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1

Donnerstag, 9. August 2007, 15:34

Kurze blöde Frage...

Hallo,
auf welche Seite in Flugrichtung gesehen muss der Seitenzug eines Zugprops stehen? Ich stelle ihn immer nach links ein, ein Modellbaukollege sagte mir nun aber das sei falsch, der motor würde sich nach links abstützen, wenn er den prop andreht. Stimmt, aber der Prop wirbelt nach rechts...
Bitte wie gesagt in Flugrichtung gesehen angeben.
Danke!

AliasJack

RCLine User

Wohnort: Paradies

Beruf: Sch�ler, immer noch 3jahre :( ;

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2

Donnerstag, 9. August 2007, 15:36

RE: Kurze blöde Frage...

rechts
All you need is a lot of speed :evil:

3

Donnerstag, 9. August 2007, 15:48

:ok: RECHTS :ok:
Holm und Rippenbruch :ok: Gruß Craw

Ator

RCLine User

Wohnort: 40xxx

Beruf: Controlling

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4

Donnerstag, 9. August 2007, 15:51

Rechts. Grund: Der rechtsdrehende Propellerstrahl trifft am Heck auf das Seitenleitwerk und lässt den Flieger nach links gieren. Um das auszugleichen, wird Seitenzug nach rechts gegeben.
DX8, zahlreiche Flächenmodelle, Hubis

Martin92

RCLine User

Wohnort: Kaiserslautern

Beruf: Abiturient

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5

Donnerstag, 9. August 2007, 23:34

Neue böde Frage: Wie ist das bei Pushern?

6

Donnerstag, 9. August 2007, 23:36

gar kein Seitenzug, sofern du kein Seitenleitwerk hast, das vom prop beeinflusst wird
Fliegergruß Christian

[SIZE=4]suche: VPP Blätter System SFW [/SIZE]

7

Donnerstag, 9. August 2007, 23:53

Hallo,



zum Verständnis:

Der Propellerstrahl dreht sich linksrum (von vorne gesehen) und umgibt den gesamten Rumpf.

Ich habe schon gehört, dass, wenn man zwei Seitenleitwerke hätte, eins oben, eins unten, keinen Seitenzug bräuchte, da sich dieser Effekt aufheben würde.

Ich kann mir dies aber nicht erklären. Der Propellerstrahl trifft ja nicht nur auf das Seitenleitwerk, sondern auch noch auf das Höhenleitwerk.
Wenn ich also hinterm Flieger stehe, trifft der Propellerstrahl von rechts aufs Seitenleitwerk, von unten auf das linke Höhenleitwerk und von oben auf das rechte Höhenleitwerk.
Wie soll da ein zweites, unten angebrachtes, Seitenleitwerk den Effekt aufheben?

Und wieso entsteht ein Giermoment? Wenn ich mir das so überlege, entsteht doch in erster Linie ein Drehtmoment, der Propellerstrahl trifft dreimal auf die Leitwerksflächen.
Allerdings trifft er beim Seitenleitwerk nur oben auf, da unten keines ist. Ist dies der Grund, warum hier ein Giermoment entsteht? (unten ist kein "Gegendrehmoment", wodurch das Auftreffen des Propellerstrahls auf das Seitenleitwerk einem "Drücken nach rechts" gleichkäme)

Ist mein Denkansatz so richtig, bzw habe ich mir die Frage selbst beantwortet?

Gruß

Alex

HaraldL

RCLine User

Wohnort: nähe Ulm, Studienort: Ulm

Beruf: Physikstudent

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8

Freitag, 10. August 2007, 00:03

Ich versteh es genauso, korrekt.

Es entsteht durchaus ein Drehmoment dass ein "Rollen" des Flugzeugs bewirkt.
Der linkslaufende Propeller erzeugt abe rgleichzeitig ein Drehmoment das genau andersherum wirkt.
Von dahe rwreden sich diese beiden Effekte wohl einigermaßen ausgleichen, außerdem sind die Flächen ja auch relativ groß so dass sie das gut kompensieren können.


Beim Gieren spielt tatsächlich nur der von dir beschriebene Effekt eine Rolle, dass das Seitenruder nur eine Strömung von einer Seite erhält, so dass das Heck nur in eine Richtung gedrückt wird.
Ein Seitenruder dass oben wie auch unten gleich groß bewirkt, dass das Heck in beide Richtungen die gleiche Kraft erfährt und somit ist kein Seitenzug erforderlich.
MfG Harald

9

Freitag, 10. August 2007, 09:25

Hi..


Die Asymmetrie infolge der Propeller-Drehrichtung hat, wie hier schon beschrieben, mehrere Effekte:

1. Rollmoment nach links infolge des Drehmomentes, welche der Motor auf die Zelle ausübt

2. Wendemoment nach links infolge der einseitigen Beaufschlagung des über der Zentrallinie liegenden Teils des Seitenleitwerks

Diese beiden Effekte kann man aber in der REgel nicht unabhängig voneinander betrachten, denn sie sind gekoppelt:

Im Flug: Die meisten gängigen Flieger haben eine positive Wende-Roll-Kopplung, so dass eine Gierbewegung auch eine Rollbewegung in die gleiche Richtung nach sich zieht (ein reiner Seitenruder-Flieger wäre ohne diese Kopplung nicht fliegbar)

Am Boden: das linke Rad wird infolge des Rollmomentes stärker an den Boden gedrückt und bremst stärker, weshalb der FLieger nach links ausbricht.

Um das auszugleichen wird man einen Seitenzug NACH RECHTS einbauen. Das ist wegen der Wende-Roll-Kopplung ggf. auch dann sinnvoll, wenn die Seitenleitwerksflächen oberhalb und unterhalb der Mittellinie gleich groß sind oder wenn ein Doppelseitenruder vorhanden ist, bei dem das Seitenruder gar nicht im Propellerstrahl ist... in diesen Fällen wird nämlich infolge des durch den Seitenzug aufgebrachten Giermomentes auch ein Rollmoment nach rechts eingekoppelt, welches den unter Punkt 1 erwähnten Drehmomenteffekt ausgleichen kann.

gruß

andi

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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10

Freitag, 10. August 2007, 16:08

Hallo,

aus demselben Grund ist bei manchen (manntragenden) Flugzeugen das Seitenleitwerk schwach unsymmetrisch ausgeführt. Entweder (wenn symmetrisch profiliert) ist es mit einem geringen Einstellwinkel nach links eingebaut, oder es wird ein schwach unsymmetrisches Profil verwendet.

Berüchtigt war auch die Bf(Me) 109 wegen ihrer Ausbrechtendenz beim Start aus demselben Grund; verstärkt durch die schmale Spurweite des Fahrwerks.

Da das Fahrwerk bzw. dessen Aufhängung auch strukturelle Schwächen aufwies, sollen im Kriegseinsatz (nach seriösen Quellen) manchmal mehr Ausfälle durch Bruch bei Start und Landung passiert sein als durch Feindeinwirkung.

Willi Messerschmitt hat bei seinen Flugzeugen seinem immerwährenden Streben nach geringstem Gewicht manches Andere untergeordnet; bei der Bf 109 waren das u.a. Art und konstruktive Details des Einziehfahrwerks. Solche Schwächen sind im Kriegseinsatz sehr schwerwiegend, und im Falle eines andern Flugzeugs wäre er deshalb fast vor´s Kriegsgericht gekommen.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (10. August 2007, 16:11)