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1

Samstag, 5. Januar 2008, 16:42

Anstellwinkel beim Start

So, nachdem ich das Forum durchwühlt und genug gegoogelt habe hier meine Frage, da ich immer noch keine abschließende Antwort bekommen habe. Auch meine Vereinskameraden, die ich beim gestrigen Vereinstreffen befragt hatte, konnten mir keine definitive Antwort geben.
Ich bin gerade dabei, einen Jet-Trainer zu bauen. Jetzt bin ich beim Fahrwerkseinbau angelangt (Hauptfahrwerk an den Flachen plus Bugfahrwerk, Fahrwerk Jet 1A, gefedert). Wenn ich das Fahrwerk so einbaue, wie es vorgesehen ist, dann hat die Tragfläche bei Stillstand auf ebener Fläche einen Anstellwinkel von etwa -1 Grad, das Höhenleiterk, durch die EWD von 0,25 Grad bedingt von etwa -1,25 Grad. Demzufolge hat auch die Turbine eine Schräglage von -1,25 Grad. Der Jet hängt also nach vorne. Unter diesen Bedingungen kann der Jet doch nicht abheben? Sehe ich das falsch? Die Meinungen meiner Flugkollegen gingen zwar auseinander, die Mehrheit meinte jedoch, das dies kein Problem sei und die Kiste auf jeden Fall abhebt. Auf Bildern im Internet habe ich alles gesehen, von negativem bis postivem Winkel.
Da ich im Moment noch Korrekturen machen kann, bitte ich um eure Hilfe

Gruß
Ralf

Dr._Gernot

RCLine User

Wohnort: Gersthofen

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2

Samstag, 5. Januar 2008, 17:01

RE: Anstellwinkel beim Start

Hallo,

da mag man trefflich streiten. Grundsätzlich sollte bei einem Dreibeinfahrwerk das Hauptfahrwerk wenig hinter dem Schwerpunkt angeordnet sein. So kann der Flieger duch das Höhenleitwerk hinten heruntergedrückt werden und starten. Erstmal soll der Flieger ja Geschwindigkeit aufbauen und dazu sollte der Luftwiderstand gering sein. Dazu kann ein geringes nach unten halten der Nase durchaus nützlich sein. Verkehrsflugzeige machen das ganz gerne so. Die sind aber auch tendenziell schwächer motorisiert als Modellflugzeuge.

Ist die Geschwindigkeit groß genug leitet man die Rotation ein, beschleunigt weiter und hebt ab.

Wichtig wäre, daß das Hauptfahrwerk hoch genug ist, daß der Flieger weit genug rotieren kann, ohne daß das Heck aufschlägt.

Gernot

3

Samstag, 5. Januar 2008, 17:11

Danke Gernot,

das Hauptfahrwerk sitzt etwa 3cm hinter dem Schwerpunkt (bei einer Rumpflänge von 1,8m). "Luft" zum Boden habe ich am Heck etwa 12cm.

Gruß
Ralf

eco8mech

RCLine User

Wohnort: Österreich, Weinviertel

Beruf: Techn. Angestellter im Ruhestand

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4

Samstag, 5. Januar 2008, 17:13

RE: Anstellwinkel beim Start

Hallo
Ich kann mir auch vorstellen das zum Aufbauen der Geschwindigkeit eine leichte Neigung
zum Bug von Vorteil ist, da der Auftrieb erst bei Erreichen einer entsprechenden Geschwindigkeit wirken soll!
:ok:
guten Flug und weiche Landung wünscht
eco8mech

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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5

Samstag, 5. Januar 2008, 18:32

RE: Anstellwinkel beim Start

Hm, ich denke dass das beim Landen kein Fehler ist - wenn er die Räder auf dem Boden hat kann der Flieger nicht mehr so leicht wieder weghüpfen wenn man zu schnell aufgesetzt hat. Wenn er auch noch ein tragendes Profil hat musst du von den Einstellwinkeln auch noch den Nullauftriebswinkel abziehen um zu wissen ob er wirklich leicht negativ dasteht.

Mit solchen Fliegern kenn ich mich weniger aus, aber ich denke dass der Start kein Problem sein wird - bei dieser Grösse und FW nur 3cm hinter dem SP - das Höhenruder sollte locker genug Kraft zum Rotieren erzeugen.

Ist vielleicht auch kein Fehler wenn man vor dem Abheben mit einem neutral oder leicht negativ stehenden Flieger etwas Fahrt aufbauen kann.

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Airstream

RCLine User

Wohnort: Saarbrücken

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6

Sonntag, 6. Januar 2008, 22:00

Hallo,

ohne es wissenschaftlich begründen zu können, hätte ich bei einem leicht positiven Anstellwinkel ein besseres Gefühl. Spornradflieger haben ja einen vergleichsweise extremen Anstellwinkel und starten und landen einwandfrei.

Ein gewisser Auftrieb schon am Anfang des Startlaufs kann gerade bei unebener Startbahn (Gras) durch Verringerung der Rollwiderstandes die Startstrecke verkürzen.
Happy Landings
Rainer

Modellbauknaller

RCLine User

Wohnort: Bensheim / Bergstrasse

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7

Montag, 7. Januar 2008, 15:35

negativ ist meiner Meinung nach nicht schlecht.

Warum?
Beim Abheben muss eine gewisse Mindestgeschwindigkeit erreicht sein, daß man die Nase ziehen kann und beim Landen neigt das Modell nicht gleich wieder zum Abheben.

8

Montag, 7. Januar 2008, 22:53

Hallo Ralf,

normalerweise gebe ich keinen link auf meinen Server. Hier findest du restlos alle Antworten auf deine Fragen

Alles über die Fliegerei im Online - Kurs

Die Links beinhalten einen Online-Kurs der NASA, wenn du ihn hinter dir hast - dann WELCOME - dann hast du es geschaft. Andere Links betreffen die Manntragende Fliegerei...

Ronald

PS: Wäre schade, wenn du eine Menge Geld in den Sand setzt

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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9

Dienstag, 8. Januar 2008, 08:34

Ich würde mich mal direkt an Turbinenpiloten wenden, am besten welche die das Modell kennen, alles andere hier ist ein mutmassliches Übertragen anderswo gemachter Erfahrungen und nichts worauf du dich verlassen solltest.

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
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10

Dienstag, 8. Januar 2008, 09:03

Moin!

Bei Dreibeinfahrwerken auf jeden Fall leicht negativ, insbesondere bei schnellen Modellen!
So dicht wie dein Hauptfahrwerk hinter dem Schwerpunkt sitzt solltest du keine Probleme haben, den Kahn zu rotieren (d.h. die Nase hochzubekommen).
Die Negativ-Anodnung ermöglicht dir, problemlos und GEZIELT durch kurzes Ziehen abzuheben, wann du es willst. Wenn du positiven Winkel hast, dann kannst du ab einer gewissen Geschwindigkeit den Kahn nicht mehr am Boden halten , und er neigt bei zu schnellen Landungen eventuell zu bösartigert Hüpferei. Ausserdem hast du dann bei Bedarf nur wenig Druck auf dem Bugrad für die Lenkung.
1.25 Grad Negativ wäre mir persönlich fast schon zu wenig.. Wie Paul auch schon schreibt: den Nullauftriebswinkel beachten, UND den Bodeneffekt beachten!
Wenn du ein leicht gewölbztes Profil hast, welches ne Nullauftriebsrichtung von -2° hat, und der Flügel sehr knapp überm Boden ist, dann hast du bei -1.25° effektiv schon (2-1.25)*Bodeneffektfaktor, effektiv etwa 1.5° POSITIV aus Sicht der Aerodynamik.

Auf gar keinen Fall darf man so ein Dreibeinfahrwerk mit Spornradfliegern vergleichen, das sind zwei völlig unterschiedliche Baustellen.

gruß

andi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (8. Januar 2008, 09:04)


11

Dienstag, 8. Januar 2008, 11:36

Hallo,

dann möchte ich mich bis hierher mal für eure Infos bedanken.

Gruß
Ralf

tahfiet

RCLine User

Wohnort: Raesfeld

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12

Samstag, 12. Januar 2008, 11:55

Hi Ralfio!

Was für ein Modell baust Du denn? Vor allen Dingen interessiert mich die Auslegung (Standard-Leitwerksmodell, Delta, Delta mit Canards) und die Position der Turbine (Abstand zum Schwerpunkt und zur Rumpflängsachse)

Man kann zu diesem Thema (jedenfalls beim Jet) keine allgemeingültige Aussage abgeben! Neutrale oder negative Anstellung an einem Kangaroo (Delta, obensitzende Turbine) hat zu einem Anpressdruck wie bei der Formel 1 geführt. Damit hätte man an der Decke kopfüber rollen können mit voll gezogenem Höhenruder!

Bei anderen Modellen geht es ganz phantastisch mit negativer Anstellung, weil sie einen langen Hebelarm haben und das Höhenleitwerk 1m hinter dem Fahrwerk sitzt. Was aber nicht funktioniert ist, Fahrt auf der Bahn zu machen und dann am Höhenruder zu ziehen. Mit gezogenem Höhenruder anrollen und nach dem Abheben das Höhenruder vorsichtig nachlassen!

Ob die Position Deines Hauptfahrwerkes so in Ordnung ist, ist auch eine Frage der Flugzeug-Geometrie. Bei einem Modell mit langem Höhenleitwerk-Hebelarm ist es sicherlich passend, vielleicht etwas zu dicht dran. Bei Deltas geht man deutlich näher an den Schwerpunkt. 1cm ist keine Seltenheit, da man einen sehr kurzen Hebelarm hat. Mein Kangaroo blieb bei leeren Tanks auf dem A***h sitzen, wenn man die NAse mehr als 10cm angehoben hat, weil beim Rotieren die Drehachse der Räder vor den Schwerpunkt wandert!

So viel mal zur kurzen Übersicht. Vielleicht stellst Du ja einfach mal ein Bild von Deinem Modell hier rein!

Gruß,

David Büsken