GreenHorn

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1

Freitag, 5. März 2010, 13:55

Motor für Plattenspieler? 33,3 upm!

Aloha,

wollte mal fragen, ob es möglich ist, für einen Plattenspieler, einen
Brushlessmotor zu wickeln, der 33,3upm hat.
Wieviele Windungen müsste man wickeln und welchen Drahtdurch-
messer verwenden?
Gab ja mal den Thread mit den Motoren aus Videorekordern. Gibt
es noch andere große Statorpakete, die man irgendwo ausschlachten
kann, mit ner maximalen Höhe von 10mm?

Und kann man irgendwie eine Reglereinheit bauen, die ohne Signale
von einer Fernsteuerung auskommt, sprich: anschließen und läuft.
Wohl noch mit einem Potentiometer zur Feinjustierung der Drehzahl)
Und wie sieht es eigentlich mit den Gleichlaufeigenschaften bei Brushless-
motoren generell und bei so niedrigen Drehzahlen aus?

Von der Kraft her müsste so ein Motor doch den 4kg schweren Plattenteller
antreiben können oder?

Würde mich über Antworten sehr freuen.

Danke und Gruß, Olli

Aloys Zimmermann

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2

Mittwoch, 10. März 2010, 10:54

Hallo Olli

Grundsätzlich kann man so ziemlich alles machen ABER !

Normale Motoren drehen etwa 10 000 U/min
Du brauchst 33,3 .
Da mußt Du dann 10 000 durch 33,3 gleich Dreihundert mal so viele Windungen drauf wickeln !!!
Das wird nur mit einem grösseren Motor mit mehr Eisen besser.
Auch die Drahtstärke geht sehr drastisch runter.
Wenn du, ausgehend von einem 1 mm Draht auf "0,1mm" runtergehst, ist das auch nur 1/100 stel und immer noch 3 mal so viel wie vorher, das geht nie da rein.
Ausserdem wickel mal 0,1 mm Draht :wall:
Die Spannung runter bringt auch sehr viel , halbe Spannung = halbe Windungszahl usw.
Keine leichte Sache so etwas, darum ist es HIER so still !

Gruß Aloys.

Elektroniktommi

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3

Mittwoch, 10. März 2010, 12:29

Durch die Größe des Plattentellers kannst Du den Motor im Durchmesser groß bauen und hast viel Platz für einen hochpoligen Motor.
Alleine dadurch erreichst Du schon ein "elektrisches Getriebe", welches die Drehzahl verringert.
Des weiteren empfehle ich einen Einsenlosen Aufbau um Drehmomentrippel zu vermeiden und eine gute Regelstrecke für die Drehzahlkonstanz.
Prizipiell kannst Du viele gleich aufgebaute Spulen auf einer Platine (oder in einem Kunststoffkäfig) im Kreis anordnen und so verschalten wie Du es dir wünscht, an den Plattenteller sind die Magnete im gleichen Kreisdurchmesser anordnen.

http://www.rclineforum.de/forum/thread.p…r&hilightuser=0
Die Aufschrift "NICHT BRENNBAR" ist keine Herausforderung!
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Chilikakaoexperte

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4

Mittwoch, 10. März 2010, 18:02

Zitat


......einen Einsenlosen Aufbau....


Ist das evtl. eine spezielle Logiksteuerung, wo der Ansteuercode nur noch aus Nullen besteht? :evil:

Michelfrank

Elektroniktommi

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5

Donnerstag, 11. März 2010, 18:41

Zitat

Original von Michelfrank

Zitat


......einen Einsenlosen Aufbau....


Ist das evtl. eine spezielle Logiksteuerung, wo der Ansteuercode nur noch aus Nullen besteht? :evil:

Michelfrank


Ich habe was erfunden..ich hab was erfunden......PSSST, nicht weiterverraten ;)

Eisenlos geht natürlich auch :ok:
Die Aufschrift "NICHT BRENNBAR" ist keine Herausforderung!
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Flat

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6

Donnerstag, 11. März 2010, 19:55

Bei einigen alten Diskettenkaufwerken kann man sich das ansehen.
viele Grüsse

Bernd

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles)

Die Anrede "Jungs" gilt im Rahmen der Vereinfachung für Personen beiderlei Geschlechts. :D

dont feed a Troll :evil:

haschenk

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7

Freitag, 12. März 2010, 13:16

Hi Olli,

unsere Modellbau-BLs sind für einen Plattenspieler-Direktantrieb total ungeeignet.

Die Gründe dafür liegen vor allem in dem zu kleinen Durchmesser und den Folgen davon (Polzahl, Wicklung, Drehmoment...), sowie der Art der "Magnetkreise" (zu hohe Gleichlaufschwankungen u.ä.).

Solche Plattenspieler-Antriebe (und Ähnliches, z.B. Drehspiegel-Antriebe in Laserdruckern) werden deshalb idR als hochpolige, "eisenlose" Scheibenläufer-Motoren gebaut; bei Plattenspielermotoren wird auch meistens eine Ansteuerung mit mehr als 3 Phasen verwendet. Das erfordert dann auch eine eigens dafür entwickelte Elektronik.

Extrem langsamlaufende Direktantriebe mit extrem geringen Gleichlaufschwankungen gehören zur "hohen Schule" des Elektromotorenbaus...


Gruß,
Helmut

GreenHorn

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8

Samstag, 13. März 2010, 23:03

Hi,

erstmal Danke für die Antworten. Dann werd ich das mit dem Eigenbaumotor
für einen Plattenspielern wohl sein lassen.... klingt mir zu kompliziert.
Aber was ist mit diesem Antrieb hier?
http://img261.imageshack.us/i/imgp0085ca6.jpg/
Sieht mir nach 12 Nuten aus....wie ein normaler Außenläufer mit Eisenblechen
nur größer halt. Aber sonst ja das, was "eigentlich" nicht so toll sein soll...
ABER: Das Ding gilt als "der Spieler schlechthin" in der Preisklasse!

Ist die Frage, wie er zu diesem Ruf gekommen ist...man kennt das ja, einer
sagt das Ding ist der Hammer und viele springen auf den Zug dazu...

Gruß, Olli

haschenk

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9

Sonntag, 14. März 2010, 02:48

Hallo,

interessant..... ich hab´ sowas noch nie gesehen.

Ich tippe mal darauf, daß es ein Asynchron-Außenläufer ist. In dem sichtbaren Ringspalt müsste dann ein auf der Plattenteller-Unterseite befestigter Kupfer- oder Alu-Ringzylinder (o.ä.) laufen. Oder ein Eisenring mit eingelegten Kupfer- oder Alustäben, oder 2 konzentrische Zylinder, innen Kupfer, außen darüber Eisen.

Im sichtbaren Stator wird ein Drehfeld erzeugt, das durch Induktion im Zylinder diesen "mitnimmt".

Keine Magnete, kein Rastmoment. Wirkungsgrad und Drehmoment gering, aber darauf kommt´s bei der Anwendung nicht an. Es ist eine elektronische Drehzahlregelung notwendig.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (14. März 2010, 02:57)


Elektroniktommi

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10

Sonntag, 14. März 2010, 08:13

Helmut,

Ich hatte schon einen Eisenlosen Motor mit großem Durchmesser empfohlen.
Der Plattenteller gibt die nötige Schwungmasse für einen ruhigen Lauf, Eisenlos hat kein Rastmoment, großer Durchmesser gibt ein hohes Nut/Pol Verhältniss für eine geringe Drehzahl.
Der Aufbau ist recht unkompliziert und nicht allzu teuer (ohne Regelung)
Die Aufschrift "NICHT BRENNBAR" ist keine Herausforderung!
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Chilikakaoexperte

11

Sonntag, 14. März 2010, 08:45

Die berühmten "Studer"- Studiobandmaschinen haben auch Motoren ohne Magnete.
Da wirken die Felder des 24armigen Stators direkt auf einen 7mm dicken Eisenring.
Man nennt das wohl Reluktanzmotor.
Die Gleichlaufschwankungen dieser über 3 Arme gewickelten Motoren sind extrem gering.

Michelfrank

siehe Bild in:
http://cgi.ebay.de/Original-REVOX-A77-WI…=item3a58a1943a

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Michelfrank« (14. März 2010, 08:50)


GreenHorn

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12

Sonntag, 14. März 2010, 13:25

Den Motor bei eBay könnt man ja mal mitnehmen, aber wer baut mir
die Steuerelektronik??? :tongue:

Gruß, Olli

Kuni

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13

Sonntag, 14. März 2010, 17:01

Hi,

bei Pollin gibt/gab es Dual-Direktantriebsmotoren für Plattenspieler. Klassischer Scheibenläufer mit eisenlosen Spulen, der Läufer ist ein massiver Ferrit-Ring, der die Auflagefläche für den Teller liefert. Dorn und alles ist mit dran!

Problem auch hier: wie steuert man es an? An der Platine, die wohl sicher die eigentliche Motoransteuerung übernimmt, ist eine 5-polige Buchse dran. Was die macht, bzw. wie man die ansteuern muss... k.A.

Ich hab 2 von den Dingern da. Ich würde einen abgeben, wenn sich wer drüber hermachen würde und am Ende was lauffähiges bei rauskommt.

Gruß,
Kuni

haschenk

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14

Sonntag, 14. März 2010, 17:32

Hallo,

Tommy:
"Eisenlose" BLs haben zwar keine Rastmomente, können aber durchaus noch Drehmomentschwankungen ("Pendelmomente") aufweisen, die dann bei Direktantrieb und sehr niederen Drehzahlen trotz großem Trägheitsmoment noch stören. Aber bei "geeigneter" Bauweise geht´s nach diesem Prinzip.

Michelfrank:
Der von dir erwähnte Bandmaschinenantrieb dürfte auch ein Asynchronmotor sein.
"Reluktanzmotoren" sind was ganz anderes. Die sind zwar auch "magnetlos", haben aber ganz ausgeprägte Pole in Stator und Rotor und arbeiten (vereinfacht gesagt) nach dem Prinzip der "Anziehung" von ungleichen magnetischen Polen.
Deshalb sind sie idR "noisy", haben starke Drehmomentschwankungen u.ä. . Aber auf Grund ihres einfachen Prinzips und ihres einfachen Aufbaus sind sie u.a. sehr betriebssicher (laufen z.B. auch noch nach Ausfall einer Phase) und werden oft in sicherheitsrelevanten Anwendungen eingesetzt. Da sie auch im Stand betrieben und genau positioniert werden können, kann man sie ähnlich wie Schrittmotoren einsetzen, auch bei hohen Temperaturen, wo die Magnete von Schrittmotoren ihren Magnetismus verlieren würden.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (14. März 2010, 17:44)


Elektroniktommi

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15

Sonntag, 14. März 2010, 20:44

RE: Motor für Plattenspieler? 33,3 upm!

Helmut, wäre es dann sinnvoll, mit einem Sinus anzusteuern?
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haschenk

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16

Sonntag, 14. März 2010, 21:45

Tommi,

ja; aber natürlich mit einem "PWM-Sinus"...

Gruß,
Helmut

pem

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17

Sonntag, 14. März 2010, 23:52

Zitat

Original von GreenHorn
Den Motor bei eBay könnt man ja mal mitnehmen, aber wer baut mir
die Steuerelektronik??? :tongue:

Gruß, Olli


http://www.mikrocontroller.net/articles/…eigermodulation

müßte natüröich auf eine niedrigere Spannung umgearbeitet werden ....

und die Frage ist, ob er dann nicht in die in die Audiostufe einstrahlt.

Vielleicht doch den Sinus analog erzeugen ?

PM
Ey ömma, wir sinne Borg. Uns kannze nich widderstehn. Jetzt tunwer dich bei uns beipackn

Elektroniktommi

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18

Montag, 15. März 2010, 08:06

Dann sollte die Frequenz >40 kHz sein, aber ich glaube, da könnten die Induktivitäten des Motors etwas träge reagieren.
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[IMG]http://www.rclineforum.de/forum/attachment.php?attachmentid=122429&sid=[/IMG]

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Chilikakaoexperte

pem

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19

Montag, 15. März 2010, 16:49

eigentlich wäre solch ein (Studer/Revox Motor) eine dem Projekt angemessene
Angelegenheit. Durch die magnetlose Glocke des Asynchronmotors gäbe es
zumindest keine Drehmomentrippel aus dem magnetischen Rasten.

Dazu könnte die Ansteuerungsfrequenz (dreimal Sinus - 120 Grad Phasen-
verschoben) digital erzeugt werden und sogar durch AUDIO-Endstufen-
schaltungen auf die für den Motor erforderlichen Wattzahlen verstärkt werden.
Hätte dann vielleicht nichtmal PWM Störungen.

gibt es nicht vielleicht schon irgendwo eine Community die so was macht ?
High Audio Menschen gibt es doch bestimmt irgendwo.

PM
Ey ömma, wir sinne Borg. Uns kannze nich widderstehn. Jetzt tunwer dich bei uns beipackn

pem

RCLine User

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20

Montag, 15. März 2010, 16:53

Ey ömma, wir sinne Borg. Uns kannze nich widderstehn. Jetzt tunwer dich bei uns beipackn