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Donnerstag, 1. Oktober 2009, 09:00

Keine Einschränkungen für Modellflieger

Keine Einschränkungen für Modellflieger

DMFV setzt sich erfolgreich für die Modellflieger in Deutschland ein

Seit zwei Jahren wird in und zwischen den jeweiligen Fachministerien des Bundes und der Länder diskutiert, wie unbemannte Luftfahrtgeräte („Unmanned Aerial Vehicles“/UAVs), wie zum Beispiel Drohnen, rechtlich zu behandeln sind. Die bisherigen luftverkehrsrechtlichen Regelungen boten hierfür keine ausreichenden Möglichkeiten. Daher suchten zum einen die Bundesländer in gemeinsamen Arbeitskreisen und Kommissionen nach einheitlichen Richtlinien/Grundsätzen für die bisher luftrechtlich nicht erfassten Luftfahrzeuge. Zum anderen versuchte das Bundesverkehrsministerium, die nicht mehr aktuellen Regelungen des Luftverkehrsrechts entsprechend zu aktualisieren. In beiden beschriebenen Prozessen drohten den Modellflugsportlern in Deutschland weitreichende Einschränkungen, die durch den Einsatz des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV) verhindert werden konnten.

Die Gefahr für die Modellflieger bestand darin, dass die eigenständige Luftfahrzeugkategorie „Flugmodell“ (§ 1 Abs. 2 Nr. 9 Luftverkehrsgesetz) wegfiele und dadurch die Flugmodelle in die Auffangkategorie der UAVs fallen würden. Mit der Konsequenz einer Verschärfung der Genehmigungsvorschriften für alle Modellflugsportler. Es war unter anderem zu befürchten, dass ein Verbot für das Fliegen außerhalb von Modellfluggeländen ausgesprochen werden würde und auch der Betrieb von Flugmodellen bis 5 Kilogramm Abfluggewicht nicht mehr erlaubnisfrei gewesen wäre.

Gegen die Pläne hat sich der DMFV in den entsprechenden Kommissionen modellflugfachlich durch seine Zulassungsbeauftragten Klaus Dettmer und Karl-Robert Zahn sowie rechtlich durch seinen Verbandsjustitiar Carl Sonnenschein erfolgreich zur Wehr gesetzt. Die Pläne der rechtlichen Zusammenlegung der Kategorien Flugmodelle mit sonstigen UAVs wurden fallen gelassen. Flugmodelle bleiben eine eigenständige luftrechtliche Kategorie der in § 1 Abs. 2 Luftverkehrsgesetz genannten Luftfahrzeuge. Damit war die Hauptgefahr von schwerwiegenden rechtlichen Einschränkungen für Modellflieger abgewendet.

Das Bundesverkehrsministerium legte sodann einen ersten Entwurf zur Änderung der Luftverkehrsordnung vor. Schon in der Einleitung dieses Entwurfs wurde klar, dass sich die Änderungen nur auf UAVs sowie auf „Himmelslaternen“ beziehen würden, nicht aber auf Flugmodelle. Die nach Vorlage des ersten Entwurfs verschiedentlich zu vernehmenden Stimmen, die das Ender der Modellfliegerei in Deutschland voraussahen, waren schon hier im Unrecht.

Jetzt galt es, dem ersten Entwurf der Änderung der Luftverkehrsordnung aus Sicht der Modellflieger noch die letzten scharfen Ecken und Kanten zu nehmen. Diese lagen in dem Begründungsteil des Verordnungsentwurfs vorgenommenen ungenauen Definitionen der Kategorie „Flugmodell“. So sollten mit einer Kamera ausgestattete Flugmodelle automatisch als „gewerblich“ eingestuft werden. Das hätte zur Folge gehabt, dass sie luftrechtlich nicht mehr als Flugmodelle, sondern als UAVs gelten würden und deutlich schärferen Regeln unterlegen wären. Auch hier haben die Vertreter des DMFV rechtzeitig beim Bundesverkehrsministerium interveniert, sodass dieser Passus im endgültigen Entwurf gestrichen wurde. Im privaten Bereich gelten daher mit einer Kamera ausgestattete Modellflugzeuge weiter als Flugmodelle im Sinne der Luftverkehrsordnung. Die geplanten Änderungen betreffen den Modellflugsport also nicht.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob ein Flugmodell nicht mehr als Flugmodell, sondern als UAV behandelt wird, wenn es gewerblich genutzt wird. Hintergrund dieser etwas abwegigen Rechtsfolge ist eine Vorschrift der Luftverkehrszulassungsordnung (LuftVZO). Dort werden in § 1 Abs. 1 Nr. 8 im Zusammenhang mit musterzulassungspflichtigen Flugmodellen über 25 Kilogramm Abfluggewicht Flugmodelle als „unbemannte Luftfahrzeuge, die in Sichtweite des Steuerers ausschließlich zum Zweck des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden“ definiert. Unter Juristen lässt sich jetzt trefflich streiten, ob diese Erläuterung zum Zwecke des Modellfliegens eine verbindliche Definition für alle Flugmodelle darstellt oder nicht. Im Zusammenhang mit den geplanten Änderungen zur Luftverkehrsordnung ist aber nach dem Wissensstand des DMFV gewährleistet, dass gewerblich betriebene Flugmodelle auf Modellfluggeländen mit Aufstiegserlaubnis keine zusätzliche Erlaubnis für UAVs benötigen. Damit ist für Modellflugvereine klar, dass sie nicht selbst eine Definition und Differenzierung von und zwischen gewerblich genutzten Flugmodellen und UAVs vornehmen müssen. Die Aufstiegserlaubnis eines Modellfluggeländes soll auch den Betrieb von gewerblichen genutzten Flugmodellen umfassen.

Weiter sollten im ersten Verordnungsentwurf zur Neufassung der Luftverkehrsordnung Flugmodelle, die mit einer Videobrille gesteuert werden (PTV) generell als UAVs klassifiziert werden. Auch diese Pauschalisierung konnte verhindert werden. Solange sie in Sichtweite des Steuerers betrieben werden, gelten sie weiter als Flugmodelle. Die neuen Vorschriften und Einschränkungen finden keine Anwendung. Dies entspricht auch der vom DMFV empfohlenen Verwendung von PTVs, wonach mit Videobrille geflogene Flugmodelle im Lehrer-Schüler-Betrieb gesteuert werden sollten, sodass der ohne Videobrille fliegende Lehrer in einer vom mit Videobrille fliegenden Schüler nicht zu erkennenden Gefahrensituation rechtzeitig eingreifen kann.

Zusammenfassend lässt sich nach der Vorlage des endgültigen Entwurfs für die Änderung der Luftverkehrsordnung feststellen, dass die Modellflugsportler in Deutschland nicht durch die geplanten neuen Einschränkungen und Regelungen für UAVs betroffen sind. Der DMFV konnte erreichen, dass ...

... Flugmodelle ihre luftrechtliche Eigenständigkeit und damit ihre Freiheiten behalten,

... Steuerer von privat betriebenen und mit einer Kamera ausgestatten Flugmodellen keine Einschränkungen und keine neuen Genehmigungspflichten befürchten müssen und

.. das Fliegen mit Videobrille in Sichtweite des Piloten Flugmodellsport bleibt und nicht verboten oder rechtlich eingeschränkt wird.

Farkas

RCLine User

Wohnort: München

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Samstag, 10. Oktober 2009, 11:45

Mein Kompliment!!an die beteidigten Herren,die erfolgreich
gegen,absolut unnötige,gesetzliche Beformundung der
Modellflugtreibenden interveniert haben. :ok: :ok:

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Freitag, 20. November 2009, 09:45

Hallo,

kann mir jemand sagen, wo ich Informationen darüber finde, wie die rechtliche Lage ist, wenn ich in Deutschland ein Flugzeug nach Autopilot fliegen lassen möchte?

Ich habe gestern was von Modellen bis 300gr Abfluggewicht gelesen, die dann Genehmigungsfrei sind, was aber wohl nur für die Schweiz gilt.

Grüße Helmut
Walkera53#1BigLama,Twister 3d Storm,Pluto,E-Segler mit 2,5m,PilatusPorter 2m elektrisch,ASW19 4,4m,ASW27 2m,Bat,LightCat,iCraft,Acrophobia,Sixtus,OneDesign,MicroJet,T-Rex250,Yak54 1,5m,Disco(BMI, zu verkaufen, bei Interesse melden).

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Freitag, 20. November 2009, 11:48

Dem Text der neuen Verordnung nach ist ein Betrieb autonom gesteuerter unbemannter Luftfahrzeuge nicht gestattet. Ein Flugmodell, das immer in Sichtweite des Steuerers ist, wird nicht als UAV im Sinne des Gesetzes betrachtet. Das ist unabhängig davon, ob sich ein Autopilot an Board befindet, oder nicht.

Demnach sollte es legal sein, ein Flugmodell mit Autopiloten zu betreiben, den ich per Fernsteuerung aktivieren und deaktivieren kann. Illegal wäre es, wenn das System von vorneherein dazu bestimmt ist, autonom und ausser Sichtweise eines Steuerers zum Beispiel einem vorgegebenen Flugweg zu folgen.

Gruß,
Günther
LS6-a, D-0616
robbe Arcus
Purist (nach Plan von jk-modellflug)
Falcon 56 MkII (Carl Goldberg)
MiG-15 (Art-Tech)

5

Freitag, 20. November 2009, 11:51

Zitat

Original von jujo
kann mir jemand sagen, wo ich Informationen darüber finde, wie die rechtliche Lage ist, wenn ich in Deutschland ein Flugzeug nach Autopilot fliegen lassen möchte?


War das für manntragende motorgetriebene Luftfahrzeuge gemeint? In dem Fall bedarf es keiner speziellen Regelung. Auch ein Schönwetterpilot (VFR-Tag) darf natürlich einen Autopiliten benutzen. Das entbindet ihn allerdings nicht von der Pflicht, den Luftraum zu beobachten und jegliche Kollision zu vermeiden.

Gruß,
Günther
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Montag, 23. November 2009, 18:00

Das mit dem Manntragenden war mir klar. Bin selbst Segelfluglehrer ;-). Nein mir ging es drum ein Modell nach Autopilot fliegen zu lassen. Wobei ich wahrscheinlich erstmal ein Projekt angehen werde, mit einen Return to Home Funktion, wenn der Sender ausfällt oder ich einfach zu weit weggeflogen bin.

Grüße Helmut
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Freitag, 27. November 2009, 22:46

Hallo Kollege :D

Den Text interpretiere ich so, dass genau der Fall, dass das Modell ausser Sichtweite gerät und dann autonome fliegt, das Modell zum UAV macht. Da wäre ich vorsichtig, denn die Versuchung wäre ja groß, das Modell einfach von einem weg fliegen zu lassen, bis es aus dem Empfangsbereich gerät, und dann autonom zurückkehren zu lassen.

Über www.uavforum.com gibt es Links zu FAA Regelungen und dem Unterschied zwischen Modellflug und UAV Betrieb. Dort sieht man das sehr pragmatisch und postuliert, dass ein Modellflugzeug stets vom Piloten gesehen und gesteuert werden kann.

Gruß,
Günther
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Dienstag, 1. Dezember 2009, 14:37

Hallo,

ich hab mir das so vorgestellt, wenn ich das Modell noch sehr gut sehe, aber ich warum auch immer keinen Fernsteuerempfang mehr habe. Dann soll das Modell wieder solange zurückfliegen bis ich es wieder steuern kann. Wenn z.b. ein Segler zu hoch in der Thermik ist.

Grüße Helmut
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Sonntag, 6. Dezember 2009, 10:06

Ich werde auch nicht schlau...

Ich würde gern gewerblich mit dem Quadkopter Luftaufnahmen erstellen.
Gehen wir davon aus, dass kein Tower in der Nähe ist, brauch ich trotzdem eine Erlaubnis?
Thunder Tiger Mini Titan E325 SE*Jazz 40*Scorpion 2221-8*3xHS-56HB*GY401*S9257*SLS ZX 3s1p 2200 30C*Jeti Duplex R8*Radix325*Agrumi
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KOAX
Carson Apache AH-64
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Motorsegler Fox Hype ARF*Jeti Duplex R6*SLS ZX 3s1p 2200

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Montag, 7. Dezember 2009, 22:12

Ja so wie es in dem Text steht, braucht man wenn dies in Kraft tritt grundsätzlich eine Erlaubnis für sämtliche gewerblichen Flüge
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