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chroters

RCLine User

  • »chroters« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: 48653 coesfeld

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1

Samstag, 29. September 2007, 14:04

Suche detaiilierte Infos zu Turbulatoren und Zackenbänder

Hallo,
Habe hier schon einiges über Turbulatoren gelesen. Was aber fehlt sind genauere Informationen über die Zackenbänder oder Turbulatoren.
Also wer Infos hat bitte in diesen Thread. Am besten mit folgenden Daten:

1) Foto, oder Skizze
2) Geometrieabmessung: Breite, Form, Dicke
3) Material
4) Position auf dem Flügel oder Leitwerk
5) Flugzeugtyp
6) erzielte Wirkung

Vielen Dank

2

Samstag, 29. September 2007, 14:42

1. Bilder: http://images.google.de/images?hl=de&q=Zackenband&gbv=2
2. Geometrie: Abhängig vom Anwendungsfall (insbesondere die Dicke). Modellflugtypisch so ab 0.2mm.
3. Material: Was sich gut mit der Unterlage verträgt. Die selbstklebenden ZBs sind aus unspektakulärem Kunststoff
4. Position: Man müsste nicht mehrere Semester Strömungslehre gepaukt haben wenn das so einfach in einem Halbsatz zu klären wäre. Typische Anwendungen sind aber z.b. bei Laminarprofilen auf der Unterseite so bei 60-70% Tiefe zur Vermeidung einer Ablöseblase im Schnellflug.
5. typischerweise Segler, aber auch bei Motormodellen in "Problemzonen"
6. Vermeidung laminarer Ablösung und laminarer Ablöseblasen, damit Widerstandsreduktion. Teilweise auch zum verbessern von Klappenwirksamkeiten

gruß

andi

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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3

Samstag, 29. September 2007, 19:31

Hi Christoph,

Turbulatoren werden eingesetzt, wenn bei der Strömung entlang einer festen Wand bzw. ihrer Grenzschicht (GS) eine laminare Ablösung auftritt. Die rel. energiearme laminare GS kann dabei nicht mehr gegen einen Druckanstieg+Wandreibung anlaufen, kommt zum Stillstand und löst ab.

Durch die (künstlich erzeugte) Turbulenz werden Strömungsteilchen zwischen GS und Außenströmung ausgetauscht; langsame Teilchen gelangen aus der GS nach außen und werden beschleunigt, schnelle Teilchen von außen gelangen in die GS und führen dieser Impuls (Energie) zu.

Details dazu sind wieder mal viel zu kompliziert, um sie hier zu besprechen. Die Kunst bei Turbulatoren ist, sie so zu dimensionieren und anzuordnen, daß sie einerseits wirksam sind, und andererseits nicht mehr als notwendig Turbulenz generieren. Da ist auch heute noch Erfahrung, Wissen, "Händchen" und Geduld angesagt.

Fast alle grundlegenden und wichtigen Arbeiten zu diesem Thema stammen aus der Vor-Internet-Zeit; deshalb ist im Web dazu auch nicht viel zu finden und man muß "klassische" Literatur-Recherche betreiben.

Erste Arbeiten/Untersuchungen aus den 40er und 50er Jahren stammen von F.W. Schmitz und G. Muesmann. Aus den 60er und 70er Jahren gibt es Arbeiten zu Weiterentwicklung der Turbulatoren ("3D-Turbulatoren"), vor allem aus den USA. In der neueren Literatur werden hin und wieder Ergebnisse aus dieser Zeit re-publiziert.

Literatur:
F.W. Schmitz, "Aerodynamik des Flugmodells", 5. ergänzte Auflage 1975.
Längst vergriffen, aber in Bibliotheken vorhanden

Martin Simons, "Model Aircraft Aerodynamics", 1978, Argus Books Ltd., Watford Herts, England. Eine deutsche Übersetzung davon gab´s mal beim vth

J. Lnenicka, "On Airfoils", 1999, Hradec Kralove

H. Gremmer, "Vom Balsagleiter zum Hochleistungs-Segler, 1979, Verlag vth
Aus diesem Buch im Anhang ein kurzer Auszug zu 3D-Turbulatoren.

F. Pearce, "Airfoil Turbulators", Model Aeronautical Year Book 1959-61, by Frank Zaik. Dies ist die Originalarbeit (6 Seiten) zu den von H. Gremmer zitierten Turbulatoren

D. Althaus, "Profilpolaren für den Modellflug", Bd. 1 und 2, 1985, Neckar-Verlag


Gruß,
Helmut

PS. Ich habe selbst hin und wieder die 3D-Turbulatoren eingesetzt, wenn ich den Verdacht auf laminare Ablösungen (bei Modellen mit kleiner Flügeltiefe) hatte. Hat immer funktioniert.
»haschenk« hat folgendes Bild angehängt:
  • 3D-Turbulator.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (29. September 2007, 19:44)