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1

Mittwoch, 2. Juli 2008, 18:05

Klemm kl 35 spezial aus depron

Hallo,

Ich würde mir gerne eine klemm kl 35 spezial aus depron oder styropor bauen. Ich denke Spannweite zwischen 900 bis 1300mm und einem gewicht von 600-900g. Ich werde die Tragfläche in 4 Teilen aus normalem Baumarktstyro schneiden. Beim Rumpf bin ich noch auf der Suche nach einer geeigneten Bauweise. Mir schwebt entweder eine Depronabwicklung des Rumpfes oder eine aus mehreren Teilen geschnittene Rumpfröhre aus Styro vor.

Ich wäre sehr froh wenn ihr mir eure Meinung/Erfahrungen im Bau solcher Rümpfe mitteilen könntet :ok:

Hoffe mal das Projekt wird etwas

Fabian
Wissen ist Macht, nichts Wissen macht auch nichts. :)

JAP

RCLine User

Wohnort: Baden Württemberg

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2

Mittwoch, 2. Juli 2008, 19:51

RE: Klemm kl 35 spezial aus depron

gute Idee!

aber warum soll es so schwer werden. In dieser Größe baust Du aus Depron ungefähr ein Gewicht von Abflugfertig < 400Gramm ohne irgendwo zu sparen.
Modelle aus Depron sind klasse, aber sie müßen leicht sein, nicht nur wegen den Flugeigenschaftwen sondern auch wegen der Haltbarkeit und Crashresistenz.
Ich denke es würde sich anbieten komplett aus Depron zu bauen, auch die Fläche.


beste Grüße, Jeremy
Gravity is not just a good idea - it´s a law !

3

Mittwoch, 2. Juli 2008, 22:33

Hallo Jeremy,

An die Depron Tragfläche habe ich auch schon gedacht, habe diesen Gedanken aber schnell wieder verworfen, da ich nicht wusste wie ich die negative v-Form am Flächenmittelstück und dann die positive V-Form der Außenflächen realisieren sollte. Ich könnte die Einzelteile natürlich im genauen Winkel schleifen und dann stumpf aneinader kleben, habe dabei aber bedenken wegen der Stabilität. Ich kenne bisher nur die "Jomari" Methode zum Flächenbauen.

Auf dem ersten Bild sieht man sehr gut was ich meine:

http://www.rclineforum.de/forum/thread.p…r&hilightuser=0

Vielleicht gibt es ja auch eine andere Methode für diesen Fall ...

Auf jeden Fall DANKE :ok: :ok: :ok:

Fabian
Wissen ist Macht, nichts Wissen macht auch nichts. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ferath« (2. Juli 2008, 22:34)


4

Mittwoch, 2. Juli 2008, 23:11

Ja du kannst die Flächen in Jomari bauweise erstellen dann plan schleifen wie du selbst sagst und beim verbinden nicht nur stumpf zusammen kleben sondern einen Holmverbinder bauen. Das ist ganz einfach. Einfach aus dem gleichen Holz wie dein eigentlicher Holm ein kleines stücken fertigen in dem Winkel, den du nacher brauchst.

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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5

Donnerstag, 3. Juli 2008, 20:55

Ja genau, das mit dem Holmverbinder würde ich auch vorschlagen.

Ansonsten: wenn man das Modell leicht baut, wie Jeremy richtig sagte, treten gar nicht mal soo hohe Belastungen dort auf.
Gewichtsvergleich: meine KL-25 aus Depron wiegt bei 1,14m Spannweite gerade einmal 250 Gramm. Und das ist noch nicht einmal ein extremer Leichtbau.

Wenn die Tragfläche eine hinreichende Profildicke aufweist, ist der Knick mit einer sorgfältig ausgeführten Verklebung (Stoßflächen präzise plan im Winkel beigeschliffen) alleine schon stabil genug.

Ich würde also eine zunächst durchgängige Tragfläche bauen und die Knickstelle im Innern mit einer dicken Balsarippe füttern. Vielleicht mit 8er Balsa.
Dann mittig in der Rippe durchsägen und beide Flächenteile jeweils auf die Winkelhalbierende beischleifen.
Für einen Holmverbinder kann man dann nachträglich ein Stück der Rippe neben dem Holm entfernen, so dass sich das dünne Sperrholzteil einschieben und verleimen lässt. Die gesamte Knickstelle würde ich mit Weißleim über Nacht fixieren, das hält schon.


...aber hauptsache Du baust das Ding!!
8)
Die 35 ist nämlich ein äußerst schickes Flugzeug, die hatte ich auch mal im Auge.


Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Hilmar« (3. Juli 2008, 20:56)


pramus

RCLine User

Wohnort: Raum Stuttgart-&gt; 30km nach Osten

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6

Donnerstag, 3. Juli 2008, 23:28

Fabian, mach Dir keinen Kopf wegen der Festigkeit an den Flächenknicken ;) .

So wie es Jürgen u. Hilmar mit dem Zuschleifen der Wurzelrippen und stumpfen Verkleben beschrieben haben hält das; erst recht wenn Du noch quer Knickverstärker reinklebst.

Diese Bauweise hält z.B. an Warbirds bis ca. 600 gr. jegliche Kapriolen aus und ich persönlich habe noch nie gesehen, gehört oder einen Bericht gelesen wo das nicht gleichfalls gereicht hätte. Wenn du sauber baust hast Du nie und nimmer Probleme damit.

Gruß, Pramus .

7

Freitag, 4. Juli 2008, 14:22

Hallo,

Erstmal Danke an alle!!! Ich denke ich werde die Tragfläche in Jomaribauweise mit tragendem Profil erstellen.
Was haltet ihr davon den Rumpf als Verschliffenen Kastenrumpf mit Styroporrücken zu machen? Die engen Rundungen am Rumpfende traue ich mir als Abwicklung dann doch nicht zu :shake:

Grüße Fabian
Wissen ist Macht, nichts Wissen macht auch nichts. :)

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

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8

Freitag, 4. Juli 2008, 16:33

Ich würde dann Styrodur vorziehen, das ist stabiler. Also einen Depron-Kasten unten, und darauf bis zur Motorhaube durchgehend ein Styrodur-Rumpfrücken, der entsprechend verschliffen wird. Das wäre das Einfachste.

Das Styrodurteil kannst Du dann von innen zusätzlich mit einem Keramik-Schleifaufsatz für die Proxxon auf Wandstärke aushöhlen zur Gewichtsersparnis.


Herzlichst
Hilmar.
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9

Freitag, 4. Juli 2008, 21:25

@ Hilmar: Mein Proble ist dass ich bei mir in der Gegend nur Styropor und Selitron bekomme. Styrodur gibts nur in großen Abnahmemengen im Baustoffhandel!

Grüße, Fabian
Wissen ist Macht, nichts Wissen macht auch nichts. :)

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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10

Samstag, 5. Juli 2008, 01:08

Wie blöd..
Ich müsste Dir mal ein Kehrpaket schicken...
:ok:


Herzlichst
Hilmar.
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JAP

RCLine User

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11

Samstag, 5. Juli 2008, 01:12

Bezüglich Styrodur:

Klapper die Gegend ab und such eine Baustelle wo sie grad nen Haus bauen/isolieren. Die verkaufen Dir bestimmt ne Platte, einfach lieb fragen, so mach ich das immer wenn ich kleine Mengen brauche.

Aber der Rumpf würde auch aus Depron klappen obwohl er schon ziemlich aufwändig zu realisieren sein würde, aber prinzipiell machbar denk ich. Um Depron in engen Radien zu biegen, einfach die Platte vor dem Biegen mit nem feinem Schleifklotz beidseits leicht anrauhen, daß die glänzende Schicht runter ist, dann kannst du engste Radien biegen, so ca. Kleiner Finger Durchmesser oder so, nur so als Tipp falls Dus mal brauchst oder wirklich kein Styrodur aufzutreiben ist... :tongue:

beste Grüße, Jeremy
Gravity is not just a good idea - it´s a law !

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JAP« (5. Juli 2008, 01:13)


pramus

RCLine User

Wohnort: Raum Stuttgart-&gt; 30km nach Osten

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12

Samstag, 5. Juli 2008, 10:19

Depron/Selitron biegen

... geht einfach einfach :D:

Auf dem Bild siehst Du wie ich das mache. Habe da exemplarisch einfach mal einen Reststreifen Selitron genommen, auf die Aussenseite der Rundung Tesa aufgeklebt und um ein Faserschreiber gewickelt -> fertig! So kommt man um Rundungen mit Radius 5mm.

Das Tesa verhindert, dass das Selitron reisst. Man kann es später einfach abziehen. Ich mach es immer erst vor dem Bemalen runter, denn es ist solange ein prima Schutz gegen Macken beim Bau.

Für Rümpfe welche dann auch noch sphärisch geformt sind empfehle ich mal sich mit der *Optimist-Bauweise* zu beschäftigen. Dabei wird mit Tesa beklebtes Depron/Seltron über eine einfache Spantenform gespannt und mit dem Fön dauerhaft in Form gebracht -> Parkflyer.de,-> How to build. Nur soviel von mir dazu: es geht!

Gruß, Pramus
»pramus« hat folgendes Bild angehängt:
  • Selitron.jpg

13

Samstag, 5. Juli 2008, 14:28

Hallo Fabian,
auch ich freue mich über dein Projekt und wünsche dir dafür viel Erfolg.

Meine Vor-Poster haben dir schon einige tolle Tipps gegeben.

Gern zeige ich dir am Beispiel meiner kleinen Stampe eine weitere Möglichkeit auf, einen Selitron- oder Depronrumpf aus wenigen Teilen leicht und stabil aufzubauen. Keinesfalls möchte ich damit die bisherigen Tipps toppen.

Der Rumpf entsteht aus nur 7 Depronteilen:
Rumpfvorderteil (einschl. Motorhaube, ohne Rumpfboden)
Rumpfhinterteil (ohne Rumpfboden)
Unterteil Motorhaube
Hinterer Rumpfboden
Vorderer Abschluss der Motorhaube
ggf. 2 Pausbacken für die Motorhaube (Imitation der nach außen gewölbten Seitenbleche)

Die beiden erstgenannten Rumpfteile schneide ich jeweils als ein Stück aus Depron aus und verforme sie unter Hitzeeinwirkung. Dazu verwende ich zwei Positivformen (Vorder-/Hinterteil), die mit einem regulierbaren Heißluftgebläse von innen auf ca. 170 Grad erhitzt werden. Über diese biege ich die Rumpfteile u-förmig. Die Formen bestehen im wesentlichen aus gebrauchtem Lithographieblech, das man in fast jeder Druckerei preisgünstig erwerben kann oder geschenkt bekommt.

Das Blech schneide ich mit Hilfe einer Pappschablone so exakt wie möglich aus.
Die Flächen, die nicht verformt werden sollen (die Rumpfseiten), beklebe ich auf der Innenseite der Form mit Pappelsperrholz. So kann die Hitze nur an den gewölbten Rumpfrücken gelangen. Mehrere, in gegenüberliegende Löcher eingeklebte Schaschlikspieße fixieren die Form.

Das Rumpfvorderteil schneide ich mit ca. 1 cm Übermaß aus Depron aus. Haaaalt! Depron und Selitron hatben eine bevorzugte Biegerichtung! Also vor dem Ausschneiden das Depron so ausrichten, dass es sich schon ohne Hitzeeinwirkung möglichst leicht an die Form schmiegen lässt.

Jetzt wird das Depronteil am Rand einer Arbeitsplatte mit der Positivform so befestigt, dass man die Form von innen erhitzen kann. Danach Heißluft in die Form blasen und dabei das Depronteil hochbiegen, an das heiße Aluminium anschmiegen und vorsichtig über die gesamte Form ziehen. Danach das Heißluftgebläse abschalten. Nach dem Abkühlen kann das Depronteil mit eingelegter Positivform von der Arbeitsplatte gelöst werden, um anschließend die über die Form hinausragenden Teile abzuschneiden, wobei das noch in dem Rumpfteil klemmende Positiv als Schablone dient. Fertig ist das Rumpfvorderteil.
In der gleichen Weise wird das Rumpfhinterteil hergestellt.

Das Bild zeigt die hintere Positivform
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (3).jpg

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Samstag, 5. Juli 2008, 14:29

Das Bild zeigt, wie ich die vordere Form erhitze. Die Form liegt seitlich auf der Arbeitsfläche auf dem ausgeschnittenen Rumpfteil und ist mit Spannzwingen fixiert.
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (4).jpg

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Samstag, 5. Juli 2008, 14:31

Jetzt biege ich das Depron (mit Selitron geht es noch einfacher) um das Positiv und schmiege es komplett an die Form an
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (5).jpg

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Samstag, 5. Juli 2008, 14:33

Anschließend erhitze ich die Außenseite vorsichtig, um evtl. Materialspannungen zu entfernen.
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (6).jpg

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Samstag, 5. Juli 2008, 14:34

Vor dem Entformen nutze ich das Positiv als Schablone zum endgültigen Ausschneiden des Rumpfteiles
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (7).jpg

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Samstag, 5. Juli 2008, 14:37

Und so sehen die beiden größten Rumpfteile nach dem Zusammenkleben aus. Dieser Rumpf ist bei ca. 9 g äußerst biegesteif und federt nach dem Auseinanderbiegen in seine Form zurück.
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (8).jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »braun.wolfg« (5. Juli 2008, 14:48)


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Samstag, 5. Juli 2008, 14:38

Die seitlichen Verkleidungen der Motorhaube habe ich mit Hilfe einer Schablone aus Sperrholz aus 6mm Depron geschliffen und mit Uhu-Por aufgeklebt.
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (9).jpg

20

Samstag, 5. Juli 2008, 14:45

Und so sieht das fertige Kistchen aus.

Vielleicht konnte ich mit meinen Bildern und Worten ein paar weitere hilfreiche Anregungen geben.

Also, viel Erfolg beim Bau.

Bei der Gelegenheit auch herzliche Grüße an alle zum Teil mir bekannten Co-Semiscale-Depron-Eigenkonstruktions-Infizierten.

:w :w :w Wolfgang
»braun.wolfg« hat folgendes Bild angehängt:
  • comp_Stampe (42).jpg