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Freitag, 19. Januar 2007, 16:42

Alles keine Qualität mehr...

Meine Standbohrmaschine (Hersteller "Flott") hat den Geist aufgegeben.
Mitten in der Arbeit. Das alleine ist schon eine Unverschämtheit.

Plötzlich zog der Motor nicht mehr richtig, dann gab's einen "FUMP" und einen Lichtblitz, gefolgt von biblischer Finsternis.
Sicherung 'raus.

Fluchend im Dustern nach der Taschenlampe getastet, dabei Schienbein am Kompressor gestossen. Welcher Idiot hat den dahin gestellt??

Lampe gefunden, Stecker von Bohrmaschine gezogen, Sicherung wieder 'rein.

Maschine untersucht:
Der Motor-Kondensator ist geplatzt.
Hersteller: "ITT", 20 uF, 380V, Baujahr 10/89

Das Ding ist noch nicht mal 20 Jahre alt und schon kaputt.
Liefern die nur noch Schrott? Unglaublich...

MatthiasM

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2

Freitag, 19. Januar 2007, 17:00

RE: Alles keine Qualität mehr...

Ich hoffe mal, daß Du das mit der Qualität ironisch gemeint hast. Wenn Du die Maschine nicht mehr instandsetzen willst und sie nicht so ein 200kg schweres, 2m hohes Sääulenmonster ist, ich nehm sie sofort geschenkt! (18 Jahre ist für eine Flott absolut blutjung!)
Und 18 Jahre Lebensdauer für den Kondi sind auch noch gut OK, insbesondere, wenn er seit geschätzt 15 Jahren inzwischen an höherer Spannung hängt als offiziell gedacht. Der Stammt aus Zeiten von 220V Einphasig bzw. 380V dreiphasig, inzwischen haben wir 230V/400V. Elkos leben oft wesentlich kürzer, und sie trocknen einfach aus mit der Zeit.

Solch einen Motorkondensator solltest Du möglicherweise um einen Apfel und ein Ei vom nächsten Waschmaschinenhändler mit eigener Werkstatt bekommen. Hersteller egal, 20 µF 400V Wechslespannungsfestigkeit und Eignung als Motorkondensator ist wichtig.

Viel Erfolg
Matthias

PS.: Test, ob es nur der Kondi ist: (Voraussetzung - keine elektronische Regelung, nur Schalter rechts/links) Bau ihn aus, schalte ein. Maschine brummt nur und läuft nicht an oder nur zufällig mal, Drehrichtung dann auch zufällig, wenn sie beim Einschalten nur brummt, läßt sie sich von Hand in jede Richtung anwerfen.

Der Motorkondensator ist zuständig, daß der Drehstromotor trotz Einphasenwechselstromanschluß weiß, wierum er laufen muß. Stichwort Steinmetz-Schaltung. Wenn Du Drehstrom in der Werkstatt hättest und möglichst eine Anleitung zu der Maschine hast, vielleicht kann sie einfach umgebaut werden auf echten Drehstromanschluß, dann braucht's auch keinen Kondensator mehr.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »MatthiasM« (19. Januar 2007, 17:17)


Dubliner

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3

Freitag, 19. Januar 2007, 17:42

Hallo Andi,

schon mal nachgeguckt, ob Du noch Garantie auf das Teil hast :D :D


nette Grüsse

Dietmar

MatthiasM

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4

Freitag, 19. Januar 2007, 18:05

Das mit der Garantie ist gar nicht so doof.... Warum nicht so probieren:

Fa. Flott anschreiben oder mal mit der Werkstatt von denen telefonieren: Erst mal die treue alte Maschine loben, dann ein bischen auf die Tränendrüse drücken wegen dem Kondensator. Du hast sicher eine reale Chance, daß Du auf Kulanz einen geschickt bekommst. Fragen kost nix oder höchstens das Porto.

5

Sonntag, 21. Januar 2007, 13:35

Ich und was wegwerfen.
Soweit kommt das noch. :D

@ Matthias:
Es handelt sich um eine Flott "boy-electric".
Welcher Schwachmat hat sich diese Typenbezeichnung einfallen lassen? :nuts:

Den Kondensator gab's neu für kleines Geld bei RS
Den Kippschalter hab ich auf Verdacht auch gleich getauscht, irgendwie roch das auch schon so komisch...

Der grösste Mist war der Umstand, das der Kondensator mit dem Schalter zusammen in einem Kunststoffgehäuse an den Motor geschraubt ist.
Der alte Kondensator hat dann, des Lebens überdrüssig, seinen Plastedeckel weggesprengt und einen Teil des Elektrolyts im Inneren des Gehäuses verteilt.

Stinkt entsetzlich und ist ein fürchterlicher Schmierkram.

Na ja, nun tuts wieder, und vielleicht hältz mit uns aus. :O

MatthiasM

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6

Sonntag, 21. Januar 2007, 13:53

Ich denk noch an die Kompensations-Elkos die in großen Leuchtstofflampenanlagen verbaut waren, um die Blindleistung der Vorschaltdrosseln zu kompensieren. Die sind zwar nicht geplatzt, "nur" unspektakulär ausgelaufen, und dann sahen die Lampen aus, wie wenn jemand reingepinkelt hätte.... :D so jeweils ein richtig nettes Hundepfützchen im Milchglaskasten..

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MatthiasM« (21. Januar 2007, 13:54)


7

Sonntag, 21. Januar 2007, 22:50

RE: Alles keine Qualität mehr...

Hi Andi

Hoffentlich war das kein PCB-haltiger Elko der so komisch roch...

Was stand genau drauf?

Schau mal hier:
http://www.free.de/WiLa/Arbeitsschutz/pcbinhal.htm

Gruß
Mike

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Highlander« (21. Januar 2007, 22:52)


8

Montag, 22. Januar 2007, 08:48

RE: Alles keine Qualität mehr...

Zitat

Original von Highlander
Was stand genau drauf?


Ach, jetzt hab' ich die Reste schon weggeschmissen.
Elektroschrott, wie sich das gehört.

Eigendlich stand da wenig drauf. "ITT" eine "20", "10/89" und noch irgendein Kürzel..

Die Info über die tech.Daten von dem Kondensator steht auf dem Typenschild vom Motor, danach hab ich auch den neuen bestellt.