Drachenstein

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1

Samstag, 19. August 2006, 00:38

Beide Querruder *leicht* nach unten für Langsamflug? Wie Flaperons?

Hallo Leute

Mal eine theoretische Frage an die Flugexperten.

Bei den Flaperons werden ja beide Querruder nach unten gestellt um als Landeklappen zu fungieren und damit bei Landungen langsamer fliegen zu können (wenn ich's richtig verstanden habe).

Jetzt habe ich mir überlegt, dass man doch theoretisch bei schnellen Modellfliegern die man lieber langsam fliegen möchte die Grundstellung der Querruder so einstellen könnte, dass beide so zwei, drei Millimeter nach unten zeigen.

Ist das richtig überlegt? Würde das funktionieren und wäre der Flieger dann langsamer zu fliegen?


Danke & Grüsse

Wolfgang

2

Samstag, 19. August 2006, 08:33

RE: Beide Querruder *leicht* nach unten für Langsamflug? Wie Flaperons?

hallo,

im prinzip ja, aber...
bei einem schnellen modell sind idr die ruder für höhere geschwindigkeiten ausgelegt. fliegst du langsam wird der flieger schlechter steuerbar.
durch einsatz der landeklappen veränderst du die aerodynamik der fläche, d.h. ewd muss nicht mehr stimmen, abreissgeschwindigkeit kann eine andere sein etc.
für mich sind landeklappen ein provisorium/kompromiss und nur dafür geeignet (kurzfristig) mehr auftrieb zu liefern (damit eben entsprechend langsam gelandet werden kann).
zum generellen fliegen würde ich das eher nicht empfehlen. da würde ich eher versuchen den flieger möglichst leicht zu kriegen um über die flächenbelastung auf die fluggeschwindigkeit einzuwirken, oder "neutrale" störklappen zum bremsen einsetzen.

gruss
jörg
dies ist keine signatur

3

Samstag, 19. August 2006, 09:26

Hi..

eine Verbesserung der Langsamflugeigenschaften mit Querrudern nach unten erreichst du nur bei Streifenquerrudern, d.h. bei Querrudern, die über die ganze Spannweite gehen.
Beim typischen Seglerflügel, der nur im Aussenbereich Querruder hat, ist die Verwendung von Querrudern nach unten nicht hilfreich (es sei denn im Innenbereich sind Wölbklappen ebenfalls nach unten gesetzt).

Grund:
Zwar erreichst du eine Auftriebsverbesserung im Aussenbereich, allerdings wird bei nach unten gefahrenen Klappen auch die gefahr der Ablösung größer. Da er Strömungsabriss aber oftmals nicht symmetrisch, sondern einseitig erfolgt, kippt der Flieger ggf. bösartig über den Flügel weg. Um das zu vermeiden muss man Geschwindigkeitsreserven einplanen, die den Vorteil der gesetzten Klappe wieder auffressen.

Dass bei anderer Geschwindigkeit anders getrimmt wird, insbesondere bei Veränderung der Wölbung durch Klappen, ist logisch. Eine feste, universell passende EWD GIBT ES NICHT, sobald der Flieger ein positives Stabilitätsmass hat.


gruß

andi

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (19. August 2006, 09:29)


Airstream

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4

Samstag, 19. August 2006, 20:48

Hallo,

ich habe bei meiner Typhoon 3D mal diesbezügliche Versuche gemacht und festgestellt, dass trotz theoretisch guter Voraussetzungen das ganze in der Praxis überhaupt nichts gebracht hat. Im Gegenteil, der Flieger hat dann dazu geneigt blitzartig über eine Fläche abzukippen.

Wenn man sowas ausprobieren will, sollte man dies zuerst mal in einer ausreichenden Sicherheitshöhe tun, bevor man versucht in einer solchen Konfiguration zu landen.
Happy Landings
Rainer

Drachenstein

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5

Samstag, 19. August 2006, 23:51

.... und ich dachte mal wieder, ich sei besonders schlau *ggg*!

Naja, hätt' ja sein können - aber dann werde ich den Flieger halt genau für das verwenden, wofür er eigentlich gedacht ist, nämlich dass ich lerne, auch mit schnelleren Fluggeräten klarzukommen :)

Vielen Dank für Eure Antworten!

Gut Flug und Grüsse - Wolfgang