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Elektroniktommi

RCLine User

Wohnort: MK, Sauerland

Beruf: Konstrukteur

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21

Sonntag, 31. Januar 2010, 09:02

Als ich für meine Diplomarbeit eine Maschine umgerüstet habe wurde mir auch gesagt, das keine noch so gute Elektronik eine schlechte Mechanik verbessert.

Hat denn schon jemand versucht, die Rotoren wie die V-Form bei einem Flugzeug zu kippen und damit etwas Eigenstabilität zu erreichen?
Die Aufschrift "NICHT BRENNBAR" ist keine Herausforderung!
[IMG]http://www.rclineforum.de/forum/attachment.php?attachmentid=122429&sid=[/IMG]

[SIZE=4]Ströme messen nicht vergessen![/SIZE]

Chilikakaoexperte

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elektroniktommi« (31. Januar 2010, 09:04)


22

Sonntag, 31. Januar 2010, 12:51

Zitat

Hat denn schon jemand versucht, die Rotoren wie die V-Form bei einem Flugzeug zu kippen und damit etwas Eigenstabilität zu erreichen?

Durchaus, das machen die meisten Koax-Helis einfach dadurch, dass man die Blattaufhängung und die Blätter entsprechend weich macht, so dass sie sich unter dem Gewicht zu einem "V" - oder plastisch einer Art 'Wok' - biegen.
Wiederum kann man Agilität gewinnen, indem man diese Aufhängungen durch härtere Teile ersetzt, oder wie ein "Tuner", einen CFK-Streifen auf die alte Aufhängung drauf schraubt.

Bei einem Quadrocopter reichte so etwas aber nicht aus, um die mangelnde Stabilität durch den hohen Schwerpunkt - die ja auch teils erwünscht ist - zu kompensieren.
Gleichwohl, die ersten Quadrocopter hatten keine Elektronik, weil es noch keine gab, zB hier der "Flug-Jeep" von 1956:
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:VZ-7.jpg

Es muss also auch mit Mechanik irgendwie gegangen sein...

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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23

Montag, 1. Februar 2010, 19:51

Hallo Tommi,

Zitat

Hat denn schon jemand versucht, die Rotoren wie die V-Form bei einem Flugzeug zu kippen und damit etwas Eigenstabilität zu erreichen?


Das ist schon gelegentlich versucht worden (kenne ich nur von Bildern); in Unkenntnis der Flugphysik. Das kann nicht funktionieren, denn man kann immer die Schubvektoren der einzelnen Antriebe zu einem gemeinsamen Vektor zusammenfassen, und der dreht sich gfls. zusammen mit dem Flugzeug. Und geht dann immer noch durch den Schwerpunkt und erzeugt kein aufrichtendes Moment. Da muß schon noch Einiges dazukommen...

Die V-Form bei Starrflüglern funktioniert ganz anders. Das ist schon -zig mal erklärt worden, auch hier im Forum.

Und noch dazu:

Zitat

Bei einem Quadrocopter reichte so etwas aber nicht aus, um die mangelnde Stabilität durch den hohen Schwerpunkt - die ja auch teils erwünscht ist - zu kompensieren.

Die Quadros haben keine mangelnde Stabilität durch einen hohen Schwerpunkt. Im Gegenteil: Die hohe SP-Lage wird absichtlich so gewählt, um die dynamische Stabilität zu verbessern. Tiefe SP-Lage führt hier zu schwer beherrschbarem Schaukeln.
Ich weiß, daß meine Aussage total gegen das "Gefühl" ist. Aber es ist so; das kann man theoretisch und praktisch beweisen.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (1. Februar 2010, 19:59)


24

Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:19

Zitat

Original von haschenk
...

Zitat

Hat denn schon jemand versucht, die Rotoren wie die V-Form bei einem Flugzeug zu kippen und damit etwas Eigenstabilität zu erreichen?


Das ist schon gelegentlich versucht worden (kenne ich nur von Bildern); in Unkenntnis der Flugphysik. Das kann nicht funktionieren, ...

Aber durchaus - wie oben beschrieben, der Effekt kann ganz einfach durch elastische(re) Blattaufhängungen oder Blätter bei einem Heli erreicht werden. Dass es funktioniert kann man gut prüfen, indem man einen (Koax-) Heli mit weicheren bzw härteren Blatthaltern ausrüstet; siehe auch die diversen Threads auf rcgroups zu diesem Thema.

Zitat

Die V-Form bei Starrflüglern funktioniert ganz anders.

Dass sie anders funktioniert, bleibt unbenommen.
Es gilt aber hier wie dort: V-Form => mehr Eigenstabilität.

Zitat

Die Quadros haben keine mangelnde Stabilität durch einen hohen Schwerpunkt. Im Gegenteil: Die hohe SP-Lage wird absichtlich so gewählt, um die dynamische Stabilität zu verbessern. Tiefe SP-Lage führt hier zu schwer beherrschbarem Schaukeln.

Das mag außerdem der Fall sein - grundsätzlich aber ist ein Quadrocopter ohne Stabilisierung kaum beherrschbar, und das liegt sehr wohl an der mangelnden Eigenstabilisierung, wobei der hohe Schwerpunkt eine wesentliche Rolle spielt.

Hier noch ein Link auf ein aktuelles Produkt, dass sehr schön zeigt, wie man Senkrechtstarten und Agilität zusammenbringen kann, ohne Gyros zu verwenden, nur durch geschickte Auslegung von Schwerpunkt und Aerodynamik:
http://www.towerhobbies.com/products/gre…s/gpma1135.html

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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25

Mittwoch, 3. Februar 2010, 20:29

Hi BB, (hast du auch einen richtigen Namen ?)

[quote[....grundsätzlich aber ist ein Quadrocopter ohne Stabilisierung kaum beherrschbar...[/quote]
Richtig; klarer gesagt, er ist unfliegbar. Wobei wir jetzt eine lange Diskussion beginnen könnten (ich tu´s nicht), warum er unfliegbar ist, was wir unter "Stabilität" verstehen wollen, und was warum und wie zu tun ist, um ihn "fliegbar" zu machen.

Zitat

...und das liegt sehr wohl an der mangelnden Eigenstabilisierung, wobei der hohe Schwerpunkt eine wesentliche Rolle spielt.


Falsch. Du kannst dich einfach nicht von deiner elementaren Vorstellung "tiefliegender Schwerpunkt = "Stabilität" lösen. Die Flugphysik der Schwebegeräte kann beweisen, daß ein über der Drehebene des/der Props liegender SP keinerlei Nachteil darstellt (sofern die Hochlage in "vernünftigen" Grenzen bleibt).

Um mal von der Praxis zu reden:
In den 50er und 60er-Jahren wurden von einigen US-Firmen im Auftrag der US-Army "fliegende Plattformen", "fliegende Jeeps" u.ä. entwickelt. Das ist alles gut dokumentiert (u.a. Bilder, Erprobungsberichte, Patentschriften..), auch gibt´s diverse NACA-Untersuchungen dazu, die u.a. auch die Flugstabilität betreffen.

Diese Geräte hatten alle -auf Grund ihrer gedachten Verwendung- einen hochliegenden Schwerpunkt und nur minimale oder keine Stabilisierungseinrichtungen. Eines der Hauptprobleme war nicht etwa mangelnde Stabilität, sondern ZUVIEL Stabilität; die Teile waren z.B. nicht zu einem schnellen Vorwärtsflug zu bringen.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (3. Februar 2010, 20:32)


26

Mittwoch, 3. Februar 2010, 21:36

Zitat

.. BB, (hast du auch einen richtigen Namen ?)
... Du kannst dich einfach nicht von deiner elementaren Vorstellung ... lösen.

Damit wird klar, warum ich hier meinen Realnamen heraus lasse - damit ich nicht meinen guten Ruf als friedlicher Mensch gefährde, wenn mir wieder mal so ein Schlaumeier ans Bein pinkeln will ;-)

Zitat

.. "fliegende Jeeps" u.ä. ... hatten .. einen hochliegenden Schwerpunkt und nur minimale oder keine Stabilisierungseinrichtungen. ...

Tja, also was machen die Konstrukteure der unbemannten Quadrocopter dann falsch?

Philipp_Meyer

RCLine User

Wohnort: D-57572 Niederfischbach

Beruf: Student

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27

Donnerstag, 4. Februar 2010, 09:22

Ein tiefliegender Schwerpunkt bringt insofern nix, dass eine Schwebeplattform kein Fallschirm ist.
Bei dem zeigt der Auftriebsvektor immer im wesentlichen nach oben, da das Ding immer im wesentlichen der Schwerkraft folgt und der Auftrieb aus der Luftreibung resultiert (mal ganz rudimentär gesagt)

Die Schwebeplattform weiß aber nicht wo oben und unten ist, sie kann nur stabil zu ihrer aktuellen Lage im Raum sein.
Ob das jetzt für uns schräg ist ist dem Ding egal.
Und damit sie schnell in ihre ursprüngliche Lage zurückkann ist es gut, wenn sie nicht allzu träge ist - also der Schwerpunkt nicht ewig weit entfernt von den Rotoren liegt.

Die V-Form beim Koax bewirkt ihre Stabilisierung dadurch, dass das Ding zu einer Seite schiebt, wenn es schräg in der Luft hängt. Und so funktioniert auch die V-Form bei Flächenmodellen.
(Das weiß ich aber auch erst dank Helmut, im Theorie-Unterricht bei den Segelfliegern hat man mir was anderes, falsches beigebracht)

Schau dir mal das Bild in deinem Avatar an, das sieht für mich nicht grade nach tiefliegendem Schwerpunkt aus ;)

Gruß,
Philipp
"Burn rubber, not gasoline."

Tesla Motors

[SIZE=1]PSP 3004 & USB-Experimentierboard abzugeben![/SIZE]

28

Donnerstag, 4. Februar 2010, 12:22

Zitat

Ein tiefliegender Schwerpunkt bringt insofern nix, dass eine Schwebeplattform kein Fallschirm ist.

Hmm, hat hier jemand behauptet, die Verlagerung des Schwerpunkts würde etwas "bringen"?
Und wo nun ein großer Kenner im Forum ist - warum brauchen Modell-Quadrocopter eine Stabilisierung, große Quadrocopter aber nicht?

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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29

Donnerstag, 4. Februar 2010, 15:16

Hallo,

die Dinge, um die es hier geht, sind VIEL komplexer, als die Meisten glauben; und ich kann das im Rahmen eines Forums auch nur stark vereinfach ansprechen.

Zunächst darf man "Fliegbarkeit" und "Stabilität" nicht durcheinander werfen. Ein "unfliegbares" Teil kann durchaus zumindest statisch und/oder nicht allzuviel dynamisch instabil sein. Es genügt zur "Unfliegbarkeit", daß die Steuereigenschaften ungenügend sind (da müsste ich jetzt schon ins Detail gehen). Umgekehrt darf ein gut steuerbares (wäre auch schon wieder weiter zu erklären) Teil sogar leicht instabil sein...

Übervereinfachte und rein statische Vorstellungen führen nicht weiter und können schnell zu falschen Schlüssen führen, wie z.B. hier bei der SP-Lage. Zunächst (bei "statischer" Betrachtung) kann bei einem schief hängenden Quadro oder Heli kein aufrichtendes Moment entstehen, weil sich eben die Schubkräfte mitgedreht haben.
Aber auf einem "Umweg" geht´s dann doch (ähnlich wie bei der V-Form bei Starrflüglern, aber es ist ein anderer Mechanismus). Ein schief hängender Rotor beginnt zu "schieben", was gleichbedeutend einer Schräg-Durchströmung der Rotorebene ist. Und bei einem nicht exakt axial durchströmten Rotor treten (idR rückführende) Momente und Kräfte auf, die den meisten Modellfliegern unbekannt sind.

Bei den Momenten hängt es von der Ausführung des Rotorkopfs bzw. der Nabe und von der Biege-Elastizität der Blätter ab, was daraus resultiert. Die auftretenden Kräfte sind sog. "in-plane"-Kräfte (es gibt kein kurzes deutsches Wort dafür), die in der Rotorebene senkrecht zur Achse wirken. Für deren Auswirkung auf die Stabilität spielt aber die Höhenlage des SPs eine große Rolle. Liegt der SP unterhalb der Rotorebene, dann wirken diese idR dynamisch destabilisierend. Liegt der SP oberhalb, dann werden die dynamischen Probleme kleiner, aber u.U. kann dann die Statische Stabilität zu gering werden. Einer Faustregel nach macht man nichts grob verkehrt, wenn der SP auf gleicher Höhe wie die Rotorkreisebene(n) liegt.

Nur am Rande: Man könnte (theoretisch) die Stabilität verbessern, wenn der Rotor einen negativen (!) Konuswinkel hätte. Leider geht das nur bei sehr kleinen Rotoren, die man so steif bauen kann, daß sie den Auftriebs- und Fliehkräften widerstehen können. Imho ist der Rotor des PiccoZ (mit seinem sehr kleinen Vorlaufwinkel der Stabistange) ein Beispiel dafür; ich hab das aber nicht nachgerechnet.

Wie schon gesagt, ist das jetzt alles nur ganz knapp angedeutet, in der Realität muß man noch viele andere Punkte berücksichtigen (z.B. Trägheitsmomente, oder daß auch scheinbar "starre" Prop-/Rotorblätter eine Schlagbewegung machen), und das macht die Sache so schwer verständlich.

Bei "google scholar" ( http://scholar.google.de ) ist Einiges zum Thema zu finden, Suchbegriffe z.B. "quadrocopter" oder "flying platform". Leider sind die meisten vielverspechenden Links kostenpflichtig; Verlage oder Wissensvermittlungs-Firmen haben da die Finger drauf. Einen (nicht kostenpflichtigen) Link möchte ich besonders erwähnen:
https://dspace.lib.cranfield.ac.uk/bitst…z_corrected.pdf
Eine riesige Fleißarbeit, in der alles zusammengetragen ist, was zum Thema gehört (280 Seiten), aber ziemlich Theorie- und Mathe-lastig...

Andere gute Info-Quellen sind z.B.
www.diydrones.com
oder der "quaduino"-Mammutthread bei RCgroups
http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=1066119


Gruß,
Helmut

PS
Ich hänge mal noch ein paar Bilder an...
»haschenk« hat folgendes Bild angehängt:
  • alle jeeps.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (4. Februar 2010, 15:40)


30

Donnerstag, 4. Februar 2010, 16:01

Nochmal die IMO wesentlichen Fakten:
- Modell-Hubschrauber (auch Koaxe mit zwei Taumelscheiben) sind ohne gesonderte Nick/Roll-Stabilisierung fliegbar (man könnte wiederum Bell-Hiller als solche betrachten)
- Modell-Quadrocopter sind nur mit einer solchen Stabilisierung (mehr oder weniger elektronisch) fliegbar
- Manntragende Quadrocopter (Curtiss-Wright etc) sind - vermutlich - auch ohne eine solche ausgekommen
- Der Abstand zwischen Massenschwerpunkt und Auftriebsschwerpunkt ist bei Quadro- typisch geringer als bei Heli-Coptern

Dass man es komplex machen kann, indem man die Formeln aller beteiligten Parameter und Zusammenhänge sammelt, das überraschend nicht; finde es auch gut, wenn jemand eine Doktorarbeit dazu schreibt; danke für den Link.
Das sollte uns nicht davon abhalten, nach verständlichen Erklärungen zu suchen, ich denke dass wir dabei nicht in den subatomaren Bereich vordringen müssen...

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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31

Donnerstag, 4. Februar 2010, 18:15

Hallo,

Zitat

...ich denke dass wir dabei nicht in den subatomaren Bereich vordringen müssen...

Doch, das muß man.... viellleicht nicht so ganz, aber in die Details der zugehörigen Flugmechanik muß man in jedem Fall einsteigen. Es ist im Rahmen eines Forums schlicht unmöglich, solche Dinge zu behandeln. Inhalte, die in Büchern (auch ohne Mathe) einige Seiten oder sogar Kapitel brauchen, lassen sich nicht verständlich auf ein paar Sätze reduzieren. In einem Forum kann man dann nur "Hilfe zur Selbsthilfe" geben. Und ich habe -offen gesagt- auch weder Zeit noch Lust dazu , für einen "Anonymus" hier ein Seminar abzuhalten; selbst wenn es möglich wäre.

Trotzdem noch ein paar Worte:
Ein Teil deiner Fragen lässt sich schon anhand der Ähnlichkeitsgesetze beanworten, z.B. die Unterschiede im Verhalten zwischen "klein" und "groß". Dabei gibt es u.a. große Unterschiede in den Bewegungsverläufen (Beschleunigungsdauern, Schwingungsdauern u.ä.), die so ein Schwebeteil einmal für Menschen beherrschbar machen und einmal nicht.
Es ist auch ein großer Unterschied, ob man in einem Schwebegerät drinsitzt/draufsteht und die Beschleunigungen fühlt, oder ob man es nur von außen "auf Sicht" steuert.

Beim (Modell-) Quadrocopter geht es mehr um die Steuereigenschaften als um die Stabilität. Diese Teile sind ohne "Stabilisierung" (diese Bezeichnung ist streng genommen nicht ganz richtig) grob gesagt idR indifferent, wären also schon akzeptabel zu steuern. Die Art der Steuerung ist eigentlich das Hauptproblem. Dazu müsste ich dir jetzt die Unterschiede zwischen "Kraft/Beschleunigungssteuerung", "Geschwindigkeitssteuerung" und "Lagesteuerung" erklären...
Die üblicherweise verwendeten Drehraten- und Beschleunigungssensoren haben sehr viel mehr damit zu tun als mit der "Stabilisierung" (ich schreibe das mit Absicht in Anführungszeichen).
Du findest das in der einschlägigen Fachliteratur sehr viel ausführlicher erklärt.

Ein sehr gutes Buch dazu ist z.B.
Hafer/Sachs, "Senkrechtstartechnik", Springer-Verlag
Ist auch vom Nichtfachmann noch zu lesen und zu verstehen.
oder auch
P. Valavanis (Hrsg), "Advances in unmanned Aerial Vehicals", Springer-Verlag
Darin wird die Technik der Mikro-Drohnen (Starrflügler, Helis, Quadros...) ausführlich dargestellt; auch z.B., wie man ein Indoor-Modell zum autonomen Hovern und Torquen bringt (mir ernstem Hintergrund...). Aber notwendigerweise sehr Mathe-lastig.

Zu Patenten (die immer zeigen, wie´s gemacht wird) bringt die "Erweiterte Suche" beim Europäischen Patentamt ( http://ep.espacenet.com/?locale=de_EP )sowohl für Modelle als auch manntragende Geräte jede Menge;
NACA-Berichte (z.B. zu den "fliegenden Jeeps") gibt´s über die Suche auf dem NASA-NTRS-Server ( http://ntrs.nasa.gov/search.jsp )


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (4. Februar 2010, 18:19)


32

Donnerstag, 4. Februar 2010, 19:23

Zitat

Es ist im Rahmen eines Forums schlicht unmöglich, solche Dinge zu behandeln.

Man kann das durchaus kurz und in einem Forum erklären, aber das geht natürlich nur, wenn man die Zusammenhänge verstanden hat.

Zitat

... ich habe -offen gesagt- auch weder Zeit noch Lust dazu , für einen "Anonymus" hier ein Seminar abzuhalten..

Und niemand hat dich darum gebeten, du hast doch ganz von selbst hier den Habitus des Oberlehrers angenommen, der in herablassendem Tonfall andererleuts "Fragen" sich bequeme zu beantworten.

Zitat

Ein Teil deiner Fragen ..

Ich habe keine "Fragen", liess noch mal den Thread, ich habe lediglich Hinweise gegeben, die du dann so verklausuliert hast, als ob du mehr darüber wüsstest, um dann wiederum zu erklären, es sei alles zu kompliziert, um es in einem Forum zu erklären.

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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33

Donnerstag, 4. Februar 2010, 22:01

Mein lieber Anonymer,

Zitat

Man kann das durchaus kurz und in einem Forum erklären, aber das geht natürlich nur, wenn man die Zusammenhänge verstanden hat.


Ich hab sie anscheinend nicht verstanden. Da dies bei dir der Fall ist, wirst du hier in Zukunft die Dinge erklären. Und schön einfach...
Ich werde dich dabei nicht mehr stören.
So, Ende der Fahnenstange.

Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (4. Februar 2010, 22:04)


34

Freitag, 5. Februar 2010, 01:08

Ich weiss auch nicht, warum das eine Gerät nur mit Gyro-Hilfe steuerbar ist und das andere ohne, aber ich habe das auch nicht behauptet.
Die Fakten aus meiner Sicht habe ich ja vier Beiträge vorher genannt.

flugdet

RCLine User

Wohnort: Sachsen-Anhalt

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35

Freitag, 5. Februar 2010, 18:35

Das ist hier ein RC-Modellbauforum und kein Symposium für Flugtechnik! Verstrickt euch mal nicht in themenferne Diskussionen. Wir sind hier im Bereich RC-Experimental-Modellbau. Also geht in eure Bastelkeller und baut was zum Thema, dann zeigt es uns hier und dann haben wir alle etwas davon. Ich sag's nochmal: Wenn ihr es mit weniger als 4 Rotoren hinkriegt - Hut ab!
Gruß Detlef
- Akku-Allesflieger -

36

Freitag, 5. Februar 2010, 18:55

Warum nicht ein bischen techniklastig diskutieren? Einerseits kann mittlerweile jeder Interessierte einen Koax im Keller zusammenschustern bzw. aus einem Koax einen "nomalen" Heli bauen, andererseits wird die Elektronik immer leichter & billiger. Ich hab' z.B. grad einen AVR32 Grasshopper da, rennt Linux drauf, ist klein und leicht. Das Ding schreit gerade nach sinnvoller Anwendung - da ist Modellbildung vorher schon was feines :)

Zitat

Und wo nun ein großer Kenner im Forum ist - warum brauchen Modell-Quadrocopter eine Stabilisierung, große Quadrocopter aber nicht?

Je größer, desto mehr Zeit hat der Pilot zum reagieren. Ausserdem sitzt im echten ein Pilot, der hat ein Gyro im Innenohr eingebaut. Ich glaube mich aber zu erinnern, dass die Dinger nicht gerade Anfängertauglich waren.

37

Freitag, 5. Februar 2010, 19:13

Zitat

Zitat

... warum brauchen Modell-Quadrocopter eine Stabilisierung, große Quadrocopter aber nicht?

Je größer, desto mehr Zeit hat der Pilot zum reagieren. Ausserdem sitzt im echten ein Pilot, der hat ein Gyro im Innenohr eingebaut.

Ok, aber dieser Unterschied besteht doch bei normalen Helis auch - hier aber kann ich das Modell auch ohne Gyros auf Nick/Roll fliegen.

Zitat

... nochmal: Wenn ihr es mit weniger als 4 Rotoren hinkriegt - Hut ab!

Ok, was genau war es nochmal, das einem mit weniger als 4 Rotoren deinen Respekt verschaffen würde?

Es darf erinnert werden an das vorher erwähnte Gerät - ein VTOL mit einem Rotor und ohne Gyros:
http://www.towerhobbies.com/products/gre…s/gpma1135.html

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bregg« (5. Februar 2010, 19:15)


38

Freitag, 5. Februar 2010, 19:29

Ich würd' mal behaupten, dass die ersten UFOs von Silverlit auch ohne Gyros flogen. Wenn ich mich richtig erinnere waren da mechanische Gyros drinnen, mit Motor und so.

M.M. nach sind die normalen Quadrokopter sind nicht gebaut um stabil zu schweben, sondern um möglichst agil zu fliegen. Das läßt sich nun mal nur mit sehr kurzen Reaktionzeiten realisieren. Dass die Dinger dann auch gut schweben ist ein Abfallprodukt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »dr.klepp« (5. Februar 2010, 19:30)


flugdet

RCLine User

Wohnort: Sachsen-Anhalt

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39

Freitag, 5. Februar 2010, 19:38

Hi BB42,
schau an den Anfang des Themas! Rolf ging es hier doch um eine Schwebeplattform für Luftaufnahmen. An dieses Ding mit einem Prop würde ich keine Cam hängen!
Also immer beim Thema bleiben, sonst wird das Forum ein Chaos!
Gruß Detlef
- Akku-Allesflieger -

40

Freitag, 5. Februar 2010, 21:01

#-Raute, der Gyro im X-Ufo ist eben auch ein Gyro, nur etwas größer und "mechanischer" als die elektronischen Gyros. Ohne diesen ist das X-Ufo nicht fliegbar.
Edit: Bei dem X-Ufo ging es wirklich nur ums Schweben, "agiles" Fliegen wurde durch den maximalen Meßwinkel des Gyro von ca. 22 Grad begrenzt - und zwar durch sofortigen Überschlag ;-) Das motivierte dann zahlreiche alternative Gyro-Entwicklungen - darunter auch eine mechanische, die ich gerade (nach-) gebaut habe und sehr empfehlen kann: SwissGyro

Flugdet, warum ein solcher Ein-Rotor-Senkrechtstarter nicht so skalierbar sein soll, dass er eine Kamera trägt, kann ich jetzt nicht erkennen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bregg« (6. Februar 2010, 00:47)