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Luftschrauber

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Wohnort: Schnurzzhausen, Am Magnetfeld 12P

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1

Samstag, 2. Oktober 2010, 09:13

Motorsturz, Widerstandsmittelpunkt, Motorzugachse

Hallo,

könnte ihr mir sagen wie sich der Widerstandsmittelpunkt ergibt? Also die senkrechte Achse von diesem geht vom Schwerpunkt aus. Aber die entsteht dessen waagrechte Achse? Diese Frage kam mir gerade als ich dieses Video angeschaut habe:
http://www.airmix.de/modellbau-939-gehei…gen-teil-3.html
Erst dachte ich, dass diese Waagrechte eine Verlängerung des Höhenruders darstellt, aber in dem zweiten Bild mit dem Tiefdecker ist zu sehen dass es nicht so ist.

Gruß
Luftschrauber
meine Homepage: http://stefan-eibl.de mein Ebike/Pedelec Akku Online Rechner: http://stefan-eibl.de/ebikeakkurechner.sh

2

Montag, 4. Oktober 2010, 21:58

RE: Motorsturz, Widerstandsmittelpunkt, Motorzugachse

Also ich leg mich jetzt mal so weit aus dem Fenster, dass ich sage: in all den Jahren habe ich kaum etwas von einem Widerstandsmittelpunkt gehört. In Martin Simmons Buch "modell aircraft aerodynamics" lese ich ebenfalls nichts davon. Wikipedia: nichts. google: schriftliche Abhandlungen aus den Jahren vor 1914, Luftschiffe, Nautic. Und natürlich: RC-Foren. Nun gut.

Das Airmix Video heisst nicht umsonst :GEHEIMNIS Einfliegen. Aber wir werden das schon ergründen.

Ich habe gelernt, dass jedes Moment im Schwerpunkt angreift. Dazu gibt es eine Reihe anderer Gründe für "aufrichtenden Momente" als die geometrische Versetzung zwischen Motorwelle und Schwerpunkt. ZB.
- wird durch positiven Anstellwinkel der Luftstrom in der Propellerebene umgelenkt (nach unten), somit entsteht ein aufrichtendes Moment an der Propellerebene. Nennt man im Jargon "Querkraft".
- trifft der Propellerstrom zuerst die Tragfläche und erhöht deren Auftrieb.

Wir haben hier also schon drei Faktoren (Schwerpunkt, Luftstromumlenkung und Propellerstrom) die einen Motorsturz rechtfertigen.

Einen Widerstandsmittelpunkt gibt es, ja. In einer herkömmlichen Flugzeugkonstruktion (Luftschiffe und Hängegleiter ausgenommen) spielt er wohl für den Sturz eine untergeordnete Rolle. Der Widerspruch in Bild 2 des Videos (Tiefdecker) ist damit zu erklären. Hier liegt der Widerstandsmittelpunkt entgegen der Darstellung ganz eindeutig unter der Motorwelle (man denke zB. an eine Supermarine Spitfire), denn wird auch hier noch Motorsturz nach unten gekippt, wenn vielleicht auch weniger als bei einer Decathlon (anderes Extrem).

Es hat meiner Meinung nach auch damit zu tun, dass der Widerstandszuwachs im Augenblick der Leistungserhöhung sehr gering ausfällt, während die anderen drei Faktoren bereits unmittelbar wirken. Erst wenn die Geschwindidigkeit aufgrund der Leistungserhöhung angewachsen ist, kommt der Widerstandszuwachs im Widerstandsmittelpunkt zur Geltung, dessen Moment aber dann schon durch die Steuerflächen ausgeglichen wird (dämpfende Wirkung des Höhenleitwerks).

Im großen und ganzen wollen wir aber durch den Motorsturz verhindern, dass sich das Modell im Augenblick der Gasannahme aufbäumt.

Bei der Erläuterung durch Graf Zeppelin geht es eher darum, dass im Gesamtbild der Leistungsbedarf größer wird (da ein Teil der Leistung durch Steuerflächen vernichtet wird), wenn die Motorgondel weit vom Widerstandsmittelpunkt entfernt ist. Ein etwas andere Ansatz als heute.
Ansonsten: cooler Beitrag, interessante historische Blickwinkel :ok:
lG Gerald aka greenx

Zitat

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3

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 16:38

Hi,

er meint wohl die Gesamtwiderstandslinie. tragfläche, Rumpf, Höhenleitwerk und Seitenleitwerk haben jeweils eine Linie, auf deren Höhe der Gesamtwiderstand Luft wirkt. Je nach Widerstandshöhe und Widerstand gesamt ergibt sich hiermit eine Gesamtwiderstandhöhe Luft.
Liegt die Antriebs- und Widerstandslinie auf einer Höhe, so benötigt man keinen Sturz.
Jedoch ändert sich die Höhe dieser Linie in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Luftdichte, sodaß es in letzter Konsequenz sich um einen theoretischen Wert handelt, um den herum man ein Flugzeug auslegen kann. In der kommerziellen Luftfahrt wird mit konstanter Geschwindigkeit unter fast identischen Bedingungen geflogen (Reisehöhe) - also wird man für diesen Flugzustand optimieren. Motorleistung, die ich benötige um mein Flugzeug nach oben oder unten zu ziehen erhöhen nur den Verbrauch und Sprit ist nunmal teuer, vorallem wenn ich das dann auch noch austrimmen muß.

Für uns modellbauer spielt dies nur eine sehr untergeordnete Rolle. Als allgemeingültige Aussage bleibt nur folgendes übrig: Je Tiefdecker, desto weniger Sturz - wenn EzFw, dann braucht man i.a. gar keinen Sturz. Sollte das Modell dennoch nach oben oder unten ausweichen (z.B. bei dreiviertelgas) Einstellwinkel anpassen. Üblicherweise variiert die Geschwindigkeit am Modell ständig und daher ist das alles bedeutungslos. Möglicherweise interessant für Streckenflieger.

:nuts:
Gruß
Jörg

[SIZE=3]In Thrust We Trust[/SIZE]

[SIZE=1]Bell UH1-D mit Uni-Mechanik / Belt CP
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Luftschrauber

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4

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 18:21

Zitat

Original von rosinger2
Je Tiefdecker, desto weniger Sturz


oder sogar Sturz nach oben falls der Motor sehr weit über der Tragfläche wäre, wobei das schon eine lustige Konstruktion wäre.
Na gut, also wenn ich euch beide jetz richtig verstehe, dann betreibe ich das Motorsturzeinstellen einfach genauso wie bisher und diese hightec-Zeichnung in dem Video bringt für die Modellflugpraxis nix weil man da im Endeffekt eh alles erfliegen muss.
Danke euch.
meine Homepage: http://stefan-eibl.de mein Ebike/Pedelec Akku Online Rechner: http://stefan-eibl.de/ebikeakkurechner.sh

5

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 20:05

Naja, negativer Motorsturz kenne ich nur bei sehr wenigen Wasserfliegern. Dort thront der Motor weit über dem Rest und beim schnellen Gasgeben drückt es dann den Bug unter Wasser -> dynamisch tauchendes (Flug-)U-Boot.
:w
Gruß
Jörg

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