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Samstag, 14. Dezember 2019, 01:26

Ich war dann doch froh, als die kleinteilige Vorbereitung des RC-Einbaus hinter mir lag. Endlich mal wieder etwas bauen, das sichtbare Fortschritte bringt: Der Rumpfrücken samt Beplankung. In Toms Fotoanleitung finden sich dazu nützliche, wenn auch knapp gehaltene Hinweise. Wie von ihm empfohlen, habe ich hinten begonnen, und zwar wie folgt:

-die Beplankung grob zuschneiden und die beiden Teile mit Sekundenkleber verleimen. Zweiteilig deshalb, weil die Beplankung zu breit für ein einzelnes Balsabrett ist.

-in Wasser einweichen (mit Gummiente als „Tauchgewicht“) 8)

-an die Rumpfform anpassen, dort fixieren und trocknen lassen.

- Endgültig zuschneiden und mit Weißleim verkleben. Hat recht gut funktioniert, allerdings neigt die Beplankung zum Durchhängen, was wohl an der geringen Zahl der Halbspanten liegt. Kann man durch Schleifen und Spachteln ausgleichen, aber anderen würde ich empfehlen, abweichend vom Plan ein paar Spanten mehr zu setzen.

So ging es dann von hinten nach vorne weiter, inklusive Einpassung des Cockpitbodens. Im vorderen Teil des Rumpfes habe ich eine Änderung vorgenommen. Der Bauplan sieht hier eine geschlossene Beplankung vor, den Zugang zur RC-Anlage sollen zwei Klappen im Boden gewährleisten. Geht natürlich, hätte aber zur Folge, dass man das Modell für jeden Akkuwechsel auf den Rücken legen muss, auch an den Regler und die rückseitige Verschraubung des Motorträgers käme man kaum noch heran – nicht gut! :hä:

Also musste oben eine Klappe her. Wie aus den Fotos ersichtlich, habe ich dafür zwei Rundspanten mehr gesetzt als im Plan vorgesehen und dann die Spanten mit drei 5x5mm Trägern aus Balsa verbunden. Laschen und Dübel aus Sperrholz sorgen für den wackelfreien Sitz am Rumpf, gehalten wird die Klappe von zwei Magneten, bzw. Unterlegscheiben als Gegenpart. Im Flugbetrieb wird das Teil viel benutzt und belastet werden, daher habe ich es von innen noch mit Balsastreifen verstärkt.

Vorab musste natürlich geklärt werden, wie man das Ding konstruiert. Ich bin kein Ingenieur oder dergleichen. Zweidimensionale Bauteile kriege ich schon hin, aber beim Planen komplexer, dreidimensionaler Sachen versage ich zuverlässig. Bleibt nur die „Konstruktion am Objekt“: Grobe Skizze, Teile mit Übermaß anfertigen, nach und nach direkt an der vorgesehenen Stelle zusammensetzen, wobei ständig nachgebessert wird. Tesafilm an den entsprechenden Stellen sorgt dafür, dass nichts verklebt, was nicht verkleben soll.

Dass ich damit in guter Gesellschaft bin, erfuhr ich vorhin auf der Weihnachtsfeier des Vereins. Ein Kollege baut komplette (und ziemlich beeindruckende) Semiscale-Modelle auf die Art, basierend allein auf einem vergrößerten Dreiseitenriss des Originals. „Gerechnet habe ich dabei noch nie.“ :prost:
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  • Beplanken.jpg
  • Klappe_roh.jpg
  • Beplankung II.jpg
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Sonntag, 22. Dezember 2019, 02:56

Zur Motorhaube/Bugspitze: Scheinbar ein simpler Bauabschnitt, tatsächlich aber recht tricky.

Abweichend vom Original hat Toms Design einen vorverlegten Motorspant und einen sehr kleinen Motorraum. Dadurch kann man einen Outrunner direkt montieren, ohne sich mit Gewindestangen o.ä. herumzuärgern. Nachteil der Lösung: Man muss eine in alle Richtungen gekrümmte und gerundete Bugspitze als separates Bauteil herstellen. Dabei muss der Motor in dem engen Ding genug Platz finden, unter Berücksichtigung von Motorsturz, Seitenzug und bündigem Sitz des Spinners.

Meine Vorgehensweise:

-Den Rahmen der Bugspitze auf dem Rücken liegend, also auf der Aufsicht des Motorspant im Plan, zusammensetzen. Dabei versuchen, die verschiedenen Winkel und Schrägen pi mal Daumen mit einzubauen, aber wichtiger ist, dass man zu den Außenkanten hin genug Überhang lässt, den man später wegschleifen kann. Den vorderen Deckel der Haube jetzt noch nicht verkleben!

-Den Motor am Rumpf montieren um zu schauen, ob innen alles passt. War bei mir nicht der Fall und ich musste ausfeilen, wohl weil ich den Plan verkleinert habe.

-Nun die Rückseite plan schleifen, den Rahmen mit Klebeband am Rumpf montieren und die Position für die Befestigungen anzeichnen, also die Halterungen für die Magnete und Rahmenteile aus Sperrholz, bzw. Balsa.

-Befestigungselemente anfertigen und in der Haube sowie am Motorspant verkleben. Ich habe mit der Idee gefremdelt, auch in diesem „vibrationsträchtigen“ Bereich Magnete einzusetzen, mich aber letztlich dafür entschieden, weil der Plan es so vorsieht. Die Praxis wird zeigen, ob das schlau war.

Bleibt noch:

-Vorne den „Deckel“ aufkleben und das ganze Konstrukt passend zum Rumpf und mit Blick auf einen möglichst bündigen Sitz des Spinners verschleifen.

Letzteres schaffe ich noch in diesem Jahr oder auch nicht, in dem Sinne: Frohes Fest und guten Rutsch, den nächsten Eintrag hier gibt’s in 2020!
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Freitag, 3. Januar 2020, 01:05

Frohes Neues allseits!

Die Motorhaube ist zugeschliffen. Ich will euch nicht mit Details langweilen, festzuhalten bleibt, dass man sich für die Aktion genug Zeit nehmen sollte, weil die Rumpfform am Bug etwas komplexer ist und den Look des Fliegers entscheidend prägt. Auch hatte ich mir vorgenommen, den „Abgasauslass“ des Originals nachzubauen (ein Auspuff war damals bei Rennflugzeugen offenkundig verzichtbar) und der ist nicht ohne: Eine Art doppelt gebogener Wulst, der nahtlos aus dem Bug herauszuwachsen scheint. Wie das bauen? Ich hab’s mit Pappschablonen versucht. Mit Spanten aus Balsa. Auch einen Schaumstoffblock energisch zerstäubt, aber nichts wollte passen. :wall:

Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und mir vorgestellt, wie das wohl bei Avro vor rund 90 Jahren ablief. Vielleich standen die Jungs mit einer Flasche guten britischen Lagers vor den Entwürfen und kratzen sich genauso am Kopf. Dann sagte einer: „Ach Shit, lass uns einfach ne Blechplatte so hinbiegen, dass sie da irgendwie ranpasst.“ So hab ich’s dann auch gemacht, allerdings mit feuchtem Balsa und Sperrholz. Das Ergebnis ist sicher nicht scale, aber es trifft den Charakter des Originals halbwegs, dient zugleich als echter Luftauslass und als praktischer Griffpunkt, um das Akkufach abnehmen zu können. Wer weniger Wert auf Details legt, kann das Ding entspannt weglassen, denn schöner macht es das Modell eher nicht.

Nun war bei mir der Drops aber gelutscht, deshalb habe ich auch gleich noch die acht Löcher gebohrt, die das Original oben und seitlich an der Motorhaube hat. Allerdings werde ich sie später von unten wieder abdecken, da ich auf eine Dusche für Akku und Regler verzichten kann, falls die Avro mal Regen abkriegt. Es folgten Befestigungspunkte aus Sperrholzplättchen für die (nicht-funktionalen) Spanndrähte, denn auch die soll der Flieger bekommen. Klingt trivial, aber beim letzten Modell hatte ich Ösen einfach in die weiche Balsabeplankung geleimt, mit dem Ergebnis, dass öfter mal eine ausreißt. Muss man nicht haben. :hä:

Zur Wartungsklappe unter dem Cockpit: Der Plan sieht vor, sie aufliegend zu montieren, ich habe sie zwischen den Rumpfseitenwänden eingepasst, was etwas eleganter aussieht. Das Sperrholz so hinbiegen, dass es bündig mit der Rumpfform abschließt, ist etwas fummelig, aber nach drei Durchläufen (nass machen, in Form biegen, trocknen lassen) saß das Teil. Die Magnetverschlüsse und Haltelaschen sind schnell montiert, bleibt die Frage: Wie das Ding später aufkriegen? Mir half ein aus Holz gepresster Einweg-Dessertlöffel, den ich, einem Bastlerinstinkt folgend, irgendwann mal aufbewahrt hatte. Die abgesägte Spitze fungiert nun als „stromlinienförmiger“ Griffpunkt, darunter verbirgt sich noch ein Loch, zwecks Druckausgleich in diesem Rumpfbereich.

Schön und nun? Es hilft ein Blick in die Bauanleitung, die ich selbst (neben diesem Thread) nach und nach verfasse, was hilft, blöde Fehler zu vermeiden, also z.B. : „Flächen sind beplankt und … upps … habe die Kabelschächte vergessen.“ Stichworte reichen und alles schön schrittweise, so dass ein Kapitel rund einen Monat Bauzeit abdeckt. Wie auch immer, die Anleitung lässt keinen Zweifel zu: Das Fahrwerk ist an der Reihe! ==[]
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  • Auslass 2.jpg
  • Auslass 3.jpg
  • The Loeffel.jpg
  • Klappe unten.jpg

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Dienstag, 7. Januar 2020, 01:52

Zum Hecksporn. Ein simples Teil, sollte man denken, aber gerade die unterschätzt man ja gerne.

Tom sieht am Heck ein lenkbares Spornrad von der Stange vor, aber erstens ist das nicht scale und zweitens wäre es auf unserem Grasplatz, wo man kleinere Flieger ohnehin zum Start tragen muss, ziemlich nutzlos.

Also Hecksporn, und zwar so ungefähr den unscharfen Fotos entsprechend, die es vom Original noch gibt. Für die Befestigung am Rumpf habe ich einen Träger aus Bakelit ausgeschnitten (ein Rudiment aus dem britischen Cirrus Moth-Baukasten. Stinkt schön nach Öl beim Schleifen 8) ), mit Löchern perforiert, den Sporn mit festem Garn drangenäht und alles mit Epoxidharz verklebt. Dann wurde das Heck etwas aufgeschnitten, ein Balsakeil eingeleimt und schließlich Sporn samt Bakelit-Trägerplatte draufgeharzt. Zur Sicherheit ist alles noch durch eine Schraube verbunden.

Ein Funktionstest zeigte: Der lange Sporn saß bombenfest - federte aber wie Hulle! Federn ist ja gut, aber ein Känguru-Heck braucht kein Mensch. Das dachten wohl auch die Konstrukteure des Originals, jedenfalls ist auf Bildern zu erkennen, dass sich zwischen Rumpf und Sporn ein kleiner Winkel befand, der die Federwirkung dämpfte. Also habe ich auch den noch montiert und siehe da: Der Sporn federt nun sehr viel manierlicher. :ok:

Wiegt? Schon, aber wohl kaum mehr als ein Heckrad.
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  • Sporn1.jpg
  • Sporn2.jpg
  • 20200103_225345.jpg