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Dienstag, 5. August 2008, 00:38

Erlebnisbericht "X-TWIN TURBO ./. Newbie"

So Leute,
bin jetzt auch Pilot! :tongue:
Hatte heute meinen ersten Flug mit zwei X-Twins "Turbo (Fury)" bzw. "Present". Vielleicht einigt man sich bei Silverlit ja noch irgendwann auf einen Namen, wer weiss. Leider ließ sich die Farbe bei Bestellung nicht auswählen. Gewünscht hätte ich mir eigentlich den Vogel in weiß/gelb, und über den Blauen hätte ich mich auch sehr gefreut. Bekommen habe ich zwei Grüne *grmpf*. Nach diesem Prinzip verlief auch mein bisheriges Leben, von daher hatte ich gleich diesen "War ja klar"-Effekt beim Auspacken.

Ok, trotzdem gehts los:
Batterien rein, einschalten, einschalten, nichts geht, trotz scheinbar voller FB (rote Lampe brennt). Ahhhja .. bin also zu dumm für ein Spielzeug, hm? Womöglich der Flieger leer? Wo doch alle von vorgeladenen Lipos reden? Hmmm, vielleicht durch die Lagerzeit ... auf den Kartons war jedenfalls ordentlich Staub zu sehen. Also gut, Ladekabel her, Stecker ins Fluggerät. Hmmmm ... die grüne Lampe leuchtet nicht. Vielleicht einschalten? Ein, aus, ein, aus. Am Flieger auch, ein, aus, ein, aus. Dann zusammen. Und wieder einzeln. Macht ja Spaß, aber tun tut sich überhaupt nichts. Ab jetzt bekomme ich trotz Fernabsatzgesetz eine gewisse Panik. ???

Da auch das Internet hinsichtlich der amtlich empfohlenen Aufladeprozedur nicht viel hergibt, hab ich schnell mal den zweiten Grünen ausgepackt. Kurzfassung: mit Fernbedienung No. 1 das gleiche Spiel. Na gut, dann erstmal die Batterien durchmessen, und dann vielleicht ein Versuch mit No. 2, um die Fehlerquelle einzukreisen: alle Batterien hatten jeweils über 1.48V. Hmmm, komisch *kopfkratz*. Hab No. 1 dann einfach nochmal ne Chance geben wollen und die Batterien wieder eingesetzt - plötzlich gehts. Ja, was war denn das jetzt bitte??

Wie auch immer. Jetzt jedenfalls ein hübsches Surr-Geräusch. Die Fernbedienung, die nach dem Auspacken einen ziemlich minderwertigen Eindruck machte, fühlt sich im Betrieb plötzlich sehr edel an (toller Trick! :D ). Scheinbar hat man auch diverse Verbesserungen durchgeführt. Der Gasdruck ist nur sanft gefedert. Hatte im Vorfeld ja viel dazu gelesen und war auf einiges gefasst, aber ein Aushängen der Feder ist wirklich nicht nötig, im Gegenteil. Nur der Lenkstick vermittelt leider ein ziemlich schwammiges Gefühl, spricht aber erfreulicherweise sofort an.

Hangar improvisiert (Anglerschnur senkrecht von der Zimmerdecke), zwei Schlingen, Nase und Leitwerk eingehängt. Probeflug. Juchuu, geht richtig ab und rast im Kreis. Ist sogar einmal gegen die Wand geknallt, aber da kann der Flieger ja nichts zu, wenn ich Depp zu blöde bin, die Voltigierleine richtig zu bemessen. Also schnell mal verkürzt und weitergehts, sogar mit Kehrtwendung. Plötzlich großes Bedürfnis, die Wohnung zu verlassen. *gg*

Um 19 Uhr, 18.5° Celsius, verlässt Agent X-Twin das Haus. Neutral wirkender Karton wird wie rohes Ei gehalten. Sehr verdächtig. Nach kurzer Orientierungsfahrt dann eine geeignete Wiese. Auspacken, einschalten, einschalten und ... ohje, ohje, ohje ... na jedenfalls kaum geflogen. So viel gelaufen bin ich zuletzt, hmm wann war denn das eigentlich? Kann mich gar nicht mehr erinnern. Durchschnittliche Flugdauer: 4 Sekunden, der Rest war Jogging. Leider war es noch ziemlich windig, und dazu das erhebliche Pumpen, was einen kontrollierten Flug kaum möglich machte. Drei oder vier Baumlandungen, eine davon ziemlich hoch, so dass ich mit einem herumliegenden Ast werfen musste (das hat zum Glück geklappt).

Tja, da war eindeutig mehr als nur "Trimmen" erforderlich. Hab den Cent-Trick probiert, damit gings besser, aber die Mühle ist nach der Auflastung kaum noch gestiegen. Canards leicht verbogen, ok, aber irgendwie immer noch sehr schwer und chaotisch. Na jedenfalls stieg die Flugdauer auf ungefähr 10 Sekunden an. Hab das Ding dann leergeflogen und an den Lader gehangen, während ich den zweiten Grünschnabel aus dem Karton holte. Ich empfehle Einsteigern übrigens, so und genau so anzufangen, denn was wollt ihr machen, wenn dem Vogel die Puste ausgeht? Dumm rumsitzen und jedesmal auf die Ladung warten? Hatte zum Beispiel erwogen, das Deluxe-Set zu kaufen, um den begehrten "Sports" zu erhalten und gleichzeitig Geld zu sparen. Ha, bloß gut, dass ich das nicht gemacht habe. Bei mir gings jedesmal immer gleich weiter.

Inzwischen ließ der Wind etwas nach, aber meine Flugkünste wollten irgendwie nicht besser werden. Es kam zu mehreren Baumlandungen mit z. T. wirklich anstrengenden Bergungen, wo ich froh war, anschließend überhaupt noch mit einem Flieger aus dem Gebüsch springen zu können. Der Cent an der Nase war eindeutig zu viel. Ich verlagerte den Schwerpunkt wieder etwas nach hinten, und dann konnte ich das Ding endlich mal halbwegs ruhig in der Luft halten und ein kontrollierte paar Achten fliegen.

Wenn man die Kurven zu eng nimmt, gehts schnell abwärts - das war eine der vielen Dinge, die ich heute gelernt habe. Es hat teilweise riesigen Spaß gemacht, nur mit der Trimmung zu fliegen, aber dafür mussten die Flugbedingungen schon wirklich ideal sein. Bei einer der unzähligen Bruchlandungen gab es tatsächlich Knäcke: nicht nur, dass ich einen Totalverlust hinsichtlich des Centstücks verbuchen musste, nein, sogar der rechte Canard war bündig vom Rumpf abgebrochen. Sauber. Somit hat sich auch diese Frage von selbst gelöst, und ich musste keine Entscheidung mehr treffen, ob ich an einem Flieger testweise herumschneiden würde oder nicht.

Bin dann zum Wagen geschlurft und hab meine Chirurgenschere aus dem Handschuhfach geholt. Schnipp. Zweiter Canard weg, und dann die Bruchstelle des ersten noch etwas geglättet. Hmmmm, ehrlich gesagt sieht das Ding jetzt ziemlich geil aus. Ich mochte zwar auch die Hammerhai-Optik und ich kann die Haltung nachvollziehen, die Modelle so fliegen zu wollen, wie sie vom Hersteller angedacht sind, aber jetzt ohne Canards sieht das Ding wirklich klasse aus, wie ein richtiger Jet.

Erster Testflug ohne Canards: Bruchlandung - da war der Cent nun definitiv zu viel. Mittlerweile war auch der Akku leer, also sprichwörtlich "fliegender" Wechsel und mit dem ersten Modell weitergeflogen, während mein Jet-Styler am Tropf hing. Die Flugzeiten stiegen an. Wo es vorher nur ewiges Gerenne gab, stand man jetzt ziemlich ortsfest rum und ließ den kleinen Schnurrer um sich Kreisen. Aber ich sag ganz ehrlich: mir stand der Schweiss auf der Stirn, denn die wirklich hohen Baumlandungen konnte ich immer nur ganz knapp abwenden. Von fliegerischem Können keine Spur.

Canard-Modell war leer, ab an den Lader damit, "Jet"-Modell rausgeholt. Zweiter Testflug: so ganz ohne Auflast war das auch irgendwie auch nichts für den Turbo ohne Entenflügel. Sehr starkes Pumpen und extrem Windanfällig. Dann die Offenbarung: eine Pommes-Gabel, mit Tesa unter die Nase geklebt (Nein, nicht bei mir! Was denkt ihr denn?!). Hab die Gabel noch um etwa 1,5cm gekürzt, damit sie vorne nicht heraussteht und bei jeder Landung neu fixiert werden muss. Testflug.

Woooooow!!!!!

Der Durchbruch und absolutes Aha-Erlebnis. Schiebt sich wie eine Boing durch die Luft. Full Speed nur beim Start nötig, dann mit ganz wenig Gas herrliche Achten, nur über Trimmung lenken, dann härtere Schleifen, kontrollierte Tiefflüge, nach Belieben aufsteigen, mit einer Überland-Telefonleitung spielen, ach Leute, es war ein Traum. So hatte ich mir das Fliegen vorgestellt - zwar mit dem "Sports", doch ich bereue kein bisschen, dass ich mir nun dieses Doppelschnäppchen geleistet haben (den Flieger mit Fernbedienung gabs bei Conrad für 14,95 Euro, und die Versandkosten hab ich mit einem 5,-Euro-Gutschein gekillt).

Flugzeitende war um 22 Uhr bei 15.0° Celius.

Selbst wenn man alle Zwischenfälle rausrechnet, komme ich auf eine Nettoflugzeit von einer Stunde. Das ist viiiel besser, als erwartet. Zum Schluss habe ich nur deshalb aufgehört, weil es bereits zu dunkel war, um überhaupt noch den Stecker in die Ladebuchse zu bekommen. Es war so geil. Ich seh schon, meine Flieger brauchen Positionslichter. Mit im Karton waren übrigens Wippenschalter und ein paar Dioden vom Typ 1N4148 für den Segelflugmod.
Und jetzt ratet mal, wer gleich den Lötkolben aufheizt? ;)

Soweit die Eindrücke eines absoluten Newbies. :shine:
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eihren

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2

Dienstag, 5. August 2008, 09:37

*loool*

Klasse geschrieben! Danke für diesen humorvollen Flugbericht.

Aber stell doch noch ein Bild rein mit dir und der Plastikgabel unter der Nase... oder habe ich da was falsch verstanden? *gg*

Noch zum Deluxe Set (Turbo und Sport):
Hat zwar nur eine Fernbedienung, aber manche halten einen Flieger ladend unter der Fernsteuerung, wärend sie gleichzeitig damit den anderen Flieger fliegen... ein improvisierter Kompromiss.

Ach so...
...noch herzliches Beileid zum Verlust des Cent Stück (ist mir auch schon passiert) :-D

Noch weiterhin viel Flugspaß und ich freu mich auf einen weiteren Flugbericht.
lg: eihren
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3

Dienstag, 5. August 2008, 22:24

Wuuuuuuuuuuuuuusch ...
War es ein Zug? War es Wirbelsturm? Hausfrauen beim Sommerschlussverkauf?

Neeiin, es war Parker mit seinen X-Twins. :D

So Herrschaften,
während meine gestrigen Flugstunden ja noch im wesentlichen aus "Laufen & Schnaufen" bestanden, hat sich heute doch eine sehr steile Lernkurve gezeigt. Inzwischen fliege ich die Modelle mit einem Daumen am "Seitenruder", während ich die andere Hand lässig in der Hosentasche habe. Ich hätte auch noch ein Liedchen dazu pfeifen können, mir fiel aber keine passende Melodie ein.

Genug gescherzt.
Wurfstart, Geradeausflug, Autopilot ein ("Klack"). Geil. Kleine Wendung und dann mit Schub in den Steigflug. Toll, man sieht im Vorbeiflug richtig, wie es nach oben geht. Teilweise so viel an Höhe aufgenommen, dass mir mulmig wurde. Autopilot aus ("Klack"), Maschinen stop, Segelflugmod kommt zur Geltung.

Ja, das ist schon ziemlich prima. Mit ordentlicher Sinkrate rast das Ding runter und bleibt trotzdem lenkfähig. Uhhh, so tief schon? Abfangen. Klappt ebenfalls. Dann ein paar Serpentinen nach oben, ein wenig an der Trimmung spielen, Autopilot ein ("Klack"). Breitestes Grinsen. Gepflegte Platzrunden in großer Höhe und mit minimalem Rudereinschlag. Der Kurvenweitenmod hat sich für mich erledigt, da ich es mag, im Notfall sofort und ohne Umschalten auf enge Kurven zurückgreifen zu können, wogegen ich im Normalflug kein Bedarf an einem anderen Wirkungsgrad habe, da ich den Vogel ja eh immer nur ganz leicht in eine Richtung antippen muss, und er braucht gute 10 Sekunden, bis sich die Seitenlage wieder von selbst stabilisiert hat. So gelingen auch die weitesten Kurven problemlos. Kann so bleiben. *g*

Oh oh, sind da etwa schon wieder böse Bäume? Die waren vorhin aber noch nicht an dieser Stelle! Hartes Wendemanöver, Höhe mit Vollgas ausgleichen - perfekt. Ist überhaupt eine lustige Sache: kommt der Lenkbefehl aus Reichweitengründen mal nicht sofort an, einfach noch ordendlich Schub dazu geben - da werden die Befehle scheinbar intensiver abgefeuert. Man sollte ohnehin nicht darüber meckern, dass manche Kommandos erst mit Sekundenverzögerung eintreffen, sondern Silverlit auf Knien dafür danken, dass sie die Funken dermaßen energiesparend ausgelegt haben, dass so wenig Sendeimpulse wie nötig abgegeben werden. Mit meiner Mod-FB (gaaanz schlechte Akkus drin) habe ich jetzt ingesamt über 20 Flüge abgewickelt, und ich könnte immer noch problemlos weitermachen.

Hmm, was hab ich noch gelernt ...
Solange man noch nicht die gewünschte Höhe erreicht hat, sollte man enge Kurven vermeiden. Hat sich die Maschine aufgeschaukelt, im Geradeausflug mit Minimalgas 3 Sekunden abschaukeln lassen. Keine Wiesen mit kniehohem Gras aufsuchen (ächtz, der langsame Storchengang wurde mit der Zeit wirklich anstrengend - hab dann die Wiese gewechselt). ;)

Ansonsten war es wirklich phantastisch. Hätte nicht gedacht, dass man so viel Freude aus der Sache rausholen kann. Heute hatte ich keine einzige Baumlandung und nur zwei leichte Abstürze, und die sind ungeklärt (vermutlich Reichweite). Ansonsten lief alles genauso, wie ich es vorgesehen hatte, und zwar über 8 komplette Flüge hinweg. Sogar das vorausschauende Fliegen klappt bereits, da man bereits nach kurzer Zeit raus hat, welche Manöver sich als nächstes anbieten und auch schon gefahrlos durchführbar sind.

Probleme bereitet mir noch das Abschätzen von Entfernungen, z.B. zu Gebäuden oder einem Lichtungsrand. Ich hoffe, das kommt mit der Zeit. War beim Schlauchbootfahren ähnlich, und inzwischen bewege ich mich auf dem Wasser mit totaler Orientierung.

Am liebsten Fliege ich gegen die untergehende Sonne, wenn sie nicht mehr blendet, und sich die Vogelsilouette so schön schwarz am farbigen Himmel abzeichnet. Um 21 Uhr bei 15.5° Celsius habe ich schluss gemacht, einfach weil es nicht mehr besser werden konnte. Die Landung erfolgte ... in meiner Hand. :ok:
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eihren

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4

Mittwoch, 6. August 2008, 09:30

*wow* du scheinst ja ein richtiger X-Twin Senkrechtstarter zu sein, wenn ich deine Flugerfolge hier lese... werde ich fast schon neidisch *gg*
Aber es ist eine Freude, deine Artikel zu lesen, obwohl ich so lange Threats eigentlich aus Lesefaulheit immer meide.
Schonmal daran gedacht ein Buch zu schreiben? (Das ist ernst gemeint).

Nur eins hat mich aufhören lassen:

Zitat

Autopilot ein ("Klack")

Was bitte ist beim X-Twin ein Autopilot :-o

lg: eihren
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(Jo)Hannes

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5

Mittwoch, 6. August 2008, 10:14

Zitat

Original von eihren
Nur eins hat mich aufhören lassen:

Zitat

Autopilot ein ("Klack")

Was bitte ist beim X-Twin ein Autopilot :-o

lg: eihren


Ich denke mal der Gashebel ohne Rückstellung ;_)
Baubeschreibungen und Fotos meiner Modelle unter http://www.der-frickler.net

eihren

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6

Mittwoch, 6. August 2008, 10:39

*löl* (ich bin auch nur ein Mensch :o)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »eihren« (6. August 2008, 10:40)


7

Mittwoch, 6. August 2008, 13:32

Tach zusammen. *gähn, streck*
Nein nein, der "Autopilot" ist kein Gasregler ohne Feder, sondern der Dauerlauf-Mod, den ich in Ermangelung einer Kurvenweitenregelung dann auf den oberen Wippenschalter gelegt habe ("Klack"). Das macht einfach Laune. Ok, man muss drauf aufpassen, ihn immer wieder rauszunehmen, aber nach 10 min ist das schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Wenn er denn dann einmal drin is ("Klack"), ist das Fliegen so komfortabel, dass ich froh bin, keinen Mikrotaster dafür verwendet zu haben. Daher die hochstaplerische Bezeichung. *gg*

Ja, lange Postings sind eigentlich auch nicht mein Ding, aber gerade jetzt in der Anfangsphase hab ich einfach so viele Eindrücke zu verwursten, dass es mit weniger Text kaum zu schaffen ist. Es ist ja nicht nur meine erste X-Twin-Erfahrung, sondern mein erster Modellflug überhaupt.

Freut mich, wenn es jemand liest. :prost:
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Mittwoch, 6. August 2008, 18:22

Allgemeines Aerodynamik-Geplauder für X-Twinner

Da ich aber trotzdem nicht vorhabe, euch hier allabendlich vollzusülzen, würde ich mich stattdessen ab jetzt gern zwanglos mit euch über Aerodynamik unterhalten. Hab da nämlich Nachholbedarf, möchte aber keine Standardwerke dazu lesen, sondern einfach mal ins Blaue fragen und auf laienverständliche Antworten hoffen.

Also los gehts:
Stichwort Tragflächenprofile. Wann spricht man überhaupt von einem Profil? Wenn ich eine einfache Fläche in Flugrichtung wölbe, habe ich dann bereits ein Profil? Oder bedeutet "Profil" eh immer nur "Querschnitt" (und der ist ja immer da - ob nun gerade oder gekrümmt)? Gibt es irgendwelche Faustregeln, wie die Wölbung am besten zu verlaufen hat, ohne dass man mit großartigem Formelwerk hantieren muss?
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eihren

RCLine User

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9

Mittwoch, 6. August 2008, 23:37

Die Tragflächenprofile sind eine Wissenschaft für sich, in der ich auch nicht so bewandert bin.
Wenig zu lesen, dennoch gut erklärt, findest du zu dem Thema bei Wikipedia .

Faustregeln kenne ich kaum nur die: (Und da lege ich meine Hand nicht ins Feuer :-)
- Je mehr das Profil gewölbt ist, umso größer der Auftrieb, aber umso langsamere Flugeigenschaften.
- Schnelle Flugeigenschaften = wenig gewölbt, dünnes Profil
- Gutmütigere Eigenschaften = dickes Profil
- Symmetrisches Profil = Kunstflugtauglich (fliegt oben wie unten gleich)

Aber das ist nur superpauschal daher gesagt.

Es spielen so viele andere Faktoren eine wichtige Rolle, wie die Position und Form der Wölbung, Radius der Nasenleiste (das ist die vordere Rundung), wie läuft die Endleiste aus… usw.
Dann muss das jeweilige Profil auch für den Flugzeugtyp passen, nicht nur die gewünschten Flugeigenschaften, sondern auch zur Flächenbelastung (Verhältnis vom Fluggewicht zur Flügelfläche). Auch die V-Form, Schwerpunkt und Anstellwinkel wirken sich extrem auf die Flugeigenschaften aus.

Das mal nur so was meine wenigen grauen Hirnzellen zu dem Thema noch so hergeben, denn meine aktive Modellflugzeit ist doch schon 15 Jahre her und bei den X-Twins ist dieses Thema nebensächlich geworden *gg*.

lg: eihren
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10

Mittwoch, 6. August 2008, 23:53

Das ist wohl wahr. Die X-Twin-Umbauten laufen zur Not auch mit simplen Flächen, denke ich mal. Trotzdem hätte ich natürlich gern gewusst, wie man geeignete Tragflächen schon bei der Konstruktion optimiert.

Na gut, nehmen wir einfach mal das bewährte Standardprofil mit der leicht nach unten gezogenen Tropfenform.

Wenn ich jetzt die gesamte Tragfläche mehr oder weniger stark pfeile, welche Auswirkungen hat das?
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11

Donnerstag, 7. August 2008, 00:22

Über die Pfeilung findest du hier etwas klick
Über Profile und drumherum hier klick

Beim X-Twin reicht es aus,wenn du das erste Drittel von der Nasenleiste aus gesehen über eine runde Kante,wie die Küchenarbeitsplatte etwas wölbst und die Nase einfach verrundest. :shy:

12

Donnerstag, 7. August 2008, 00:38

Jawoll, Ralf. Ich war auch gerade bei Wikipedia und stellte fest, dass es auch speziell zur "Pfeilung" einen eigenen Artikel gibt, der gar nicht mal so schlecht ist.

Trotzdem danke für den Link. Ich war ja zuletzt etwas Wikipedia-phobisch geworden, nachdem ich mir zum Thema "Aerodynamik" ungefähr 4 Meter abstrusestes Formelwerk durchlesen durfte (ohne jeden Erkenntnisgewinn!), und anschließend immer noch nicht wusste, warum eine Flugzeug eigentlich fliegt. Ein Blick auf die Diskussionsseite ergab dann, dass der Artikel im wesentlichen von Leuten zusammengestellt wurde, die es scheinbar bis heute nicht wissen.

Na, immerhin bin ich denen jetzt ein kleines Stückchen voraus. :D

Und die Sache mit der Pfeilung ... ok, im Grunde hätte ich mir selber denken können. Sieht ja auch schon so schnell aus. ;) Und dass es mit der Ableitung zu tun haben muss, war eigentlich klar, aber die Schlierenfotos veranschaulichen die Sache doch sehr.

Der eigentliche Grund meiner Frage war übrigens die negative Pfeilung, die ich kürzlich am Pilatus-B4-Modell gesehen habe. Insbesondere auf die negative Pfeilung am T-Leitwerk wurde hingewiesen, und da frage ich mich natürlich schon, was es damit auf sich hat.

EDIT: Es kann sein, dass ich mich unsachlich ausgedrückt habe. Das Leitwerk ist wohl gar nicht negativ gepfeilt, aber in Flugrichtung zumindest plan. Die Pfeilung geht nach hinten.

Aber wozu? ???
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Pic Killer

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13

Donnerstag, 7. August 2008, 01:18

Ja,alles darf man im Wiki nicht immer so ernst nehmen :D


Die Pfeilung als solche bringt ein stabilisierendes Moment.

14

Donnerstag, 7. August 2008, 01:37

Also bringt die rückgerichtete Pfeilung am B4-Leitwerk ein destabilisierendes Moment? :nuts: Im Ernst, ich verstehe es nicht.

Oder hat das was mit den Klappen zu tun?
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Pic Killer

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15

Donnerstag, 7. August 2008, 02:00

Also die Sache ist etwas komplexer,weil sich alles gegenseitig beeinflußt. Sieh mal hier rein,sind ein paar nette Seiten,um ein grobes Verständnis zu bekommen klick :shy:

Gerade beim Segelflugzeug ist man immer bestrebt,sowenig Widerstand wie nötig zu erzeugen,aber lies erstmal.Ich muß nu in die Heia...gute Nacht :w zzz zzz

16

Donnerstag, 7. August 2008, 17:53

Mist,
jetzt wollte ich mal schön die Bastelorgie einleiten, aber bei unserem hiesigen Baumarkt (wir haben hier nur Hagebau) gibts gerade mal Thermoplan oder Thermopur oder wie das heißt. 3mm, gerollt und nur beschichtet (Alu oder Pappe).
Gemeinheit. :angry:
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Samstag, 9. August 2008, 20:53

Heute waren perfekte Flugbedingungen. Windstill und mild. Hab jetzt mal beide TURBO-Modelle gezielt miteinander verglichen und bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich die Canards des ersten TURBOs ebenfalls demnächst stutzen werde. Mit dem Cent fliegt das Ding zwar schön stabil, aber ich erreiche keine Höhen oberhalb von 15 Metern damit.

Ganz anders der frisierte Pommesgleiter. Der steigt mit Leichtigkeit über 35 Meter und kämpft sich in Bereiche, wo er schon von kreisenden Vögeln im Thermikflug beäugt wird. Vorhin stand ich so hoch damit über dem Wald, dass mir Angst und Bange wurde. Ließ sich aber problemlos zurückpfeifen, und dann gabs erstmal ein paar Runden "abwackeln" zur Beruhigung.
:angel:
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Montag, 11. August 2008, 19:57

Gesagt, getan.
Beide Flieger sind jetzt ohne Canards. Hat sich wieder mal voll ausgezahlt. Der erste Testflug mit dem frisch beschnittenen TURBO mündete gleich in einem neuen persönlichen Höhenrekord (schwer zu schätzen, ungefähr 5 dreistöckige Häuser übereinander).
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19

Dienstag, 12. August 2008, 19:07

Hab jetzt endlich einen ortsansässigen Händler für 3mm Depron gefunden. Preis: 2,99 pro qm. Geht so. Wenigstens fallen keine Versandkosten an.

Schade, dass es hier gerade regnet. Wüsste gern, ob das fliegt:
»F. Parker« hat folgendes Bild angehängt:
  • depron_addwings.jpg
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Helikrischi184

RCLine User

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Beruf: Schüler, 7.Klasse

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20

Dienstag, 12. August 2008, 22:29

Das hab ich bei meiner Sport mal probiert, bin aber nie geflogen.
PS:Im OBI-Baumarkt gibts Selitron, 5qm für 12,99. Hab leider fast alles verbraucht! ;( ;( ;( ;(
Mit freundlichsten Fliegergrüßen, Krischi.

Es gibt Tage, an denen lohnt es sich kaum aufzustehen.
Z.B. Montag bis Freitag.