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Sonntag, 22. August 2010, 01:51

F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Hallo zusammen,

Es gibt hier im Forum schon einige Beiträge über die F-86 von Robbe (NanoJet). Und mit Sicherheit auch einige Erfahrungsberichte. Diese Beiträge sind aber teilweise sehr lang und man findet nur schwer die Infos die man sucht. Deshalb hier noch einmal einen Beitrag mit meinen Erfahrungen über dieses Modell, denn Gestern war ich zum ersten mal mit meiner F-86 in der Luft.

Vorbereitungen / Bau
Bevor die Teile verklebt werden, sollte an den Klebestellen der Lack abgeschliffen werden. Da ich das hier im Forum leider zu spät gelesen habe, bin ich gespannt ob meine Klebungen (Sekundenkleber für Elapor von MPX) auf Dauer halten. No risk - no fun ;-)

Das Rudergestänge für die Querruder ist leider zu lappig (ø 1mm). Da die Schraubhülsen an den Ruderhörner nur eine 1mm-Bohrung für das Gestänge haben, kann nicht ohne weiteres einen stärkerer Stahldraht verwendet werden. Ich habe die Gestänge mit einem dünnen Bowdenzugröhrchen überzogen und mit Sekundenkleber volllaufen lassen. Dies ergibt einen Verbund, der für die Aufgabe starr genug ist.

Die Schraubhülsen an den Ruderhörnern sind mit M2-Muttern verschraubt. Diese müssen überarbeitet werden. Ich habe jeweils auf beide Seiten des Ruderhorns eine Beilagscheibe unterlegt und die Mutter mit Loctite gesichert. Dann die Mutter nur so fest anziehen, dass sich die Hülse im Loch des Ruderhorns noch leicht drehen kann, aber möglichst wenig Spiel hat.

Ohne große Änderungen passt nur der Originalakku (3S-950 mAh) einigermaßen in den Flieger. Aber auch für diesen muss in der Länge mehr Platz geschaffen werden (hinteren Steg rausschneiden). Da mit diesem Akku nur Flugzeiten zwischen 3 bis 5 Minuten möglich sind (je nach Flugstil) habe ich einen 3S-1.500 mAh-Akku verwendet. Damit erreiche ich Flugzeiten von bis zu 8 Minuten bei durchschnittlich 2/3 Gas. Dieser Akku ist aber höher als der Originalakku. Deshalb muss in der Höhe mehr Platz geschaffen werden. Ich habe mit dem Cutter teilweise den Kabinenboden ausgeschnitten (ab Amaturenbrett bis unter den Piloten) und auch im Akkuschacht im vorderen Rumpfbereich den Boden ausgedünnt. Aber Vorsicht, sonst ist man ruck-zuck durchgebrochen und der Lufteinlassschacht wird beschädigt.

RC-Anlage
Im RC-Raum unterhalb des Cockpits geht es sehr eng zu. Der Regler sitzt im Lufteinlaßschacht hinterhalb des RC-Raumes, der Akku sitzt aus Schwerpunktgründen ganz vorne. Dazwischen sitzt das Servo für das Höhenruder und hier muss auch der Empfänger untergebracht werden. Über / neben den Empfänger laufen also zwangsläufig die Akkukabel. Da in diesen stromführenden Kabel Induktivität erzeugt wird, empfehle ich dringend eine 2,4 GHz-Anlage. Ich benutze eine Spektrum DX5e und habe keinerlei Störungen.

Die Schwerpunktangabe aus der Anleitung ist zwar korrekt, aber der Schwerpunkt ist mit dem Originalakku nicht zu erreichen. Es fehlen ca. 30 - 40 Gramm. Obwohl mein 1.500 mAh-Akku 115 Gramm wiegt und somit 30 Gramm schwerer ist als der Originalakku (85 Gramm), habe ich noch 10 Gramm unter die Schnautze geklebt. So pendelt sich der Flieger beim Auswiegen leicht nach vorne hängend ein und steigt mir beim Gasgeben nicht mehr so stark weg.

Ruderausschläge
Umbedingt die Ausschläge aus der Anleitung übernehmen (Querruder 5mm - Höhenruder 8mm pro Seite) aber auf keinen Fall mehr, sonst wird das Modell sehr nervös. Die Reaktionen werden dann sehr heftig und man(n) hat dann seine liebe Not das Modell sauber zu steuern. Ich dachte ich tue etwas Gutes und mache die Ausschläge etwas größer um mehr Sicherheit zu haben. Gott sei Dank konnte ich im Flug mit DualRate die Situation entschärfen ;-)

Handstart / Werfen
Wie bei einem Impeller üblich, braucht das Modell ein paar Meter um Fahrt aufzunehmen. Erst dann, wenn Luft in den Impeller gedrückt wird, entwickelt er seine volle Leistung. Auf diesen ersten paar Meter sackt das Modell durch. Deshalb muss es kräftig geworfen werden, damit es möglichst schnell Fahrt aufnimmt. Wenn man nicht sehr erfahren und geübt ist, sollte man sich eines guten Werfers bedienen, oder nur selbst werfen wenn leichter Gegenwind herrscht. Bei meinem gestrigen Erstflug war absoluten Windstille, weshalb meine Handstarts schon sehr "grenzwertig" waren.

Wenn das Modell erst mal "airborn" ist verhält es sich relativ gutmütig und kann auch sehr langsam geflogen werden ohne kippelig zu werden. Das Flugverhalten ist also sehr angenehm.

Das Flugbild ist einfach genial. Steilkurven, Loopings, Rückenflug sind kein Problem. Toll sehen tiefe Überflüge aus, egal ob mit Vollspeed oder im Langsamflug. Bei Vollgas sind langsame Rollen einfach eine Show.

Lärmentwicklung
Auch wenn das Modell relativ klein ist, macht es doch einen Hollenlärm. Mein erster Gedanke war: "So ein kleiner Scheißer aber schon so laut..." Unterstützt wird dies noch durch den holen Styrorumpf der als Resonanzkörper wirkt. Der Lärm und der hohe Ton ist so intensiv, dass sich in meinem Fall das Echo vom 1 km entfernen Waldrand genauso anhörte, wie bei einem heulenden Formel-1-Wagen im Wald von Hockenheim (das ist nicht übertrieben!). Der kleine Flieger ist auf jeden Fall deutlich lauter als mein Carson EuroFighter.

Die Fluggeschwindigkeit ist dem Original angemessen und nicht zu übertrieben. Ich habe hier im Forum schon Äußerungen gelesen, die F-86 sei eine "lahme Krücke". Das ist natürlich völliger Blödsinn. Wer schon so abgestumpft ist, dass ihm nichts mehr schnell genug ist und er nur noch nach "Speed, Speed Speed" schreit, für den ist die F-86 das falsche Modell. Man darf bei allen Überlegungen nicht vergessen, dass das Original eine Konstruktion aus den 50er Jahren ist. Durch das große Maul hat das Modell doch einen relativ hohen Stirnwiderstand. Entsprechend dem Original soll auch das Modell fliegen und das tut sie auch !!!

Fazit
Das Modell macht einfach nur Spaß und ist jeden Cent wert !!!

Gruß
Geronimo

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Geronimo52« (22. August 2010, 11:37)


delavaulx

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2

Sonntag, 22. August 2010, 08:32

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Hi Geronimo!
Die F-86 ist (sogar) eine Konstruktion aus den 40er Jahren und hatte am 1. 10.1947 ihren Erstflug.
"Lahme Krücke"...nun ja. Ein bisschen Tuning schadet der Nano Sabre aber auch nicht! :D
Gruß
Oskar
PC-21 (Sebart), Tucano getunt 6s (MPX), MiG 15 und 21 (Alfamodel), Viperjet (Tafthobby), Habu getunt 6s (Parkzone), Voodoo und Strega P-51 getunt 6s (FMS/Staufenbiel), Wildcat und Corsair Funfighter; Blade 230s und 450X

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »delavaulx« (22. August 2010, 08:33)


3

Sonntag, 22. August 2010, 23:32

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Hallo Oskar,

stimmt - du hast Recht. Auffällig ist die Jahreszahl auch. Das hätten die Amis bis 1947 nicht geschafft, wenn sie nicht nach Kriegsende alle restlichen ME262 eingesammelt hätten. Genauso wie sie es bis 1969 ohne deutsche Hilfe (W.von Braun) nicht so schnell auf den Mond geschafft hätten.

Gruß
Geronimo

P.S. Wenn es interessiert mache ich von meinen Modifikationen (Akkueinbau) gerne noch Bilder. Einfach posten...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Geronimo52« (22. August 2010, 23:32)


Pulsar

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4

Sonntag, 22. August 2010, 23:46

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Zitat

Original von Geronimo52
Hallo Oskar,

stimmt - du hast Recht. Auffällig ist die Jahreszahl auch. Das hätten die Amis bis 1947 nicht geschafft, wenn sie nicht nach Kriegsende alle restlichen ME262 eingesammelt hätten. Genauso wie sie es bis 1969 ohne deutsche Hilfe (W.von Braun) nicht so schnell auf den Mond geschafft hätten.



Ein wahres Wort!
die amis hätten keinen B-2 usw. wenns die deutschen nicht gegeben hätte.
Marutaka Full Scale Fw-190 A-8 / Pz Me 109 G/
Robbe Pitts S-12 /Robbe Me 109 G /E-Flite P-38 / Ripmax P-51/Lx Sr-71 / Lx F-117 / Freewing Eurofighter / FMS Giant Corsair / FSK Crazy Sparrow / FLY FLY F-100

5

Sonntag, 22. August 2010, 23:54

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Zitat

Original von Geronimo52

RC-Anlage
Im RC-Raum unterhalb des Cockpits geht es sehr eng zu. Der Regler sitzt im Lufteinlaßschacht hinterhalb des RC-Raumes, der Akku sitzt aus Schwerpunktgründen ganz vorne. Dazwischen sitzt das Servo für das Höhenruder und hier muss auch der Empfänger untergebracht werden. Über / neben den Empfänger laufen also zwangsläufig die Akkukabel. Da in diesen stromführenden Kabel Induktivität erzeugt wird, empfehle ich dringend eine 2,4 GHz-Anlage. Ich benutze eine Spektrum DX5e und habe keinerlei Störungen.


Gruß
Geronimo


Hierzu sei zu sagen...es geht auch mit 35MHZ. Aaaaaaber bitte den Empfänger in Alufolie einwickeln. So fliege ich schon seit anfang an wo ich das Modell hab ohne Störung. Ohne Alufolie gab es aber ein paar Servozucker.

LG
Jörg

delavaulx

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6

Montag, 23. August 2010, 06:03

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Hi!
Ich würde überhaupt sagen: Je kleiner das Modell, umso wichtiger 2,4GHz! Ich persönlich könnte mir nichts mehr anderes vorstellen.
Gruß
Oskar
PS: 35/40MHz...was ist denn das schon wieder? :D :D :D
PC-21 (Sebart), Tucano getunt 6s (MPX), MiG 15 und 21 (Alfamodel), Viperjet (Tafthobby), Habu getunt 6s (Parkzone), Voodoo und Strega P-51 getunt 6s (FMS/Staufenbiel), Wildcat und Corsair Funfighter; Blade 230s und 450X

7

Montag, 23. August 2010, 19:05

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Heute ist mir im Flug das Querruderservo stehen geblieben - einfach tot. Normalerweise wäre das der Super-GAU. Aber Gott sei Dank stand es auf Neutral und ich konnte die F-86 in einer langgezogenen Linkskurve relativ sanft ins hohe Gras setzen. Nicht auszudenken wenn das bei einer Rolle passiert wäre (...doch ich kann es mir ausmalen :-(

Mal sehen was ROBBE dazu sagt...

Im Übrigen habe ich Heute festgestellt, dass mein Impeller an einer Stelle leicht am Mantel kratzt - deshalb der infernale Lärm. Wird das von alleine besser oder muss ich da was machen?

Gruß
Geronimo

8

Montag, 23. August 2010, 20:26

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Du hast ihn ja erst ein paar Tage. Das mit dem Impeller schleifen gibt sich nach ein paar Flügen.
Das mit dem ausgefallenen Servo aber nicht :D
Reklamiere direkt mal beides bei Robbe. Mal schauen was die sagen. Halt uns auf dem laufenden.
LG
Jörg

9

Montag, 23. August 2010, 20:41

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

habe ROBBE heute abend schon angeschrieben. Ich sage euch was rausgekommen ist. Aber wie ich ROBEE kenne lassen die sich nicht lumpen...

Geronimo

10

Sonntag, 12. September 2010, 01:43

RE: F-86 NanoJet - meine Erfahrungen

Antwort von ROBBE:
Servo bitte ausbauen und einschicken, wegen Ursachenforschung. Servo ist eingeschickt, aber noch keine Reaktion. Die F-86 fliegt natürlich schon längst wieder mit einem anderen Servo...

Geronimo

HarteLandung

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11

Sonntag, 26. September 2010, 14:29

Servo

Da hast Du Glück gehabt. Meine F18 hat es nach einem Servoausfall beim 2. Flug zerrissen. Ich bin in etwa 5 Meter Höhe über den Platz geflitzt und wollte dann in den Steigflug übergehen, das endete jedoch mit einer halben Rolle mit anschließendem Einschlag. ;(

Ich hab das ganze Modell über meinen Händler mal zu Robbe schicken lassen da ich der Meinung bin, dass ein Servoausfall in einem RTF-Modell schon was mit Garantie zu tun hat, kommt ja alles aus dem Hause Robbe und nicht aus HongKong. Mal gespannt was dabei rauskommt.

Nach dem Erstflug-Trimmen flog die F18 eigentlich sehr schön (wenn auch sau laut).

12

Sonntag, 26. September 2010, 15:28

RE: Servo

Ergebnis der ganzen Aktion:

ROBBE hat das Servo getauscht, aber ohne Info was kaputt war. Ist mir letztlich auch egal. Mittlerweile fliegt sie wieder. Da die Nase inzwischen etwas lediert ist bzw. war, werde ich den Lufteinlass unten herum mit einer dünnen Matte Glasfaser verstärken. Übrigens ein Tipp hier aus dem Forum funktioniert sehr gut. ledierte Teile aus EPO o.ä. in 65C° heißes Wasser tauchen und ein paar Minuten warten, dann hat das Teil die alte Form wieder. Hat beim Lufteinlass und einer Tankattrappe sehr gut funktioniert.

Gruß
Geronimo

HarteLandung

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13

Freitag, 1. Oktober 2010, 10:29

Getauscht

Heute habe auch ich einen Anruf von meinem freundlichen Modellbauladen bekommen. Robbe hat meine, aufgrund eines Servoausfalles zerstörte F18, scheinbar anstandslos ausgetauscht :ok: .

Finde ich mal richtig gut. Nicht nur (allermeistens) tolle Produkte sondern auch guter Kundenservice ohne Ausreden und gezicke.

Ich bin natürlich absolut zufrieden! :D

Hoffentlich halten die Servos diesmal.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HarteLandung« (1. Oktober 2010, 10:30)