :)


Ich möchte auch an einem Donnerstag um neun im Bett liegen ;(

Philipp_Meyer

RCLine User

Wohnort: D-57572 Niederfischbach

Beruf: Student

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12

Donnerstag, 26. Februar 2009, 23:47

Zitat

Original von Martin_Austria

Zitat

Original von Philipp_Meyer

Tante edit sagt: Diesen Beitrag habe ich auch grade im-Bett-liegender-Weise geschrieben, mit dem Kopf auf die eine Hand gestützt :)


Ich möchte auch an einem Donnerstag um neun im Bett liegen ;(


Macht nix, ich lag um zehn immernoch :D

(Aber nur noch bis Mitte April, dann geht das Semester schon wieder los....)

*Aua, nicht hauen* :D
"Burn rubber, not gasoline."

Tesla Motors

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13

Freitag, 27. Februar 2009, 00:29

Zitat

Tante edit sagt: Diesen Beitrag habe ich auch grade im-Bett-liegender-Weise geschrieben, mit dem Kopf auf die eine Hand gestützt

Ich sehe im Beitrag nur ein @ ... wie oft musstest du etwas löschen?
Also ich bekomme es nicht hin stets fehlerfrei vorzuformulieren und zu tippen ;).

Gruss
Toenne, diesmal ohne löschen...
Schöne Grüsse
Toenne

14

Freitag, 27. Februar 2009, 00:35

Morgen früh gibts Feedback, bin zu müde *gähn*.
...lieber Luftraum als Raumluft...

Philipp_Meyer

RCLine User

Wohnort: D-57572 Niederfischbach

Beruf: Student

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15

Freitag, 27. Februar 2009, 09:46

Zitat

Original von toenne

Zitat

Tante edit sagt: Diesen Beitrag habe ich auch grade im-Bett-liegender-Weise geschrieben, mit dem Kopf auf die eine Hand gestützt

Ich sehe im Beitrag nur ein @ ... wie oft musstest du etwas löschen?
Also ich bekomme es nicht hin stets fehlerfrei vorzuformulieren und zu tippen ;).

Gruss
Toenne, diesmal ohne löschen...


Klar muss ich regelmäßig was löschen, aber wenn, dann vertippe ich mich und muss dann backspace benutzen.
Und die Taste hab ich ja ganz normal. :w

Was mich etwas stört, ist, dass die zusätzlichen Funktionstasten (bis auf € und @) nicht noch beschriftet sind. Also [ und so Zeugs musste ich erst mal suchen ;)

Philipp
"Burn rubber, not gasoline."

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16

Freitag, 27. Februar 2009, 10:45

So, es ist vollbracht, jetzt läuft Tiger auf dem iMac. Mit dem vorher installierten 10.1 war außer den mitgelieferten Anwendungen nicht viel anzufangen, denn diese Version wird von so gut wie keiner frei erhältlichen Software unterstützt. Weder OpenOffice, noch Firefox oder Adobe Reader ließen sich installieren.
Ganz ohne Tricks und der Mithilfe von PC-Hardware ging es auch diesmal nicht, da intern nur ein CDROM-Laufwerk vorhanden ist. Zum Glück ist in meiner Werkstatt reichlich Material vorhanden und so habe ich über ein modifiziertes IDE-Kabel den Bus nach außen verlegt, ein normales DVD-.Laufwerk angeschlossen und mit einem PC-Netzteil stromversorgt. Das Booten von der DVD funktionierte damit ohne weitere Kunstgriffe. Zusätzlich hab ich noch den RAM auf 512MB erweitert. Erste Verbesserungen ließen sich schon während der Installation bemerken. Die Partitionierung funktioniert nun so, wie man es erwartet, wenngleich die 8-GB-Grenze modellbedingt immer noch besteht. Man kann auch auswählen, ob die Festplatte archiviert oder gelöscht werden soll. Abgeschlossen war die Installation (ohne zusätzliche Sprachpakete und Druckertreiber) nach ca. 30 Minuten. Nach dem Hochfahren und dem Durchklicken der Einstellungen präsentiert sich der Desktop im gewohnten Bild. Ein paar Icons sind dazugekommen, andere verschwunden (z.B. der IE *g*). TextEdit hat jetzt Formatleisten, hehe! Cmd-Backspace (Entf) erzeugt weiterhin nur ein "Plopp". iTunes fragt mich gleich nach dem Start, ob ich auf Version 8.0.2 aktualisieren möchte. Meinetwegen, machen wir. Die Installationsroutine will jedoch vorher das System auf neuerem Stand haben. Gut, dann aktualisieren wir das auch. Beim nächsten Start hätte iTunes dann gern noch ein neues Quicktime. Jo mei, wenns sein muß.. Die Updatefunktion entdeckt gleich noch andere erneuerungswürdige Komponenten, u.a. Java 4.0. Der Rechner rödelt ein halbe Stunde und verlangt nach Neustart (äh, kenn ich irgendwo her *g*). Während des Hochfahrens bleibt er mit Apfel und Strichkreis auf der Mattscheibe stehen. Ich geb ihm eine Stunde Zeit, aber nix passiert. Soft-Reset (Ctrl-Cmd-Power) geht nicht -> Stecker raus. Das nächste Hochfahren verläuft störungsfrei. iTunes ist nun zufrieden und präsentiert sich mit erweitertem Funktionsumfang. Ich checke sicherheitshalber noch mal das System auf Softwareupdates und werde fündig. Diesmal werden ein Safari-Patch und Java 5.0 angeboten. Der "sofort erforderliche" Neustart klappt reibungslos. Ich prüfe nochmals auf Updates und yes, diesmal Java in Version 6. Der Mac lädt und installiert, prüft dann automatisch auf weitere Aktualisierungen. Die findet er in Form von Java 7. Langsam nervts, wozu diese serielle Update-Zeremonie? Unter Windows installiert man die aktuellste Version und fertig. Ich habs geahnt, als nächstes kommt Java-Release 8. "Ihre Software ist auf dem neuesten Stand." Na endlich.
Zeit fürs Web. Der Safari-Browser erinnert vom Aufbau und Funktionalität her an Firefox, wenn auch in abweichendem Design. Was ich vermisse, ist die aufklappbare URL-Historie. Man muß immer erst ein paar Buchstaben eintippen, also wieder lästige Tastatur-Arbeit. Javascript scheint ebenfalls gut zu funktionieren, der OpenOffice-Download kein Problem. Das installier ich dann auch sofort. Arbeiten kann man damit jedoch nicht, da die betagte Hardware hier wohl an ihre Grenzen stößt. Das Öffnen dauert ewig. Auf zeitgemäßen Macs wird es sicher um Größenordnungen schneller gehen.

Leider hab ich zu viel Arbeit, um noch weiter mit dem Apfel zu spielen. Bei Gelegenheit werde ich mich tiefer mit den neuen Funktionen und der Verfügbarkeit benötigter Software befassen...



Zitat

Original von Rolf Weber
Was mir dabei ein bisschen Sorgen macht, ist, dass ein recht betagter Mac, der damals für System 9 konzipiert wurde, mit einem zu neuen System betrieben wird. Das ist eine kleine Vergewaltigung für den damals schon nicht sehr schnellen iMac.


Dessen bin ich mir bewußt und werde es auch stets berücksichtigen.

Zitat

Original von Rolf Weber
Auf dem Mac wird eben anstelle der zwiten Maustaste sehr oft mit Tastaturkürzeln gearbeitet, was sicher am Anfang gewöhnungsbedürftig ist. Hat man sich aber mal daran gewöhnt, lernt man es schätzen, da die linke Hand ja sonst eh nichts zu tun hat.


Unter Windows gibt es ebenfalls jede Menge Shortcuts, die jedoch kaum einer auswendig kennt, geschweige denn verwendet. Ich finde es praktisch, wenn die Bedienung auch einhändig, nur mit Maus zu bewältigen ist (außer natürlich Texteingaben). Da kann man entspannt nebenbei Kaffee trinken.

Zitat

Original von Rolf Weber
Intuitiv: Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein erfahrener PCianer, der bereits an eine bestimmte Logik gewohnt ist, sich am Mac versucht, oder ob ein völlig unbelasteter Computerneuling sich an einen Mac setzt.


Gutes Argument. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Erfahrung für intuitives Herangehen nützlich oder eher hinderlich ist. Vermutlich etwas von beidem. Die gewohnte Logik verursacht einerseits gewisse Betriebsblindheit, anderseits weiß man jedoch ungefähr, wo man suchen muß.


Zitat

Original von Rolf Weber
Meine Meinung: Egal, ob Vista, XP oder OSX, beide Systeme sind hoffnungslos überladen.

Uneingeschränkte Zustimmung. In Bezug auf MacOS kann ich das noch nicht beurteilen, bei Windows auf jeden Fall. MS hatte mit XP einen sehr stabilen und rundum brauchbaren Stand erreicht, mit dem aktuelle Hardware große Reserven bietet. Vista war diesbezüglich ein derber Rückschritt und stößt deswegen nach wie vor auf breite Ablehnung. Die optischen Spielereien sind nett anzuschauen, für produktives Arbeiten jedoch überflüssig.
Diese unerfreuliche Entwicklung betrifft allerdings jegliche Art von Software. Immer mehr unnütze Funktionen, die zu Lasten der Übersicht und Produktivität gehen. Die Parallen zum Automobilbau passen gut. Man will den Kunden mit immer neuen Spielereien locken, anstatt vorhandene Produkte zu verbessern.

Zitat

Original von Ölfuss
Das ist in etwa so wie einen Macuser mit Win98 von Microsoft zu überzeugen

Mag sein. Aber an der grundlegenden Bedienphilosophie hat sich dennoch nicht viel geändert. Auch bei Windows nicht (bis XP jedenfalls).

Zitat

Original von Philipp Meyer
"Entfernen": Fn + Backspace, funktioniert prima und ist auch nicht mehr Aufwand als die entf-Taste zu benutzen.
Schließlich hat die linke Hand in diesem Moment eh nix zu tun. Dafür braucht die Tastatur dann weniger Platz.

Cmd-Backspace funktioniert halt nicht überall. Die verkrüppelten "Kurz-Tastaturen" mag ich auch unter Windows nicht. Längere Texte am Notebook zu schreiben, ist bspw. eine Qual.
...lieber Luftraum als Raumluft...

17

Freitag, 27. Februar 2009, 10:57

Zitat

Ich finde es praktisch, wenn die Bedienung auch einhändig, nur mit Maus zu bewältigen ist

Nur ein Stichwort: Touchscreen. Für eine rauhe Werkstattumgebung und/oder Geräteeinbau fällt ein Mac wohl weitesgehend flach.

Zitat

da die linke Hand ja sonst eh nichts zu tun hat.

Spätestens mit einer Hand im Gips ist man aber der Looser ;).
Erinnert mich an meinen Mondeo: Während ich bei den vorherigen Passats den Tempomaten alleine über den linken Zeigefinger bedienen konnte (Lenkstockhebel) sind bei meiner jetzigen Kiste dafür satte 5(!) Tasten im Lenkrad verbaut, man braucht beide Hände. Ergonomie ist für mich etwas anderes.

Wie auch immer, über den Fortgang des Berichts bin ich echt gespannt. Bislang kann ich noch nicht erkennen wo jetzt der Vorteil des Macs liegen soll, kommt aber bestimmt noch.
Schöne Grüsse
Toenne

18

Dienstag, 3. März 2009, 17:03

Was gibt es neues?

Vorbemerkung: Die schwache Hardware des alten iMacs wirkt sich ein wenig hinderlich aus. Lief unter MacOS 10.1 noch alles flüssig, merkt man 10.4 schon deutlich einen höheren Ressourcenbedarf an. Programme wie das Dashboard, OpenOffice oder Apples iWork sind praktisch nicht zu gebrauchen. Firefox (3.0.6) läuft dagegen ganz ordentlich, ich schreibe diesen Text gerade damit. Die CPU-Last liegt auch ohne Aktivität (nur Firefox geöffnet, Dashboard deakiviert) permanent bei ca. 90%, der Arbeitsspeicher hat noch Reserven. Ein zeitgemäßes MacOS erfordert also auch einen zeitgemäßen Mac-Computer. Das ist unter Windows aber genauso.

Was ich inzwischen ausprobiert habe:
- DVDs lassen sich auf dem Mac ohne zusätzliche Software wiedergeben und zwar ruckelfrei. Unter Windows benötigt man bis XP eine extra Playersoftware. Erst Vista kann das von Haus aus.

- Das Adreßbuch ist ähnlich aufgebaut wie sein Windows-Pendant und bedient sich auch ähnlich. Als Zusatzfunktion kann man sich im Browser eine Umgebungskarte der Adresse anzeigen lassen.

- Apple Mail zickt ein wenig rum. Die Abholung von web.de-Mails klappt nicht, da das Kennwort angeblich falsch ist. Ich überprüfe und korrigiere den Account. Funzt trotzdem nicht, immer wieder werde ich nach dem Kennwort gefragt. Nach einstündiger Fehlersuche stellt sich heraus, daß trotz Korrektur des Anmeldenamens noch die falsche Version im Schlüsselbund gespeichert ist (zusätzlich zur richtigen). Ich lösche die fehlerhaften Einträge, Mail fragt jetzt nicht mehr nach dem Kennwort, die Nachrichten werden trotzdem nicht abgeholt. Außer einem "Plopp" hat Mail nichts weiter dazu zu sagen oder anzuzeigen. Bei Outlook würde wenigstens eine Fehlermeldung erscheinen. Ohne Erfolg probiere ich verschiedenste Einstellungen, gebe dann vorerst auf. Laut Google stehe ich mit diesem Problem nicht allein da. Das Versenden von Mails haut hin, ebenso wie das Abholen bei GMX und Strato. Apple Mail kann Nachrichtentexte auch vorlesen, die Stimme klingt erwartungsgemäß jedoch sehr synthetisch und ist nicht immer zu verstehen.

- der Safari-Browser macht einen besseren Eindruck als sein Redmonder Kollege. Er kann allerdings nicht mit Firefox mithalten, welcher auch deutlich schneller zu Werke geht. Die nicht aufklappbare URL-Historie erfordert zumindest das Eintippen eines Buchstabens oder man klickt sich durchs Verlaufsmenü. Firefox gewinnt den Sympathiewettbewerb eindeutig, auch wegen seiner zahlreichen nützlichen Plugins.

- iCal ist einfacher Kalender/Terminplaner. Synchronisation mit anderen Macs ist möglich, zu Palm-PDAs nur nach Installation des Palm-Desktops, welches ich unter Windows zur Terminplanung benutze. Der Funktionsumfang ist in etwa der gleiche.

- iMovie ist im OS nicht mehr enthalten. Man muß es offensichtlich separat oder zusammen mit einem neuen Gerät erwerben.

- die Vorschaufunktion zeigt .............................................................................

*peng* während ich gerade die Vorschaufunktion loben wollte, hängt sich der Mac komplett auf. Vorher hatte ich im Finderfenster ein mpg.-Video laufen. Der Mauszeiger bewegt sich noch, sonst geht außer CTRL-CMD-Power (Neustart) nix mehr. :(
Nur dank Firefoxes intelligenter Sitzungswiederherstellung kann ich den bisher geschriebenen Text retten...


Äh, also: die Vorschaufunktion zeigt Bilder, Filme, Texte, PDF-Dateien u.a. so ähnlich wie der Windowsexplorer als Miniaturen im Finder an. Filme kann man dort auch direkt (verkleinert) anschauen. Für Bilder stellt die Vorschau rudimentäre Bearbeitungsfunktionen bereit und PDF-Dokumente kann sie anzeigen, ohne daß der Acrobat Reader installiert ist.

- das Durchsuchen der Netzwerkumgebung ist jetzt per Schaltfläche möglich. Leider merkt sich der Finder das Kennwort nicht, man muß es bei jeder Verbindung zum gleichen Rechner neu eingeben. Als Administrator würde mich noch interessieren, wie sich der Mac in ein heterogenes Firmennetzwerk einfügt. Praktische Bedeutung wird dies jedoch kaum haben, da die bei meinen Kunden eingesetzte Software nicht in Mac-Versionen verfügbar ist.

Aufgrund der veralteten Hardware meines iMac konnte ich nicht alle Funktionen testen. Daher betrachte ich meine Erfahrungen NICHT als repräsentativ und treffe folgendes,
persönliches Fazit:

Der Macintosh ist für die gängigen Büro- und Multimedia-Aufgaben gut geeignet und bringt den größten Teil der benötigten Anwendungen serienmäßig mit. Auf liebgewonnene Software á la Openoffice oder Firefox muß man nicht verzichten, die laufen dort auch und sind teilweise den Apple-Programmen sogar überlegen. Die Optik sowohl der Hard- als auch der Software ist sehr gefällig. Wer auf optische Gimmicks und Animationen steht, wird mit dem Mac seine Freude haben. Über die intuitive Bedienbarkeit läßt sich trefflich streiten. Ob man nun mit dem Mac oder Windows besser zurecht kommt, hängt in erster Linie vom persönlichen Geschmack ab und davon, mit welchem System man zuerst in Berührung kommt. Als langjähriger Windows-User tue ich mich mit der deutlich abweichenden Bedienphilosophie ein wenig schwer. Schmerzlich vermisse ich die vom PC gewöhnten Navigations- und Einfg/Entf-Tasten und das Windows-Startmenü. Das Einprägen einer Mindestzahl von Tastenkombinationen erhöht die Produktivität am Apple stark. Gewöhnungsbedürftig sind auch gewisse Eigenheiten, z.B. daß per Klick auf den roten Punkt (analog dem x bei Windows) geschlossene Programme nicht wirklich geschlossen sind, sondern nur ins Dock wandern.
Während meiner Tests hat sich der Mac zweimal hart aufgehängt. Einmal während des Hochfahrens nach einem OS-Update, das andere Mal siehe oben. Die Ursache könnte natürlich auch ein Hardwaredefekt sein, allerdings hat die gründliche Prüfung von RAM und Festplatte keine Auffälligkeiten hervorgebracht. Google-Recherchen zufolge kommen solche Abstürze durchaus nicht selten vor. MacOS ist ein sehr komplexes Betriebssystem und beherbergt wohl ebenfalls latente Fehler, die es noch auszumerzen gilt.
Wer sich mit Ein- oder Umstiegsgedanken trägt, sollte im Vorfeld vor allem zwei KO-Kriterien beachten. Zum ersten die Lauffähigkeit vorhandener Hardware. MacOS deckt ein großes Spektrum an Geräten ab, aber es gibt auch ein ganze Reihe nur unter Windows lauffähiger, z.B. sogenannte GDI-Drucker. Zum zweiten die Verfügbarkeit benötigter Software. Im Multimedia- und Standardoffice-Bereich sollte es kaum Mangelerscheinungen geben. Bei betrieblich genutzter Branchensoftware, Warenwirtschaft usw. wirds dann schon sehr dünn. Marktführer Lexware bspw. läßt die Mac-User komplett außen vor. Man muß sich also entweder auf andere Software umstellen oder zusätzlich Windows per Bootcamp bzw. VM laufen lassen. Ganz und gar trübe sieht es auf dem Spielemarkt aus. Die Game-Entwickler konzentrieren sich fast ausschließlich auf Windows und Konsolen.
Ob das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt... die Gretchenfrage an sich. Die zugrundeliegende Technik ist seit Apples Umstieg auf Intel-CPUs identisch zum PC. Doch während in Win-PCs oft zusammengekehrter Elektronikschrott verhökert wird, nur damit der Preis geiz-geil ausfällt, ist Macintosh-Hardware auf jeden Fall von guter Qualität. Andererseits schraube ich einen PC aus hochwertigen Komponten zum reichlich halben Preis eines von den Leistungsdaten her vergleichbaren Macs zusammen. Naja, immerhin genießt der Macintosh gewissen Exclusivitätsbonus und schmückt mit seinem exzellenten Design das Wohnzimmer. Ähnlich gut aussehende Technik muß man auf PC-Seite lange suchen...

Schlußwort:
Ich hoffe, daß mein Errfahrungsbericht auf beiden Seiten der Computer-Welt ein wenig mehr Verständnis gebracht hat. Es gibt nicht DAS bessere oder schlechtere System. Es gibt nur das den jeweiligen Ansprüchen gerecht werdende System...

In diesem Sinne -> PEACE !
...lieber Luftraum als Raumluft...

19

Mittwoch, 4. März 2009, 01:22

:ok:

Danke dir fuer diesen Bericht. Wird mir bei einem meiner Kunden in den naechsten Tagen sehr helfen. :w
Der leidet naemlich auch gerade. Und so wie ich das inzwischen rausgefunden habe ist nicht der OS Produzent der Grund fuer das viele Leid. Da hat wieder mal das "viele Koeche verderben den Brei" zugeschlagen.
Gruss
Thomas
🖖

Vielleicht ist Wissen doch nicht die Antwort auf alles

ulfb

RCLine User

Wohnort: noch ungeklärt

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20

Mittwoch, 4. März 2009, 23:13

Danke für den Test und ausführlichen Bericht Ted.

Als ehemaliger Admin habe ich sowohl schmunzeln können als auch einiges gelernt.

:ok:
Gruß, Ulf.

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