1

Mittwoch, 12. September 2018, 11:52

Tandemantriebe optimieren / Erfahrungen aus der Praxis

Vorbemerkung:
Ich konstruiere zurzeit eine Dornier-Superwal (Version Do-R4 NAS) in 1:11 (Spannweite 2,60m). Geplanter Erstflug Mai 2019 beim Treffen am Edersee.
Auf die Propeller und auf die Motorisierung habe ich mich nach intensiver Abstimmung mit Christian Ramoser und Fa. Hacker bereits festgelegt.
Die gewählten Getriebe-Antriebe sind so leistungsstark, dass ich allein mit den beiden vorderen Antrieben ein Schub-/Gewichtsverhältnis von annähernd 1:1 realisieren könnte – natürlich nicht muss und nicht will, zumal Gewichtsminimierung bei diesem Projekt für mich hohe Priorität hat.

Zum Thema:
Einige, mir zum Teil persönlich bekannte Forenmitglieder, besitzen mindestens ein Flugboot mit Tandemantrieb (z.B. Do-Wal, Do-Superwal, Do-Seastar o.ä.) und hatten Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln.
Auf diese Erfahrungen – und nur darauf! - hoffe und ziele ich mit diesem Thread.
Mich interessiert, welche Methode(n) zur Abstimmung/Optimierung der Antriebe ihr mit welchen Erfahrungen angewandt habt. Z.B.: Wie habt ihr was gemessen? Stromaufnahme? Kapazitätsbedarf pro Zeit? Drehzahlen? Messung am Boden? Messung während des Fluges?
Für eure Erkenntnisse aus der Praxis (gern mit Info / Bildern über das jeweilige Modell) wäre ich euch dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »braun.wolfg« (12. September 2018, 12:13)


MFVR-Uwe

RCLine Neu User

Wohnort: Rotenburg (Wümme) www.mfvr.net

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 13. September 2018, 08:02

Moin Wolfgang,
zuerstmal, ein tolles und spannendes Projekt das Du da in Angriff nimmst!
Rein technisch kann ich leider nichts beitragen, da ich mich immer nur
theoretisch mit diesen Antrieben befasst habe. Aber an den Reaktionen
hier siehst Du ja das dieses Thema sehr speziell ist und mein erster Gedanke
beim Lesen gestern war -die Frage sollte Wolfgang vielleicht auch in den

"Warbird" und "Modellflug allgemein" Foren stellen- um eventuell auch auf die
Erfahrungen der Kollegen die mal ne Cessna 337 oder ne Dornier DO 335
gebaut haben zurück greifen zu können, weil die vermutlich oftmals nicht
im Wasserflugforum unterwegs sind.
mit Wasserfliegergruß
Uwe

3

Donnerstag, 13. September 2018, 20:09

@ Uwe:
Danke für deinen netten Beitrag und für deine Anregung.
Mir ist bewusst, dass vermutlich nur sehr wenige Forenmitglieder zu meinem Thema mit Erfahrungen aus der Praxis aufwarten können.

Mein Projekt wird aber nicht scheitern, wenn keine Beiträge kommen.
Ich bin gut vorbereitet.
Dennoch würde ich mich gern schon vor den ersten Flügen mit kompetenten Konstrukteuren / Piloten austauschen.
Schauen wir mal.
Ich konstruiere erst mal entspannt weiter ...

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

4

Donnerstag, 13. September 2018, 20:31

In etwa Einer Woche ist ein Wasserflugtreffen am Traunsee, Da sind gute Konstrukteure da, auch zum Fachsimpeln :)

5

Freitag, 14. September 2018, 11:43

@ Andreas:
Danke für deinen gut gemeinten Tipp. Bis zu etwa 400 km einfache Strecke zum Mitmachen und Fachsimpeln fahre ich gern.
Bis zum Traunsee sind's aber knapp 1.000 km einfache Strecke. Das ist mir zu viel.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

6

Freitag, 14. September 2018, 15:06

Servus Wolfgang,


meine Do26 kennst du ja schon, sie ist ja der nach Nachfolger des
Superwal, mit vier Motoren. Da ich
Standard Propeller benutze, habe ich Motoren mit verschiedernen Drehzahlen verwendet. Die Vorderen Motoren haben 1100U/V
und die Hinteren habe 1450U/V . Somit habe ich ein Stufengebläse geschaffen.
Soweit ich Informiert bin gibt es die noch die Methode mit verschiedenen
Steigungen oder vorne ein starker Zug Motor
und die hintere Luftschraube im Leerlauf mitdrehen lassen. Letzteres kommt
bei deinem Objekt , (wie wir Dich kennen) sicher nicht in Frage. Meine Do26
hört sich durch die verschiedenen Drehzahlen nicht so toll an. Aber wenn
Du Erfahrungen mit den Ramoser Propeller brauchst, da hat Frank mit seiner großen Do214 Erfahrungen
gesammelt.


Grüße Bobby :w
bobbyflight

7

Samstag, 15. September 2018, 12:09

Danke Bobby,
in Aktion habe ich deine Do-26 ja schon erlebt. Deine Lösung funktioniert ja, und den Sound habe ich nicht als störend empfunden.
Wenn wir uns das nächste Mal am Edersee treffen, können wir gemeinsam (mindestens auch mit Frank) beobachten und fachsimpeln.
Mit Frank habe ich schon telefoniert. Andi werde ich demnächst auch mal zum Thema anrufen.

Meine vier Antriebe sind identisch, die Propeller allerdings im Durchmesser etwas kleiner, als maßstabsggetreu. (Christian Ramoser hat nicht in allen Größen rechts- / linkslaufende Propeller im Programm)
Ich habe vor, die hinteren Propeller auf größtmögliche Steigung zu stellen und bei den ersten Flügen die Steigung der vorderen Propeller in kleinen Schritten zu vermindern, bis vordere und hintere Antriebe - ich nenne es mal - "harmonieren". Ich habe die Möglichkeit, mir die Stromaufnahme und die Motordrehzahlen während des Fluges ansagen zu lassen. Vielleicht ist das aber gar nicht nötig.
An Maximalschub und maximal erreichbarer Pitch-Geschwindigkeit wird es jedenfalls nicht mangeln.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »braun.wolfg« (15. September 2018, 15:16) aus folgendem Grund: zwei Worte zur Klarstellung hinzugefügt


8

Samstag, 15. September 2018, 22:45

Hallo Wolfgang
schön, dass Du den Bau beginnst, und einen neuen Thread aufgemacht hast.
Es gibt sicher eine Vielzahl von Abstimmungsmäglichkeiten, aber Du bist mit den Ramosern schonmal auf dem besten weg :-)
Schub-Druck Modelle habe ich nun schon drei, jedes ist anders abgestimmt.
Meine aktuelle große Do214 hat wie Du weißt die gleiche anordnung wie der Superwal. Wie beim Original habe ich vorne 12 Zoll ( 6 m ) und hinten 10 Zoll ( 5,5 m ) Propeller von Christian genommen, natürlich gegenläufig. vorne sind 6 Zoll, hinten 8 Zoll Steigung eingestellt.

Die Steigung habe ich soweit eingestellt, bis die Leistungsaufnahme laut Motorenhersteller erreicht wurde.

Ein Testaufbau einer Motorenachse hilft um die ersten Stromaufnahmen Erkenntnisse zu sammeln.
Bin gespannt auf die ersten Bilder :ok:
Scale-Parkflyer.de

Dornier Do 214 / Dornier Wal / B24 Liberator / Airbus A 380 / Mc Donnel Douglas MD83 / Fokker Dr.1 / Pilatus Porter PC6 / Icon A5 / Hibou / Piper PA 15 "Vagabond"
Beriev Be 200 " Sandrova :tongue: " / Dipper aus Planes 2 / Jupiter Shrimp 90 cm

9

Gestern, 14:05

Hallo Wolfgang, in Ergänzung zu Frank:
Der hintere Prop eine Stufe kleiner, gegenläufig und mit hoher Steigung passt.
Grund: hinter dem vorderen prop bildet sich ein Kegel mit beschleunigter Luft. Ein Gegenläufiger Prop hat den größeren Effekt diese Luft weiter zu beschleunigen als ein gleichläufiger Prop der quasi der drehenden Luft hinterherrennt. Der Prop sollte kleiner sein so das sich die Blattspitzen nicht ausserhalb des beschleunigten Kegels ind lagnsamer Luft befinden...ist dann etwas leiser. Und höhere Steigung natürlich weil der hintere Prop mit bewegter Luft angeströmt wird.
Zum genauen Einstellen würde ich den Standschub am Modell messen...Wale sind ja nicht schnell und damit ist Standschub nicht so weit weg von dem was wir brauchen:-)
Ich bin so vorgegangen das ich zuerst den vorderen Prop in der Steigung optimiert habe. Dabei habe ich nicht auf maximalen Strom optimiert sondern auf maximalen Schub bei minimalem Strom. Hohe Leistung hat ja nicht unbedingt hohen Standschub zur Folge. Mit mehr Steigung steigt normal auch die aufgenommene Leistung aber nicht unbedingt der Standschub...und der hat bei mir da erst mal Prio....und wie gesagt bei meinen "Slow Flyern" und bei Wasserfliegern wo du beim angleiten Schub abrufen willst scheint das gut zu sein.
Wenn der vordere eingestellt ist dann der hintere aber zusammen mit dem vorderen da die Anströmung benötigt wird.
Dann sollte es passen :-) es lohnt sich auch ...ich habe bei meinem großen Wal damit die Leistungsaufnahme vom ersten grob Einstellen bis zum Finale um mehr als 30% reduzieren können...was wiederum mehr Flugzeit, kleinere Akkus und weniger Gewicht bedeutet hat.
Bei anderen Modellen habe ich das Modell so ausgelegt das der Vordere Antrieb ausreicht und habe hinten einen kleinen Motor verbaut der eine LS mit sehr hoher Steigung quasi als alibi antreibt...durch die hohe Steigung stört die LS den vorderen Antrieb nicht und durch die Anströmung ist der hintere Motor nicht überlastet...damit sind quasi beide angetrieben aber der hintere tut nur so :-) habe ich bei ca. 5 Modellen gemacht und geht auch gut.

Viele Grüße
Jörg
Hangar: zu viel...fast alles von Dornier und auch mal was aus der Packung..

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »greenmunster« (Gestern, 14:10)


10

Gestern, 16:07

Hallo Frank und hallo Jörg,
ihr könnt euch denken, dass ich auch euch beide im Visier hatte.
Umso mehr freue ich mich über eure beiden ausführlichen und aufschlussreichen Beiträge zu meinem Thread. Danke, dass ihr euch dafür die Zeit genommen habt.

Eure Hinweise werde ich selbstverständlich bei meinen Einstellungsflügen berücksichtigen, mit der Einschränkung, dass die vorderen und hinteren Propeller den gleichen Durchmesser haben.
Scale-Durchmesser vorn wäre 12", Christian hat Props in der Größe nur rechtslaufend.Ich möchte aber unbedingt rechte Seite/linke Seite gegensinnig laufende Props haben (Begründung dürfte sich unter uns erübrigen).
Nächst kleinere Prop-Größe im Angebot ist 10.4" – wie zuvor erwähnt auch gut geeignet. Für einen Wasserstart wird´s allemal langen, für´s Fliegen sowieso.
Gern werde ich euch auf dem Laufenden halten.

Beste Grüße
Wolfgang