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Mittwoch, 13. August 2008, 22:32

Super Tigre 2000 öffnen

Hallo und guten Abend,

ich habe eine Zlin 526 mit einem Super Tigre 2000 (ohne 25) bekommen.
Die Maschine wurde mehrere Jahre nicht mehr geflogen.

Nun wollten wir vorgestern den Motor wieder in Betrieb nehmen. Doch er tat uns nicht den Gefallen.
Nach dem Ausschluß sämtlicher Fehlerquellen (Spritzufuhr, Vergaser gesäubert, Kerze geprüft) hat er nur beim ersten Startversuch 3 bis 4 Verbrennungen gemacht. In der Folge dann nicht mehr.

Meine letzte Idee war es, nach Ausblasen des Motors ein wenig Motorinnenkonservierungsspray in den Zylinder einzublasen und die Startprozedur zu wiederholen. Da machte er wieder 2 oder 3 Schläge, als wollte er doch anlaufen - aber er blieb wieder stehen.
Auch ein nochmaliger Versuch in gleicher Weise verlief ebenso.

So vermute ich, daß der Motor keine ausreichende Verdichtung mehr hat.
Das Öl konnte diesen Makel nur kurz beseitigen, bevor es vom Methanol und dem Kolben von der Zylinderwand gespült wurde.

Beim Ausblasen des Motors mit nach unten hängendem Kopf kam eine braune Brühe aus dem Kerzenloch und Vergaser. Ich hoffe nur, daß es kein Rost war.

Wir vermuten nun, daß hoffentlich nur der Kolbenring durch das verharzte Öl fest steht und deshalb die Verdichtung nicht mehr hinhaut. Der Vergaser war ebenfalls so verharzt, daß er anfänglich nicht mehr bewegt werden konnt.

Ich habe nun erst mal ein viertel Schnapsglas Methanol in den stehenden Zylinder (Kolben im OT) gefüllt und hoffe, daß sich durch Auflösung des Harzes der Kolben- Ring löst.

Doch vermutlich werde ich am Wochenende den Motor doch mal aufmachen müssen.

Fragen:
Wo bekommt man Unterlagen (Daten, Zeichnungen, E-Teil-Listen und E-Teile) zu dem Motor?

Wo sind Dichtungen verbaut (Zylinderkopf?, KW-Deckel hinten?, Auspuff?)?
Welches Material haben die Dichtungen?

Wenn ich bei der Gelegenheit die Lager erneuern möchte - kann ich metrische C2-Lager verwenden?

Wo bekomme ich eventuell einen neuen Kolbenring (falls ich den Zylinder hohnen lassen muß)?

Wie groß sind die Anzugsmomente der Schrauben (vor allen des Zylinderkopfes)?

Bisher habe ich nur an größeren Motoren geschraubt (Auto und Motorrad) aber ich denke, daß der ST2000 auch kein Hexenwerk sein dürfte, zumal es ein einfach aufgebauter 2 Takter ist!

Ich hoffe, ich kann mit Euren Tips unnötige Fehler vermeiden und den ST2000 retten. Ein neuer Motor wird teuer und passt auch nicht 1:1 in die Maschine!


Viele Grüße
gregger

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rekkof

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2

Donnerstag, 14. August 2008, 09:08

Super Tigre

Hallo

wen Du Glück hast kannst Du den Kolbenring noch lösen. Ein ähnliches Problem hatte ich letztes Wochende. Der Kolbenring war verklebt. 3 Jahre lag der Motor mit Flieger auf der Seite. Den 2000er (25ccm) hatte ich noch nicht auf.
Eventuell musst Du die Zylinderbüchse herausholen. D.H. Zylinder erwären, Kopf runter, und dann nach Erwärumung die Zylinderlaufbuchse herausziehen.
Umgekehrt mache ich es: Zylinderbuchse in den Gefrierschrank, Zylinder erwärmen. Kolben mit Pleuel auf die Kurbelwange und dann vorsichtig die Zylinderbuchse wieder in das Gehäuse drücken. Achtung: Kolbenring muß richtig sitzen. Ich habe das bei meinem alten ST75 gemacht.
Link zur Teileliste: http://www.supertigre.com/parts/
Teile: eventuell Restbestände Conrad oder Jaspermodellbau oder über USA?
Gruß Reiner

3

Donnerstag, 14. August 2008, 09:37

RE: Super Tigre

Hallo Reiner,
danke für deine Hinweise.

. . . . das verwirrt mich nun ein bisschen.
Wenn ich Deine Aus-Einbauanleitung richtig interpretiere, ist der Zylinder (mit den Kühlrippen) fest mit dem Kurbelgehäuse vergossen und ich muß die (vermutlich eingepreßte / eingeschrumpfte ) Laufbuchse heraus bekommen?
oder habe ich das falsch verstanden?

Ich nahm an, ich kann nach Lösen der Zylinderkopfschrauben den Kopf einfach runter nehmen und dann den Zylinder mitsamt der Laufbuchse vom Kurbelgehäuse abnehmen.
Wenn der Zylinder aber fest mit dem Kurbelgehäuse verbunden ist, wie komme ich dann aber an den Kolbenbolzen???

Mir würde eine Explosionszeichnung recht gut weiterhelfen, das könnte Verständisprobleme minimieren.

Ich weiß auch nicht, ob Dein ST75 wie mein SuperTigre S2000 aufgebaut ist?


viele Grüße gregger

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rekkof

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4

Donnerstag, 14. August 2008, 10:02

RE: Super Tigre

Schau mal auf den Link da ist eine Explosionszeichnung.

Wenn die Laufbüchse raus ist, dann hat der Kolben Spiel im Gehäuse und Du bekommst das untere Pleuelauge von der Kurbelwellenwange.
Achtung, anders als beim Moped: Nur Einseitig.

Im Prinzip relativ einfach.

Ersatzmotor: Ein ST2300 der wird auch passen.
Gruß Reiner

5

Donnerstag, 14. August 2008, 10:03

RE: Super Tigre

Zitat

Original von gregger
Wenn der Zylinder aber fest mit dem Kurbelgehäuse verbunden ist, wie komme ich dann aber an den Kolbenbolzen???

Erst mal gar nicht... :D

Zylinderkopf 'runter, Gehäusedeckel weg. Vorher Einbaulage markieren.
Dann die Laufbuchse ziehen.
Geht nicht? >> Gehäuse erwärmen.
Dann den Kolben auf OT stellen und das Pleuel vom Hubzapfen abziehen.

Dauert alles keine 5 min.

rekkof

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6

Donnerstag, 14. August 2008, 10:06

Zweitiliges Gehäuse???

Oder hast Du noch den Motor mit teilbaren Gehäuse?
Dann ist es einfach...
Der Motor siehe Bild:::
»rekkof« hat folgendes Bild angehängt:
  • st2000.jpg
Gruß Reiner

7

Donnerstag, 14. August 2008, 11:00

Hallo,
so wie es aussieht baue ich den Motor heute erst mal aus und schau ihn mir noch mal in Ruhe an und schraube ihn auf, wenn´s nicht weiter kompliziert ist, wie Ihr schreibt. Wenn ich nicht weiter kommen sollte, melde ich mich.

Danke für die ersten Tips.

Ich werde berichten.


Könnt Ihr mir bitte noch zu den Anzugsmomenten der paar Schrauben Hinweise geben?

gruß gregger

Ich glaube mein Motor sieht wie der auf dem obigen Bild aus und hat hinten und vorne einen Deckel vor dem Kurbelgehäuse.

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rekkof

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8

Donnerstag, 14. August 2008, 11:07

Zitat

Original von gregger
Ich glaube mein Motor sieht wie der auf dem obigen Bild aus und hat hinten und vorne einen Deckel vor dem Kurbelgehäuse.


Wenn es so ist, dann wird es einfach.
Drehmomente habe ich keine. Nach gefühl!
Oder Andi hat Angaben.
Gruß Reiner

9

Donnerstag, 14. August 2008, 11:59

RE: Super Tigre 2000 öffnen

Zitat

Original von gregger
Hallo und guten Abend,


Hallo gregger

Zitat


Nun wollten wir vorgestern den Motor wieder in Betrieb nehmen. Doch er tat uns nicht den Gefallen.
Nach dem Ausschluß sämtlicher Fehlerquellen (Spritzufuhr, Vergaser gesäubert, Kerze geprüft) hat er nur beim ersten Startversuch 3 bis 4 Verbrennungen gemacht. In der Folge dann nicht mehr.


Schon ein guter Ansatz! Welche Kerze verwendest Du denn? In meinem ST75 verwendete ich immer eine Rossi Nr5 und damit lief er absolut rund. Also vom Wärmewert her eher eine kalte Kerze. Für die ersten Wiederbelebungsversuche würde ich eine Kerze mit mittlerem Wärmewert vorschlagen.


Zitat


Meine letzte Idee war es, nach Ausblasen des Motors ein wenig Motorinnenkonservierungsspray in den Zylinder einzublasen und die Startprozedur zu wiederholen. Da machte er wieder 2 oder 3 Schläge, als wollte er doch anlaufen - aber er blieb wieder stehen.
Auch ein nochmaliger Versuch in gleicher Weise verlief ebenso.

So vermute ich, daß der Motor keine ausreichende Verdichtung mehr hat.
Das Öl konnte diesen Makel nur kurz beseitigen, bevor es vom Methanol und dem Kolben von der Zylinderwand gespült wurde.

Beim Ausblasen des Motors mit nach unten hängendem Kopf kam eine braune Brühe aus dem Kerzenloch und Vergaser. Ich hoffe nur, daß es kein Rost war.

Wir vermuten nun, daß hoffentlich nur der Kolbenring durch das verharzte Öl fest steht und deshalb die Verdichtung nicht mehr hinhaut. Der Vergaser war ebenfalls so verharzt, daß er anfänglich nicht mehr bewegt werden konnt.

Ich habe nun erst mal ein viertel Schnapsglas Methanol in den stehenden Zylinder (Kolben im OT) gefüllt und hoffe, daß sich durch Auflösung des Harzes der Kolben- Ring löst.


Die braune Brühe war mit Sicherheit Rost von der Kurbelwelle und evtl auch vom Lager. Das muss raus!

Am besten gehst Du hin und schraubst die Glühkerze nochmal raus. Dann setzt Du einen E-Starter an und drehst den Motor damit durch. Den Vergaser dabei ruhig ganz geöffnet lassen, so daß ordentlich Treibstoff durch den Motor gepumpt wird. Aber aufpassen! Er saut ganz gewaltig durch das offene Kerzenloch und daher ist es ratsam, zumindest mittels Küchenpapier den Schmand aufzufangen.

Wenn die Suppe dann keine dunkle Verfärbung mehr hat, schließt Du den Vergase wieder bzw ziehst erstmal den Spritschlauch ab. Dann so lange nochmal durchdrehen, bis der überflüssige Sprit wieder raus ist. Dann kannst Du die Kerze wieder rein schrauben, Spritschlauch anschließen, Vergaser auf etwa 1/4 Gas einstellen und nochmal versuchen, ihn zu starten. (Ein Super Tigre, der gar nicht läuft, muss schon ein Loch im Kolben haben oder nicht mit Sprit versorgt werden)

Zitat


Doch vermutlich werde ich am Wochenende den Motor doch mal aufmachen müssen.


Damit würde ich noch warten! Erstmal obige Ratschläge befolgen... auf diese Art habe ich schon so manchen tot geglaubten Motor doch wieder neues Leben eingehaucht. Natürlich kann man so nichts über den Zustand der Lager aussagen. Aber das hört man dann am Laufgeräusch bzw wenn man den Motor durchdreht spürt man schon deutlich, daß da was hakt.


Zitat


Fragen:
Wo bekomme ich eventuell einen neuen Kolbenring (falls ich den Zylinder hohnen lassen muß)?


Zylinder hohnen lassen wird wohl nicht erforderlich sein. Ausserdem hätte der Kolben dann ja auch Untermaß. (Geht das überhaupt???)

Zitat


Bisher habe ich nur an größeren Motoren geschraubt (Auto und Motorrad) aber ich denke, daß der ST2000 auch kein Hexenwerk sein dürfte, zumal es ein einfach aufgebauter 2 Takter ist!


So ist es! Einfach aufgebaut, robust, zuverlässig und quasi unverwüstlich (JA auch MIT Rost - persönliche Erfahrung eben!)

Zitat


Ich hoffe, ich kann mit Euren Tips unnötige Fehler vermeiden und den ST2000 retten. Ein neuer Motor wird teuer und passt auch nicht 1:1 in die Maschine!


Viele Grüße
gregger


Daumen drück und auf das Ergebnis gespannt bin.

Übrigens läuft ein ST auch mit vermeintlich sehr niedriger Kompression noch. Wenn etwas nicht ok ist, dann liegts kaum da dran.

MfG
Rainer
Never run a changing System! :evil:

bernd_57

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10

Donnerstag, 14. August 2008, 12:29

Dichtungen

Hallo


Ja Ja die alten Super Tiger ich besitze auch einige größere Italo ST.
Der vordere und hintere Deckel wird mit einem O-Ring abgedichtet.
Unterm Zylinderkopf liegt ein Aluring.Am Vergaserhals ebenso ein
O-Ring. Beim 30 cc sitzt vor dem vorderen Kugellager noch ein Simmering
in wieweit das bei 20cc auch ist kann ich nicht sagen.
Ersatzteile für die alten Motore sind rar also Vorsicht mit dem Kolbenring.
Lager bekommst du bei Andi :D

Wenn du das vordere Lagerteil demontierst kannst du das Pleuel mit den Fingern fassen und etwas verdrehen sollte der Kolbenring festsitzen bewegt er sich mit wenn nur der Kolben sich bewegt ist der Ring lose. :ok: Aber nur minimal verdrehen damit der Ring nicht in einen Kanal federt :no:

Aha Rainer hat auch einiges geschrieben. Zu dem Rost wenn es denn welcher ist
dann unbedingt die Lager wechseln. Wie sagt Andi immer "EisenOxid ist ein gutes Schleifmittel" das ruiniert dir ganz bestimmt die Garnitur.

Gruß Bernd

Ps die PN ist von mir

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bernd_57« (14. August 2008, 12:33)


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Donnerstag, 14. August 2008, 12:31

RE: Super Tigre 2000 öffnen

Zitat

Original von Rainer Janz
Zylinder hohnen lassen wird wohl nicht erforderlich sein. Ausserdem hätte der Kolben dann ja auch Untermaß. (Geht das überhaupt???)


Geht nicht, die Laufflächen-Beschichtung wäre dann weg.

Schrauben anziehen:
Ein Drehmoment vorgeben nutzt nicht viel, das der Zustand der Schraubverbindung unklar ist.
Ausserdem sind Drehmomentschlüssel, die so kleine Drehmomente sicher darstellen können, ausgesprochen teuer. Lohnt sich wohl nicht...

Vorsichtig anziehen, lieber nach 1-2 Betriebsstunden noch mal nachziehen, wenn sich alles gesetzt hat.

12

Donnerstag, 14. August 2008, 23:03

RE: Super Tigre 2000 öffnen

Hallo und guten Abend,

so, nach einigem Überlegen habe ich mich entschlossen am Wochenende nochmals den Motor zum Anspringen zu überreden.

Ich habe heute das eingefüllte Methanol (stand nun zwei Tage im Motor) abgelassen. Es war recht schnell in den Kurbelraum durchgesickert, wie ich dann nochmals testete. Der Ablaß war hellbraun gefärbt - der Farbe nach kein Rost. Aus dem Auspuff kam noch ein Schwab dunkler braun gefärbte ölige Flüssigkeit.

Ich habe dann den Zylinder nochmals mit Methanol angefüllt, die Kerze reingeschraubt und den Motor nun auf den Kopf gedreht. (Kerze nach unten) Dann habe ich den Motor über den Nachmittag immer mal ein wenig ein paar Grad über den Totpunkt hin und her gedreht - sozusagen eine Kolbenringspülung, das bei der Auf- und Abwärtsbewegung des Kolben das Methanol im Brennraum unter Über- und Unterdruck steht und an dem Kolben und dessen Ring hin und hergespült wurde.
Wenn der Ring nun noch nicht locker ist, dann muß der Motor auf.

Nun ist das wieder abgelassene Methanol sauber!

Dann habe ich wie bei den großen KfZ-Motoren den Motor beim Durchdrehen mit einem Schraubenzieher abgehört - keine ratternden oder stark schleifenden Geräusche zu hören. Beim Pendeln der KW um ein paar Grad bei Kolbenmittelstellung hört man ein ganz leises helles Klicken - sollte das der nun wieder gelockerte Kolbenring sein? :-)


Doch wie gesagt, mache ich erst noch mal einen Test.

Wie hoch ist den eigentlich die Verdichtung eines S2000?
Kann man die KW nur an der Luftschraubenwelle mit zwei Fingern langsam durchdrehen?

Da ich noch nie einen Verbrenner hatte, werde ich mir morgen erst mal Methanol besorgen.
Wenn ich richtig gelesen habe, für den S2000 Methanol ohne Nitro und mit 10% Öl.

Sollte ich Rizinus oder synthetisches Öl bei dem alten Motor nehmen.

Mein Bekannter vermutete, daß die braune Flüssigkeit aus dem Motor vielleicht altes Rizinus ist, das verharzt und durch das Alter dunkel gefärbt wurde . . . . .?


Ich weiß leider nicht, welchen Wert die Kerze hat - sie war schon drin! Es steht auch nichts drauf.
Mein Bekannter (hat auch zwei Methanoler - so auch einen 16-er SuperTigre - am laufen) hat aber schon mit verschiedenen Kerzen bei mir probiert. Doch ich denke, so lange die Kerze unter Spannung ist und glüht, dürfte der Wärmewert für den Anspringtest zweitrangig sein.


Mit was sind die Zylinderlaufflächen beschichte - Nikasil?

gruß greg

13

Donnerstag, 14. August 2008, 23:31

Hallo greg,

bitte gehe nicht "zu technisch" an die ganze Sache ran (welche Legierung usw...)

Sofern Du keine schleifenden Geräusche gehört hast, sollttest Du nochmal meinen Tipp beherzigen, und den Motor schwungvoll mit E-Starter ohne Kerze durchdrehen.

Was ich mich gerade frage: Ist der Vergaser überhaupt im halbwegs vernünftigen Rahmen eingestellt?

Ich würde das auch mal checken. Wenn Du an der Einstellung nichts verändert hast, sollte er ja "eingestellt" sein. Wie sieht es denn aus, wenn der Spritschlauch angeschlossen ist? Beim anwerfen muss er ja recht schnell die Luft aus dem Schlauch raus saugen, so daß er Sprit bekommt. Wenn das nicht der Fall ist, würde ja der Vergaser verstopft sein. Du hast zwar von Reinigung gesprochen... aber ist dieser Punkt gegeben?

Dann würde ich auch die alte Kerze auf keinen Fall mehr verwenden. Mir selber ist es schon passiert, daß die Glühwendel einer alten Kerze sich verabschiedete und dann leider auch Spuren hinterlassen hatte - wenn auch nur minimal.

Also: Motor lässt sich gut durchdrehen, Kerze ist neu, Sprit ist auch ok, Vergaser lässt Sprit durch? Alles mit JA beantwortet? Dann muss und wird er anspringen.

Haaaaaaaach das wäre was für mich.... ein altes Triebwerk wieder zum Leben erwecken (steht mir auch noch bevor... allerdings sind die Motoren innerlich sauber)

Kannst Du nicht mal Bilder einstellen, wie der Motorzustand ist?
Never run a changing System! :evil:

14

Freitag, 15. August 2008, 07:23

Vergaser Sprit

Hallo und guten Morgen,

den Vergaser und die Spritschläuche hatte ich vorher gereinigt.

Beim Durchdrehen mit der Hand pumpt er auch fleißig Sprit in den Vergaser, noch mehr , wenn man den Ansaugstutzen zu hält - so haben wir auch vorgepumt.

Mit einem Elektroanlasser haben wir den Motor auch mal ohne Kerze durchdrehen lassen - da hat der das angesaugte Methanol schön zerstäubt durch das Kerzenloch wieder ausgeblasen.
Sprit bekommt er also.


Zur Vergasereinstellung:
Die Düsennadel war beim Kauf nur eine halbe Umdrehung draußen. Das war zu wenige und beim Test haben wir sie nach Vergasersäuberung um die drei Umdrehungen (plus minus eine halbe) eingestellt.

Bei der Leerlaufgemischschraube hat mein Kumpel (orientiert an seinem 16ccm SuperTigre) ca. 2 und 1/2 Umdrehung eingestellt.


Wo bekomme ich eine BA für den S2000 her?
- wegen Einstellung
- Glühkerze
- u.s.w.


Edit:
Es ist der gleiche Motor, der oben auf dem Bild ist.
Er sieht von Außen noch gut aus, ist nicht verdreckt und nicht beschädigt.
Mit dem Bild einstellen? - muß ich probieren Reiner.

Viele Grüße
Greg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »gregger« (15. August 2008, 08:43)


bernd_57

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15

Freitag, 15. August 2008, 10:33

Super Tiger

Hallo Greg

Ein BA habe ich noch ist in englisch und italienisch. Steht aber auch nicht mehr drauf als hier schon geschrieben wurde.
Da es kein 16ccm ST gibt ist die Vergasereinstellung auch falsch :O
Grundeinstellung der Leerlaufnadel Vergaser demontieren voll öffnen von der Motorseite her in den Vergaser sehen. Nun sieht man den Schlitz für die Kraftstoffzufuhr. Dreh die Lerlaufnadel so das der Schlitz zur Hälfte verdeckt wird.
Stimmt diese Einstellung nicht springt er auch schlecht an.

Anwerfen kräftig ansaugen das er richtig schmatzt. ( Für beherzte Motorenfreaks
gibt es folgendes um die Startwilligkeit zu prüfen. Ansaugen wie genannt dann
Glühkerze anschließen und Luftschraube fest greifen und langsam über OT drehen jetzt merkt man richtig wie der Motor zünden will.) Glühkerze dran und anwerfen. Die großen Supertiger springen sehr gerne verkehrt herum an. Um das zu umgehen kann man sie auch gegen die Laufrichtung anwerfen.

Bevor du Feineinstellung am Vergaser vornimmst unbedingt warm laufen lassen. Die neueren ST habe eine sehr große Masse und Kühlfläche. Wird der Vergaser bei kalten Motor eingestellt paßt es nachher nicht im Flug.

Thema Kerze eher eine mittlere 3er als ein kalte siehe Vergasereinstellung von wegen Betriebstemperatur. Kraftstoff mit 10% Öl ist schon gut Nitro brauch nicht.

Das leise klacken haben meine Motoren auch hört man im Flug dann lauter was es genau ist weiß keiner wir vermuten das es das Pleuel ist was hinten an den Deckel stößt.

Zu Thema aussehen ich schicke mal ein Bild mit auf dem alle drei Großen drauf sind. Links der 20cc dann 25cc und rechts der 30cc. Der 20er ist ein neuerer
ItaloSt mit neuem Vergaser Die beiden anderen haben die alte ST Nadel.
Dazwischen steht ein Dellorto Vergaser den ich Probehalber mal auf dem 30cc
hatte.

Gruß Bernd
»bernd_57« hat folgendes Bild angehängt:
  • Super-Tiger.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bernd_57« (15. August 2008, 10:36)


16

Freitag, 15. August 2008, 11:40

Bei der Vergasereinstellung stimme ich zu! Ich hab gerade den baugleichen Vergaser meines ST29 vor mir liegen, welcher identisch eingestellt ist. Der Vergaser ist vom Aufbau her identisch.

Auch kann ich das mit dem Ruck beim durchdrehen bestätigen. Die STs sind da eigentlich doch problemlos. Aber rückwärts anspringen? Das kenne ich nur von meinem WMB60, welcher eine wahnsinnig hohe Kompression hat, sowie von meinen kleinen Motörken wie dem HB20.

Man soll schon Respekt haben.. aber auch recht beherzt die Luftschraube anfassen und anwerfen. Mein 75er ST war so gut eingestellt, daß ich nur 2 Umdrehungen im eiskalten Zustand ansaugen brauchte und er dann wirklich auf Fingertick ansprang. Auch der 29er ST (5cm³) springt auf Fingertick an.

Von daher wird meine Wahl für meine geplante Mustang auch wieder auf einen Super Tigre fallen. (Es sei denn, man kann mich überzeugen, einen Benziner oder sogar einen Boxer zu nehmen - Des Sounds wegen... auch wenn Scale-Freunden die Haare zu Berge stehen).

Ich bin echt gespannt, wie diese OP weiter geht.

Gruß
Rainer
Never run a changing System! :evil:

17

Freitag, 15. August 2008, 22:57

Vergaser Leerlaufgemischnadel

Hallo,
ich habe mir vorhin noch mal den Vergaser vorgenommen.

Diesmal habe ich ihn komplett ausgebaut und in die Einzelteile zerlegt.

Beim Zusammenbau und der Grund-Einstellung der Leerlaufgemischschraube nach Bernds Anleitung, ist mir aufgefallen, daß deren Nadel gerade so bis zur Mitte des Kraftstoff-schlitzes geht, wenn ich die Leerlaufgemoschraube bis zum Anschlag reindrehe. Weiter rein (für eine weitere Verstellung auf Mager) geht nicht, da die Nadel zu kurz ist .

In Gegensatz zur Düsennadel, welche ja konisch ist,
ist die Nadel der Leerlaufgemischraube zylindrisch. Ist das normal so?

Wie weit geht die Nadel rein in den Schlitz?
Oder hat bei mir jemand die Nadel mal gekürzt? (das Ende der Nadel sieht "angefressen" aus)


gruß gregger

wichtige Nachfrage:
Ich hole nachher das Methanol - für den SuperTigre S2000 (siehe Foto)

- hier im Form wird für die großen SuperTigre 10% Öl und 0% Nitro empfohlen
- in der Bedienungsanleitung steht aber 20 % Öl und 5 bis 15% Nitro

Was soll ich nun kaufen?
(bin verunsichert vor allem wegen dem Ölanteil, da ich den Motor nicht zerstören will, wenn ihm die Schmierung fehlt!)

Vorbestellt habe ich mit 10%Öl und 0% Nitro!
»gregger« hat folgendes Bild angehängt:
  • Dsci0031.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »gregger« (16. August 2008, 09:09)


18

Samstag, 16. August 2008, 12:39

RE: Vergaser Leerlaufgemischnadel

Zitat

Original von gregger
Beim Zusammenbau und der Grund-Einstellung der Leerlaufgemischschraube nach Bernds Anleitung, ist mir aufgefallen, daß deren Nadel gerade so bis zur Mitte des Kraftstoff-schlitzes geht, wenn ich die Leerlaufgemoschraube bis zum Anschlag reindrehe.


Das ist richtig so.
Das mit dem Sprit funzt auch, solange Du ihn nicht zu mager einstellen willst.

19

Samstag, 16. August 2008, 20:28

Langsam wirds aber Zeit für eine Erfolgsmeldung :nuts:

Also bei so viel Hilfestellung und Tipps müsste der Motor schon laufen, bevor greg übrehaupt bei ihm ist:dumm:

Nee ganz ehrlich: Mich interessiert es eben, da ein Super Tigre doch eigentlich auch noch läuft, wenn er in Wasser getaucht würde *g - naja Sinngemäß eben.
Never run a changing System! :evil:

20

Samstag, 16. August 2008, 22:35

keine Erfolgsmeldung

Hallo und guten Abend,

nachdem ich heute das Methanol (nun doch mit Nitro)
und noch eine neue Glühkerze (R3 med. Rossi) besorgt hatte,
habe ich mich wieder an den Motor gemacht.
Aber das Traurige gleich vornweg - er läuf nicht.


Ich hatte mir, nachdem ich mir trotz Handschuh den Finger wund gedreht habe, sogar noch einen provisorischen Elektoanlasser mit Akkuschrauber und angeflanschtem Kühlwasserschlauch gebaut, um den Motor auf mehr Umdrehungen zu bringen. Sogar mit dem Heissluftfön habe ich alles schön gleichmäßig vorgewärmt, damit sich das Methanol nicht gleich wieder am kalten Metall als Kondensat niederschlägt.
Mit der Tankhöhe habe ich auch hin und her operiert - zuerst auf Höhe des Vergasers und dann habe ich ihn noch mal höher genommen, damit der Spritfluß stimmt.

Insgesamt wollte er in den drei Stunden zwei oder drei oder vielleicht auch 4 mal kommen - aber mehr als zwei oder drei Zündungen hintereinander hat er nie gemacht - aber das auch nur spontan, so wie er Lust hatte.


Das einzig positive: das Methanol, was ich durch den Motor gepumpt habe, war nun sauber - also ohne diese braune Einfärbung von vor 5 Tagen!

Nun weiß ich auch nicht mehr weiter. ???

Ich grüble aber, ob es an der Behelfsglühung liegen könnte. Da ich noch keine Verbrennerausrüstung besitze, habe ich direkt mit einem 1,2 V 4000-er Baby-Akku geglüht. Die Wendel glüht orange - ob es nun hellorange ist, wie es in der BA steht - keine Ahnung.
Aber ich weiß nicht, ob das optimal ist. Die 1. Wendel, die oben an Masse (Gewinderand) der Glühkerze fest ist, glüht nicht mit. Nach unten in die Kerze hineingesehen glüht es ab der zweiten Wendel orange.

Auch habe ich gerad gesehen, daß die neu gekaufte Kerze (R3 med. für Motoren von 3,5 bis 6 c.c. (sind wohl ccm) empfohlen wird. - also sicher nicht optimal?

Wobei ich denke, daß es egal ist, welche Kerze ich erst mal drin habe - wenn ich mit Strom glühe , muß es doch zum Anspringen reichen! oder?

Das Gewinde meiner beiden Glühkerzen ist 5 mm lang. Dann noch eine kleine Kupferdichtung dazwischen. In der BA des TuperTigre seht etwas von einer LANGEN RC VIELZWECKZÜNDKERZE. Was meinen die mit "lang" - muß das Gewinde länger als die 5 mm sein????

Die ganze Sache wurmt mich schon mächtig, da ich bisher jeden Motor (Autos und Mopeds) wieder zum Laufen gebracht habe - und das mit weniger Aufwand, als beim SuperTiger . . . . . . . Eigentlich wollte ich die Zlin doch diesen Sommer weider auf die Piste bringen - und nun das!

Ich habe keine Vergleichserfahrungen mit dem Methanoler.
Ich weiß nicht ob die Verdichtung, die ich beim Durchdrehen spüre, auch aussreicht,
oder die Glühkerze hell genug glüht . . . . oder überhaupt die richtige ist?


Was nun? ???
Soll ich den Motor nun doch erst mal öffnen?

Oder habe ich vielleicht was wichtiges + übersehen?


gruß und vielen Dank für Eure bisherige Hilfe

greg

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »gregger« (17. August 2008, 09:34)