1

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 18:42

Einsatz von Heißklebepistolen

Hallo allerseits,

ich schaue mir gerne die Depron Baututorials von Julius Perdana auf Youtube an. Alles sehr reizvoll, was es dort zu sehen gibt. Er arbeitet fast ausschließlich mit der Heißklebepistole. Habe mir eine von Pattex für 11 mm Sticks gekauft. Leider ist das Wachs zu heiß, so dass das Depron angeschmolzen wird. Da wäre also eine für 7mm Sticks sicher besser.
Mit Sicherheit ist Heißklebewachs mit Abstand günstiger als UHU Por und ermöglicht zügiges Arbeiten. Mich würde interessieren, ob noch jemand wie JP so intensiv mit der Heißklebepistole arbeitet und welches Gerät für Depron zu empfehlen wäre. Ich vermute allerdings, dass der Klebstoff deutlich schwerer als UHU Por ist.
Gruß,
Alex

2

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 18:45

OK die hat 200W, ist natürlich zu viel. Denke ich hätte eine mit 100W gebraucht.

Flat

RCLine User

Wohnort: Raum Hannover und zunehmend Raum Hamburg

Beruf: Angestellter auf Lebenszeit bei der Deutschen Rentenversicherung

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3

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19:13

Du brauchst eine Niedertemperaturpistole und die passenden Klebesticks dazu.
Ich habe meine vom Schulbedarf Winkler. Tip vom T.B.
Ohne Por geht es trotzdem nicht.
viele Grüsse

Bernd

Am Ende wird alles gut und wenn nicht, dann ist es auch noch nicht das Ende .........


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles)

4

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 20:35

Ehrlich gesagt,

Depron würde ich nicht mit Heißkleber kleben...
zu schwer und kritisch in der Anwendung. Ich nehme meistens Uhu Por oder Weißleim (Ponal) geht auch. Für ganz stabile Klebestellen geht auch Pattex Montagekleber.
Viele Grüße

5

Freitag, 30. Oktober 2020, 12:49

Hallo Alex,

habe mir für meine Depron-Arbeiten vor kurzem eine Pistole mit 7 mm Sticks gekauft, Fehlkauf!

Beispiel: Habe damit als Ruderhorn im Höhenruderblatt (Jupiter Junior) einen Schaschlickspieß in 4 mm Depron eingeklebt. Bei der ersten härteren Landung riß das aus. Kleber hielt am Holz, der Schaum riß aus. Keine gute Verbindung.

Ich nehme die Pistole nur noch für Deko-Zwecke, nicht da wo es halten soll. Bei mir klappen keine großflächigen Depron-Verklebungen, auch nicht mit 7 mm Sticks.

Ich verstehe auch nicht ganz, wie Herr Perdana das hinkriegt. Möglicherweise ist seine Werkstatt sehr warm, sonst hätte er nicht die Verarbeitungszeiten. Auf jeden Fall baut er schicke Flieger. Mittleweile nimmt er den Heißkleber eher für die Naseleiste. Wo es länger dauert, trägt er flüssigen Kleber mit Pinsel auf. Weiß jemand was er da verwendet?

Die Reihenfolge von "Datterich" passt, mache ich auch so. Zusätzlich Sekundenkleber für Schnellreparaturen.

Luftigen Gruß, Franz
Luftigen Gruß, Franz

persönliche Modellflug-Chronik:
2020: Wiedereinstieg mit 2 x Chopper, 1 x Jupiter Junior, Buschtrottel (in Planung)

lange Pause :-)

1979: - kleiner Motorflieger nach FMT-Bauplan mit Cox Golden Bee
1978: - Favorit (Carrera RC) - ein Segler mit Kunststoffrumpf (Ferran) und 260cm Rippenflache, Bügelfolie, mit Motoraufsatz und Cox Golden Bee, Fernsteuerung Brand Microprop 4-Kanal
1975: - HiFly (Graupner) - ein Segler in Holzbauweise, 230cm Rippenfläche, Japanpapier/Spannlack, Fernsteuerung Graupner 2(4)-Kanal

6

Freitag, 30. Oktober 2020, 16:31

Selbst habe ich das noch nicht probiert. Die tollen Ergebnisse und der schnelle Baufortschritt in den Videos macht erstmal Lust auf diese Klebetechnik. Das Mehrgewicht für Draussenflieger würde ich sogar gerne in Kauf nehmen. Den Mann kann man wegen seines Klebstoffes fragen. Er pflegt seine Foren sehr vorbildlich.

Steffen L.

RCLine User

Wohnort: Bad Wurzach

Beruf: Softwareschrauber

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7

Freitag, 30. Oktober 2020, 17:37

Er ist im rcgroups Forum auch aktiv als julescrafter
https://www.rcgroups.com/forums/member.php?u=487005

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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8

Freitag, 30. Oktober 2020, 21:36

Für Depron verwende ich die Heißklebepistole Dremel 930.


(Bild verlinkt von www.dremeleurope.com)



Die arbeitet mit 7-mm-Klebesticks und besitzt eine Temperatur-Umschaltung von niedrig auf hoch. (Was übrigens eine böse Falle sein kann. Immer schön auf die Schalterstellung achten!)
Man muss allerdings bei der Niedrigtemperatur auch die passenden Klebesticks kaufen und verwenden, was irgendwie auch einleuchtet... :O

Eine Heißklebepistole nehme ich beispielsweise gern, wenn mal rasch ein Wurfgleiter für die Kids gebaut werden muss.


Auch prima: Bosch GluePen, akkubetrieben. Ideal, wenn man auf dem Flugfeld unerwartet Schnipsel erzeugt hat und rasch wieder in die Luft will.


Technisch gesehen ist jeder Klebstoff als "schwer" einzustufen, der keine flüchtigen (verdunstenden) Bestandteile aufweist. Das wären für Depron:
Epoxidharz, Heißkleber, Pattex Repair Extreme.
Gewichtsparend sind hingegen Weißleim und UHU por sowie Sprühkleber.


Neben der reinen technischen Geeignetheit von Klebstoffen hat jeder so seine Vorlieben, und das ist auch völlig in Ordnung.
Ich persönlich könnte meine Modelle nicht komplett mit Heißkleber bauen, weil mir das einfach nicht zusagt und meiner Vorstellung von Präzision nicht entspricht. Aber damit will ich diese Methode nicht abwerten, denn man kann damit unglaublich schnell vorwärts kommen, weil Trocknungs- und Härtezeiten nahezu vollständig entfallen. Wenn man sieht, wie die Jungs bei FliteTest damit in Rekordzeit die größten Vögel zusammenhauen, das kriegt man mit UHU por definitiv nicht hin.


Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

PatrickK

RCLine User

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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9

Dienstag, 3. November 2020, 20:23

Gewichtsparend sind hingegen Weißleim [..]

[X] Du hast eine Waage.

Seit Jahrzehnten wird uns erzählt, daß Weißleim schwer zu sein habe. Was meine (1/10g-Kern-)Waage noch nicht wirklich belegen konnte. Das stammt von den Altvorderen, als der unter der Bezeichnung "Kolloidkleber" lief, und Uhu ganzseitige Anzeigen in "modell" für seinen UHU coll schaltete. Damals[TM] war Nitrocellulosekleber UHU hart, Rudol 333, Duosan rapid die etwas früher auf dem Markt erschienene Möglichkeit, wie man an Heiß- oder Kaseinleim vorbeikam. Bei Uhu hart konnte man schmaddern, das wurde mit "vermuffen" und "steinhart" euphemisiert, kostete nicht allzuviel Gewicht und brachte Zusatzfestigkeit. Mit Weißleim zu schmaddern bringt aber genau gar nix an Festigkeit, nur an Gewicht. Das hatten kluge Leute auch damals schon gesagt ("mit feuchtem Lappen oder Pinsel wieder abstreifen"), aber irgendwie drang das erst beim vierten oder sechsten Modell in meinen Kopf. Und in meinem Modellbekanntenkreis kannte ich nur noch einen, der auch so redete. (Von dem hatte ich üwrinx meinen ersten E-Segler 1977 gekauft, ein Mossi-Nachbau rund 100g leichter als die Katalogangabe.)

servus,
Nörgel-Patrick ;-)


[edit: PU-Leim kann auch leicht sein, wenn man den sinnrichtig einsetzt: sehr sparsam und an eher unsichtbaren Strukturen, da er nur wenig UV-stabil ist. Der für uns übliche schäumt leicht auf und dringt daher gut in poröse Materialien. In der Orthopädietechnik (ich bin sowas) schäumt er eher nicht, klebt dafür Elastomere weitaus besser als handwerklich verarbeitbare Kontaktkleber.]
»PatrickK« hat folgendes Bild angehängt:
  • UHU_coll-Werbung_1961_k.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »PatrickK« (3. November 2020, 20:30)


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Samstag, 21. November 2020, 12:11

Heissklebersticks mit 105° Pistole nehme ich gerne für EPP Funflyer, für deren raue Oberfläche POR kaum geeignet ist, auch Epoxy dicke ich für EPP mit Microballons an, damit es füllt und hält. Da ist sicher kein großer Gewichtsunterschied zwischen Klebe-Stick und Epoxy.

Bei EPP verstärke ich fragile Bauteile (wie an meiner Enterprise) auch gern mal mit 40 g Glas und Epoxy, das hält dann schon bombenfest und steift haltbar aus.

Bei Depron ist für mich immer POR die erste Wahl, außer bei CFK Stäben zur Aussteifung, da nehm ich auch wieder Epoxy 5 min

:w