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Jettaheizer

RCLine User

  • »Jettaheizer« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-53773 Hennef

Beruf: Prozessleitelektroniker, Werkstattleiter Schaltschrankbau

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1

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19:02

(K)eine Chance für Einzelgänger?

Hallo Leute,

melde mich mal wieder aus der Versenkung...
(fast 2 Jahre ohne eigenes Internet sind schon hart und ein Ende ist noch nicht abzusehen... )
Ich hoffe, ich hab bald wieder einen eigenen Anschluß...

Ich verschwende nun schon seit geraumer Zeit Gedanken daran, wie ich etwas Geld nebenher verdienen könnte. Aufgrund meiner Arbeitszeiten in meinem Hauptjob kommen "normale" Nebenjobs mit festen Arbeitszeiten nicht in Frage. Ich brauche also was mit freier Zeiteinteilung, was idealerweise zuhause geht. Die dafür in Betracht kommenden Jobs (Telefonmarketing, Heimarbeit, etc.) sind für mich keine Option, weil reine Ausbeuterei.
Also dachte ich, versuche ich mit dem Geld zu verdienen, woran ich Spaß habe, sprich Modellflugzeuge.
Ich habe einige Ideen für Modelle aus Leichtschaum, die es meines Wissens nach so auf dem Markt (noch) nicht gibt. Also hab ich mich hingesetzt und mit einem betagten CAD-Programm (2004) mit Privatlizenz die ersten Entwürfe gezeichnet.
Hat soweit auch ganz gut geklappt, nur würde ich das Ganze nun gerne in Prototypen umsetzen. Haken dabei: mit meinem CAD ist es sehr mühselig, ein 3D-Modell zu konstruieren. Ständig muß man umrechnen, Hilfszeichnungen machen etc., vom räumlichen Denken mal ganz abgesehen (kann ich zwar, es schleichen sich aber immer mal wieder kleine Denkfehler ein).
Die Lösung dafür wäre ein gescheites 3D-CAD-Programm. Nur ein solches Programm kostet eine gute Stange Geld. Alleine eine Privatlizenz für ein vernünftiges Programm liegt im oberen dreistelligen Bereich. Wenn man wie ich auch noch vorhat, darauf Modelle für kommerzielle Herstellung zu konstruieren, muß man sehr sehr tief in die Tasche greifen. Solche gewerblichen Lizenzen liegen da ganz schnell im fünfstelligen Bereich. Dann hat man aber noch immer kein Modell auf dem Tisch.
Das gezeichnete muß ja irgendwie noch umgesetzt werden. Man könnte entweder die ersten Prototypen (und auch später die fertig entwickelten Modelle) von Hand ausschneiden oder aber jemanden beauftragen, die CAD-Dateien in Fräsdateien umzusetzen und die Teile zu fräsen. Beides nicht die Erfüllung, weil man damit in Deutschland bei den Herstellungskosten kaum konkurrenzfähig sein dürfte. Ergo müßte ich mir eine CNC-Fräse mit entsprechender Software zulegen.
Wenn ich die Kosten für alles zusammen rechne, komme ich damit locker auf 15-20.000 EUR. Für eine Einzelperson eine ziemlich große Stange Geld, außerdem muß man einige Modelle verkaufen, bevor man überhaupt schwarze Zahlen schreibt. Zudem bleibt ja auch immer noch das Risiko, daß meine Modelle nicht gefragt sind.
Und damit wäre das eigentlich an meinem Ziel weit vorbei, schließlich will ich ja Geld verdienen und nicht erst ein Vermögen, das ich ohnehin nicht hab, investieren.
So, und nu komm ich zum Punkt: hat irgendjemand eine Ahnung, wie ich meine Idee vom Geld-mit-Modellflugzeugen-verdienen realisieren kann, ohne mich finanziell für die nächsten Jahre völlig zu ruinieren?
Ich würde meine Modellideen auch größeren Firmen anbieten, aber dann trete ich damit auch alle Rechte an den Modellen ab. Ist auch nicht das, was ich will...
Wie ich es auch drehe und wende, als Einzelperson hat man scheinbar keine Chance, auf dem Markt mitzuspielen. Oder wie seht ihr das?

Gruß,
Franz
Sei einfach Du selbst!

Schon ein einziger Buchstabendreher kann den ganzen Satz urinieren...

2

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19:14

doch, wenn die pläne gut sind kannst du dich an einen händler richten, oder dir einen fräßen lassen und dann mit dem fertigen modell werbung machen....
mfg Andi
[SIZE=3]"Das Leben ist zu wertvoll um es dem Schicksal zu überlassen"[/SIZE] - Käpt´n Blaubär :tongue:

FLX

RCLine User

Wohnort: Köln

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3

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19:35

Hallo Franz,
beim Lesen Deines Textes sind mir gleich zwei Ideen gekommen.

1. ein gutes 3D-CAD Programm wurde mir von
meinem Fahrlehrer (ehem. Maschinenbau Ing.) empfohlen: BeckerCAD;
Bei Wikipedia findet sich auch ein Artikel von BeckerCAD.
Er hat es mir für die Anfänge im 3D-CAD-Bereich ans Herz gelegt.

Ob Programme wie Draftboard (in der Probeversion mit max. 50 Elementen pro
Zeichnung) oder Google Sketchup in Deinem Falle weiterhelfen, weiß ich nicht.

2. Christian Knüll von EPP-Versand könnte für erste Produktionen eines
Leichtschaum-Modells (meinst Du EPP?) eine gute Anlaufstelle sein.

Beste Grüße,
Felix :w

Thallius

RCLine User

Wohnort: 58313

Beruf: Uhrmachermeister / Software Entwickler

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4

Donnerstag, 21. Januar 2010, 19:52

Mal ganz ehrlich,

wenn Du Geld verdienen willst must du was riskieren. Ohne Risiko gibts nunmal keinen Gewinn. Zumindest keinen nennenswerten.

Was Du da ausrechnest mit "20000 euro und da muss ich erstmal 1000 Modelle verkaufen bis sich das rechnet" zeigt mir aber, daß Du kaufmännisch wohl eher nicht so bewandert bist. Evtl solltest Du da doch erstmal einen Kurs im kaufmännischen Bereich machen.

Die Investitionen sind ja nicht auf einmal nichts mehr Wert. Du must also nur mehr Modelle verkaufen als der Wertverlust Deiner Investion ist. Sagen wir mal die Fräse kostet 20000 Euro, dann hat sie nach 4 Jahren vlt noch 10000 Euro Wert. Also wären das 2500 Euro Wertverlust im Jahr. Sprich Du müßst ca 200 Euro im Monat einnehmen um den Wertverlust auszugleichen. Also nichts mit 1000enden von Modellen.

15-20000 Euro als Erstinvestition für einen Betrieb finde ich eher wenig. Ich bin damals mit 270.000 Euro Schulden eingestiegen. Zumal du ja alles wieder verkaufen kannst wenn es nichts wird. Dann hast du vlt 5000 Euro in den Sand gesetzt. Wenn es klappt hast du die 5000 Euro aber schnell verdient.

Gruß

Claus
T-Rex 450SE / 40-8-16 / LTG21000+LTS3100
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FF10

Forum der Dortmunder Indoor Flieger

wurpfel1

RCLine User

Wohnort: CH-rheintal

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5

Donnerstag, 21. Januar 2010, 20:02

hi Franz

schaue dir cocreate an. ergibt professionelle ergebnisse.
ich glaube nicht dass man von 20k€ einsatz im modellbaubereich sehr viel zurückerhält:
hat die idee erfolg wirst du kopiert, die konkurrenz arbeitet weltweit und mit viel mehr einsatz und leuten.



:angel:
ich würde einige lottolose kaufen, das verlustrisiko ist etwa gleich gross. in der gesparten freizeit gehst du fliegen oder machst was mit freunden..
bin schon zu alt zum spielen.. macht aber gleichwohl spass ;-)

6

Donnerstag, 21. Januar 2010, 20:05

Ich verstehe nicht warum du unbedingt einen Nebenjob ausüben willst.

Mike Laurie

RCLine User

Wohnort: E 4 ELEKTRO

Beruf: Dipl.-Ing.

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7

Donnerstag, 21. Januar 2010, 20:39

hallo, mit ehrlicher arbeit, insbesondere im modellbau kommt man nicht weit, das ist leider fakt.
man sieht es bei den top leuten der indoorszene, die modelle zeichnen, dann mault der mop rum dass die bausätze zu teuer sind, dann kommt einer da her und kopiert die teile 1:1 und verkauft sie einfach so (beispiel manta), was wirkliches machen kann man dagegen nicht, außer unnütz noch mehr geld ins rechtssystem zu pumpen.
da lieber nen f*cking 9 to 5 job und das geld dann für modellbau ausgeben, ganz ehrlich

BlackJack

RCLine User

Wohnort: d-41236 Mönchengladbach D-52064 Aachen

Beruf: Student

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8

Donnerstag, 21. Januar 2010, 21:47

also 20k€ finde ich recht viel. ich weiß ja nicht was du dir da für eine fräse anschaffen willst aber auch da gibt es selbstbau lösungne die bei weitem darunter liegen
http://www.fpv-community.de/comm/forum/s…ead.php?tid=657 das ist nur ein beispiel das teil wird galube ich wenns fertig ist knapp 1000€ kosten. beim CAD wirst du wohl in den sauren apfel beißen müssen kannst ja mal schauen wie weit du mit was günstiegem kommst aber auf dauert wirst du wohl nicht an nem anständigen programm vorbei kommen das dann aber auch gleich ne fräse ansteuern kann. oder zumindest die passende Datei ausgiet.


Gruß

Jack
Your-Aerial-Pic.de

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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9

Donnerstag, 21. Januar 2010, 23:08

RE: (K)eine Chance für Einzelgänger?

Zitat

Original von Jettaheizer
Ich verschwende nun schon seit geraumer Zeit Gedanken daran, wie ich etwas Geld nebenher verdienen könnte.
Gruß,
Franz
Wer tut das nicht, Franz.

Zitat

Ich würde meine Modellideen auch größeren Firmen anbieten, aber dann trete ich damit auch alle Rechte an den Modellen ab. Ist auch nicht das, was ich will...

Tja, das Leben ist kein Ponyhof ..... wer bekommt schon immer das, was er will?

In deiner Situation wäre allerdings ein solches Vorgehen am Sinnvollsten, denn dann würdest du dir etwas Geld nebenher verdienen können ..... wenn deine Entwürfe denn angenommen werden sollten.

Du hast dir bisher nur über einen winzigen Teil der zu deinem Vorhaben gehörenden Dinge Gedanken gemacht, nämlich über das zu fertigende Objekt und wie und mit welchen Mitteln man das herstellen könnte ..... das ist aber erst der allerwinzigste Teil, denn wenn du gewerblich tätig werden willst (und auch, wenn es nur um einen Nebenjob geht, betreibst du ein Gewerbe), dann müssen noch folgende Dinge beachtet werden:

- Wo sollen deine Betriebsräume sein? Im Wohneigentum? Prima, ein Problem weniger, denn wenn du zur Miete wohnst, benötigst du das schriftliche Einverständnis deines Vermieters, denn der hat die Wohnung nur zu Wohnzwecken vermietet und wenn du da gewerblich tätig werden willst, benötigst du sein Einverständnis, das er dir auch versagen kann und wenn ers dir gibt, wird er die Hand aufhalten.

- Wie wohnst du? Alleine? Prima, dann musst du niemanden fragen, ob du die Wohnung/das Haus oder Teile davon zu einer Fertigungsstätte umwidmen darfst.

- Du musst beim Ordnungsamt dir einen Gewerbeschein (gegen Gebühr natürlich) ausstellen lassen, machst du das nicht, machst du dich strafbar. Das gilt auch für den allerkleinsten Nebenjob, sogar dann, wenn du gar keine Gewinnabsichten hast.

- Hast du einen Gewerbeschein, werden automatisch das Finanzamt und die zuständige Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer informiert, dass die jetzt ein neues Mitglied haben. Du wirst dann ein Anschreiben von denen bekommen mit einem herzlichen Glückwunsch und der Angabe der Kontonummer, an die du deine Zwangsmitgliedsbeiträge zu entrichten hast.

- Ach ja, da du das im Nebenjob machen willst, brauchst du auch auf jeden Fall die schriftliche Einwilligung deines Arbeitgebers, machst du das nicht, kann das ein Kündigungsgrund sein.

- Auf die Einhaltung sämtlicher relevanten Sicherheitsvorschriften und Auflagen muss ich dich ja wohl nicht extra hinweisen, oder? (Feuerlöscher, Fluchtwege markieren, Handhabungshinweise zu den Arbeitsmitteln und -Stoffen, Gehörschutzschilder usw.)

- Dann solltest du dich auf jeden Fall bei der Handwerkskammer nach Pflichtlehrgängen/Unterweisungen für deinen Arbeitsbereich erkundigen, arbeitest du nämlich einfach so ohne einen eigentlich erforderlichen Lehrgang/Nachweis, kann dir jeder andere "ans Bein pinkeln" und dich anschwärzen, das kann teuer werden.

- Ach ja, erkundigen solltest du dich auch bei der Gemeinde, ob es Einwände gibt, die gegen die Errichtung eines Gewerbebetriebes in deinem Haus/Wohnung sprechen, die kann nämlich Gewerbe jedweder Art in bestimmten Gebieten untersagen.

Ich habe jetzt bestimmt noch das meiste vergessen zu erwähnen, aber wenden wir uns dem nächsten Problembereich zu:

- Nachdem du ein Produkt konstruiert und hergestellt hast, musst du es auch verkaufen, dazu brauchst du neben der obligatorischen Werbung natürlich auch Vertriebswege - wie soll dein Produkt also vertrieben werden? Du kannst versuchen, in das Programm eines der großen Distributoren übernommen zu werden, das würde dir die ganze Werbung und den Vertrieb abnehmen, du lieferst nur noch direkt an robbe, Graupner, Multiplex oder wen auch immer. Allerdings werden die deine Preise mit denen aus Fernost vergleichen ...... ich glaube, ich muss dazu jetzt nicht noch ausführlicher werden.
Bleibt also nur der Eigenvertrieb - du musst durch die Republik fahren und einen Händler nach dem anderen abklappern, eventuell kommt man ja ins Geschäft?
Oder alles selber machen? Dazu brauchst du eine eigene Werbeabteilung, eine eigene Versandabteilung, eine eigene Rechnungsabteilung, eine stets erreichbare Telefonnummer (und wehe, du gehst da einmal nicht dran oder wirst mal pampig, dann wirst du sofort hier einen Meckerthread finden:"Der Franz beantwortet kein Telefon, da geht keiner dran. Unglaublich, Frechheit!"), eine eigene Homepage, die erstellt und gepflegt werden muss, eine eigene Buchhaltung brauchst du sowieso ....... ich habe jetzt bestimmt noch die Hälfte vergessen.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

Grüße
Udo

Thallius

RCLine User

Wohnort: 58313

Beruf: Uhrmachermeister / Software Entwickler

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10

Donnerstag, 21. Januar 2010, 23:12

@Udo

der war wirklich gut. :w

ist schon traurig, daß wir Slbständigen die einzigen sind die kapieren wie schwer es wirklich ist Geld aus eigenen Ideen zu verdienen und wenn wir es dann tun, weil wir sehr viel riskiert haben, dann neiden es uns alle.

Traurig aber so ist das Leben

Gruß

Claus
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Forum der Dortmunder Indoor Flieger

Klaus(i)

RCLine User

Wohnort: Achim b. Bremen

Beruf: Mensch

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11

Donnerstag, 21. Januar 2010, 23:29

Ist es ein Wunder, wenn in Deutschland / Europa keiner mehr Eigeninitiative zeigt, wenn einem solche Steine in den Weg gelegt werden?
So geht es nicht bergauf!
-

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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12

Donnerstag, 21. Januar 2010, 23:36

Zitat

Original von klausi0
Ist es ein Wunder, wenn in Deutschland / Europa keiner mehr Eigeninitiative zeigt, wenn einem solche Steine in den Weg gelegt werden?
So geht es nicht bergauf!
Och nu ..... ich habe doch nur einen winzigen Teil der Dinge aufgezeigt, die man beachten muss ...... die Steine, die da noch im Weg liegen, habe ich nicht mal nebenbei erwähnt. :D

Grüße
Udo

Klaus(i)

RCLine User

Wohnort: Achim b. Bremen

Beruf: Mensch

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13

Freitag, 22. Januar 2010, 00:00

Zitat

ich habe doch nur einen winzigen Teil der Dinge aufgezeigt

Ich weiß....
-

Swift

RCLine User

Wohnort: Schweiz

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14

Freitag, 22. Januar 2010, 08:45

Wieso habe ich nur das Gefühl, dass in Deutschland alle versuchen die Wirtschaft zu ruinieren?

15

Freitag, 22. Januar 2010, 09:13

Hallo,

Gottseidank hat ER es mir erspart, in Deutschland leben (und arbeiten) zu müssen.

Ist ja das nackte Grauen, was da alles verlangt wird, wenn man ein kleines Nebenerwerbsgeschäftchen aufmachen will. Da wundert es mich allerdings nicht mehr, dass Deutschland langsam (aber sicher) den Bach runtergeht.

Wenn ich sehe, wie bei uns in der Schweiz so mancher ohne jegliche speziellen Auflagen in einem kleinen Gewerbe wurstelt, dann frage ich mich schon, was mit Deutschland los ist.

Ich kann in der Schweiz problemlos ein kleines Gewerbe in der Wohnung haben, solange ich damit niemanden belästige (Lärm usw.), stört sich kein Mensch daran. Ansonsten mietet man bei uns einfach irgend einen Hobbyraum und legt los. Wenn dann irgendwann wirkliches Geld mit dem Gewerbe verdient wird, ist es früh genug, dass man sich Gedanken um Handelsregistereintrag und solches kümmert.

Wenn in Deutschland bereits vor der Eröffnung eines (Neben)geschäfts solche Hürden, wie Gewerbeschein, Bewilligung für alles und jedes eingeholt werden müssen, dann verstehe ich, dass niemand Lust verspürt, sich selbstständig zu machen.

Verstehe einer die Politiker, die zwar von Ich-AG, Eigeninitiative und solchen Sachen reden, deren Realisierung dann aber so erschweren, dass man die Lust gleich wieder verliert.

Ich staune immer mehr über unsere nördlichen Nachbarn, die haben eine fantastische Gabe, jeden Furz unter dem Tisch zu reglementieren oder gar zu verbieten. :D

Rolf

Tom41

RCLine User

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Software-Entwickler

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16

Freitag, 22. Januar 2010, 10:48

Zitat

Gottseidank hat ER es mir erspart, in Deutschland leben (und arbeiten) zu müssen.

Oh, es gibt schlimmeres. Man könnte (oh graus) gezwungen sein, in der Schweiz zu leben.

Zitat

Ist ja das nackte Grauen, was da alles verlangt wird, wenn man ein kleines Nebenerwerbsgeschäftchen aufmachen will. Da wundert es mich allerdings nicht mehr, dass Deutschland langsam (aber sicher) den Bach runtergeht.

Wenn ich sehe, wie bei uns in der Schweiz so mancher ohne jegliche speziellen Auflagen in einem kleinen Gewerbe wurstelt, dann frage ich mich schon, was mit Deutschland los ist.

Ich kann in der Schweiz problemlos ein kleines Gewerbe in der Wohnung haben, solange ich damit niemanden belästige (Lärm usw.), stört sich kein Mensch daran. Ansonsten mietet man bei uns einfach irgend einen Hobbyraum und legt los. Wenn dann irgendwann wirkliches Geld mit dem Gewerbe verdient wird, ist es früh genug, dass man sich Gedanken um Handelsregistereintrag und solches kümmert.

Wenn in Deutschland bereits vor der Eröffnung eines (Neben)geschäfts solche Hürden, wie Gewerbeschein, Bewilligung für alles und jedes eingeholt werden müssen, dann verstehe ich, dass niemand Lust verspürt, sich selbstständig zu machen.

Quatsch, hier reicht auch erst einmal ein Gewerbeschein zum loslegen. Dauert genau fünf Minuten den zu kriegen. Kein Mensch stört sich dran, wenn hier einer im Keller was auf eigene Faust programmiert oder ein paar Modell-Prototypen zusammenschraubt.

Falls natürlich irgendwann wirklich Geld verdient wird, Kunden ein- und ausgehen, Lagerhaltung erforderlich wird, es eine Außendarstellung (Werbung) gibt und ggfs. noch ein paar mehr Leute mitarbeiten, dann ist natürlich einiges zu beachten. Udo hats ja beschrieben. Das ist in der Schweiz mit Sicherheit auch nicht anders.

Zitat

Ich staune immer mehr über unsere nördlichen Nachbarn, die haben eine fantastische Gabe, jeden Furz unter dem Tisch zu reglementieren oder gar zu verbieten.

Also ich erinnere mich da an ein Land, da verbieten sie Ausländern sogar Kirchtürme (Minarette) zu bauen. Also mal Ball flach halten, gelle.

cu Tom
....
Flächen: ........ Parkmaster, Parkzone Trojan, Vapor, UMX Trojan, UMX Spitfire
Multikopter: ... Blade Nano QX, Blade 180 QX, Blade 200 QX
Helis: ............ Logo 400, Blade MSR-X
FB: ............... Spektrum DX-7
Sim: ............. Phoenix, AFPD

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Tom41« (22. Januar 2010, 10:50)


17

Freitag, 22. Januar 2010, 11:39

Zitat

Original von Rolf Weber
Wenn ich sehe, wie bei uns in der Schweiz so mancher ohne jegliche speziellen Auflagen in einem kleinen Gewerbe wurstelt,


Legal, Illegal scheissegal!
Hast du schon mal probier in der Schweiz ein gewinnbringendes Geschät nach den gängigen Rechtsvorschriften zu eröffnen? Glaub mir auch bei uns liegen viele Steine im Weg. Noch schwieriger wird es wenn man Azubis hat/möchte.

Gruss
Reto
Heliheizer

Joerg62

RCLine User

Wohnort: Hessen - hinterm Bretterzaun links

Beruf: immer Schuld

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18

Freitag, 22. Januar 2010, 11:55

Der Beitrag von ...

... Udo Gigahertz hat mir auch sehr gefallen !

Franz ,

tu dir selber einen Gefallen und frage bitte Leute die sich ad hoc mal in Germoney selbsständig gemacht haben , es noch sind oder auch die die ihr Geschäft aufgeben mußten , mit allen daraus resultierenden Konsequenzen . Ich gehöre auch dazu , wir können das gerne per PN , email oder am Telefon klären , auf Forenmeinungen und Forenmärchen würde ich bei solchen Summen , die du nennst nichts geben !
Und eins vorweg - es ist definitif zu gering angesetzt .
Setz dich mit einem Steuerberater / unabhängiger in der Sache mal auseinander !
Hier im Forum nicht - und es wird auch keiner die negativen Aspekte seines Geschäfts hier darlegen .
Ich weiß auch wieviel übrig bleibt , wenn alle zugegriffen haben - und es wird zugegriffen von Seiten , Institutionen und Behörden von denen du bis heute nicht mal im Ansatz gehört hast :puke: .
Mein Respekt allen die in Germoney selbsständig sind ! :ok:
Hätte ich früher gewußt , was auf mich zukommt , hätte ich es nicht gemacht !
Und heute , 15 Jahre später , würde ich es eh nicht mehr machen !

Jörg
Neulich hatte ich einen Traum ... ein Politiker hing am Apfelbaum ... , schon öfters hatte ich solche Träume , leider nie genug Bäume ! .

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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19

Freitag, 22. Januar 2010, 14:04

RE: Der Beitrag von ...

Zitat

Original von Joerg62
Mein Respekt allen die in Germoney selbsständig sind ! :ok:
Hätte ich früher gewußt , was auf mich zukommt , hätte ich es nicht gemacht !
Und heute , 15 Jahre später , würde ich es eh nicht mehr machen !
Jörg
Bei allem Ärger, den man manchmal über seltsames Gebaren einiger Händler hat oder haben kann, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass der Weg, den der Händler da eingeschlagen hat, um seine Brötchen zu verdienen, kein leichter war oder ist.

Aber so weit können oder wollen viele nicht denken, die sind einfach nur neidisch, wenn ein kleiner Unternehmer dann endlich mal nach langen Jahren der Entbehrungen und Ungewissheiten mit nem dicken Schlitten vorfährt und kommen dann mit so Milchmädchenrechnungen an: "In HongKong kosten die Lipos aber nicht mal die Hälfte, also wird sich mein Händler daran dumm und dämlich verdienen." Die berücksichtigen nicht, dass der Händler ja durchaus beim Verkauf seiner Waren bzw. ein Kleinfabrikant von Flugzeugteilen oder Bausätzen selbstverständlich sehr viel mehr Geld nehmen muss, als ihn die Ware/das Rohmaterial gekostet hat, um überhaupt davon leben zu können. Dabei geht es erstmal gar nicht um das große Abkassieren von Seiten des Händlers, sondern allein um das Hereinbringen der laufenden Aufwendungen.

Da wird dann gemeckert, dass jemand einen Teilesatz (ausgefräste Spanten usw.) eines Flugzeuges samt Plan zum Selberbauen doch tatsächlich für den dreifachen Wert des Rohholzes verkauft! Was muss der sich aber dumm und dämlich daran verdienen! Unverschämtheit!

Damit wir uns richtig verstehen: Auch ich bestelle gelegentlich in Hongkong, dort kaufe ich vorwiegend E-Motoren, Regler, LiPos, aber keine Modelle, Fernsteuerungen oder Zubehör, diese Dinge kaufe ich beim Händler und bekomme jeweils auch den angemessenen Gegenwert in Form einer Beratung.

Fazit für den Themenstarter, falls er das bis jetzt noch nicht herausgehört hat: Solch eine "Fertigungsstätte für Flugmodelle im Nebenerwerb als selbständiger Unternehmer" zu eröffnen und erfolgreich zu betreiben, ist zwar prinzipiell möglich, aber sehr sehr schwierig in der Durchführung und -ganz ehrlich- wenn man das eingesetzte Kapital und vor allem die Arbeitszeit mit einkalkuliert, dann kann man eigentlich niemals von "lohnen" sprechen, dann wird das immer ein Zuschussgeschäft bleiben, selbst wenn es später dann mal läuft.

Grüße
Udo

P.S.: Einige Voraussetzungen dafür, dass solch ein Vorhaben zumindest eine kleine realistische Erfolgsaussicht hat:

- 1. Muss der Gründer/"Möchtegernfabrikant" von Hause aus über gewisse solide kaufmännische Grundkenntnisse verfügen oder aber einen sehr eng und vertrauensvoll mit ihm zusammenarbeitenden Kaufmann/Steuerberater verfügen.

Da der Themenstarter durch kaum eine Zeile in seinem Eingangsposting zu erkennen gegeben hat, dass er darüber verfügt, ist das schon mal sehr schlecht und allein aus dem Grunde rate ich ihm dringend davon ab.

- 2. Sollte der Gründer bereits einen Namen haben in der Branche, in der er tätig werden will, denn völlig Unbekannte haben es sehr schwer, noch schwerer als bekannte Namen, ihre Produkte auch absetzen zu können, bzw. andere Firmen zur Zusammenarbeit zu bewegen.

- 3. Es sollten fundierte Kenntnisse über Kleinserienfertigungsprozesse vorhanden sein sowie Kenntnisse über das Werkzeugangebot, das in dieser Branche benötigt wird, sonst sitzt man leicht einem vermeintlichen Schnäppchen an Maschinen auf, die sich nachher als völlig untauglich oder defekt oder sehr reparaturanfällig erweisen, wenn man von der Materie keine Ahnung hat.

- 4. Man muss Kenntnisse aller vorgeschriebenen rechtlichen Belange haben, sonst kommt irgendwann unweigerlich der sehr teure Rückschlag, siehe der erste Versuch von Hobbytown mit dem Warenhaus in Hamburg, das bald nach der Eröffnung wieder schließen musste, weil man eben gewisse Regularien einfach nicht beachtet hatte, dafür ein Konkurrent umso mehr.

Da der Fragesteller durch sein Post ja eben genau nach diesen Dingen fragt, sei festgehalten, dass dieser also keine einzige der hier genannten Voraussetzungen erfüllt, darum: Lass es, Hände weg.

Grüße
Udo

Klaus(i)

RCLine User

Wohnort: Achim b. Bremen

Beruf: Mensch

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20

Freitag, 22. Januar 2010, 17:18

Das hier geschriebene ist alles soweit richtig.

Um dem Ganzen hier mal einen positiven Touch zu geben, möchte ich mal eine Vorgehensweise vorschlagen, wie man eventuell doch einen risikoärmeren Weg findet so etwas zu realisieren.

- Als erstes würde ich mal die Marktchancen für das Modell abklären, indem ich verschiedene Veranstaltungen besuche auf denen das Modell geflogen wird. Dabei die Reaktionen des Publikums / der anderen Piloten kritisch beurteilen. Vielleicht dazu einen Außenstehenden mitnehmen.

- Wenn man meint, dass ein Interesse für das Modell vorhanden ist, kann man vielleicht in Zusammenarbeit mit einem Tischler eine kleine Serie (~10) fertigen lassen.

- Diese Kleinserie kann man versuchen über verschiedene Verkaufsplattformen an den Mann zu bringen. Schon an dieser Stelle kann man ganz gut eine Kostenanalyse / Wirtschaftlichkeitsbetrachtung machen.

- Sollte das bis hier hin funktionieren, muss man sich über die oben bereits erwähnten Punkte Gedanken machen und die nächsten Schritte einleiten. Wenn man nicht alles selber machen möchte (z.B. Fertigung) kann man ein paar Stolpersteine links liegen lassen.

Ein Produkt ist als Portfolio aber auch etwas knapp.

EDIT: Wenn Deine Idee(n) etwas schützenswertes ist / sind, sollte man sie schützen lassen (Gebrauchsmuster, Patent?). Ansonsten wird man schnell von den Großen platt gemacht. Das ist zwar auch keine Garantie, aber besser als nichts.
-

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »klausi0« (22. Januar 2010, 17:38)