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Dienstag, 8. Juni 2010, 22:52

Starten mit Fahrwerk und Schwimmern (Motorzug)

Hallo allerseits,

ich bin neu hier im Forum (und auch neu im Flächenflug) und hab die letzten Wochen mit dem Lesen vieler toller Beiträge verbracht, allerdings hab ich auf ein paar Fragen keine Antwort gefunden (oder vielleicht auch einfach nicht verstanden ;( )

Bitte nicht schlagen, falls meine Fragen hier schon zigfach durchgekaut wurden.

Nach vielen Flügen mit dem Easystar von Multiplex hab ich mir vor kurzem den Minimag mit einem 400er BL Motor zugelegt, da ich unbedingt auf Rädern (und dann auch auf Schwimmern) starten und landen wollte.

Das Einfliegen des MM hat eigentlich gut geklappt. Schwerpunkt und Trimmung stimmen und in der Luft ist alles super.

Also hab ich heute mal das Fahrwerk drangeschraubt und bin vom Boden gestartet.

Ich bin zwar jedesmal in die Luft gekommen, aber in dem Moment wo des Heck hochgeht, macht der MM einen ordentlichen Haken nach rechts, den ich immer grade so mit SR links ausgleichen konnte. Für den original Bürstenmotor ist beim MM ja schon ein leichter Motorzug nach rechts vorgesehen, und da ich hier im Forum gelesen hab, daß man den Zug für einen BL Motor noch vergrößern sollte, hab ich den Motor so eingebaut, daß der Zug noch etwas stärker ist, ca. 4 Grad.

Hab ich da etwas falsch verstanden? Sollte ich eher den Motorzug weiter nach links einbauen? Irgendwie versteh ich die Auswirkung des Motorzugs nicht wirklich ???

Im Unterforum "Wasserflug" habe ich irgendwo gelesen, daß man beim Wasserflug den Zug nochmal größer einstellen sollte, um diesen Effekt beim "Auf Stufe gehen" zu unterbinden.

Damit bin ich nun endgültig verwirrt. Muß ich den Zug weiter nach rechts oder weiter nach links stellen, wenn mein Modell nach rechts einen Haken beim Start schlägt?

Wie gesagt, ich bin sowohl Anfänger im Flächenflugmodellbau als auch in der Flugphysik, und ich wäre für eine kurze Erklärung der Auswirkung des Motorzuges echt dankbar. Oder für einen Link mit einer "anfängerfreundlichen" Erklärung.

Viele Grüße

Tim

2

Dienstag, 8. Juni 2010, 23:07

Der Motor erzeugt mit der Luftschraube ein Drehmoment was den Flieger auf die Seite drehen "will". Um dem entgegenzuwirken baut man einen Seitenzug ein. 4° sind schon relativ viel aber probier halt mal mit 5°. Eine andere Ursache könnte sein dass dein Spornrad und dein Seitenruder nicht in einer Linie sind. Wenn du startest läuft der Flieger wegen dem Spornrad geradeaus, wenn das Spornrad den Boden verlässt steuert das Seitenruder nach Links.

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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3

Mittwoch, 9. Juni 2010, 01:48

Das Drehmoment ist nicht primär das Problem - das würde man nicht merken solange die Räder am Boden sind.

Der Prop erzeugt einen Luftstrom der nicht gerade nach hinten geht, sondern einen Drall hat. Nun trifft der obere Teil dieses Luftstroms aufs Seitenleitwerk - und drückt es nach rechts, der Flieger würde also nach links abbiegen. Um das zu verhindern baut man den Motor leicht nach rechts zeigend ein, damit sich das Moment mit dem des SLWs die Waage hält.

Wenn dein Flieger nach rechts abbiegt hats du zuviel Zug in die Richtung. Also reduzieren, nicht erhöhen.

Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Paul H.« (9. Juni 2010, 01:51)


4

Mittwoch, 9. Juni 2010, 09:42

Danke euch beiden für die prompten Antworten.

@ Sebastian

Ich hab (noch) kein Spornrad, daran kanns nicht liegen. Und das Drehmoment als Ursache wurde in einigen Beiträgen hier schon ausgeschlossen.

@ Paul

So ungefähr hab ich mir das mit meinen eingeschränkten Physikkenntnissen auch zusammengereimt, war aber durch viele Beiträge hier, die sich zum Teil widersprechen, etwas verwirrt.

Ich werd mal den Zug auf den von Multiplex vorgegebenen Wert verringen.

Tim

5

Samstag, 12. Juni 2010, 00:16

nochmals edit:

Es war tatsächlich zuviel Motorzug. Ich hatte da wohl was mißverstanden.

Heute hatte ich in den windstillen Stunden des Abends meinen ersten Wasserflug. Es sollte eigentlich nur ein Schwimmtest werden, aber dann war der MM plötzlich in der Luft :ok:
Der Minimag ist wirklich ein klasse Anfängerflugzeug.

Allerdings ist der vorgegebene Schwerpunkt bei Multiplex-Einsteigermodellen wohl wirklich ein Mondwert, zumindest nach BL Umbau (was man hier ja auch oft liest). Sowohl beim Easystar als auch beim Minimag (mit und ohne Schwimmer/Fahrwerk) mußte ich den Schwerpunkt deutlich nach vorn schieben, um anständig in der Luft zu liegen.
Aber mit dem Akku ganz vorn in der Schnauze flog und landete der MM durchaus wie ein ordentliches Wasserflugzeug. 8)

Grüße
Tim

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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6

Samstag, 12. Juni 2010, 15:31

Wie weit hinter der Nasenleiste gibt MPX den Schwerpunkt an, und wo hast du ihn jetzt?
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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7

Dienstag, 15. Juni 2010, 17:46

RE: Starten mit Fahrwerk und Schwimmern (Motorzug)

Zitat

Original von Tim71

Ich bin zwar jedesmal in die Luft gekommen, aber in dem Moment wo des Heck hochgeht, macht der MM einen ordentlichen Haken nach rechts, den ich immer grade so mit SR links ausgleichen konnte.


Hallo Tim,

ich gebe noch etwas zu bedenken:
ein Spornradmodell tendiert eigentlich immer dazu, beim Start auszubrechen. Das muss man während der Beschleunigungsphase je nach Flieger mehr oder weniger beherzt aussteuern, und in dem Moment wo er den Boden verlässt hat er dann mit neutralem Ruder geradeaus zu fliegen.

Abhilfe schafft nur ein Dreibeinfahrwerk, aber die sind meist weniger Rasenstartfreundlich und mechanisch aufwändiger anzulenken.

Zudem kann ein Umschlagen nach dem Abheben auch daran liegen, dass man zu steil abhebt und das Modell noch nicht genügend Fahrt aufgebaut hatte -> Strömungsabriss. Je nach Flugzeug gibt's da auch immer eine bevorzugte Seite, wohin das Teil wegkippt.



Aber generell muss der Seitenzug natürlich stimmen.
Das findest Du heraus, indem Du in Sicherheitshöhe mal Gas rausnimmst und dann das Seitenruder trimmst bis das Modell einen exakt geradlinigen Sinkflug ausführt, ohne Kreisflugtendenz.
Dann gibst Du mal Gas und schaust ob er noch immer geradeaus fliegt.
Im Idealfall ist es möglich, ganz ohne Bahnkorrektur nur mit dem Höhenruder einen sauberen Looping zu fliegen. Mit unkorrektem Seitenzug ist das nicht möglich; das Modell wird immer leicht ausbrechen.


Wieviel Seitenzug genau, ist Auslegungssache und richtet sich nach sämtlichen Antriebsparametern: Motorleistung, Propellerabmessung etc.
Normalerweise bist Du mit ca. 1,5° ganz gut dabei, von dort aus musst Du den Rest erfliegen, siehe oben.


Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

8

Mittwoch, 16. Juni 2010, 00:22

RE: Starten mit Fahrwerk und Schwimmern (Motorzug)

Zitat

Original von Paul H.
Wie weit hinter der Nasenleiste gibt MPX den Schwerpunkt an, und wo hast du ihn jetzt?


Hallo Paul,
ich werd´s in den nächsten Tagen mal genau ausmessen.

Zitat

Original von Hilmar

ein Spornradmodell tendiert eigentlich immer dazu, beim Start auszubrechen. Das muss man während der Beschleunigungsphase je nach Flieger mehr oder weniger beherzt aussteuern


Hallo Hilmar,

das generelle Ausbrechen mit Spornrad hatte ich anfangs wirklich unterschätzt. Ich dachte, wenn der Motorzug stimmt, beschleunigt das Modell auch geradeaus. Aber du hast natürlich recht. Ohne (beherztes) Gegensteuern mit dem SR geht´s nicht.
Auf dem Wasser scheint mir der Effekt aber (für mich als Anfänger) deutlich einfacher zu beherrschen zu sein, da alles viel "unhektischer" zugeht. Ein Start auf dem Wasser erscheint mir mit dem MM fast wie ein Start an Land in Zeitlupe (ok, etwas überrtrieben, aber man hat wirklich viel mehr Zeit zum Gegensteuern )

Und was das Landen angeht:
Ich hatte vor allem Angst um meine Motorelektronik. Aber nach einigen sehr unsanften Landungen, bei denen teilweise Spritzwasser (durch die Lüftungslöcher des eingeharzten Motorspants für den Außenläufer) bis in die letzten Winkel des Innenraums eindrang, funktioniert alles immer noch tadellos. Ich hab lediglich den Regler etwas geschützt.

Dank dir für die Tipps zum Einstellen des Motorzugs. Das werde ich gleich mal ausprobieren, wenn hier mal wieder eine Flaute einkehrt. Momentan bläst es hier ganz gewaltig und das verträgt sich mit einer Schaumwaffel wie dem MM leider garnicht, wie ich gestern feststellen mußte. :wall:

Aber so ein Schwimmer ist ja schnell wieder angeklebt ==[]



Dank euch für die Antworten und viele Grüße

Tim

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tim71« (16. Juni 2010, 00:31)