Ingo_Flad

RCLine User

  • »Ingo_Flad« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-72760 Reutlingen

  • Nachricht senden

1

Montag, 23. Februar 2004, 08:59

An die Selbständigen unter euch

Servus zusammen,

hab mal ne Frage an alle Selbständigen hier im Forum.
Da mein Steuerberater immer habgieriger wird möchte ich mein Steuerzeugs gerne selbst machen. Es gibt ja jede Menge Steuer-Software aber welche taugt was ? Gerade als Gewerbetreibender muss man ja jeden Monat die Steuer einreichen.
Oder wie macht Ihr das ?

hanjo

RCLine User

Wohnort: Raum Stade/Buxtehude

Beruf: Privatier

  • Nachricht senden

2

Montag, 23. Februar 2004, 09:42

RE: An die Selbständigen unter euch

Hallo,
dreistufig ist die Empfehlung:
1: Einnahme/Überschußrechnung ohne Mehrwertsteuerabzugfähigkeit kanst du auf jeden Fall selber machen. Empfehlenswert Wiso Kaufmann.
2.: Einnahme/Überschußrechnung mit Mehrwertsteuerabzug solltest du auf jeden Fall ein Programm nehmen welches Datev Konten und Datev Schnittstelle bietet. Früher konnte das Wiso Kaufmann Programm das noch nicht. Ich glaube aber in der neusten Version ja. Dann ebenfalls WISO.
Grund: Wenn du nicht weiter weißt, weil das Finanzamt z.B. bei den Abschreibungen oder geteiltem Steuersatz bei PKW mit Privatnutzung dir Fehler vorwirft, mußt du so buchen, daß du einfach dem Steuerberater die Diskette mit deiner Buchhaltung geben kannst, und er macht für dich z.B. den Jahresabschluß.
3.) Wenn du kurzfristig zur Bilanzierung verpflichtet bist, auf jeden Fall beim Steuerberater bleiben, wenn deine Frau nicht zufällig Bilanzbuchhalter ist.

Ein letzter Tip. Geld, welches man ausgibt tut weh. Dennoch ist es für den Selbständigen eher vernünftig, sich auf sein Kernompetenzen zu konzentrieren.
Weiterhin ist es vernünftig, mehr Ernergie in die Kreierung von Ertrag zu stecken, als in die Reduzierung der Kosten. Outsourcing von Nicht-Kompetenzbereichen bringt eindeutig mehr Effektivität als Verzettelung.

MfG Hanjo

P.S.: bin nicht selbständig, habe aber ein wenig kaufmännisches Wissen.

3

Montag, 23. Februar 2004, 13:52

Hallo Ingo,

das kann ich gut nachempfinden, ich hab' meine Steuerberaterin kurzerhand vereinnahmt, das kommt auf Dauer billiger... :nuts:

Diese ganzen Programme (Wiso, Lexware etc.) kenne ich aus dem Mandantenkreis, das ist durch die Bank alles Müll, bestenfalls für jemand geeignet, der ein bisschen Buchführung spielen will.

Die bieten zwar eine DATEV-Schnittstelle an, aber funktionieren tut die nicht, weil die Sicherheitsvorkehrungen bei der Datev extrem hochgekurbelt sind.

Lexware is richtig krass, für die dauernden Updates bist Du nur am abdrücken...

Wenn Du selber kontieren/buchen willst, "Rewe-Compact" von der Datev, das läuft wenigstens korrekt.
Gibt's beim StB.

Die USt-VA ist ab einem bestimmten Umsatz das einzige, was Du monatlich einreichen musst, und die kannst Du auch selber machen, das geht sogar mit einem Excel-File.

Musst Du Löhne abrechnen?
Welcher Art ist das Gewerbe?

Ingo_Flad

RCLine User

  • »Ingo_Flad« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-72760 Reutlingen

  • Nachricht senden

4

Montag, 23. Februar 2004, 14:28

Servus zusammen,

nee, Löhne muss ich nicht berechnen.
Hab einen eigenen PC-Service mit Vor-Ort Reparaturen und Unterricht.
Mein Steuerberater hat durch meine Gewinnsteigerung mal kurzerhand sein honorar verdoppelt und das sehe ich nicht ein. Die 4 Zahlen auf die monatliche Steuerwische zu schreiben bekomme ich mit einem entsprechenden Programm auch hin. Und genau dafür such ich was. Ich dachte an das T@x 2004 Professional, soll sehr gut sein. Kennt Ihr das ?

Winfried

RCLine Neu User

Wohnort: Bochum

  • Nachricht senden

5

Montag, 23. Februar 2004, 14:42

Hallo Ingo,

Zitat

Original von Ingo_Flad
Mein Steuerberater hat durch meine Gewinnsteigerung mal kurzerhand sein honorar verdoppelt und das sehe ich nicht ein. Die 4 Zahlen auf die monatliche Steuerwische zu schreiben bekomme ich mit einem entsprechenden Programm auch hin.


da dein Steuerberater nach Umsatz / Gewinn abrechnet ist das, wenn er nach der Gebührenordnung abrechnet, durchaus berechtigt. Schreib ruhig mal irgendwelche Zahlen auf den monatlichen "Steuerwisch".

Wenn dann am Ende des Jahres eventuell aus falschen Zahlen eine Umsatzsteuersonderprüfung anfällt wird es teurer. Ich war über 14 Jahre Selbstständig im IT-Bereich. Kernkompetenz Steuer war immer was für den Fachmann.

MfG
Winfried

fhertel

RCLine User

Wohnort: Rheinhessen

Beruf: Elektroingenieur

  • Nachricht senden

6

Montag, 23. Februar 2004, 16:27

Hi,

je nach Gewinn (ich glaube, ab 30.000 Euro) stellt sich bei einem Gewerbe auch schnell die Frage nach einer erforderlichen Bilanz für das Finanzamt.

Die kann man nicht selbst erstellen, sondern man muß bilanzvorlageberechtigt sein (kostet €€€). Ich vermute mal, daß man so eine Bilanz vom Steuerberater nur erstellt bekommt, wenn man auch den ganzen Rest dort erledigen läßt. Weiß ich aber nicht genau, sollte man aber evtl. vorher klären, sonst braucht man das Programm erst gar nicht zu kaufen.

Viele Grüße
Frank

H.Weiss

RCLine User

Wohnort: D-91 Mittelfranken

  • Nachricht senden

7

Montag, 23. Februar 2004, 16:28

Zitat

Die 4 Zahlen auf die monatliche Steuerwische zu schreiben bekomme ich mit einem entsprechenden Programm auch hin.


Für die 4 Zahlen brauchst Du ein Programm! Kennst Du noch Stifte und hast eine
schreibfähige Hand? :D

Ne mal im Ernst: Mit Zahlen in ein Formular zu schreiben ist das ja nicht getan.
Das ist nur das Ergebnis, das der Mandant sieht. Ich arbeite auch in einer
Steuerkanzlei und bin daher etwas empfindlich auf solche Äußerungen. Die
Steuerberatergebührenverordnung schreibt sogar ein Mindesthonorar vor, das
sich nach Umsatz, Gewinn (je nach dem) richtet - ähnlich bei Notaren, Anwälten
usw.
Wenn Du die monatlichen Voranmeldungen selbst machst, dann nimmt Dein
Steuerberater mehr Gebühr für die Jahreserklärung, weil er dann Deinen ganzen Kram noch mal nachprüfen muss. Ich hab jedenfalls keine guten Erfahrungen mit
Mandanten die einen Teil selbst machen.
Mal angenommen ein Kunde von Dir werkelt selbst am PC herum und sagt dann zu Dir: Mach mal nur den Rest fertig, ich habs schon vorbereitet...
o.k. vielleicht hinkt der Vergleich..

Gruß
Herbert

Rüdiger Hoffmann

RCLine Neu User

Wohnort: Schleswig Holstein

  • Nachricht senden

8

Montag, 23. Februar 2004, 18:38

jetzt mal ohne fozzigkeiten:

"Steuerberatergebührenverordnung"... gibt es sowas in anderen ländern auch?

ist ne ernstgemeinte frage ohne hintergedanken.

gruss

Ingo_Flad

RCLine User

  • »Ingo_Flad« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-72760 Reutlingen

  • Nachricht senden

9

Montag, 23. Februar 2004, 19:15

Das mit den Gebühren ist schon recht undurchsichtig. Als ich mit meinem Geschäft angefangen hab wurde mir ein gewisser Betrag vom Steuerberater genannt, die monatlichen Kosten. War damit auch einverstanden. Aber plötzlich kommt er mit den doppelten Kosten pro Monat. Als ich ihn darauf angesprochen hab nannte er mir den Grund "Je mehr Gewinn, desto mehr bekommt er." Ich finde das ne rechte schweinerei, davon hat er mir am Anfang nichts erzählt. Die ganzen Gebühren sind ziemlich undurchsichtig aus Kundensicht. Und mir am Anfang nen niedrigen Satz aufschwätzen find ich auch nicht gut. Glaubt der gute man das ich nur Miese mach. Natürlich wächst ein Geschäft (oder auch nicht :nuts: ) und man erwirtschaftet nach und nach mehr Gewinn. Aber das hätte doch zum Beratungsgespräch dazu gehört. Und nicht plötzlich höhere Rechnungen schicken. Ebenfalls finde ich die Telekomunikationsbpauschale echt der Hit. Ich bezahle dafür das er mich anruft. Toll. Das müsste ich bei meinen Kunden auch bringen, dann wäre ich bald Pleite.
Sorry, ich möchte keinem aus diesem Gewerbe auf die Füsse treten, mich als Kunden stört sowas.
Das ist ja auch der Grund warum ich auf ne eigenständige Software umsteigen möchte.

da_Peda

RCLine User

Wohnort: A-3034 Maria Anzbach

  • Nachricht senden

10

Montag, 23. Februar 2004, 19:22

Hi,

Alternativ zu Deiner Softwarelösung kannst Du ja zu einem anderem Steuerberater gehen, und mal abklopfen, was der so nimmt.
lg
da Peda

Ingo_Flad

RCLine User

  • »Ingo_Flad« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-72760 Reutlingen

  • Nachricht senden

11

Montag, 23. Februar 2004, 19:28

Das stimmt natürlich, Peter. Anderseits wäre es doch interesannt wenn man in diesem Bereich auch ein bischen wissen hat.
Aber das werd ich dann auch noch machen.

frankyboy

RCLine User

Wohnort: Potsdam

Beruf: Geld verdienen

  • Nachricht senden

12

Montag, 23. Februar 2004, 19:49

Zitat

Ebenfalls finde ich die Telekomunikationsbpauschale echt der Hit. Ich bezahle dafür das er mich anruft


Das ist aber in dieser Branche normal. Gilt eben als Auslagentatbestand. Da heutzutage so einiges per Telefon/Fax gemacht wird, ist diese Pauschale aber durchaus nicht nur für den Anruf Deines Steuerberater an Dich gedacht, sondern für den ganzen anderen Telefon-Fax-Kram auch. Ist eben so. Jeder Anwalt kann und macht solch eine Pauschale bei Vollstreckungen beim Schuldner geltend.
Gruß Frank

13

Montag, 23. Februar 2004, 20:30

UUUUUUUUUnheimlich interessanter Thread !

Was habe ich denn für Möglichkeiten, die STEUERBERATER-KOSTEN ZU SENKEN ?

Wenn ich "selber Hand anlege" :evil: :evil: :evil: wird´s mir ja trotzdem durch
die "Prüfung" meiner Arbeit berechnet - also was gibt es WIRKLICH EFFEKTIVES ???



Gruß
Torsten
Meine [SIZE=4]BASTELSEITE[/SIZE]

Ingo_Flad

RCLine User

  • »Ingo_Flad« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-72760 Reutlingen

  • Nachricht senden

14

Montag, 23. Februar 2004, 20:40

Hey, einer der mich versteht :prost: :nuts:

sabbamoon

RCLine User

Wohnort: Hamburg

Beruf: Berater

  • Nachricht senden

15

Dienstag, 24. Februar 2004, 17:50

Pauschal wirst Du um eine gewisse Summe nicht herum kommen!

Ich halte es wie Hanjo schon eingehend gesagt hat. "Schuster, bleib bei Deinen Leisten".

Ich hab' aber folgendes gemacht: den monatlichen Aufwand beschrieben, und Angebote eingeholt! Und siehe da, die Jungs aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein sind günstiger als die Hamburger Kollegen. Jetzt habe ich einen StBer der 120km entfernt auf dem platten Land seine Kanzlei hat und einmal im Monat seine Mandanten in HH abklappert. Wenn es nichts dringendes zu besprechen gibt sieht man sich eben nicht. Alle Daten werden per verschlüsselter Mail oder per Fax ausgetauscht und die Buchhaltung geht jeden Monat per Post auf die Reise. Klappt alles perfekt!
Gruß,
Dieter

da_Peda

RCLine User

Wohnort: A-3034 Maria Anzbach

  • Nachricht senden

16

Dienstag, 24. Februar 2004, 18:02

Zitat

Original von Torsten K.
UUUUUUUUUnheimlich interessanter Thread !

Was habe ich denn für Möglichkeiten, die STEUERBERATER-KOSTEN ZU SENKEN ?

Wenn ich "selber Hand anlege" :evil: :evil: :evil: wird´s mir ja trotzdem durch
die "Prüfung" meiner Arbeit berechnet - also was gibt es WIRKLICH EFFEKTIVES ???



Gruß


Wie währe es mit einem Steuerberater, der die Auslagen die man für einen Steuerberater hat, wieder abklopft.... :evil:
lg
da Peda

17

Dienstag, 24. Februar 2004, 20:26

Zitat

Original von da_Peda

Zitat

Original von Torsten K.
UUUUUUUUUnheimlich interessanter Thread !

Was habe ich denn für Möglichkeiten, die STEUERBERATER-KOSTEN ZU SENKEN ?

Wenn ich "selber Hand anlege" :evil: :evil: :evil: wird´s mir ja trotzdem durch
die "Prüfung" meiner Arbeit berechnet - also was gibt es WIRKLICH EFFEKTIVES ???



Gruß


Wie währe es mit einem Steuerberater, der die Auslagen die man für einen Steuerberater hat, wieder abklopft.... :evil:


Cooooooooooooool !! :ok: :ok: :ok: :ok:
Nicht schlecht :evil: :evil: :evil: :evil: :evil:
Einfach genial - diese Aussage !

Gruß
Torsten
Meine [SIZE=4]BASTELSEITE[/SIZE]

H.Weiss

RCLine User

Wohnort: D-91 Mittelfranken

  • Nachricht senden

18

Mittwoch, 25. Februar 2004, 08:45

Hallo Ingo,
ich verstehe dich schon, ich will hier nicht die Steuerberater verteidigen nur weil
mein Arbeitgeber einer ist. Wollte nur darstellen, dass das auch nicht so einfach
ist mit ein paar Zahlen irgendwo eintragen usw.
Das mit deinen Gebühren ist natürlich nicht die feine Art, das ist auch klar. Die
Gebührenverordnung hat Mindest- u. Höchstgebühren, also hat man einen ziemlichen Spielraum je nach Arbeitsaufwand. Viel Umsatz bedeutet nicht automatisch viel Arbeit. Normalerweise redet man mit dem Mandant vorher darüber. Einfach die Aussage "mehr Gewinn macht mehr Honorar" ist natürlich schwach.
Eins ist auf jeden Fall klar: Der Mandant ist nicht auf den einen Steuerberater
angewiesen.
Am besten wäre ein Buchführungsprogramm, das mit dem des Steuerberaters
kompatibel ist, dann können die Buchungen eingelesen werden. Ich würde das
abstimmen. Unser Büro z. B. bietet das Programm mit dem wir arbeiten in Lizenz an und dann passt alles zusammen und der Kunde spart dann auch was und kann
nachfragen wenn er Probleme beim buchen hat.
Viele Grüße
Herbert