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Friwi

RCLine User

Wohnort: D-30539 Hannover

Beruf: Pensionär2013

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41

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:01

Hi Frank,

ich war vor nicht allzu langer Zeit mit Schülern zum Wettbewerb (Link) im SchoolLab in Göttingen und konnte das Ding da vor Ort ausprobieren.

FF

PS: @Malte: nicht alles, was geschrieben steht, muß auch richtig sein - was sollte die BLÖD-Zeitung dann auch schreiben?
Das in meinen Beiträgen geschriebene stellt meine Meinung dar und erhebt nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit :w

Basteln ist der Aufstand der Sinne gegen den Verstand...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Friwi« (20. Juli 2006, 15:05)


Dieter.Woelfel

RCLine User

Wohnort: Hechlingen am See

Beruf: IT-Manager

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42

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:05

Zitat

Original von schwobaseggl
Dennoch bin ich auch kein Physiker oder Mathematiker, denn der wäre mit der Bestimmung des grundlegenden Gleichungssystems am Ende angekommen und zufrieden.
Andi


Hallo,
Ja, was bist Du denn dann? ;)
Ich verstehe hier meistens nur Bahnhof, habe aber alles gelesen und bin fasziniert von Eurer wissenschaftlichen Diskussion.

Gruß
Dieter
www.funflyers.de

Hangar: Cosmic Wind Little Toni, Lift Off Rocket, Lift Off XXS, Kelly 70 EP
Friedhof: Twinstar 2, Katana S30, FunJet, Projeti, AcroMaster, Excel 3

43

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:07

Zitat

Original von Dieter.Woelfel
Ja, was bist Du denn dann? ;)


Sagen wir mal Ingenieur mit wissenschaftlicher Vorgeschichte.

44

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:23

@Friwi: Aber auch nicht alles was Lehrer sagen und schreiben ist richtig :D:D:D

Ich bleibe davon überzeugt, daß die konvexe Oberseite eines Tragflächenprofiles eine 'Verengung' des Luftstromes bewirkt.

Grüße
Malte

Friwi

RCLine User

Wohnort: D-30539 Hannover

Beruf: Pensionär2013

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45

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:38

Malte,

die Verengungstheorie setzt doch voraus, dass das zur Verfügung stehende Volumen verkleinert wird. Das erkläre mir mal bei einem Vorsegel oder Spi (damit Du nicht mit dem Mast anfängst zu argumentieren).
Das Gegenteil ist doch der Fall: das Segel lenkt auf der Luvseite Luft ab, und damit steht jedem einzelnen Luftmolekül auf der Lee-Seite des Segels mehr Volumen zur Verfügung -> Druck sinkt.
Die Luft muß beim Segel auch einigermaßen tangential zur Segelfläche einströmen. Jeder senkrechte Strömungsanteil würde das Segelprofil "eindrücken", was ja auch am Großsegel passiert, wenn das zu dicht geholt ist, und damit die Luftströmung in Richtung Lee-Seite des Groß umlenkt...

FF
PS: ich merke gerade, dass das Segel als direkter "Druckdifferenzindikator" ein ideales Diskussionsobjekt ist ;)
Das in meinen Beiträgen geschriebene stellt meine Meinung dar und erhebt nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit :w

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Rudy F

RCLine User

Wohnort: Wien

Beruf: Medizintechniker/ Biomechanik in Pension

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46

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:41

:w :D

Zitat

Ingenieur, Mathematiker und Physiker: Alle drei sind mit einer geschlossenen Lebensmitteldose in ein Zimmer eingesperrt. Lösung des Problems:

Physiker wirft die Dose mit aller Kraft an die Wand -> Dose verbeult aber offen.

Ingenieur: Rechnet einige Stunden (schreibt dabei mindestens eine Wand mit Formeln voll), wirft die Dose unter dem berechneten Winkel an die Wand -> Deckel sauber abgetrennt, Dose steht mit Öffnung oben und unverbeult auf dem Boden.

Mathematiker sagt: "Angenommen die Dose wäre offen..."


:D Und was macht der Praktiker: Er schraubt die Dose auf ==[] :D
Oder verwendet die Lasche oder einen Dosenöffner oder....

Und wenn er Hawking heißt schreibt er darüber ein Buch mit dem Inhalt, was eine Milliardstel Milliardstel Sekunde nach Start des Öffnungsvorganges alles geschehen sein könnte. Ohne dass er weiß, wieso die Dose überhaupt geöffnet worden war. :D

@Friedrich:

Zitat

... was ja auch am Großsegel passiert, wenn das zu dicht geholt ist,
..heißt vermutlich "... wenn das Vorsegel zu dicht geholt ist,"
:w Rudy

Postings Irrtum vorbehalten.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »rcFIA« (20. Juli 2006, 15:49)


47

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:44

Das ist doch doch genau die falsche Sicht auf den Bernoulli-Effekt, oder warum sinkt der Druck in der Verengung das Venturirohres? Da steht doch jedem Teilchen WENIGER Volumen zur Verfügung...

48

Donnerstag, 20. Juli 2006, 15:53

Hi..

ich hab mal (mit dem oben verlinkten Programm) kurz das Stromlinienbild einer gewölbten Platte bei horizontaler Anströmung erzeugt.

Sehr schön ist zu sehen dass die Stromlinien auf der Oberseite enger beieinander liegen. Dieses aneinanderpressen findet auch dann statt, wenn es keinen "Deckel", keine Seitenwand gibt so dass der Strömungsquerschnitt kleiner würde.

Zwar würde die Zusammenpressung der Stromlinien bei Vorhandensein einer Kanalwand NOCH ENGER sein, aber die verengung ist dennoch vorhanden.
Das ist ein Effekt, den man bei Windkanalversuchen berücksichtigen muss, denn sonst misst man im kanal zu hohe Auftriebsbeiwerte gegenüber dem Flug in offener Luft.

gruß

andi


p.s. ich wäre mit der ganzen Segelei etwas vorsichtig, denn das ist eine aeroelastische Struktur, welche aufgrund der Nachgiebigkeit des Segels parallel zum Druckgradienten anderen gesetzmässigkeiten folgt. Dennoch hat Malte (im unterschall) recht: je mehr "Platz", desto höher der Druck. Im Überschall ist das übrigens genau umgekehrt, weshalb Raketendüsen auch nach unten breiter werden, im Gegensatz zu Impellerdüsen.
»___...._____.« hat folgendes Bild angehängt:
  • woelbplatte.gif

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (20. Juli 2006, 15:56)


Friwi

RCLine User

Wohnort: D-30539 Hannover

Beruf: Pensionär2013

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49

Donnerstag, 20. Juli 2006, 16:13

Zitat

Original von DrM
Das ist doch doch genau die falsche Sicht auf den Bernoulli-Effekt, oder warum sinkt der Druck in der Verengung das Venturirohres? Da steht doch jedem Teilchen WENIGER Volumen zur Verfügung...


Hi Malte,

bei meinen Messungen im Veturirohr (wir haben eines mit mehreren Druckabnahmen entlang des Querschnitts) war immer ein Druckanstieg gegenüber Umgebungsdruck in dem Teil messbar, in dem der Querschnitt verengt wird (also im Rampenteil). Nochmal: die Strömung im Venturirohr spiegelt nicht die Strömung am Tragflügel wieder (es sei denn, man baut über dem Flügel eine Unendlich hohe Wand ein ;) )

Woruber wir noch garnicht diskutiert haben sind die Unterschiede zwischen geringem Anstellwinkel (-> später Umschlag zur Turbulenz) und hohem Anstellwinkel, sowie die Energie- (oder auch Geschwindigkeits-)betrachtung, die zu einer Erklärung des Umschlagens zur turbulenten Strömung führen :evil:

FF

@Andi: der Abstand der Stromlinien stellt doch die Geschwindigkeit dar, nicht den Abstand der Luftteilchen !?!
(Vergleiche mit Höhenlinien: Höhendifferenz konstant, Abstand der Linien zeigt die Steigung!)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Friwi« (20. Juli 2006, 16:17)


50

Donnerstag, 20. Juli 2006, 16:30

Hi..

@Friwi: bei reiner Unterschallströmung, sagen wir mal bis 300km/h, ist der "Abstand der Luftteilchen" quasi unveränderlich, denn er beschreibt nichts anderes als die Dichte des Mediums. Der Abstand der Stromlinien ist in der Tat ein (reziprokes) Maß für die Geschwindigkeit.
Bei deinen Venturi-Messungen stimmt was nicht. Der statische Druck (messung durch Wandanbohrung) nimmt bei enger werdendem Querschnitt AB. Möglicherweise hast du irgendwo ne Ablösung, vielleicht auch im hinteren Teil der Düse- Ausserdem darfst du NICHT den reinen Umgebungsdruck als Bezug nehmen, denn durch die AUSSENströmung um dein venturirohr (Verblockung und Aufstau VOR dem Rohr) werden die Verhältnisse drastisch verfälscht. Messe den relativen Druck (U-Rohr-Manometer) zwischen zwei unterschiedlichen Anbohrungen innerhalb des Rohres, und wenn alles richtig klappt solltest du ein anderes Ergebniss erhalten.

Bernoulii heisst ja (in Druck-Formulierung):

rho/2 v^2 + p + rho g h=const. steigt v, so sinkt p (und benötigt weniger Platz).

Du kannst übrigens immer zwei Stromlinien als "Kanalwand" eines Strömungskanals interpretieren 8da sie ja nicht quer durchströmt werden). Dann wird auch schnell klar wie "platzbedarf" und "Geschwindigkeit" zusammenhängen.

gruß

andi

der jetzt mal wieder Wickeln geht.

Friwi

RCLine User

Wohnort: D-30539 Hannover

Beruf: Pensionär2013

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51

Donnerstag, 20. Juli 2006, 16:50

Hi Andi,

zu meiner Meßanordnung: Das Venturirohr ist direkt mit dem Auslaß des Gebläses verbunden, die U-Rohr-Manometer hängen direkt im statischen (=Zimmer) Druck. Da kann man nicht viel falsch machen...

Wie soll man denn die Stromlinien als "Kanalwand" interpretieren können, wenn sie die Geschwindigkeitsverteilung darstellen? Ich denke, dass bei dieser mißverstandenen Interpretation der Grafik ein Großteil des Verständnisproblems liegt!

FF
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Johannes Merz

RCLine User

  • »Johannes Merz« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Kreis Schwäbisch Hall

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52

Donnerstag, 20. Juli 2006, 17:17

Hi

da bin ich nochmal :w

Ich hab jetzt so ziemlich alles beisammen für die GFS!
Die letzten zwei Seiten hab ich mal etwas ausenvorgelassen bei dem Vortrag,
Da war ja dann für mich doch anständig was zum Kauen mit dabei 8( , ich wage aber zu behaupten, das ich im großen und Ganzen verstanden habe, worüber ihr diskutiert! :ok:
Ich hab das Niveau aber zugunsten der weniger mit Physik gesegneten Schüler etwas gedrückt ==[] .

Mein Aufbau sieht jetzt folgendermaßen aus:

Warum fliegt ein Flugzeug:
Die sache mit dem Auftrieb mt Anstellung und Profil
Bernoulli und co, und die Geschichte mit den Laneklappen

Die vier Kräfte, die auf das Flugzeug wirken:
schwerkraft, Auftrieb, Vortrieb/Schub, Luftwiederstand
Und wie der Vortrieb entsteht (kurz über Prop und Strahltriebwerk und Verwendung)

Wie wird ein Flugzeug gesteuert:
Geradeausflug mithilfe der Leitwerke
Kurvenflug + Steig und Sinkflug mit den verschiedenen Ruderklappen
Wie der Pilot diese bedient

Zur Demo hab ich noch eine waage zum Auftrieb messen bei den verschiedenen Anstellungen mit Profil und ebener Platte.
Und noch ein Versuch, zu Bernoulli, bei dem Mit Pressluft zwischen zwei Platten geblasen wird und diese sich dann anziehen.

So, hoffentlich wird dass morgen dann was! :)
Wenn ich mich aber net blöd anstell, kanns aber schon eine Eins werden, zumal da unser lehrer sicher auch noch was dazulernen kann :wall: !

:w :w Danke für eure vielen langen posts und viel Spass beim weiterdiskutieren :w ! :w

Wenn ich die Note weis, meld ich mich dann nochmal! 8)

mfg Hannes :w

53

Donnerstag, 20. Juli 2006, 17:30

U.a. Luftwiederstand ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DrM« (20. Juli 2006, 17:30)


haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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54

Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:14

Hallo zusammen,

zuerst möchte ich jetzt etwas loswerden, was mir garnicht so sehr gefällt:

An der einen oder andern Stelle im thread werden "DIE" Ingenieure etwas in die Rolle von "in_Formeln_Einsetzern" gerückt (eigentlich fehlt da nur noch "gedankenlos"). Das ist so nicht berechtigt.

Klar gibt es diese Fälle, und ich hab es selbst schon miterlebt, daß Leute dabei z.B. auf Dimensionen, Einheiten u. dgl. glauben verzichten zu können und zum Schluß auch offensichtlich unplausible Ergebnisse noch als richtig hinnehmen.

Und es gibt natürlich -muß es geben- auch die "rein Anwendenden", bei denen vor allem der Beruf solches Vorgehen verlangt.

Aber es geht imho zu weit, die ganze Berufssparte deshalb so zu sehen. Es gibt
auch Andere, die kreativ/forschend/interdisziplinär tätig sind. Man braucht sich nur mal (z.B. in dem schon erwähnten Buch zur deutschen Luftfahrtforschung) die Lebensläufe der Koryphäen anzusehen: Da wimmelt es nur so von Ingenieuren...

Und dann gibt´s auch wieder ganz Andere; die werfen so früh als möglich den ganzen Forschungs- und Formelkram ab und wechseln in´s Management...


@Frank

Zitat

Und wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich im Ursprung um eine Schülerarbeit. Dreidimensionale Betrachtungen mit Hilfe der zugehörigen Differentialgleichungen (einschl. Randbedingungen) sind sicher nicht Stoff der Schule.

Da hast du völlig recht, ich hab ja auch versucht, die Geschichte wieder etwas zu vereinfachen. Aber es ist (nicht nur indiesem thread, auch in vielen anderen) meistens so, daß einfache und damit zwangsläufig unvollkommene Antworten dann "auseinandergenommen" werden. Und falsche oder irreführende Antworten gibt´s auch...

Ich denke, daß die Ausgangsfrage von Hannes inzwischen hinreichend beantwortet ist. Und ganz so schlimm ist es imho auch nicht, wenn er erlebt, daß auch die Älteren nicht immer einer Meinung sind. Etwas "Diskussionskultur" erlebt er dabei auch; das ist nicht in allen Foren selbstverständlich.


@Friwi
In der Sache (Luftmoleküle und was die so erleben....) hat dir Andi schon geantwortet, das brauche ich nicht zu wiederholen.

Ich bin mit dir derselben Meinung, daß der anschauliche physikalische Hintergrund von Formeln und angewandter Mathematik sehr wichtig ist.

Wenn du Gelegenheit hast, dann leihe (ist schon viele Jahre vergriffen) dir mal das Buch von L. Prandtl aus: "Führer durch die Strömungslehre", kurz "Strömungslehre". Wie Prandtl da selbst komplizierte Dinge anschaulich und doch "sauber wissenschaftlich" rüberbringt, ist eine Meisterleistung. Prandtl hat auch nie "im Elfenbeinturm" gesessen, sondern die "anwendende Praxis" gesucht. Und er hat das "Händchen" (besser "Köpfchen"), dafür gehabt, komplexe Sachverhalte so zu vereinfachen, daß sie der Untersuchung und Berechnung zugänglich wurden (z.B. der Grenzschichtbegriff, die "tragende Linie" und der "Hufeisenwirbel"). Ohne tiefes physikalisches Verständnis ist sowas nicht möglich.

Andererseits (das ist jetzt NICHT auf dich persönlich gemünzt !):
Mein jüngerer Bruder ist auch Lehrer und hat hat mit ähnlichen Inhalten zu tun wie du. Da habe ich hin und wieder Gelegenheit zu Diskussionen und in pädagogische Literatur reinzuschauen.
Als Ingenieur muß ich mich da gelegentlich schon an den Kopf fassen, so "verquast" und realitätsfern denken darin manche Meinungsführer. Man hat seine eigene Sprache, denkt in "pädagogischen Kategorien", diskutiert über den besten Weg zur Erkenntnis...

Ich will das aber auch nicht verallgemeinern; und vielleicht bin ich auch nur zu blöd, um Manches zu verstehen. Aber angesichts PISA und ganz offensichtlichen Schwächen vieler Schüler in Naturwissenschaften und Mathe (Manche sind da noch stolz darauf..) macht man sich halt schon Gedanken.


Zum Thema Segeln, auch für Frank:
Klar sind Segel aller Art auch Tragflügel, auch die Schwertflosse ist einer.
Da gibt es die "Bibel" der Yachtbauer:
C.A. Marchai, "Aerodynamik und Hydrodynamik des Segelns", Verlag Delius Klasing. Ein richtig dickes, schönes, kompetentes und teures Buch.

Etwa 50% des Inhalts behandelt die Aerodynamik, incl. Herleitung des Auftriebs, Druckverteilungen verschiedenster Art usw., Analogien zu anderen Gebieten, Zeichnungen, Bilder...
Wer drankommt und mal über den fliegerischen Tellerrand schauen will- unbedingt reinschauen.

In Freiburg haben sich K. Nickel und M. Wohlfahrt sehr tiefgehend mit der Aerodynamik der Segel (und damit auch der Drachenflieger) befasst. Mathematisch nochmal schwieriger als die starren Tragflügel...


@Andi
Du hast völlig recht mit deiner "homöopathisch dosierten" Kritik. Ich werde mich bemühen, beim nächsten mal sorgfältiger zu denken und zu formulieren.

Zu deinem Erlebnis mit dem Hardcore-Mathematiker fällt mir ein thread aus dem Paralleluniversum ein, in dem es um einen "Magazin"-Beitrag auch eines Hardcore-Mathematikers oder -Physikers ging, in dem er erklären wollte, was die Re-Zahl ist.
Angefangen hat er mit den fundamentalen Strömungsgleichungen und Vektor-Analysis...

Prandtl braucht dazu in seiner "Strömunslehre" etwa 1 1/2 Seiten und ein absolutes Minimum an Formeln (eigentlich garkeine), alles anschaulich, zwingend und leicht nachzuvollziehen (wenn man mitdenkt).


Grüße,
Helmut

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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55

Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:29

Hi,

das geht ja hier schneller als ich mitkommen und schreiben kann.
Aber schön...

Friwi:

Zitat

Wie soll man denn die Stromlinien als "Kanalwand" interpretieren können, wenn sie die Geschwindigkeitsverteilung darstellen?


Wenn du ein Stromlinienbild einer reibungslosen (!) Strömung hast, dann kannst du darin jede Stromlinie durch eine feste Wand ersetzen. Im verbleibenden Teil der Strömung ändert sich dadurch garnichts.

In der realen Strömung ist´s nicht so einfach. Mal macht es garnichts aus, mal ändern sich die Verhältnisse gravierend, zum Guten oder Schlechten. Da ist dann wieder der "mitdenkende" Ingenieur gefragt...

Gruß,
Helmut

Johannes Merz

RCLine User

  • »Johannes Merz« ist der Autor dieses Themas

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56

Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:31

Zitat

Indoor-C U.a. Luftwiederstand


Normal guck ich schon auf die Rechtschreibung, aber weil ich kein 10Finger-System kann :shy: , werd ich bei solchen (für mich langen) Texten etwas nachlässig :angel:

Man kann es aber schon lesen, oder? :ok:

mfg Hannes :w

ps: Obwohl....., bei Luftwiederstand war ich mir echt nicht sicher ==[]!

Friwi

RCLine User

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57

Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:49

Hi Helmut,

ich erläutere die Vorgänge am Flügel ja gerade nicht mit Hilfe der einschläggen Darstellung in den meisten Büchern (in vielen Punkten sogar konträr dazu)! Ein intelligenter Schüler könnte mich sonst schwer aufs Glatteis führen...
So wie Dir eine Pauschalisierung des Ingenieurswesens "auf den Senkel geht", verwahre ich mich auch gegen eine Pauschalisierung des Lehrer-Berufs unter Zuhilfenahme der Pisa-Studie!
Im übrigen studieren meine Freundin und auch mein Sohn Maschinenbau - wie kann ich dann abfällig über Ingenieure denken? Das kann man auch nicht aus dem zitierten Witz ableiten!

Zur Darstellung des Luftmoleküls als "unbekanntes Wesen": auch da habe ich extra ketzerisch, also nicht wirklich ernst gemeint davorgesetzt!
Schade, dass Du Dich gleich so "auf den Schlips getreten" fühlst (auch das ist keine Abwertung von "Schlipsträgern"!!!)

FF
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Friwi

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58

Donnerstag, 20. Juli 2006, 19:05

Zitat

Original von Johannes Merz
[
ps: Obwohl....., bei Luftwiederstand war ich mir echt nicht sicher ==[]!


kleine Merkhilfe: wider -> entgegen -> ohne "e" ; Bsp: Rächtschraipunk ist mir zuwider
wieder -> erneut -> mit "e" ; Bsp: wieder was gelernt :w

FF
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59

Donnerstag, 20. Juli 2006, 19:48

Hi..

Friwi, das darfste dem Helmut nicht übel nehmen. "Wir Ingenieure" habe da bei den "Wissenschaftlern" einen ähnlichen Stand wie die Lehrer in der freien Wildbahn. Gut zu sehen dass die Mischung der beiden Genpools funktioniert ;)(meine Frau ist Mathelehrerin).
Was "konträr zur Lehrmeinung" angeht:
Das finde ich nur dann eine gute Idee, wenn deine Bücher schlecht sind. Wenn du das nur deshalb tust um gegenüber von Schülerndie Souveränität zu bewahren, ist das schlecht. Wenn du das tust, um einen alternativen Viewpoint anzubieten, prima.


@Helmut: ich bin der letzte, der dir deine Betrachtungsweise / Wirkungskette ausreden will. Wenn sie so für dich funktioniert ist das prima, und ich ziehe respektvoll den Hut vor der didaktischen Qualität deiner Erläuterunen gegenüber weniger vorbelasteten Forianern. Und um deine Literatursammlung beneide ich dich :shy:

gruß

andi

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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60

Donnerstag, 20. Juli 2006, 22:51

Hallo Friwi,

ich kann dir versichern, daß ich mich nicht im Geringsten "auf den Schlips getreten" fühle und mir auch nichts "auf den Senkel" geht. In meinem Alter regt man sich nicht mehr so schnell über etwas auf, und persönlich fühle ich mich auch nicht der Gruppe der "in_Formel_Einsetzer" zugehörig.

Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, daß es unter den Ingenieuren "Solche und Solche" gibt, wie unter den Lehrern (und in anderen Berufen) auch. Und daß ich meine Aussage zu den Lehrern nicht verallgemeinern will, hatte ich auch geschrieben.

Vielleicht hat dabei auch die Tatsache mitgespielt, daß ich fast wöchentlich anlässlich der diversen Handwerksinnungs-Tagungen in der Lokalpresse lese, daß viel zu viele Haupt- und Realschul-Abgänger (auch mit Abschluß) wegen mangelnder Kenntnisse nicht ausbildungsfähig sind. Über die Ursachen kann man viel und lange streiten, aber das gehört nicht hierher.


Venturirohr:
Daß VOR dem Rohr ein geringer Stau/Überdruck auftritt, ist normal. Beim Durchströmen des Rohrs treten (allein schon durch die Wandreibung)Druckverluste auf, zu deren Überwindung ein geringer Überdruck am Einlauf notwendig ist, und den die Strömung aus dem "Aufstau" bezieht. Aber IM Rohr musst du bis zur engsten Stelle fallenden Druck haben. Wenn nicht, ist irgendwas an deiner Messung faul.


Alternative bzw. konträre Lehrmeinungen:
Da musst du SEHR sattelfest und gleichzeitig tolerant sein. Ist nicht einfach...


Grüße,
Helmut