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1

Dienstag, 12. Mai 2015, 19:34

Versicherungsschaden. Wer bezahlt wieviel?

Hallo allerseits,

der Kopter eines Freundes wurde durch einen anderen Kopter in der Luft beschädigt. Schaden ca. 300 EUR. Seine Versicherung sagt, dass sie in dem Fall nur die Hälfte zahlen würde, weil der Schaden in der Luft verursacht wurde, und hat ihm das Schadenformular zugeschickt. Ich habe ihm gesagt, dass das zwar so sein könnte, aber die restlichen 150 EUR müsste der Verursacher zahlen. Stimmt das, was ich erzählt habe? Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass das bei mir mal so war. Ist aber schon zig Jahre her.

Gruß
Günther
"Wer tief fliegt, hat nur Höhenangst" - YT/Flightman

Horgul123

RCLine User

Wohnort: Heßheim (Pfalz)

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2

Dienstag, 12. Mai 2015, 19:59

Ist die Schuldfrage eindeutig? Wenn ja: Der Verursacher zahlt. Wenn nein (also beide sind gleich schuld) bleibt jeder auf seinem Schaden sitzen.....

Was für eine Art der Versicherung zahlt denn da überhaupt was? Scheint ja als "Vollkaskoschaden" gesehen zu werden.
Bye,
Oliver

Modelle: E-Segler, Nuris, Warbirds, E-Flieger, Quadcopter, Para-RC
Sender: FrSky Taranis
Mein Verein: Modellflugverein Bad Dürkheim - Ludwigshafen e.V.

3

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:13

Nach der Schuld wird wohl nicht gefragt. Scheinbar sind beide schuld, nur weil der Unfall in der Luft passierte. Er hat dort angerufen und den Fall geschildert - Er stand in der Luft und machte Aufnahmen, der andere ist ihm senkrecht von unten reingerauscht. Hätte ausgeseheh wie Absicht.
Es sind beide beim DMO versichert.
"Wer tief fliegt, hat nur Höhenangst" - YT/Flightman

4

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:18

Wenn der eine Copter quasi bewegungslos verharrt, und damit seine Bewegungen vorhersehbar sind, und der andere in diese nicht veränderte Position hineinfliegt ... ist für mich die Schuldfrage recht klar. Jeder hat eine Schadenminderungspflicht, und die ist hier einseitig nicht wahrgenommen worden.

Die Frage ist nur, ob man sich für 150,- Taler auf die Hinterbeine stellt, es entstehen ja ggf. Rechtsanwaltskosten. Auf jeden Fall würde ich mal bei Deiner eigenen Versicherung nachfragen, wie die den Sachverhalt einschätzen. Bei welcher Versicherung bist Du versichert?
Tarot 500, T-Rex 500

5

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:21

Könntest du dich mal besser ausdrücken. Schadenminderungspflicht? Was ist das?
"Wer tief fliegt, hat nur Höhenangst" - YT/Flightman

6

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:28

Jeder hat sich ja so zu verhalten, dass niemand geschädigt wird. Der Begriff Schadenminderungspflicht ist hier insoweit nicht richtig gewählt, weil es eigentlich um Fahrlässigkeit oder grobe Fahrlässigkeit geht. Wenn ein Copter also statisch in der Luft steht, und ein anderer Pilot das Flugfeld nicht sorgfältig genug im Auge hat, dann lässt er die notwendige Sorgfalt außer Acht, die er eigentlich hätte wahrnehmen müssen, um den Schaden zu vermeiden.
Tarot 500, T-Rex 500

schmonzel

RCLine User

Wohnort: Lüchow im Wendland

Beruf: Versicherungskaufmann

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7

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:29

Schadensminderungspflicht entsteht erst NACH einem Schadensereignis, um die Kosten nicht höher werden zu lassen...als notwendig.

Jeder ist natürlich verantwortlich für sein TUN und HANDELN und sollte somit etwaige Schäden von vornherein verhindern.

Bei unseren Flächenflug-Luftkontakten mit nachfolgendem Crash haben aber alle Beteiligten in Kauf genommen, dass es passieren kann.
Daher niemals Forderungen gestellt.

Mich wundert, dass hier die DMO einspringt.......

Aber unabhängig davon hätte der aufsteigende Pilot das nicht tun dürfen, ist m. M. nach zu 100 % SCHULD.
Happy flying, Andreas :prost:
Hangar : Ca. 30 Schäumlinge aller Art von 40 - 5500 gr., sowie 1 Sebart Su 1,60 m mit 6 S und ne Piper J 3 mit 2,45 m und gut 7 kg - 8 S ! :D
Sender : DX 9 & DX 6 i ( letztere für Filius )

8

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:33

Bei unseren Flächenflug-Luftkontakten mit nachfolgendem Crash haben aber alle Beteiligten in Kauf genommen, dass es passieren kann.


Kommt auf die Flugordnung an, falls es auf einem Vereinsgelände zum Crash kommt, oder eben von den Absprachen bei Wildfliegern. Wenn im Uhrzeigersinn geflogen wird, und ein Kollege nun meint, es müsse mal gegen den Uhrzeigersinn fliegen, würde ich das auch als fahrlässig / grob fahrlässig ansehen.
Tarot 500, T-Rex 500

9

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:42

Mein Freund hat mir den Vorgang geschildert. Der Verursacher meinte, er wäre nicht schuld, und wenn, dann müsste jeder seinen Schaden selbst zahlen. Über diesen Typen hat sich mein Fruend sowieso schon oft geärgert, aber das soll nicht das Thema sein.
Der Punkt ist, dass ich ihm erst sagen musste, dass er keine Schuld hat und es somit ein Fall für seine Versicherung wäre. Er wollte sich mit dem Schaden nämlich abfinden.
Jetzt hat er den DMO kontaktiert und die interessieren sich wohl wenig für die Umstände. Für mich ist auch der andere schuld. Ist wie im Verkehr - wer auffährt, hat Schuld. Es sei denn ...

So, jetzt noch ne Info. Der Verursacher hat seinen Teil schon bezahlt - 150 EUR abzgl. seiner kaputten Propeller. Ist ja von unten reingeflogen.
Das ist ein Schuldeingeständnis. Ich gehe jetzt davon aus, dass der DMO die restlichen 150 EUR bezahlt.

Ob obendrein was an dem dran ist, was er mir am Telefon sagte, weiß ich nicht. Man wäre nur auf Vereinsgelände versichert? Er ist in keinem Verein. Es hätte einer Aufstiegserlaubnis bedurft? Wohl kaum, wenn unter 5 kg und auf der Wiese geflogen. Soll in den AGB stehen.
"Wer tief fliegt, hat nur Höhenangst" - YT/Flightman

schmonzel

RCLine User

Wohnort: Lüchow im Wendland

Beruf: Versicherungskaufmann

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10

Dienstag, 12. Mai 2015, 20:59

Kommt auf die Flugordnung an, falls es auf einem Vereinsgelände zum Crash kommt, oder eben von den Absprachen bei Wildfliegern. Wenn im Uhrzeigersinn geflogen wird, und ein Kollege nun meint, es müsse mal gegen den Uhrzeigersinn fliegen, würde ich das auch als fahrlässig / grob fahrlässig ansehen.


Uhrzeigersinn ? Nö, heiteres Hin-und Herfliegen......aber niemand wird gezwungen, dann auch mitzumachen :evil:
Happy flying, Andreas :prost:
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11

Dienstag, 12. Mai 2015, 21:20

Du schmeißt hier glaub ich zwei Sachen durcheinander:

Die Versicherung bei DMO ist eine Haftpflichtversicherung. Diese reguliert Schäden, die der Versicherte bei Dritten verursacht und für die er haftbar ist (daher der Name). Sie reguliert keine eigenen Schäden.

Die Versicherung Deines Freundes reguliert die Schäden an dem Kopter seines Kupels, für die er haftbar ist. Umgekehrt regelt die Versicherung seines Kumpels den Schaden am Copter Deines Freundes, für den er haftbar ist. So weit so klar?

Die Versicherung Deines Freundes geht jetzt bei einer Kollision in der Luft von einer Haftungsverteilung von 50:50 aus. Das halte ich für legitim, da in solchen Fällen in der Regel kein "Schuldiger" ermittelt werden kann. Sie erstattet seinem Kupel also die Hälfte seines Schadens. Wenn umgekehrt die Versicherung seines Kumpels auch von einer Haftungsverteilung von 50:50 ausgeht (was ich annehme, da es dieselbe Versicherung ist), bekommt Dein Freund ebenfalls die Hälfte seines Schadens ersetzt, aber von der Versicherung seines Kumpels. Auf der anderen Häfte seines Schadens bleibt er sitzen, weil das der Anteil ist, für den er selbst haftbar ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »cybershadow« (12. Mai 2015, 21:41)


12

Dienstag, 12. Mai 2015, 21:45

Habe gerade nochmal meinen Ursprungstext durchgelesen. Ist irgendwie
falsch formuliert. Die Versicherung vom Kumpel ist ja auch die vom
Freund. Gemeint war, dass die Versicherung des Kumpels zahlen muss.
Leider nur die Hälfte. Sodass der Kumpel die andere Hälfte zahlen
muss.

Ich denke, wenn die Versicherung die Hälfte zahlen möchte, dann soll sie das machen. Die freiwillig vom Kumpel gezahlten 115 EUR haben sie nicht zu interessieren. Sie können also nicht sagen, das alles beglichen wurde, obwohl das Geld nicht von ihr kam. Es handelt sich nicht um Vers.betrug, wenn er trotz der 50/50 Regelung den ganzen Betrag bekommt. Die Hälfte von der Vers., die andere vom Kumpel, der auch seinen ganzen Schaden ersetzt bekam.

Es kann sein, dass der Verursacher denkt, mein Freund würde die Versicherung nicht in Anspruch nehmen wollen. Klar, er möchte ja auch nicht seinen Schaden von seiner Versicherung ersetzt haben, sondern nur den Schaden melden, den der Kumpel verursacht hatte, der den aber nicht melden wollte.
"Wer tief fliegt, hat nur Höhenangst" - YT/Flightman

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Günthi G.« (13. Mai 2015, 07:10)