21

Samstag, 14. Dezember 2019, 01:26

Ich war dann doch froh, als die kleinteilige Vorbereitung des RC-Einbaus hinter mir lag. Endlich mal wieder etwas bauen, das sichtbare Fortschritte bringt: Der Rumpfrücken samt Beplankung. In Toms Fotoanleitung finden sich dazu nützliche, wenn auch knapp gehaltene Hinweise. Wie von ihm empfohlen, habe ich hinten begonnen, und zwar wie folgt:

-die Beplankung grob zuschneiden und die beiden Teile mit Sekundenkleber verleimen. Zweiteilig deshalb, weil die Beplankung zu breit für ein einzelnes Balsabrett ist.

-in Wasser einweichen (mit Gummiente als „Tauchgewicht“) 8)

-an die Rumpfform anpassen, dort fixieren und trocknen lassen.

- Endgültig zuschneiden und mit Weißleim verkleben. Hat recht gut funktioniert, allerdings neigt die Beplankung zum Durchhängen, was wohl an der geringen Zahl der Halbspanten liegt. Kann man durch Schleifen und Spachteln ausgleichen, aber anderen würde ich empfehlen, abweichend vom Plan ein paar Spanten mehr zu setzen.

So ging es dann von hinten nach vorne weiter, inklusive Einpassung des Cockpitbodens. Im vorderen Teil des Rumpfes habe ich eine Änderung vorgenommen. Der Bauplan sieht hier eine geschlossene Beplankung vor, den Zugang zur RC-Anlage sollen zwei Klappen im Boden gewährleisten. Geht natürlich, hätte aber zur Folge, dass man das Modell für jeden Akkuwechsel auf den Rücken legen muss, auch an den Regler und die rückseitige Verschraubung des Motorträgers käme man kaum noch heran – nicht gut! :hä:

Also musste oben eine Klappe her. Wie aus den Fotos ersichtlich, habe ich dafür zwei Rundspanten mehr gesetzt als im Plan vorgesehen und dann die Spanten mit drei 5x5mm Trägern aus Balsa verbunden. Laschen und Dübel aus Sperrholz sorgen für den wackelfreien Sitz am Rumpf, gehalten wird die Klappe von zwei Magneten, bzw. Unterlegscheiben als Gegenpart. Im Flugbetrieb wird das Teil viel benutzt und belastet werden, daher habe ich es von innen noch mit Balsastreifen verstärkt.

Vorab musste natürlich geklärt werden, wie man das Ding konstruiert. Ich bin kein Ingenieur oder dergleichen. Zweidimensionale Bauteile kriege ich schon hin, aber beim Planen komplexer, dreidimensionaler Sachen versage ich zuverlässig. Bleibt nur die „Konstruktion am Objekt“: Grobe Skizze, Teile mit Übermaß anfertigen, nach und nach direkt an der vorgesehenen Stelle zusammensetzen, wobei ständig nachgebessert wird. Tesafilm an den entsprechenden Stellen sorgt dafür, dass nichts verklebt, was nicht verkleben soll.

Dass ich damit in guter Gesellschaft bin, erfuhr ich vorhin auf der Weihnachtsfeier des Vereins. Ein Kollege baut komplette (und ziemlich beeindruckende) Semiscale-Modelle auf die Art, basierend allein auf einem vergrößerten Dreiseitenriss des Originals. „Gerechnet habe ich dabei noch nie.“ :prost:
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Ente.jpg
  • Beplanken.jpg
  • Klappe_roh.jpg
  • Beplankung II.jpg
  • Konstruktion.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »JanL« (14. Dezember 2019, 02:05)


22

Sonntag, 22. Dezember 2019, 02:56

Zur Motorhaube/Bugspitze: Scheinbar ein simpler Bauabschnitt, tatsächlich aber recht tricky.

Abweichend vom Original hat Toms Design einen vorverlegten Motorspant und einen sehr kleinen Motorraum. Dadurch kann man einen Outrunner direkt montieren, ohne sich mit Gewindestangen o.ä. herumzuärgern. Nachteil der Lösung: Man muss eine in alle Richtungen gekrümmte und gerundete Bugspitze als separates Bauteil herstellen. Dabei muss der Motor in dem engen Ding genug Platz finden, unter Berücksichtigung von Motorsturz, Seitenzug und bündigem Sitz des Spinners.

Meine Vorgehensweise:

-Den Rahmen der Bugspitze auf dem Rücken liegend, also auf der Aufsicht des Motorspant im Plan, zusammensetzen. Dabei versuchen, die verschiedenen Winkel und Schrägen pi mal Daumen mit einzubauen, aber wichtiger ist, dass man zu den Außenkanten hin genug Überhang lässt, den man später wegschleifen kann. Den vorderen Deckel der Haube jetzt noch nicht verkleben!

-Den Motor am Rumpf montieren um zu schauen, ob innen alles passt. War bei mir nicht der Fall und ich musste ausfeilen, wohl weil ich den Plan verkleinert habe.

-Nun die Rückseite plan schleifen, den Rahmen mit Klebeband am Rumpf montieren und die Position für die Befestigungen anzeichnen, also die Halterungen für die Magnete und Rahmenteile aus Sperrholz, bzw. Balsa.

-Befestigungselemente anfertigen und in der Haube sowie am Motorspant verkleben. Ich habe mit der Idee gefremdelt, auch in diesem „vibrationsträchtigen“ Bereich Magnete einzusetzen, mich aber letztlich dafür entschieden, weil der Plan es so vorsieht. Die Praxis wird zeigen, ob das schlau war.

Bleibt noch:

-Vorne den „Deckel“ aufkleben und das ganze Konstrukt passend zum Rumpf und mit Blick auf einen möglichst bündigen Sitz des Spinners verschleifen.

Letzteres schaffe ich noch in diesem Jahr oder auch nicht, in dem Sinne: Frohes Fest und guten Rutsch, den nächsten Eintrag hier gibt’s in 2020!
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Rahmenbau.jpg
  • Anpassen.jpg
  • Halterung.jpg
  • Xmas.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JanL« (22. Dezember 2019, 03:08)


23

Freitag, 3. Januar 2020, 01:05

Frohes Neues allseits!

Die Motorhaube ist zugeschliffen. Ich will euch nicht mit Details langweilen, festzuhalten bleibt, dass man sich für die Aktion genug Zeit nehmen sollte, weil die Rumpfform am Bug etwas komplexer ist und den Look des Fliegers entscheidend prägt. Auch hatte ich mir vorgenommen, den „Abgasauslass“ des Originals nachzubauen (ein Auspuff war damals bei Rennflugzeugen offenkundig verzichtbar) und der ist nicht ohne: Eine Art doppelt gebogener Wulst, der nahtlos aus dem Bug herauszuwachsen scheint. Wie das bauen? Ich hab’s mit Pappschablonen versucht. Mit Spanten aus Balsa. Auch einen Schaumstoffblock energisch zerstäubt, aber nichts wollte passen. :wall:

Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und mir vorgestellt, wie das wohl bei Avro vor rund 90 Jahren ablief. Vielleich standen die Jungs mit einer Flasche guten britischen Lagers vor den Entwürfen und kratzen sich genauso am Kopf. Dann sagte einer: „Ach Shit, lass uns einfach ne Blechplatte so hinbiegen, dass sie da irgendwie ranpasst.“ So hab ich’s dann auch gemacht, allerdings mit feuchtem Balsa und Sperrholz. Das Ergebnis ist sicher nicht scale, aber es trifft den Charakter des Originals halbwegs, dient zugleich als echter Luftauslass und als praktischer Griffpunkt, um das Akkufach abnehmen zu können. Wer weniger Wert auf Details legt, kann das Ding entspannt weglassen, denn schöner macht es das Modell eher nicht.

Nun war bei mir der Drops aber gelutscht, deshalb habe ich auch gleich noch die acht Löcher gebohrt, die das Original oben und seitlich an der Motorhaube hat. Allerdings werde ich sie später von unten wieder abdecken, da ich auf eine Dusche für Akku und Regler verzichten kann, falls die Avro mal Regen abkriegt. Es folgten Befestigungspunkte aus Sperrholzplättchen für die (nicht-funktionalen) Spanndrähte, denn auch die soll der Flieger bekommen. Klingt trivial, aber beim letzten Modell hatte ich Ösen einfach in die weiche Balsabeplankung geleimt, mit dem Ergebnis, dass öfter mal eine ausreißt. Muss man nicht haben. :hä:

Zur Wartungsklappe unter dem Cockpit: Der Plan sieht vor, sie aufliegend zu montieren, ich habe sie zwischen den Rumpfseitenwänden eingepasst, was etwas eleganter aussieht. Das Sperrholz so hinbiegen, dass es bündig mit der Rumpfform abschließt, ist etwas fummelig, aber nach drei Durchläufen (nass machen, in Form biegen, trocknen lassen) saß das Teil. Die Magnetverschlüsse und Haltelaschen sind schnell montiert, bleibt die Frage: Wie das Ding später aufkriegen? Mir half ein aus Holz gepresster Einweg-Dessertlöffel, den ich, einem Bastlerinstinkt folgend, irgendwann mal aufbewahrt hatte. Die abgesägte Spitze fungiert nun als „stromlinienförmiger“ Griffpunkt, darunter verbirgt sich noch ein Loch, zwecks Druckausgleich in diesem Rumpfbereich.

Schön und nun? Es hilft ein Blick in die Bauanleitung, die ich selbst (neben diesem Thread) nach und nach verfasse, was hilft, blöde Fehler zu vermeiden, also z.B. : „Flächen sind beplankt und … upps … habe die Kabelschächte vergessen.“ Stichworte reichen und alles schön schrittweise, so dass ein Kapitel rund einen Monat Bauzeit abdeckt. Wie auch immer, die Anleitung lässt keinen Zweifel zu: Das Fahrwerk ist an der Reihe! ==[]
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Auslass1.jpg
  • Auslass 2.jpg
  • Auslass 3.jpg
  • The Loeffel.jpg
  • Klappe unten.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »JanL« (3. Januar 2020, 01:30)


24

Dienstag, 7. Januar 2020, 01:52

Zum Hecksporn. Ein simples Teil, sollte man denken, aber gerade die unterschätzt man ja gerne.

Tom sieht am Heck ein lenkbares Spornrad von der Stange vor, aber erstens ist das nicht scale und zweitens wäre es auf unserem Grasplatz, wo man kleinere Flieger ohnehin zum Start tragen muss, ziemlich nutzlos.

Also Hecksporn, und zwar so ungefähr den unscharfen Fotos entsprechend, die es vom Original noch gibt. Für die Befestigung am Rumpf habe ich einen Träger aus Bakelit ausgeschnitten (ein Rudiment aus dem britischen Cirrus Moth-Baukasten. Stinkt schön nach Öl beim Schleifen 8) ), mit Löchern perforiert, den Sporn mit festem Garn drangenäht und alles mit Epoxidharz verklebt. Dann wurde das Heck etwas aufgeschnitten, ein Balsakeil eingeleimt und schließlich Sporn samt Bakelit-Trägerplatte draufgeharzt. Zur Sicherheit ist alles noch durch eine Schraube verbunden.

Ein Funktionstest zeigte: Der lange Sporn saß bombenfest - federte aber wie Hulle! Federn ist ja gut, aber ein Känguru-Heck braucht kein Mensch. Das dachten wohl auch die Konstrukteure des Originals, jedenfalls ist auf Bildern zu erkennen, dass sich zwischen Rumpf und Sporn ein kleiner Winkel befand, der die Federwirkung dämpfte. Also habe ich auch den noch montiert und siehe da: Der Sporn federt nun sehr viel manierlicher. :ok:

Wiegt? Schon, aber wohl kaum mehr als ein Heckrad.
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Sporn1.jpg
  • Sporn2.jpg
  • 20200103_225345.jpg

25

Donnerstag, 23. Januar 2020, 23:32

Das Fahrwerk des Originals war eine Art Käfig mit zwei (!) Querachsen, der schon damals antik gewirkt haben muss. Tom hat schlauerweise vorgesehen, hier den üblichen Alubügel zu montieren, der dem Look des Modells nicht schadet und sehr viel einfacher herzustellen ist. Warum also sich das antun? Keine Ahnung, ich hatte es mir einfach in den Kopf gesetzt und ja auch schon die Teile dafür angefertigt, wozu ein Rumpfspant aus Sperrholz statt Balsa gehört, um den hinteren Fahrwerksbügel sicher befestigen zu können.

Dummerweise hatte der geniale Konstrukteur -also ich (*hüstel*) - übersehen, dass genau an dieser Stelle auch eines der beiden Rohre für den Steckverschluss der Tragflächen verläuft. Einen Fahrwerksbügel bündig darunter zu setzen, würde Stöße bei Start und Landung direkt übertragen - blöde Idee! :dumm:

Plan B musste also her: Zwei Sperrholzklötze etwas weiter vorne an den Rumpfinnenwänden. Darin sind kurze Messingröhrchen eingeharzt, die den hinteren Fahrwerksdraht aufnehmen. Tolle Sache eigentlich, nur leider gab es einen Spielverderber namens … Federstahl! Meine mühsam vorgefertigten Teile passten schlichtweg nicht mehr, einige musste ich neu anfertigen. Auch die Idee, das Fahrwerk zu vereinfachen, musste ich begraben, denn wenn man sich Zeichnungen von Original genau anschaut, wird klar, dass jedes Teil dazu dient, bestimmte Kräfte aufzunehmen. Lässt man eines am Modell weg, riskiert man schon beim Erstflug ein verbogenes Fahrwerk, gebrochene Lötstellen oder beides.

Verlötet habe ich mit einem Creme-Brulee Brenner aus dem Baumarkt und sehr dünnem Messingdraht (wieder mal bei Modulor gefunden). Der entscheidende Trick war, die Teile Stück für Stück und am Rumpf montiert zu verlöten, im Sinne von: Erst Lötpunkte zum Fixieren setzen, dann Wickeln und schließlich richtig verlöten. Anders hätte ich das Konstrukt wohl auch nie passgenau hinbekommen.

Im letzten Arbeitsgang habe ich dann noch Häkchen für spätere Fake-Spanndrähte angebracht sowie die „Deko-Verkleidung“. Letztere habe ich in Sandwichbauweise erstellt: Eine dickes Balsateil pro Fahrwerksbein von außen, wobei die Drähte im Holz versenkt werden sowie ein dünnes Balsabrett von innen. So sind die Drähte sauber abgedeckt, ohne dass man alles mit Spachtel zukleistern muss. Die Radbefestigung werde ich einfach halten: Zwei Stellringe pro Rad, jeweils außen und innen. Ernsthafte Scale-Modellbauer würden wohl die bekannte Methode „durchbohrtes Messingrohr plus Splint“ bevorzugen, aber ich sehe darin keinen nennenswerten optischen oder funktionalen Gewinn.

Mit dem Fahrwerk gewinne ich sicher nicht den Bundespreis der Eisenbieger und genaues Hinsehen zeigt, dass das Ding in sich alles andere als gerade ist. Aber, und darauf kommt es ja an; der Flieger selbst steht gerade, der Spurlauf stimmt und mein Pfusch fällt aus einem normalen Betrachtungsabstand heraus kaum auf. 8)
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Loeten.jpg
  • Verkleidung2.jpg
  • Verkleidung1.jpg
  • Untenansicht.jpg
  • Ready to go.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »JanL« (24. Januar 2020, 00:01)


26

Montag, 27. Januar 2020, 00:43

Richtfest für das Avian Monoplane! Allerdings nicht für eine Party auf der Baustelle, sondern um ein paar Messungen und Berechnungen vorzunehmen.

Punkt 1: Gewichtsverteilung relativ zum Schwerpunkt: Um die bestimmen zu können, habe ich alle Komponenten, soweit schon vorhanden, provisorisch eingebaut. Das Ergebnis bestätigt meine vorherige Einschätzung: Der Flieger wird buglastig! Zwar wird sich die Gewichtsverteilung durch Bowdenzüge, Ruderhörner, Finish etc. noch verbessern, trotzdem werde ich wohl zwischen 20 und 50 Gramm Ballast irgendwo im Heck unterbringen müssen. Da muss also ein Ballastfach hin, und zwar sinnvollerweise eines, das zugänglich bleibt.

Punkt 2 Überprüfung der Balancepunkts (vulgo: „Schwerpunkt“)
Die dafür nötige Formel habe in dem Buch „Scale Fibel“ von Dick van Mourik gefunden, das übrigens sehr zu empfehlen ist. Nach dieser Berechnung liegt der Balancepunkt 6 mm weiter vorne, als im Plan eingezeichnet. Eine Kontrollrechnung mit CGCalc ergab hingegen eine Schwerpunktlage zwei Millimeter weiter hinten. ??? Nun kann es natürlich sein, dass ich mich irgendwo um ein paar Millimeter vermessen habe, wahlweise dass die Verkleinerung des Maßstabs (ich hatte den Plan ja von 1:6 auf 1:7 herunterskaliert) Einfluss auf die Position des Balancepunktes hat. Wie dem auch sei, ich werde den Balancepunkt des Modells zunächst „konservativ“, also auf den ersten von mir errechneten Wert, einstellen.

Punkt 3 EWD: Siehe dazu weiter oben im Baubericht. Dieser Punkt lässt sich nur in der Flugerprobung klären, weshalb ich das Leitwerk ja demontierbar gebaut habe. Festzuhalten bleibt: Beide Flächen haben den gleichen Anstellwinkel relativ zur Rumpfmittellinie - und das ist doch schon mal positiv.

Punkt 4 Luftschraube: Der kam jetzt überraschend hinzu. Zwar hatte ich bereits einen Hacker Xoar 10 x 5 erworben, aber am komplett zusammengesteckten Modell erschien mir der doch … etwas gar zierlich. Eine Rückfrage bei Tom bestätigte den Eindruck, er empfahl mir eine 11 x 5 Latte - mindestens! Die werde wohl nachkaufen müssen.

Punkt 4 Geometrie und Verzüge: Flächen und Leitwerk scheinen verzugsfrei zu sein, auch die Geometrie stimmt, dito die V-Stellung beider Flächenhälften. :ok:

Ich bin an dem Punkt angelangt, wo Toms fotografische Anleitung endet. Wenn ich den Flieger jetzt schnell bebügeln und die Anlage einbauen würde, wäre ich pünktlich zum Saisonbeginn 2020 startklar. Nun möchte ich aber noch eine ganze Reihe von Scale Details hinzufügen, deshalb wird es bei mir noch eine Weile dauern bis zum Erstflug.
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Richtfest1.jpg
  • Ballast.jpg
  • Richtfest2.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JanL« (27. Januar 2020, 00:49)


27

Mittwoch, 5. Februar 2020, 02:48

Der Flieger hat jetzt auch seinen „Ballasttank“ im Heck. Unten ein abschraubbarer Deckel und zum Bug hin ein Sperrholzschott, damit der Inhalt bei einer „alternativen Landung“ nicht zum Geschoss nach vorne wird. Im Schott sowie im Deckel befinden sich auch 4 mm Löcher zum Druckausgleich. Vielleicht bin ich etwas paranoid, was das angeht, aber sicher ist sicher. Später werde ich in der Kiste die üblichen 5-Gramm-Eisengewichte unterbringen, wahlweise "Ersatzteile", mal schauen. 8)

Was ich mir ebenfalls gönne: Landelichter! Gibt es doch einen Beleg dafür, dass mindestens eines nachträglich am Exemplar G-AAYW montiert wurde. Diese Lämpchen sind nicht nur ein nettes Detail, sie machen auf unserem Flugfeld sogar Sinn, werden anfliegende Modelle bei Dämmerung doch gerne mal „unsichtbar“. Von Pichler gibt’s ein preiswertes Doppelpack, das man einfach nur an den Empfänger stöpseln muss und das ich irgendwann mal mitbestellt hatte. Die Idee war, die Lichter über einen freien Kanal meiner DX6i an- und ausschalten zu können.

Nur zeigte ein erster Test, dass mein toller Plan nicht aufgehen konnte. :dumm: Zwar leuchteten die Lämpchen fröhlich vor sich hin, aber sie ließen sich nicht schalten. Rückblickend logisch, denn der Kanal eines Empfängers ist eben kein Schalter, den muss man als separates Bauteil zwischen LED’s und Empfänger setzen, wenn man diese Funktion wünscht. Gesagt, getan und bei Conrad ein günstiges Exemplar erworben - nur um die nächste Pleite zu erleben. Denn dieser (wie die meisten im Handel erhältlichen) Schalter benötigt eine eigene Stromversorgung, entweder per separatem Akku, wahlweise indem man den Flugakku anzapft. Da mir beides zu umständlich war, habe ich den Schalter umgetauscht gegen einen von Absima, der sich komplett aus dem Servokanal speist, was bei zwei kleinen LED’S unkritisch ist.

Beim Original waren die Lichter in tropfenähnlichen Gehäusen unter den Flächen montiert. Vergleichbares konnte ich als Fertigware nirgendwo finden, also musste ich selbst ran. Ich habe sie aus Balsaklötzchen herausgearbeitet, die vordere „Glasabdeckung“ besteht aus Verpackungsmaterial für Filzstifte. Die Gehäuse sind nach oben hin offen und abschraubbar, damit die LED’s zugänglich bleiben, wenn ein Defekt auftritt. Vielleicht finde ich ja auch noch eine Methode, das Licht in Richtung Gelb zu filtern, denn die bläulichen LED’s gab es damals natürlich noch nicht.
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Ballast1.jpg
  • Ballast2.jpg
  • Licht1.jpg
  • Licht2.jpg
  • Licht3.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JanL« (5. Februar 2020, 02:55)


28

Sonntag, 16. Februar 2020, 15:23

Ein weiteres Detail: Die Beplankung des Motorraums. Beim Original war sie gut sichtbar abgesetzt vom Rest des bespannten Rumpfes, der Bauplan des Modells verzichtet auf sie. Eigentlich hatte ich vor, den gesamten Bug mit Alu zu beplanken, die Idee aber nach ein paar Tests wieder verworfen. Aufwand und Mehrgewicht schreckten mich ab, außerdem wird Bug ohnehin lackiert werden. Letztlich habe ich mich auf Seitenplatten aus 0,8 mm Balsa beschränkt, um die Beplankung anzudeuten. Später wird sie noch Lüftungsschlitze bekommen, die ich auch schon aus Balsa angefertigt habe. Tipp: Vor dem Zuschleifen der 24 Dingelchen, die natürlich alle gleich sein müssen, sollte man sich mit dem Mittel der Wahl (Yoga, Beruhigungstee, Rotwein …) in eine meditative Stimmung versetzen. zzz

Auch andeutete Längsgurte aus 2 x 2 mm Leisten hat der Rumpf bekommen, am Bug aus Balsa, am Heck aus Kiefer. Kiefer deshalb, weil die Gurte über der offenen Gitterkonstruktion verlaufen, Balsa wäre dort viel zu zerbrechlich. Die Umrisse des Gepäckfachs habe ich einfach in die Beplankung geritzt, ebenso den Fußtritt unter dem Cockpit und eine Wartungsklappe am Heck. Ich hoffe, dass sich die Umrisse später durch das Oratex-Finish abzeichnen werden, ggf. muss ich hier noch mit Filzstift o.ä. nacharbeiten.
»JanL« hat folgende Bilder angehängt:
  • Beplankung Bug.jpg
  • Kuehlrippen.jpg
  • Gurte Heck.jpg