Jettaheizer

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Beruf: Prozessleitelektroniker, Werkstattleiter Schaltschrankbau

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41

Sonntag, 20. Juli 2003, 13:06

Hallo Leute,

aus aktuellem Anlass will ich diesen Fred mal wieder aus der Versenkung holen.

[OffTopic]

Frage an die Modis: Warum existiert der Fred eigentlich viermal und davon dreimal geschlossen? ???

[/OffTopic]

So, nun zum Thema.

Als ich das letzte Mal hier im Fred einen Beitrag geschrieben habe, hatte ich gerade eine mündliche Zusage für eine neue Stelle bekommen. Ich sollte für eine in Kerpen ansässige Firma arbeiten, Arbeitsort wäre Minden gewesen. Es wurde mir damals gesagt, daß ich spätestens zum 01.06. dort anfangen solle. Was genau innerhalb dieser Firma lief, weiß ich nicht, auf jeden Fall wurde der Termin immer wieder hinausgeschoben. Ich wurde 10 Wochen lang immer wieder vertröstet. Dann plötzlich erhielt ich Donnerstags einen Anruf vom Chef persönlich (ich hatte sonst immer nur mit dem Geschäftsführer gesprochen), daß ich Montags eine Woche zur Probe arbeiten solle. So, wie er sich verhielt, war es sehr dringend, ich nehme mal an, daß er schnellstmöglich eine Urlaubsvertretung brauchte. Grundsätzlich wäre das kein Problem gewesen, hätte man mich nicht ohne Vertrag oder sonst irgendetwas schriftliches hinschicken wollen. Mit dem Gedanken konnte ich mich allerdings nicht anfreunden, es war mir einfach zu riskant. Dann kam dieser Mensch auf die Idee, das Ganze als Trainingsmaßnahme über´s Arbeitsamt laufen zu lassen. Okay, dachte ich mir, dann warte ich, bis das Arbeitsamt mir etwas dazu schreibt. Die "beste" Idee dieses Chefs war allerdings, daß ich mich mittels Ich-AG selbständig machen und dann als Subunternehmer für seine Firma (und dann natürlich in seinem Namen!) arbeiten sollte. In diesem Momemnt schrillten bei mir alle Alarmglocken. Er beharrte so massiv darauf, daß ich erst recht skeptisch war. Er hatte in meinen Augen nicht das geringste Interesse daran, mich einzustellen. Stattdessen wollte er sein Risiko und seine Kosten minimieren und ich hätte dann die ganz große Ar***karte gezogen. Ich habe der Firma dann klargemacht, daß ich für sie entweder mit Arbeitsvertrag oder garnicht arbeite. Ich habe seither nichts mehr von dieser Firma gehört (hätte mich auch sehr gewundert!).
Mittlerweile war mein Anspruch auf Arbeitslosengeld erschöpft, also beantragte ich Arbeitslosenhilfe. Dieser Antrag wurde abgelehnt, weil ich nach Aussage des Arbeitsamtes "zu viel Vermögen" in Form einer Kapitallebensversicherung besitze. Diese soll meine private Altersvorsorge sicherstellen und läuft seit 12 Jahren. Ich habe daraufhin natürlich Widerspruch gegen die Ablehnung eingelegt, das Verfahren läuft noch. Ich bin dann auch beim Sozialamt gewesen, in der Hoffnung, dort vielleicht Geld zu bekommen, weil ich absolut pleite war (und derzeit auch noch bin) und keine Ahnung hatte, wie ich meine Versicherungen bezahlen soll. Auch dort wurde der Antrag abgelehnt, aus den gleichen Gründen wie beim Arbeitsamt. Nun muß ich also abwarten, wie der Widerspruch beim AA ausgeht.
Während dieser Sache und nachdem mir klar wurde, daß die Firma in Kerpen für mich gestorben ist, habe ich mich an eine Firma gewandt, die schon einmal vor längerer Zeit Interesse an mir gezeigt hatte. Ich habe dort also angerufen und wurde auch zu einem Gespräch eingeladen. Da der Chef meine Unterlagen auf die Schnelle nicht finden konnte, hatte ich zu diesem Gespräch vorsichtshalber alles mitgenommen. Nach etwa 45 Minuten waren wir uns fast einig, er wollte mich haben. Lediglich mit meinen Gehaltswünschen war er nicht so ganz einverstanden, aber das hatte ich eigentlich auch erwartet.
Zwei Tage später rief er mich an und sagte, daß der zuständige Mensch in der Abteilunbg, wo ich im Falle der Einstellung eingesetzt werden würde, im Urlaub sei. Ich sollte dann am 24.07. einen Anruf bekommen, am 25. ein Gespräch haben und, wenn das positiv sei, am 28. anfangen.Das wäre also in gut einer Woche gewesen.
Am vergangenen Mittwoch rief er mich morgens an und fragte, ob ich vielleicht schon früher anfangen könnte. Ich sagte zu, obwohl mir das einige Planungen über den Haufen warf. Also fuhr ich mittags dort hin, machte mit dem Chef meinen Arbeitsvertrag klar, bekam gleich noch mein Werkzeug und Arbeitskleidung für die ersten paar Tage, sah mir schon einmal ein wenig meinen neuen Arbeitsplatz an und redete mit dem stellvertretenden Chef der Abteilung.
Und am Donnerstag morgen trat ich meine neue Stelle an.
Ich gehöre nun also wieder zur arbeitenden Bevölkerung. Freitag nachmittag rief mein Chef dann an und fragte, wie mir die ersten beiden Tage gefallen hätten, wie ich mit den Kollegen zurecht käme usw. und sagte mir, daß man bisher mit meiner Arbeit ganz zufrieden sei. Ich hoffe nun, daß dies auch lange so bleibt.

Um diesem langen Text nun ein kurzes Ende zu machen: es gibt immernoch Hoffnung! Ich war jetzt seit letztem Jahr alles in allem ca. 14 Monate arbeitslos. Und von heute auf morgen (und das im wahrsten Sinne des Wortes!!!) hatte ich wieder eine Stelle. Und wenn ich das schaffe, schafft das jeder andere Arbeitslose auch, denn etwas besonderes bin ich sicher nicht.
Jeder Arbeitslose soll den Mut und die Hoffnung nicht verlieren, dann klappt es auch mit einer neuen Stelle. Manchmal sogar schneller als man denkt!

Gruß,
Franz
Sei einfach Du selbst!

Schon ein einziger Buchstabendreher kann den ganzen Satz urinieren...

El_Torro

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42

Sonntag, 20. Juli 2003, 14:38

Was ich jetzt sage, ist ernstgemeint Franz, Du kennst mich zwischenzeitig:

Zitat

Wenn Mann den Artikel liest, können einem die Tränen vor Rührung kommen.

Ist schön, daß es endlich geklappt hat, denn ich spreche aus Erfahrung, bin in letzter Zeit auch auf Arbeitssuche für Su gewesen, Gott sei Dank gehts aber bei denen weiter unter Lohnkürzungen.Das Arbeitsamt hat auch kein Geld mehr für Kurse.
Super netten Gruß JO+SU

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »El_Torro« (20. Juli 2003, 14:39)


43

Sonntag, 20. Juli 2003, 19:30

Zitat

[OffTopic]

Frage an die Modis: Warum existiert der Fred eigentlich viermal und davon dreimal geschlossen?

[/OffTopic]


Weiss ich auch nicht mehr. War glaube ich auch verschobene freds dabei....

Ansonsten sehr sehr gute Nachrichten Franz. :ok: :ok:
..:Andreas:.. Held des Forums ist ......

44

Samstag, 26. Juli 2003, 23:02

Hallo, liebe Forums-Einwohner!

Jetzt habe ich mich hier fast eine Stunde durch den Thread gelesen und bin echt begeistert von der Offenheit, mit der hier so mancher sein Problem geschildert hat.

Jochen´s Initiative finde ich absolut Klasse! :ok:

Dem Franz wünsche ich absolut das Beste für die Zukunft. Toll, daß es nach all den Monaten dann doch noch geklappt hat!

Mich hatte das Schicksal auch getroffen, und ich stand zum März dieses Jahres auf der Strasse - das absolut erste Mal für mich, nach 16 Jahren im Beruf...

Gerechnet hätte ich mit sowas nie: Gute Qualifikationen, viel Berufserfahrung... jeder andere, aber doch nicht ich, oder? :nuts:

Die psychologische Komponente dabei, dieses Ich-werde-nicht-gebraucht-Gefühl, ist mit das Schwerste, was man in der Anfangszeit zu überwinden hat, davon darf man sich keinesfalls unterkriegen lassen, sonst ist der Ofen wohl gleich aus.

Und so ging sie los, die Zeit des Suchens und Hoffens... :dumm:

Wer glaubt, das Arbeitsamt würde nun alle Hebel in Bewegung setzen und massenweise tolle Stellenangebote vorlegen, der irrt - mir legte man schon im ersten Gespräch nahe, mich bundesweit, am besten gleich europaweit zu bewerben und -egal was- jeden einigermaßen passenden Job anzunehmen.

Die Argumente waren einfach Spitze (O-Ton Arbeitsamt):

-"Der örtliche Arbeitsmarkt ist tot"
-"Sie werden hier höchstwahrscheinlich weniger als ihr Arbeitslosengeld verdienen"
-"Selbst Ingenieure fangen hier mit Einstiegsgehältern von 25.000 Euros an"

Mit anderen Worten: Verzieh Dich, wir müssen unsere Statistik sauber halten...

"Tretet ein, und lasset alle Hoffnung fahren", sollte an den Türen der Arbeitsvermittler stehen! :evil:

Das ich noch zwei kleine Kinder, davon eins in der Einschulung, im Schlepptau habe und ein Umzug aus familiärer Sicht derzeit das Allerletzte wäre, stieß bei den Herrschaften auf völlig taube Ohren.

Fazit: Selbst ist der Mann, von dort kommt keine Hilfe... :no:

Über den derzeitigen Arbeitsmarkt zu schwafeln, ist müßig... jeder weiß wohl, wie mau die wirtschaftliche Situation derzeit ist.

Viele Bewerbungen, ebensoviele Absagen, kaum Vorstellungsgespräche... es waren fünf sehr frustrierende Monate.

Letzten Monat war das zehnjährige Klassentreffen meiner Techniker-Klasse angesetzt, und ich fuhr mit sehr gemischten Gefühlen dort hin.
Um so überraschter war ich, daß doch etwa 25% der Klasse bereits Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit gemacht hatten - teilweise sogar bis zu einem Jahr... :hä:

Ich stand schon kurz davor, dem Tipp des Arbeitamtes nachzukommen und mich bundesweit zu bewerben, da brachte eine Bewerbung doch noch Erfolg!

So werde ich also ab 01.08. wieder Arbeit haben, und das auch noch in einem Bereich, wo ich mir eigentlich gar nicht viele Chancen ausgerechnet hatte.


Und noch ein praktischer Tipp für Stellensuchende:

Viele Firmen suchen derzeit Mitarbeiter (Schlosser, Elektriker, Techniker, Ingenieure) für den Aussendienst im technischen Bereich, da läuft fast immer was, weil das kaum einer machen will.

Man ist sehr viel unterwegs, aber der Verdienst ist eigentlich nicht übel...

Einfach mal entsprechend initiativ bewerben, meist stehen diese Stellen nur selten in der Zeitung.

Viele Grüße

Torsten
[SIZE=4]www.zuendapp.net - die grösste Zündapp-Community im Internet! :ok:[/SIZE]

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El_Torro

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45

Sonntag, 27. Juli 2003, 06:00

Hallo Torsten erst mal herzlichen Glückwunsch zum neuen Job.
Was Du schreibst, kann ich wieder nur bestätigen, auf der Suche nach einem Job für meine liebe SU(Ehefrau) , die wäre auch bald arbeitslos geworden, da selbst die Weiterbildungs Kurse beim Arbeitamt teilweise wegen Geldmangel, gestrichen sind, bin ich immer wieder bei Arbeitgebern auf die Frage gestoßen, welche Ausbildung hat Sie?
Dipl.Handelskauffrau, oder Betriebswirt ist z.Zt. nicht gefragt, was gesucht wird, sogar im Lehramt sind Techniker oder Ingeneure!!!
Ich hätte sofort als Berufschullehrer anfangen, können!
Also gibt es doch noch Stellen , ich habe Ihr dann durch ein bißchen Vitamin B,
vorsichtshalber 2 Stellen ausfindig gemacht, hier in örtlichen Betrieben, die auch zum Sept.2003 zu besetzen wären.
Netten Gruß vom Jochen und alles Gute für die Probezeit. :ok:

Thomas_Hoeft

unregistriert

46

Sonntag, 27. Juli 2003, 08:05

Moin Thorsten,

Suoper, Deine Mail war eine der Besten Nachrichten in den letzten Tagen :ok:

AntwortMail ging vorhin raus.

Ich erlebe gerade wieder das Gegenteil: Mein Neffe ( inzwischen 28 ) ist zum was weis ich wievielten Mal arbeitslos geworden - wie (fast) immer nicht ganz unschuldig.

So weit so gut. Ich habe ihm einen Job in meiner Firma (Hausmeister/Dienstleistungs-Service) angeboten, allerdings mit der Auflage endlich einen Führerschein zu machen. Ich kann ihn ja nicht immer überall hinfahren. Ich habe beim AA angeklopft, die hätten ihm den Lappen sogar bezahlt!!!

Kommentar: "Och nö, noch Mal die Schulbank drücke, da habe ich keine Lust!! Kann ich nicht ab und an schwarz bei Dir was machen? Ist doch auch für Dich einfacher?"

Pustekuchen, nach diesem wiederholten Versuch bin ich ab sofort durch mit dem Thema...kann alles nicht wahr sein...man man man.

Ihr hättet mal meine Schwester erleben sollen :D :D

Also Thorsten, mach was draus, ich weiss es ist immer nicht ganz einfach in eine bestehende HAckordnung reinzufinden aber Du schaffst das schon. Ist alles besser als immer "Vera am Mittag" schauen zu können :ok:

Viel Glück und alles Gute (auch allen anderen Suchenden)

Gruss Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Thomas_Hoeft« (27. Juli 2003, 08:06)


Der Zeugwart

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47

Sonntag, 27. Juli 2003, 18:23

Tach zusammen
Sollche Storrys wie Thomas könnte ich ne Menge erzählen.
Ich arbeite bei einem recht großen Möbelhaus (ca 370 Mitarbeiter). Unser Chef sucht Leute ohne Ende. Vom Müllsortierer bis zum Verkäufer wird alles gesucht. Da solltet ihr mal sehen was da für Leute kommen. Die kann man echt nicht auf die Kundschaft loslassen. Ich glaube unsereins würde die garnicht reinlassen, wenn die mit den Möbeln vor der Tür ständen. Und wenn dann mal einer dabei ist mit dem man was anfangen kann, dann meldet der sich nach zwei Wochen krank. Bis zum Thema Hackordnung kommen die meisten garnicht erst.

Gruß Dieter

hanjo

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48

Sonntag, 27. Juli 2003, 20:12

Hallo,
ich denke, daß bei fast 5 Millionen Arbeitslosen und bei 500.000 offenen Stellen das Verhältnis doch recht klar ist.
Vielleicht sind tatsächlich 2 Millionen Arbeitslose nicht arbeitswillig und davon die Hälfte auch unqualifiziert. Vielleicht sind auch unter den arbeitswilligen Leuten
einige unqualifiziert. Dennoch gibt es deutlich mehr qualifizierte, arbeitswillige Arbeitslose als offene Stellen. Ich finde es deshalb als ausgesprochen problematisch, die Mankos, die ein Unternehmen bei der Mitarbeitersuche hat,
als Beweiführung für die allgemeine Arbeitsunwilligkeit heranzuziehen.
Vielleicht ist es ja tatsächlich schwierig zuverlässige ´Mitarbeiter für niedrig bezahlte Jobs zu finden. Wenn man jedoch zu 90 % Bewerbungen von Leuten erhält, "die man nicht auf die Menschheit loslassen kann", und die verbliebenen
10 % sich nach 14 Tagen krank melden, dann sollte man sich überlegen die Personalauswahl und Ansprache in kompetentere Hände zu legen. Ich glaube,
ein Unternehmen hat immer die Mitarbeiter, die es verdient. Systematische Auswahl von Nieten erzeugt Kosten, die man wohl besser in attraktive Arbeitsbedingungen und Gehälter inverstiert.
MfG Hanjo

Thomas_Hoeft

unregistriert

49

Sonntag, 27. Juli 2003, 21:45

Mit 500.000 offenen Stellen kommst Du aber nicht ganz hin.

Es fehlen im Hochqualifizierten Bereich allein ca 1,2 Mio Arbeitskräfte in Deutschland. Der Bereich der Niedrigqualifikation ist ebenfalls nicht abgedeckt.

Auf der anderen Seite "rechne" ich eher mit ca 5,5 bis 6 Mio. Erwerbslosen.

Das Problem sind zum einen die hohen Qualifikationsansprüche die nicht erfüllt werden, und auf der anderen Seite der Skala die Ansprüche der Arbeitslosen.

Ich habe Probleme damit ne Hilfe zu finden die morgens um 4 Uhr anfängt. Dass sie daüfr gegen 12 Uhr Feierabend hat, ´wird oftmals nicht gesehen.

Zitat:
ein Unternehmen hat immer die Mitarbeiter, die es verdient

Ganz so einfach kann man das nicht sehen, wirklich nicht.

Mein Schwager sucht für seine Lackierei seit über 1 Jahr einen fähigen Lackierer. Pustekuchen. Die sind auch nicht bereit sich weiter zu bilden um z.B. in die Airbrush-Schiene einsteigen zu können. Wohlgemerkt, die Fa. hätte es bezahlt und der Markt ist definitiv da.

Gruss Thomas

Der Zeugwart

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50

Sonntag, 27. Juli 2003, 21:57

Hallo Hanjo
Mein Schreiben war nicht als Beweis für die allgemeine Arbeitsunwilligkeit gemeint.Es geht bei uns auch nicht um niedrig bezahlte Jobs. Bei uns hat jeder die Möglichkeit unabhängig von seiner Qualifikation (ja sogar ohne Qualifikation), wie ich finde "ne menge Kohle" zu verdienen. Aber genau das ist das Problem. Es gibt für die meisten Tätigkeiten in unserem Betrieb gar keine Qualifikation, die auch keine noch so kompetente Hand überhaupt erst als Auswahlkriterium heranziehen könnte. Was nutzt uns der beste Schreiner, der die tollsten Schränke bauen kann, wenn er zu blöd ist diese durch ein enges Treppenhaus zu tragen. Was nutzt uns der supergut ausgebildete Innenarchitekt, wenn er seine Ideen nicht verkaufen kann oder besser gesagt einem Laien (und das sind die meisten Kunden nunmal) verständlich machen kann. Es gibt, meiner Meinung nach, nur einen sicheren Weg herauszufinden ob jemand in einem Job gut ist oder schlecht und der ist: Ausprobieren. Nur können wir vielen Bewerbern (Nicht gerade 90% aber doch auffällig vielen) erst gar nicht die Möglichkeit geben sich zu bewähren, weil wir sie aufgrund von "Äußerlichkeiten" nicht auf unsere Kunden loslassen können.
Ich denke das auch unser Betrieb die Mitarbeiter hat die er verdient.Sicherlich, ein Gehalt könnte immer "ein wenig" höher sein aber im brancheninternen Vergleich liegen wir sehr gut. Und wo gibts schon 13 Wochen Urlaub, den man noch dazu nehmen kann wann man will.

Gruß Dieter

El_Torro

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51

Sonntag, 27. Juli 2003, 22:15

Hallo Dieter, ich lese nur daß Du aus Aachen bist, vielleicht haben wir arbeitlose Fliegerkollegen die Du von rcline kennst, die Du auch magst,die Arbeit suchen, würdest Du Dich eventuell für die, als Arbeitlose verbürgen, dann wären doch Jobs bei Euch zu besetzen, gibt doch mal einen weiteren Tip wo sich arbeitslose Kollegen als Möbelverkäufer oder in anderen Jobs bei Euch bewerben könnten, nicht den Namen, eventuell einen Link Eures Hauses in Aachen????
Das ist ja nicht verboten!
Netten Gruß vom Jochen

hanjo

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52

Montag, 28. Juli 2003, 11:30

Hallo Jochen,
:ok: Bewunderung von meiner Seite für dich, daß du sofort versuchst im Sinne
deines Themas etwas für die Arbeitssuchenden zu tun.

Hallo Thomas,
Ich habe ja schon beider Zahlen aufgerundet. Allerdings, daß du die Zahlen der offenen Stellen vervielfachen willst????
Leider waren im Juni nur 323.000 offene Stellen registriert. Und die Stellenangebote in den Zeitungen reichen wohl kaum um auf 500.000 zu kommen.
Die Zahlen der Arbeitgeberverbände, Mittelstandsvereinigungen etc. sind da nicht sehr seriös. Ich erinnere an das Thema Green Card für EDV Spezis. Statt
100.000 bis 1000000 offener Stellen ging das Thema nach hinten los. Weniger als 20.000 wurden tatsächlich aus dem Ausland geholt, 2 Jahre Später haben wir über 100.000 arbeitslose EDV-Spezialisten. Ich habe viele Leute eingestellt und auch bei Rationalisierungen entlassen müssen. Aber Eure Erfahrungen habe ich nur als die Ausnahme kennengelernt die die Regel bestätigt.

Hallo Dieter,
dann setze dich doch mal für Jochens Sache ein, und sorge dafür, daß ihr die offenen Positinen an das Arbeitsamt komuniziert. Wir wollen doch alle das Gleiche:
Eine Gesellschaft ohne Randgruppen, soziale Probleme und fehlende Ziele.


Für mich ist evident, daß viele offene Stellen so dürftig in der Ausstattung sind,
daß sie sich nur noch an den Markt der Arbeitlosen orientieren. Gott sei dank sind ja mehr als 85 % noch immer in Lohn und Brot. Wenn man die Arbeitsbedingungen so interessant gestaltet, daß auch Wechselwillige sich bewerben, dann bewerben sich auch qualifizierte Arbeitslose. Ich finde es menschenverachtend, wenn z.B. Architekturbüros Architekten suchen, und ihnen im Einstellungsgespräch dann sagen, sie müßten aber erst einmal sich mit der Bezahlung als ungelernte Kraft begnügen, und der Arbeitsvertrag könnte auch erstmal nicht die Position als Bauingenieur beinhalten, aber sie wären ja dann zumindest wieder "drin" und "kommt Zeit kommt Rat". Ebenfalls finde ich es menschenverachtend, wenn die gleichen Arbeitgeberverbände, die für Lockerung der Kündigungsfristen bei älteren Arbeitnehmern eintreten gleichzeitig die Reduzierung des Arbeitslosengeldes und Heraufsetzung des Rentenbeginns fordern. Nein, ich bin bestimmt kein Gewerkschaftler, dafür habe ich mit denen mehr als eine Schlacht schlagen müssen. Ich habe mir nie Sorgen um meinen Beruf und mein Einkommen machen müssen. Dennoch halte ich es für höchst fatal, Arbeitslosigkeit und Arbeitunwilligkeit auch nur tendentiell gleichzusetzen.
In einer Zeit des Shareholder-Value honoriert der Aktienmarkt die Arbeitsplatzvernichtung (Rationalisierung) höher als unternehmerische Langzeitperspektiven und gesellschaftlische Verpflichtung. In einer Gesellschaft wo die Investition in Arbeitsplatzvernichtung in einem Jahr durch die Unternehmen von den Steuern abgesetzt werden kann (Abfindungen), und die Investition in Arbeitsplatzschaffung (Gebäude/Maschinen) über 10 oder mehr Jahre abgeschrieben werden muß, darf man sich nicht wundern, wenn den Unternehmen das Geld in der Kasse fehlt, ihre gesellschaftlichen Aufgaben wahrzunehmen.

Ich wohne im Alten Land. Dort kommen die Äpfel nur mit Hilfe von türkischen und polnischen Saisonarbeitern von den Bäumen. Vordergründig sind die Deutschen sich zu schade für diese Arbeit. Tasächlich muß der Bauer nur 5 % Pauschalsteuer für den ausländischen Arbeiter zahlen. Wenn der Bauer für den deutschen Arbeiter das gleiche ausgibt, hat der 20% weniger in der Tasche als sein polnischer Kollege (25% Abgaben bei Minijobs).

Die Liste der arbeitsfeindlichen Umstände in Deutschland kann man ellenlang fortsetzen. Die meisten Arbeitslosen sind Opfer dieses Systems. Man sollte sie nicht zu Tätern machen.

MfG Hanjo

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hanjo« (28. Juli 2003, 11:34)


53

Montag, 18. August 2003, 22:14

Moins
Mal den Beitrag wieder hoch schieben.

Naja auch son bisken Nervenbalsam für mich :D

Freue mich über alle die bis jetzt hier Erfolg hatten. Bei mir kommen solangsam Zweifel ob ich doch den richtigen Beruf gewählt habe. Früher in meinem alten Job hatte ich nie das Problem. Hingehen, Tach da bin ich, Vertrag in der Tasche.
Heute "Bitte nur schriftlich, Nix Telefon und Fantereien bis zum Geht nicht mehr. Statt Absagen------------nur noch Stillschweigen.
Hab eigentlich gedacht bei dem " Manko " an IT Kräften, bekommt man mal nen Job. Denkste,selbst für Mickey Mouse Buden musste schon Ahnung von allem haben. :no: Aber das man sich selber auch Fortbilden kann,muss, will. Steh ich da so allein da. Hab meine Suche schon auf ganz Deutschland ausgeweitet. Würde mich ja inzwischen schon mal glatt über eine Absage freuen. :D
Habt ihr da ähnliche Erfahrungen. Heist ja immer in eine schriftliche Bewerbung Rückumschlag stecken. Aber mal ehrlich das ist mir dann doch zu doof. Das sieht irgendwie so aus als ob man schon damit Rechnet nicht genommen zu werden.
Für mich als Quasi Jobsuch Neuling wird das so langsam richtig frustrierend.
Mann ey in dem Staat hier darf dir mal wirklich nix passieren. Da muss man schon eine Ausbildung in 2 jahren durchziehen für die andere 3 Jahre Zeit haben. Schafft das auch noch und hat den Ruf ein Umschüler zu sein der eh nix taugt.
Irgendwie gehn mir jetzt schon die Ideen aus. Kann man die Jungs schon bewundern die sich nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit nicht unterkriegen lassen. Hoffe ich hab diese Harnäckigkeit auch noch. Und ich such erst seid ca. 3 Monaten :D :D

Egal hab ja jetzt mit RCline einen Haufen Geld für einen privaten Seelenklempner gespart. :evil:

Ich bleib am Ball und werd Berichten falls sich was tut.

Gruß
Micha

El_Torro

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54

Dienstag, 19. August 2003, 18:49

Hallo Michael, da bin ich wieder:
Gib mal unter GOOGLE : Arbeitsamt Brandenburg ein, dann in SIS gehen und
IT-Sachbearbeiter eingeben unter Berufssuche, da findest Du 25 Stellen für Dich,
2 sogar in Berlin, wenn Du weitere <Hilfe brauchst, melde Dich!
Netten Gruß vom Jochen

hanjo

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55

Dienstag, 19. August 2003, 19:48

Hallo Michael,
laß dich nicht unterkriegen. Was war denn dein alter Beruf? Geht denn da nicht was? Ansonsten würde ich zusätzlich mit Intiativbewerbung arbeiten. Das geht eben wunder bar per Mail, da hierfür eine formale Bewerbung unangemessen wäre. Die einzige Dokumentenanlage die notwendig ist wäre ein Lebenlauf.
Viel Erfolg!
MfG Hanjo

56

Mittwoch, 20. August 2003, 12:03

Hi

In Punkto Jobbörse bin ich im Moment Experte. :D
Und Initativ Bewerbungen schreib ich mehr als genug. Mit meinem alten Job kann ich nur noch was Anfangen wenn ich eine Querverbindung finde. Habe ich auch schon mal abgescheckt was da so an Firmen in Frage kommt.
Bei mir ist das Hauptproblem das ich den neuen Beruf durch ne Umschulung gemacht habe. Das ist wie ein Fluch. Leider auch durch viele unseriöse Anbieter dieser Ausbildung begründet. Viele sind auf den Zug aufgesprungen, die es hätten lieber bleiben lassen sollen. Und diese Leute bewerben sich auch. Irgenwie hab ich auch Verständniss für die Firmen, das sie irgenwo Mistrauisch sind. Dumm ist nur das du irgenwo in der IT Welt in Zugzwang kommst. Alles kann man zu Haus nicht nachvollziehen. Und wenn man nicht irgenwo unterkommt wo man Täglich damit zu tun hat, biste technisch bald weg vom Fenster. Naja Schaun wir mal.
Noch seh ich ja Licht am Horizont :evil:

Gruß
Micha

Thomas_Hoeft

unregistriert

57

Mittwoch, 20. August 2003, 12:25

Moin,

ne Umschulung in den IT-Bereich wollten siemir damals auch schmackhaft machen. War noch ne ziemlich neue Geschichte damals.

Zum Glück habe ich mich vor dem Beginn der Maßnahme dann dazu durchgerungen meine eigene kleine Firma aufzumachen. Das war vor fast 6 Jahren - heute habe ich 2 feste Mitarbeiter und gut zu tun.

Hätte ich mir vor 10 Jahren als Betriebsrat und alter Metaller :D auch nie träumen lassen.

3 x Holz.

Alles andere habe ich schon mal auf Seite 2 gepostet

Gruss Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Thomas_Hoeft« (20. August 2003, 12:29)


El_Torro

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58

Freitag, 22. August 2003, 20:56

Kurz mal zwischendurch, mein angehender >Schwiegersohn, als Student(abgebrochen) der Biologie, 6 Semester fängt nach vielen >Telefonaten als Volontär bei einer Nordhessischen großen Zeitung am Montag an!
Außerdem stellt die Post im mittleren Dienst noch Lehrlinge ein, schnellstens bewerben.
Netten Gruß vom Jochen