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1

Samstag, 30. Januar 2021, 09:29

Fragen zum Einbau E-Motor in extrem ovalen Rumpf

Hallo Zusammen,
ich bin neu im Modellbau und baue gerade ein Antikmodell mit einem Bausatz auf (handwerkliche erfahrung mit Holz ist vorhanden). Das klappt soweit, vorallem jedoch weil Leszek hier im Forum ein super beschrieben und bebilderten Beitrag zu dem Modell erstellt hat.
Hast 1934
Ich würde dem Modell gern noch einen kleinen E-Motor spendieren. Erhoffe mir dadurch einen größeren Einsatzbereich auch im Flachland und auch (da Anfänger) ein wenig mehr Sicherheit/Spielraum beim Fliegen.
Jetzt hat das Modell einen sehr ovalen Rumpf, der nach unten sich zusätzlich verjüngt. In der Breite müsste schon ausreichend Platz in der Nase sein, um ein 28mm im Durchmesser großen E-Motor einbauen zu können. Jetzt habe ich wie oben erwähnt keine Ahnung davon und ist auch im Bausatz nicht vorgesehen. Ich müsste mir deshalb den Aufbau der Nase mit Motorspant und Anbindung an Rumpf selber überlegen (das würde ich wahrscheinlich auch hinbekommen, jedoch wer Ideen,Tips hat gerne her damit :-) )
Mir macht eher die Rumpfform zu denken, wie ist es da mit anlegen der Klappflügel, legen sich die automatisch der schmalen Rumpfseite (also horizontal) an, oder kann es auch sein, dass sie vertikal sich "anlegen" ( Wenn man die Klammern mal als Rumpfform nimmt () und senkrechte Anlegung, dann stehen die oben + unten über die Rumpfform über und ist überhaupt nicht mehr aerodynamisch. Darauf zielt die Frage ab.
Reicht auch die Geschwindigkeit des Antikseglers zum anklappen ? Habe da schon gelesen, dass es bei zu wenig Geschwindigkeit zu Problemen kommen kann. Und wie ist es beim Gas geben, kann der Propeller beim Start an der Rumpfform () hängen bleiben ?
Das ist erst einmal die grundlegenste Frage der Machbarkeit. Dann würde es weiter gehen, wie man das ganze System aufbaut: Motor,Regler, UEBC ?, Akku (einer extra für Motor, oder einer für alles d.h. Motor +Servos) , Empfänger....
Falls sich jemand das Modell mal anschauen würde und Tips zur Umsetzung hat, würde ich mich sehr darüber freuen.

Viele Grüße
Harein
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maddyn

RCLine User

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2

Samstag, 30. Januar 2021, 10:04

HI

wenn du wirklich anfänger bist würe ich persönlich nicht mit so einem schönen modell anfangen. aber jeder wie er will
auch einen motor würde ich da nicht reinpacken, da musst du im inneren schon beim bau platz schaffen für akku regler usw
auch wirst du mit dem schwerpunkt probleme bekommen

was hat der vogel für daten? spannweite und gewicht? mir scheitn da ein 28motor bischen klein

ich würde da einen hacken mit einbauen und das modell via gummi starten und dann auf thermik suche gehen
Gruß Martin
Runter is leichter wie rauf

Dieter Ma

RCLine User

Wohnort: Hunsrück

Beruf: Rentner

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3

Samstag, 30. Januar 2021, 10:37

In dem Modell einen Motor? In meinen Augen eine Sünde...

Was hälst du von einem Aufsatz für auf die Tragfläche und dort, in eine Gondel einen Motor rein? Es würde dem Modell nicht schaden und du wärst sicher, das du das Modell "wieder rein bekommst"!
Das Problem mit dem Schwerpunkt würde aber vielleicht bleiben...
Mit zunehmendem Alter werden wir alle auch ein wenig klüger. :) Oh Gott! Wie alt muss ich denn dann noch werden? 8( Gruß Dieter

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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4

Samstag, 30. Januar 2021, 10:59

Hallo Harein,

Dein Flieger ist ja ein ganz besonders schönes Exemplar!
Da wollen wir natürlich gern helfen, dass Du damit erfolgreich in die Luft kommst.


Du hast verständlicherweise schon viele Fragen, daher will ich erst einmal die Fakten abfrühstücken:


bei solchen eher ungeeigneten Flugzeugnasen kann man einen FES-Antrieb einsetzen. Die Abkürzung steht für "Front End Sustainer", also "Motorunterstützung am vorderen Ende". Das trifft streng genommen auch auf Antriebe mit Spinner zu, aber bei uns Modellfliegern bürgert sich das als Bezeichnung für Spinnerlose Klapp-Propeller ein. Oft ist der Propeller dann auch werkzeugfrei komplett abnehmbar, so dass man beim Modell bis auf ein kleines Loch keinen Unterschied sieht.


(Abbildung verlinkt von https://www.hangflugfreunde.de)

Propellerblätter können mit einem Gummiband zum Anklappen überredet werden, das ist eigentlich kein Problem. Die klappen auch auf jeden Fall auf, außer sie bleiben an einem konkreten Hindernis hängen. Aber bei Deinem Modell würde das bestimmt funkitonieren.


Zweite Möglichkeit wäre ein Motoraufsatz. Das wäre für Dein Modell relativ stilecht, weil man das früher eben auch so gemacht hat:


(Foto verlinkt von https://modelle.rc-wasserflieger.at/images/cumulus_01.jpg)

so einen Aufsatz kann man ebenfalls jederzeit abnehmen, man muss nur eine Durchführung für die Kabel schaffen.

Die Dimensionierung des Motors fällt ins Thema Antriebsauslegung, das ist ein ganz anderes Feld. Da würde ich mir an Deiner Stelle konkreten Rat einholen, weil man als Anfänger ziemlich viel verkehrt machen kann. Aber mit etwas Hilfe kriegt man das definitiv prima hin.

Das Modell per Gummiseil und Hochstarthaken zu starten wäre ebenfalls stilecht. Ob man das machen will, muss man entscheiden. Im Vergleich zum Elektromotor ist das Auslegen eines Seiles schon ein ganz schönes Gewiggel, und der Startvorgang muss auch erst einmal gekonnt sein. Ohne einen erfahrenen Kollegen an der Seite würde ich das keinem Anfänger als einzige Startmethode empfehlen.



Ich sag's jetzt mal laut, was sicherlich viele Mitleser denken:
So schön wie das Flugzeug ist, solltest Du Dir als Anfänger ein Übungsflugzeug anschaffen, mit dem Du die ersten Schritte lernen kannst.
Dein Oldtimer läuft Dir nicht weg, aber ihn wegen Unerfahrenheit in den Acker zu hauen wäre echt zu schade.

Klar, früher hat man das so gemacht. Starten, zerstören, reparieren, und endlos wieder von vorn. Das ist die harte Tour, und sie bringt viel an Erfahrung, aber sie ist nicht mehr zeitgemäß. :evil:


Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

5

Samstag, 30. Januar 2021, 12:35

In dem Modell einen Motor? In meinen Augen eine Sünde....

Sünde wäre, so ein Modell mangels Gelegenheit nicht zu fliegen. Hochstart mit (schonendem) Gummiseil oder klassisch mit Läufer wäre aber dennoch stilvoller.

Zitat

Was hälst du von einem Aufsatz für auf die Tragfläche und dort, in eine Gondel einen Motor rein?

das Modell hat (wenn strikt nach Plan gebaut) Holzzungen zur Flächenbefestigung. Wenn man da (eh schon schwierig) noch was eingepasst dazwischenhängt, passen die Zungen nicht mehr richtig. Eventuell Formstück auf den Rumpfrücken und mit Gummi fixieren?

Nasenantrieb wäre zwar weniger stilecht und aerodynamisch bei nicht ganz angeklappter Schraube ist der Luftwiderstand etwas schlechter, aber das bremst weniger als ein Motoraufsatz (und der wurde 1934 auch nicht benutzt). Also auch machbar. Allerdings nachträglich recht schwierig einzubauen, muss man den Rumpfkopf mächtig auseinandernehmen.

Wie breit ist der Rumpf eigentlich? Motor hat ja auch seinen Durchmesser (ca. 35mm)

PatrickK

RCLine User

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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6

Samstag, 30. Januar 2021, 15:49

ma'n bissi nickelich ...

@Harein
Das Hängenbleiben an Rumpfecken u.ä. stellt man sich fast immer schlimmer vor, als es sich später tatsächlich präsentiert. Der Rumpfkopf ist (original) aus zwei Brettern Erle 13.5cm im Quadrat, jeweils 2cm stark, aufeinandergeklebt -> außen geformt -> wieder getrennt -> auf 3mm Wandstärke reduziert. Ich weiß ja nicht, was Du da für eine mechanische Leistung installieren willst (OK: Du auch nicht ;-), aber es müsste schon die eines Big Lifts im knackigen Schleppbetrieb sein, um da eine Macke reinzuhauen. Ein Nichtaufklappen ist nur dann ein Problem, wenn Motor und sein Controller sich nicht verstehen, drum der Motor nicht richtig anlaufen will. Was anno 2021 sehr selten geworden ist.

Der vorgebaute Prop, wie Hilmar ihn vorschlägt, wird daher in zweiter Linie ein ästhetisches Problem sein. In erster Linie: wie kriegst Du den Antrieb in den Rumpf jetzt noch rein? Der Flieger auf dem Bild schaut fertig aus. (Nein, nicht "fertig" ;-)


@maddyn, Hilmar und e-beaver
Ein Hochstart ist nicht stilecht. Harald Storbeck hat das Dingens '34 das erste Mal eingesetzt, auf '35 "den Flächenanschluß verbessert" (dazu unten noch mehr). Horst Winkler hat den heute bekannten Hochstart weltweit als erster erst 1937 zu seinem Großen (und auch anderen) Winkler(*) vorgestellt, als der Hast schon veraltet war. Das sind nicht "nur drei Jahre", das waren aus den damaligen politischen Gründen Äonen.

(*)
Es gibt nicht den Großen Winkler, es gab ein Projekt unter diesem Namen, das 1930 anfing, garantiert bis 1938 ging. Ob der auf dem '39er Pfingstwettbewerb auf der Wasserkuppe auftauchte, müsste ich erst in der Luftwacht nachschauen, nehm's zumindest stark an. Mit Kriegsbeginn wurde die Modellfliegerei eingestellt. Im Unterschied zum kleinen Uhu, für den gab's keinen Krieg, der verschied von 1956 bis heute "einfach so".

Insofern ist alles außer Handstart "falsch". Das hilft Dir, Harein, aber nix. Einen Tod wirst Du sterben müssen, such Dir einen raus ;-) Pro Hochstart (wär der für Dich überhaupt praktikabel) spricht Deine Ausführung als "Schturmovik"-Hast. Original hatte der keinerlei Flügelbeplankung, '35 wahlweise eine auf der Oberseite mit Karton: "Papier von einem gewöhnlichen Schulzeichenblock genügt". Du offenbar mit Sperrholz. (Oder hast Du Leos "ausgeliehen", Eurer ist noch nicht fertig/angefangen?) Es bleibt das Problem der Flügelzungen. Die sind reichlich zart und obendrein nur verzapft verklebt. Nicht mit PU-Leim, gepresstem Weißleim, "aliphatic resin" oder EP-Harz von 2020, sondern mit Heißleim mit Zwirnwicklung von 1934. So eine Verklebung zieht man von Hand auseinander. (Das weiß ich, ich habe so Zeug, und es gehörte früher zu meiner handwerklichen Arbeit.)

Neben den bereits genannten werf' ich den Heckprop in den Ring: Motor irgendwo unterm Flügel, Fernwelle bis zum Rumpfende, dann der Prop hinter allem. Beim Hast-Rumpfende erscheint mir das nicht soo prima. Alternativ zwei Flächenmotoren à la Hi-Fly, Multiplex E1 und einigen Planmodellen beim VTH, die diese Antriebe verwenden. Helmut Meyer hat das vereinfacht in mehreren Variationen veröffentlicht. Ulrich Meyer hat bei seinem Segler Suhl zwei Motoren an der Nasenleise stecken, Graupner zum Mosquito nur einen an der Endleiste. Der erste ferngesteuerte Elektroflieger von Helmut Bruß hängt (als Nachbau, das Original ist verschollen) im Segelflugmuseum Wasserkuppe, der hat ein Nashorn. haschenks Anlegefedern hatte ich nachempfunden, das Modell ist ebenfalls langsam und ich finde runterhängende Blätter auch blöde ;-)

Und mach Dir ned so'n Kopp um den bösen Luftwiderling, weil der Prop e weng rumlungert. Der Hast wird nie die Leistung nur eines Amigos erreichen, egal wie verkackt der Amigo gebaut ist. Nimm den Gummiringvorschlag von Hilmar oder die Schenkelfedern von Helmut Schenk am Prop zu seinem E1.

servus,
Patrick



edit: Aah, doch Leos Hast, ich erkenn' den an dem Schubladenschrank ;-)
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7

Samstag, 30. Januar 2021, 16:01

Hallo Zusammen,
wow, vielen Dank für eure Rückmeldungen,
die ich kurz beantworten möchte.

- Antiksegler und E-Motor: ich weiß das ist vielleicht gewöhnungsbedürftig bzw. für den ein oder anderen auch nicht akzeptabel. Jedoch erscheint es für meine Situation eine angebrachte Lösung darzustellen und auch optisch durchaus vertretbar zu sein.

- Anfänger: bin ich, vielleicht aber nicht ein kompletter. habe kürzlich den Rohrspatz von Thiele gebaut und mit ihm schon die ein oder andere Erfahrung gemacht. Es ist ein Freiflugmodell und ich hätte jetzt gern den Schritt zum RC-Model gemacht. Hast ist ein 2 Achser. Rein gedanklich war meine Überlegung, dass ich mit diesem Modell im Flachland, das RC-Fliegen lernen könnte und bevor er mir irgendwie "abhaut" ein Motor zur Sicherheit hätte. Motor aber auch, wie von euch erwähnt, dass man ihn einfacher im Flachland in die Höhe bringt.

- das mit dem über den tragflächen aufgesetzten Motor habe ich mir auch kurz überlegt, aber das würde ich dann wirklich aus optischen Gründen ablehnen, auch wenn es technisch machbar wäre.

- auch war meine Überlegung, dass ich bervor ich Blei in die Nase mache ( laut Forum 80 g) dort lieber einen Motor einbaue, der mir nützlich wäre. habe mal nur so grob geschaut. Das Modell hat ein zu erwartendes Gesamtgewicht (ohne Motor ) von + - 900g, wenn ich ein Motor mit 50g für Segler bis 1000g geeignet nehme wäre dass doch nicht ganz verkehrt ?

https://www.natterer-modellbau.de/Torcst…826-10-1400-50g

ach ja :) bevor ich es vergesse, das Bild war der Fertige aus dem Forum ;) ich habe den Rumpf bis jetzt fertiggestellt, also es muss zum Einbau des Motors nichts wieder rückgebaut/zertört werden. Bilder füge ich mal an.

Nach den Bilder müsste doch ein 28 mm Motor noch reinpassen und ausreichend sein ?

Vielen dank Hilmar, auch für den Tip mit den Gummibändern, dann sehe ich das "Problem" mit dem Anklappen mal als erledigt an. Muss auch noch mal dreidimensional an der Nase schauen, ob ein Spinner noch möglich wäre, ansonsten dann die spinnerlose Varante.

Noch eine Frage zum erwähnten Laufstart von e-beaver, das habe ich mit dem Rohrspatz auch probiert, aber kann das sein, dass wenn man kein Rennläufer ist, bei Windstille nicht funktioniert ? oder bin ich einfach zu langsam für sowas .-) . Bei etwas Gegenwind kein Problem, aber ohne keine Chance.

Bezüglich Segler mit/ohne Motor: ich verstehe durchaus diejenige, die an so einer schönen alten Form kein Motor anbringen würden, ein wenig geht es mir auch so, denke aber, dass man den Klappflügel gut integrieren kann. Andererseits hatte ich mir überlegt ( aber nur kurz mal ) eine austauschbare Nase zu bauen. Also eine E-Nase und eine Klassiknase, habt ihr dazu schon mal was gehört (ob überhaupt sinnvoll realisierbar ? ).


Zum Motor noch eine Frage: wäre der oben verlinkte entsprechend ? Ich wollte nur erwähnen ich bräuchte keinen Motor der einen innerhalb von Sekunden auf Höhe bringt, wie man es oft in auch Esegler-Videos sieht, dass darf ruhig alles gemächlich vonstatten gehen.So dann erstmal Schluss mit meinen Gedanken :-) und ab in den Hangar äh Gartenhäuschen...
Viele Grüße
Harein
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PatrickK

RCLine User

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8

Samstag, 30. Januar 2021, 16:09

Noch einer ;-)
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9

Samstag, 30. Januar 2021, 16:10

Hallo Patrick,
unsere Beiträge haben sich zeitlich überschnitten, d.h. ich habe dein Beitrag noch nicht gelesen gehabt, als ich meinen geschrieben habe, also nicht wundern :-)) ahh und gerade gesehen, Legau ist gar nicht soweit weg von Altenstadt/ Iller ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Harein« (30. Januar 2021, 16:25)


PatrickK

RCLine User

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10

Samstag, 30. Januar 2021, 16:38

Zum Motor noch eine Frage: wäre der oben verlinkte entsprechend ?

"Noch OK". Die Leistung ist für solch ein Schwebeteil ausreichend (kommt der Hast wirklich auf 900..1000g?). Weil der aber so langsam schwebt, ist es sinnvoller, wenn ein größerer Prop mehr Luft langsamer nach hinten schiebt -> der Motor dürfte durchaus langsamer drehen = ein niedrigeres kV haben. Ruf Otto an und stell ihm genau Deine Frage. Ich trau ihm zu, daß er den Namen HaSt einordnen kann, und wenn Du ihm ein paar Eckdaten sagst, wird er Dir einen seiner Antriebssätze nennen.

BTW: der umgearbeitete, orange GWS-Prop "am Arsch" lag in Illertissen auf der Wiese. Das Treffen gibt es (ziemlich sicher) nicht mehr, aber genau dort hättest Du reichlich so'ne ollen Zausel wie uns getroffen. Und von dreiviertel aller Befragten den Tip bekommen, den Hast im Auge zu behalten, aber vielleicht doch erstmal ein "verbrauchsfreundliches" Modell zu verbrauchen, nur so für's Kennenlernen von Springbäumen und vorher nicht dagewesenen Autos et al.

Oder auch: ich habe einen älteren Multiplex Easyglider als Baukasten und einen seit Jahren fertig gebauten, den ich sicher schon vier Mal fliegen gelassen habe. Ich find' den langweilig, aber zum Verheizen beim lernen ist sowas genau richtig. Gäb's für 'nen kleinen Taler auf dem Weg zu Otto. Bzw. Otto fiele dann vermutlich flach ;-) Mehr per PN (oder so ähnlich).

servus,
Patrick

Hilmar

RCLine User

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11

Samstag, 30. Januar 2021, 17:19

Danke Patrick für Deine interessanten, informativen und kurzweiligen Ausführungen zur Vorkriegs-Historie! Mir war gar nicht bewusst, dass es vor meinem Verständnis von "früher" durchaus ein "noch früher" gab. :O
:ok:


@ Harein:
Das Modell ist vorne schon arg schmal, das macht die Sache nicht gerade einfach. Auch bei einer Wechsel-Nase (was durchaus möglich ist!) gewinnen wir nicht mehr an Breite.
Wieviel ist denn beim Motordurchmesser überhaupt noch machbar? Oder anders: wie lang müsste eine Fernwelle jeweils ausfallen, wenn ein 35-mm-Motor oder ein 28-mm-Motor da rein käme?


Auch wenn ein solcher Oldie-Schleicher keinen Hochleistungsantrieb benötigt, bin ich kein Freund von minimal ausgelegten Schleich-Antrieben. Letztendlich hat man davon nichts, denn man muss viel Zeit (und Akkukapazität) für den zähen Steigflug aufbringen. Ein Kampf um jeden Höhenmeter kann einen dabei durchaus in kritische und gefährliche Flugsituationen bringen. Ich würd' das echt lassen, Oldtimer hin oder her.


Ein Vorschlag von unzähligen anderen Möglichkeiten:
Pichler Boost 18 / d=28 mm / 75 g / 1050 kv


Foto verlinkt von https://shop.pichler.de


Den würde ich mit 2S 1700 mAh betreiben. Vermutlich könnte der Propeller dann bei 10x5 oder sogar 11x4 landen.
Das Ganze dann je nach Notwendigkeit mit einer Fernwelle, die vorn heraussteht. Auf die kannst Du dann den unauffälligen Klapp-Mitnehmer draufsetzen oder ihn zu Deko-Zwecken herunternehmen.



Herzlichst
Hilmar.
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Dieter Ma

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Beruf: Rentner

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12

Sonntag, 31. Januar 2021, 10:58

Vermutlich könnte der Propeller dann bei 10x5 oder sogar 11x4 landen.


Lade dir mal den Drive Calculator runter.... Den gibt es meines Wissens noch umsont!
Demnach wären bei 2 S ein Klapppropeller 13 x 6,5 auf einem 42er Mitnehmer noch machbar.
Ein Starrpropeller 12x6,5 würde aber auch gehen...
Mit zunehmendem Alter werden wir alle auch ein wenig klüger. :) Oh Gott! Wie alt muss ich denn dann noch werden? 8( Gruß Dieter

13

Sonntag, 31. Januar 2021, 13:16

13x6,5" bei 5400/min sind sicher Schmerzgrenze für den Boost 18 (bei optimistischen 8V und 80% sind das 22A). Allerdings ist das bei 64% der Leerlaufdrehzahl eher nicht der perfekte Arbeitspunkt mit maximalem Wirkungsgrad. Also tendiere ich auch eher zur 11x4-5

Der vordere Spant bietet sich zur Befestigung des Motors an. Wobei das Bohren von Löchern im Brett einfacher gewesen wäre als jetzt.

Wenn es "nur" zum Fliegen (ohne ästhetische Ansprüche) ist, könnte ich mir da auch einen Motor in Vorspantmontage und der Klappropeller einfach auch ohne Spinner auf der Achse vorstellen.
Zeichne Dir das mal auf dem Plan (Drauf- und Seitenansicht) ein, wieviel Platz der Motor braucht (nimm ruhig den BOOST 18 als Anhaltspunkt) und wieviel "Fleisch" für die Verkleidung übrigbleibt. Wenn Du den Maschinenpark hast, mach den ausgehöhlten Klotz aus Kiefer/Erle/Linde, aber das geht einfacher aus Balsa geschliffen (nicht unbedingt üblich für die Zeit, gab es aber auch schon). Muss auch nicht rund unterhalb des Motors abschließen.

Für den reinen Segelflug oder die Ausstellung kommt die Luftschraube runter und die Aufsetz-Holznase (Form laut Plan) darüber. Eventuell mit Steckhülse und Madenschraube (im Einfülloch für Bleikügelchen getarnt) an der Achse fixiert und mit einem Dübel/Loch unterhalb gegen Verdrehen gesichert. Wenn die Nase gleich schwer wie die Luftschraubeneinheit ist, muss man nicht mal neu auswiegen (aber den Gasknüppel blockieren oder elektronisch stilllegen).

14

Sonntag, 31. Januar 2021, 17:02

ich habe mal ein wenig gezeichnet:
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- wenn man die äußere Form des Rumpfes nicht ändern möchte, dann nur über Winkelgetriebe (bzw. Umlenkung ? ) möglich ? auf Höhe der Nasenmitte verbleiben nur noch 24 mm und ist somit eindeutig zuweing für ein 28 mm Motor.
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- was würde passieren, wenn ich die Nase vor Spannte x entsprechend meiner Bedürfnisse anpassen würde (dass der Motor auf der Horizontallinie rein passen würde), dürfte erstmal nach unten nicht so schmal zulaufen, würde das auf die Flugeigenschaften einfluss nehmen ?
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- muss vielleicht auch noch nach anderen Motorbefestigungsmöglichkeiten schauen, die besser in diese Rumpfform passt, mal wieder eine Anfängerfrage: es reicht, wenn man den Motor einseitig an der Motorspant (die dann mit dem Rumpf verbunden ist) befestigt ?

irgendwie ziemlich wenig Platz für so ein großes Flugzeug :-)
-
Viele Grüße
Harein
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15

Sonntag, 31. Januar 2021, 17:30

Moin,
habe zwar 0 Erfahrungen mit Fläche,und deren Antriebe, trotzdem hau ich hier mal eine Überlegung raus.
Wird das Modell mittig breiter?
Muss der Motor denn zwingend in der Nase sitzen?
Muss Motor zwingend eine Starre Welle haben?
Könnte man Motor nicht dort unterbringen wo es passt, und dann eine Flex Welle zur Nase führen?
Nur mal so eine Überlegung...hmm...
Was beim Heck vom Heli in einem Rumpf funktioniert, warum sollte dies hier nicht evtl. auch machbar sein?

16

Sonntag, 31. Januar 2021, 17:51

Hallo Gecko,
vielen Dank für deine Überlegungen, mal meine (unerfahrene) Kenntnisse dazu:
- Rumpf wird nicht breiter, eher dann schmäler
- Motor im Nasenbereich wegen der Gewichtsverteilung, sonst müsste ich vorne nochmehr Blei rein tun
aber durchaus interessant dein Gedanke, zu überlegen ob durch andere Anordnung man etwas erreichen könnte....
Viele Grüße
Harein

Dieter Ma

RCLine User

Wohnort: Hunsrück

Beruf: Rentner

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17

Sonntag, 31. Januar 2021, 19:24

...Also, wenn man Drivecalc vertrauen darf, sollte der Motor mit den genannten Props nicht mehr als 16 Ampere ziehen.
Aber so ein Prop kostet nicht die Welt. In dem Fall wäre aber eine Strommessung Unter Volllast angeraten....

Das Modell soll ein Kilo wiegen.
Da sollten schon wenigstens 100 Watt möglich sein. Das wären bei 8 Volt so 12,5 Ampere. Bei zu erwartenden 7 Volt wären das 14,2 Ampere...
Bei einem 11x5,5 wären das so 12,7 Ampere, bei einem 12x 6 wären das so 15,6 Ampere.
Das sollte der Motor bei einem Kurzzeitstrom von 22 Ampere eigentlich noch wegstecken können....
Wichtiger wäre da wohl noch die Kühlung. Da sollte dann irgendwie ein Luftschlitz geplant werden.
Mit zunehmendem Alter werden wir alle auch ein wenig klüger. :) Oh Gott! Wie alt muss ich denn dann noch werden? 8( Gruß Dieter

18

Sonntag, 31. Januar 2021, 19:40

Hallo Dieter,

vielen Dank für die Informationen, die sind für mich als Orientierung sehr hilfreich.
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Zunächst ist aber noch die Machbarkeit an sich zu klären. Der Motor müsste höher angeordnet werden, wie dann die Propellerachse aus dem Rumpf heraus kommt. habe schon nach einer entsprechenden Umlenkung (über Zahnräder) gesucht, bisher jedoch nur das mit Riemenantrieb gefunden. Wäre so etwas bei den Umdrehungen denkbar ?
-


Viele Grüße
Harein
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Hilmar

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19

Sonntag, 31. Januar 2021, 20:02

Zu Deiner Frage mit dem Montagekreuz:
das Kreuz muss man ja nicht 1:1 verwenden. Du kannst es natürlich gegen jedwede Art eines selbst gestalteten Aufnahmespants ersetzen.

Ein Versatz mit Hilfe eines Riemens ist sicherlich denkbar, wenn man das vernünftig gebaut bekommt. Schlimmstenfalls kostet die Sache Verlustleistung und bringt Dir mehr Gewicht und Geräuschpegel.


Eine weitere Möglichkeit wäre nach wie vor die Wechselnase.
Dabei hättest Du eine Segler-Nase mit entsprechend Ballast drin, und eine alternative Nase mit dem Motor. Und da könnte man ja genausogut den Motor einfach dort hin setzen wo er technisch eben sitzen muss, und dem Modell zwei Hamsterbacken verpassen.

...und dann hau' ich noch eine Idee raus:
man könnte mehrere kleinere Motoren nehmen und hintereinander auf eine gemeinsame Welle setzen. Soviele eben, wie benötigt wird, um die Leistung aufzuaddieren. Ich würde ja von 150 bis 200 Watt ausgehen. Die tatsächliche Leistung lässt sich hinterher immer noch durch die Wahl des Propellers einstellen.


Auf alle Fälle stellen wir fest:
Dein Modell wehrt sich ziemlich heftig gegen eine Elektrifizierung mit einfachen Mitteln. Du wirst Dich fragen müssen, ob Du technische Rafinessen (z. B. Versatzgetriebe) im Rahmen Deiner Möglichkeiten korrekt umsetzen kannst, und ob sich der Aufwand letztendlich überhaupt lohnt.
Das ist schon für den Anfang eine ganz schöne Hürde, die Du dir da auf Deiner Rennbahn aufbaust - wo Du doch eigentlich noch dabei bist, ordentlich laufen zu lernen...



Herzlichst
Hilmar.
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PatrickK

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Sonntag, 31. Januar 2021, 22:04

Fernwelle, hier wegen Schwerpunktproblem. Der Motor hat 28mm Durchmesser, frisst im vorliegenden Fall flotte 300 Wätter elektrisch rein, was der noch schafft. Allerdings bei recht hoher Drehzahl, die ich bei dem Modell wegen massiven Platzproblemen des Props in Kauf nehmen muß. Ich hatte sie gegen die originale Motorwelle ausgetauscht, sowas bekommt man unter dem Namen "Auswerferstifte". (Das hatte im konkreten Fall allerdings nicht funktioniert.)

Ein Riemengetriebe baut man aus Normteilen, was zwar billiger ist, als verbr^h^gebrauchte aus der Bucht zu ergeiern, dafür aber kein dreißig Jahre oller Gammelkram. Grundsätzlich sollten Riemen-, Ketten- und Zahnriemengetriebe nicht unter einen Grenzwert im Durchmesser bzw. Zähnezahl gehen. Des kleinen Rades -> das große ist entsprechend größer ... Es hätte den Vorteil, daß Du einen hochdrehenden Motor nehmen kannst, der grundsätzlich mehr elektrische Leistung in mechanische umsetzen kann, der kann also kleiner sein, gerade im Durchmesser. Nachteil: mehr Gedöns zu werkeln, mehr Gewicht zu tragen. Per Großhirnrinde würd' ich das nach dem Jahr 2010 bleiben lassen. Allerdings hätte ich per Großhirn den Modellbau spätestens vor 40 Jahren gegen ein BWL-Studium eingetauscht ;-)

Fühlst Du Dich sakrosankt an Harald Storbecks Kurven gebunden? Horst Winkler änderte seine Großen Winklers auch über mehrere Jahre ziemlich durch. Und freundlicherweise dürfte es für Dich keine Repressalien geben, daß Du Dich an Volksgut vergingst ;-) Das Ding muß letztlich nur Dir gefallen (und Deinem Vater). Für den Kopf habe ich was gemalt, könntest Du nicht zwei oder drei Spanten gegen breitere tauschen?

Zwar irnkwie unschöner, aber einfacher ist die Variante auf dem dritten Bild, ein früheres Stadium des Modells vom letzten Bild meines gestrigen Posts. Ich hatte das "Rumpfgebälk" einfach außen aufgefüttert, daß der Motor noch frei drehen kann. Der ist in dem Modell zwar ziemlich unterfordert, aber ich hatte damals keine kleineren gefunden, die dann nicht völlig überfordert gewesen wären. Das Modell sollte unbedingt eine ziemlich große Latte im Direktantrieb bekommen, ich wollt's halt wegen des Geräuschs so.

Und, es wurde schon erwähnt: die Verlustwärme des Motors und Controllers muß irgendwie aus dem Rumpf wegkommen, auch der Akku gehört nicht in Isolierung gepackt.

servus,
Patrick
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