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Busta

RCLine User

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Wohnort: Wolfsburg

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1

Freitag, 8. Februar 2008, 11:55

Was misst ein Staudruckrohr entgegen der Flugrichtung?

Hallo Leute,

was würde ein System mit Staudruckrohr messen, falls man das Staudruckrohr genau entgegen der Flugrichtung anbringt? Würde es 0 anzeigen oder durch einen evtl. Unterdruck genau die negative Geschwindigkeit?

Grüße,
Bastian

holie

RCLine User

Wohnort: D-77654 Zell Weierbach (wer kennt den wein nicht)

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2

Freitag, 8. Februar 2008, 12:46

RE: Was misst ein Staudruckrohr entgegen der Flugrichtung?

Hallo Bastian, es würde einen Unterdruck anzeigen, welchen Wert du daraus ableitest bleibt dir Überlassen. Es wird aber nicht der negierte wert des in Flugrichtung zeigenden identischen Rohres sein.

Gruss
>>> erst denken, und dann das schreiben sein lassen <<<
----- >> ----- ----- << -----

3

Freitag, 8. Februar 2008, 12:59

RE: Was misst ein Staudruckrohr entgegen der Flugrichtung?

Dir ist hoffentlich bewußt, dass man den Staudruck nicht direkt messen kann. Nur mal so zur Auffrischung:

Der Druck in einer Drucksonde, die genau in Flugrichtung zeigt, ist der Gesamtdruck. Der Gesamtdruck ist Staudruck plus statischer Druck. Zieht man vom Gesamtdruck den statischen Druck ab, erhält man den Staudruck.

Den statischen Druck misst man mit einer Drucksonde, die parallel zur ungestörten Strömung steht.

Wie Holger schon erläutert hat, misst eine verkehrt herum angebrachte Gesamtdrucksonde irgendetwas, aber vermutlich kein Signal, dass sich für die Fahrtermittlung nutzen ließe.

Gruß,
Günther
LS6-a, D-0616
robbe Arcus
Purist (nach Plan von jk-modellflug)
Falcon 56 MkII (Carl Goldberg)
MiG-15 (Art-Tech)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LS6-a_Pilot« (8. Februar 2008, 13:00)


BerndFfm

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Wohnort: Frankfurt a.M.

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4

Freitag, 8. Februar 2008, 13:15

Es wäre dann auch kein Staudruckrohr mehr sondern ein Saugdruckrohr.

;-)

Grüße Bernd
Mein Hangar : 4#3B, Mini Titan E325 und Logo 500 V-Stabi
Meine Heli-Seite : www.partyfotos.de/heli

Busta

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5

Freitag, 8. Februar 2008, 14:20

@Günther: Mir ist bewußt, was der Staudruck ist. Wahrscheinlich habe ich mich nue etwas unverständlich ausgedrückt.

Grundlegend wollte ich nur fragen, wie sich so ein Staudruckrohr verhält wenn man es entgegen der Flugrichtung einsetzt.

Bsp: Die virtuelle Stabistange (www.vstabi.de jetzt von Mikado vertrieben). Dort wird ein Differenzdrucksensor eingesetzt, welcher den Druck aus der Flugrichtung und genau entgegen der Flugrichtung aufnimmt. Jetzt meine ich gelesen zu haben (entweder hier im Forum oder im vstabi.de Forum), dass man das System auch mit nur einem Rohr einsetzen kann, dann aber nur die Hälfte angezeigt wird.
Daher meine Annahme, ein entgegen der Flugrichtung angeordnetes Rohr würde genau den negativen Druck messen.

Grüße,
Bastian

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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6

Freitag, 8. Februar 2008, 18:44

Hallo,

also nochmal:

1. Man kann immer nur Druckdifferenzen messen. Das gilt auch für "Absolutdruckmesser", die messen die Differenz zum Druck Null (Vacuum).

2. Ein Staurohr (nach Prandtl) misst den Staudruck q = rho/2*v^2, und zwar dadurch, daß es die Differenz zwischen Gesamtdruck (vordere Öffnung) und statischem Druck (seitliche Öffnungen) auswertet.

3. Das Staurohr wird oft mit dem sog. Pitotrohr verwechselt. Dieses hat nur eine Öffnung nach vorne und misst den Gesamtdruck (gegen Vacuum).

4. Ein "umgedrehtes" Staurohr ist weitgehend Schwachsinn; es sei denn, man macht das absichtlich, um den Druck (besser gesagt die Druckdifferenz zum statischen Druck) im Totwasser zu messen.

Eine ähnliche Druckmessung (aber hinter einer Kugel) hat man früher verwendet, um den Turbulenzgrad der Strömung zu messen. Diese Druckdifferenz kann positiv oder negativ sein, abhängig von der Re-Zahl. Wenn diese Druckdifferenz "durch Null geht", hat man gerade die "kritische" Re-Zahl der Kugel, den Zustand zwischen laminar abgelöst und turbulent anliegend. Und aus dieser Re-Zahl kann man auf den Turbulenzgrad schließen.

Beim "umgedrehten" Staurohr dürfte es genauso sein, d. h. es dürfte je nach Umständen eine positive oder negative Druckdifferenz zum statischen Druck auftreten.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (8. Februar 2008, 18:45)


7

Freitag, 8. Februar 2008, 19:00

Zunächst sollte mal geklärt werden: "Wozu dient ein Staurohr?"
So wie ich mich erinnere, dient ein Staurohr zur Messung der Geschwindigkeit des entsprechenden Flugzeuges.
Bei Flugzeugen ist das so, das vorn Luft einströmt und dadurch ein gewisser Überdruck entsteht. Seitlich sind noch kleinere Öffnungen, wo die vorbeiströmende Luft einen gewissen Unterdruck erzeugt.
Nimmt man nun beide messwerte und hat dazu noch den aktuellen täglichen Luftdruck für die zuständige Gegend, kann man an Hand der Differenzen die Geschwindigkeit des Flugzeuges mit der entsprechenden Stei- oder Sinkgeschwindigkeit errechnen bzw. mit einem passewnden Messgerät anzeigen.

Ist schon einige Jahre her, aber ich glaube, das ich alles richtig getroffen habe mit dem Prinzip vom Staurohr.
»HJA« hat folgendes Bild angehängt:
  • prinzip des staurohres.jpg

Busta

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8

Freitag, 8. Februar 2008, 19:18

Ganz so ist es nicht. Die rechtwinklig zum Luftstrom angeordneten nehmen den statischen Druck auf. Dieser statische Druck wird vom Gesamtdruck subtrahiert um den Staudruck zu berechnen.

So wie ich das Prinzip bei diesem V-Stabi verstehe, wird anstatt einer rechtwinkligen Anordnung des 2. Aufnehmers dieser genau entgegen des Luftstromes angeordnet. So eine Anordnung habe ich sonst noch nicht gesehen. Aber irgendwas muss es bewirken, ansonsten wäre das so nicht gemacht wurden.

Was denkt ihr?

haschenk

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9

Freitag, 8. Februar 2008, 20:02

Hi HJA,

du irrst dich da größtenteils.

Zitat

So wie ich mich erinnere, dient ein Staurohr zur Messung der Geschwindigkeit des entsprechenden Flugzeuges.

Jein.. es dient ganz allgemein zur Messung von Strömungsgeschwindigkeiten, also z.B. auch in Rohren, Windkanälen, in Luft, in Wasser usw.

Zitat

Bei Flugzeugen ist das so, das vorn Luft einströmt und dadurch ein gewisser Überdruck entsteht.

"Einströmen" tut da garnichts und kann es auch nicht, weil spätestens im Drucksensor der Weg für eine Strömung verbaut ist. Vielmehr baut sich ein Druck auf; nicht ein "gewisser", sondern exakt der Gesamtdruck = Statischer Druck + Staudruck. Dieser Gesamtdruck pflanzt sich in der Leitung fort bis bis zur einen Seite von Druckmeßdose/Sensor.

Zitat

Seitlich sind noch kleinere Öffnungen, wo die vorbeiströmende Luft einen gewissen Unterdruck erzeugt.

Nein; an den seitlichen Öffnungen wird exakt der statische Druck (und kein Unterdruck) gemessen. Der wird zur andern Seite der Druckmeßdose geleitet. Diese bildet dann die Differenz Gesamtdruck - statischer Druck = Staudruck.

Diese Anordnung wurde von Ludwig Prandtl, dem Altmeister der Aerodynamik, erfunden und ist deshalb nach ihm benannt. Das "Prandtl-Rohr" zeichnet sich u.a. durch geringe Empfindlichkeit gegen Schräganströmung aus. Für seine Abmessungen gibt es eine Norm.

Zitat

Nimmt man nun beide messwerte und hat dazu noch den aktuellen täglichen Luftdruck für die zuständige Gegend......

Ja... In der Formel für den Staudruck bzw. umgestellt daraus für die Strömungsgeschwindigkeit kommt die Dichte rho vor, die keine Konstante ist, sondern z.B. beim Flugzeug vom Luftdruck (Höhe, Wetterlage, Temperatur) abhängt. Man muß daher noch eine Korrektur anbringen, um die wahre Fluggeschwindigkeit zu erhalten. Bei hohen Geschwindigkeiten (Ma-Einfluß) ist auch noch weitere Korrektur notwendig, welche die Kompressibilität der Luft berücksichtigt.


Gruß,
Helmut

Ainag

RCLine User

Wohnort: Wuppertal

Beruf: Elektroniker

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10

Freitag, 8. Februar 2008, 20:09

Hallo,

@Bastian:
Der V-Stabi hat das 2te Staudruckrohr das nach hinten zeigt fuer den schnellen Rueckwaertsflug, das ist alles....

Gruss Andre

haschenk

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11

Freitag, 8. Februar 2008, 20:35

Hallo,

Zitat

So wie ich das Prinzip bei diesem V-Stabi verstehe, wird anstatt einer rechtwinkligen Anordnung des 2. Aufnehmers dieser genau entgegen des Luftstromes angeordnet. So eine Anordnung habe ich sonst noch nicht gesehen. Aber irgendwas muss es bewirken, ansonsten wäre das so nicht gemacht wurden.

Wo unter den tausend nichtssagenden Worten auf der Vheli-Seite finde ich das ?

Vielleicht ist ist diese Anordnung (wenigstens im Prinzip) identisch mit einer, die der Focke-Werkspilot Karl Bode während er Erprobung der Fw61 erfunden hat:

Da ging es um das Problem, kleine Vorwärts- und Rückwärtsgeschwindigkeiten zu messen. In einiger Höhe kann der Pilot das nicht mehr gegenüber dem Erdboden sehen, und der normale Fahrtmesser zeigt nur vorwärts an.
Bode hat deshalb in die Fw61 2 Venturi-Rohre in etwas Abstand "gegeneinander" einbauen lassen, sowie eine Differenzdruckanzeige dafür. Das hat im Bereich +/- 15 kmh gut funktioniert. Auf manchen alten Bildern der Fw61 kann man diese beiden (erhöht angebrachten) Venturi-Rohre noch gut sehen.

Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (8. Februar 2008, 20:42)


Busta

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12

Freitag, 8. Februar 2008, 21:19

@Helmut: Einiges ist in der Anleitung (http://vstabi.de/download/anleitung.pdf) ab Seite 8 beschrieben.

Mich hat Seite 10 Absatz 2 verwundert:

Zitat

Da es sich um eine Differenzmessung handelt, ist immer eine
Positionierung in Richtung nach vorne und eine in Richtung nach
hinten erforderlich. Beide Positionen sollten symmetrisch
angeordnet sein, so dass vorwärts wie rückwärts gleiche Werte
gemessen werden.


Wird hier die jeweils nicht angeströmte Seite nur zur Messung des statischen Druckes genommen?
Und die symmetrische Anordnung ist nur dazu da, bei Vorwärts- und Rückwärtsflug möglichst gleiche Messwerte zu liefern?

Gruß,
Bastian

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Busta« (8. Februar 2008, 21:19)


haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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13

Samstag, 9. Februar 2008, 18:09

Hallo Bastian,

danke für den Link. Ich hab mir die Anleitung zu dem Punkt "Staurohr" angesehen; es ist eigentlich alles recht gut beschrieben.

Die Bezeichnung "Staudruckrohr" ist etwas eigenwillig und unglücklich, aber nicht grob falsch. In der Strömungsmesstechnik kennt man nur die Begriffe "Staurohr" (nach Prandtl) und "Gesamtdrucksonde" (= "Pitotrohr", englisch "total head"). Das habe ich schon erklärt.

Hier handelt es sich eindeutig um Pitotrohre.

Zitat

Wird hier die jeweils nicht angeströmte Seite nur zur Messung des statischen Druckes genommen?
Und die symmetrische Anordnung ist nur dazu da, bei Vorwärts- und Rückwärtsflug möglichst gleiche Messwerte zu liefern?


Ja,
nur würde ich nicht sagen "zur Messung des statischen Druckes", sondern "zur Messung des Totwasserdrucks hinter dem nicht angeströmten Rohr" als Referenz. Den genauen statischen Druck wird man so nicht bekommen; der Druck im Totwasser wird ein wenig geringer oder höher sein-das kommt auf die Umstände an. Für die vorgesehene Funktion spielt das keine Rolle.

Bei manntragenden Helis verwendet man zur Kompensation des aufbäumenden Moments im Vorwärtsflug normalerweise ein kleines Höhenleitwerk; aber das funktioniert nur im Vorwärtsflug. Aber schneller Rückwärtsflug ist dort auch nicht üblich oder gefragt.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (9. Februar 2008, 18:10)


14

Samstag, 9. Februar 2008, 23:49

...möchte die etwas ungenaue "Zeichnung" berichtigen bzw. ergänzen.
Habe noch Unterlagen aus der Zeit gefunden, wo ich auch solche Teile in den Händen hatte zum Ein- und Umbau und zur Reparatur. Sind inzwische über 35 Jahre vergangen.
Hier der Fund:

Staurohr: Gerät zur Messung der Geschwindigkeit eines strömenden Mediums oder eines in einem ruhenden Medium bewegenden Körpers in Form eines dünnen Rohrs. Es wird als Staudruckmesser in Flugzeugen angewendet.

….siehe auch…

Fahrtmesser: Gerät, mit dem die Ge¬schwindigkeit eines Luftfahrzeugs gegen¬über der umgebenden Luft angezeigt wird (Relativgeschwindigkeitsmesser). Die relative Geschwindigkeit gegen die Luft wird als Fahrt bezeichnet und ist zum Erzeugen des Auftriebs er¬forderlich. (Die absolute Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit des Flugzeugs gegen die Erde, „über Grund"). Nach der Art der verwendeten Meßeinrichtung sind Fahrtmesser mit Staurohr (Staudruckmesser, Pilot-, Prandtl-, Hakenrohr) und mit Saugdüse (Saugdüsenmesser, Fahrtmess¬düse, Venturirohr oder -düse) zu unter¬scheiden. Das Staurohr gibt einen Über¬druck, das Venturirohr einen Unterdruck gegenüber dem atmosphärischen Druck an. Beim Staudruckmesser wirkt an der vorderen Staurohröffnung ein Staudruck (g), in der sich anschließenden Leitung einer Druckmessdose außerdem der statische Druck (h), also ein Gesamtdruck q + h (-> Bernoullische Gleichung). In seitlichen Staurohröffnungen und der davon ausgehenden Lei¬tung zum Anzeigegerät ist dagegen nur der statische Druck vorhanden. Die Druck¬differenz aus Gesamtdruck und statischem Druck heißt dynamischer Druck, der in nicht zusammendrückbaren Medien dem Staudruck ent¬spricht. Der Staudruck ist ein Maß für die Strömungsgeschwindigkeit der Außenluft und damit für die Fluggeschwindigkeit. Er drückt die Messdose entsprechend der rela¬tiven Luftgeschwindigkeit zusammen; der Hub wird über ein Hebelsystem in eine Zeigerbewegung umgewandelt. Die An¬zeige ist unabhängig von der absoluten Größe des statischen Drucks. Das Stau¬rohr wird in ungestörter Strömung vor dem Flugzeug angebracht. Der Saug¬düsenmesser, der ebenfalls die Druck¬differenz aus statischem Druck und Ge¬samtdruck anzeigt, wird in Flugzeugen mit Höchstgeschwindigkeiten bis etwaung250 km/h (also vor allem in Segelflug¬zeugen) verwendet, da dann das Stau¬rohr zu kleine Druckunterschiede liefert. Er besteht aus einer Venturidüse, einem Gerät zum Messen der Durchflussgeschwin¬digkeit in Form eines Rohrs, dessen Querschnitt sich wie ein Trichter verengt (nach dem italienischen Gelehrten des 18. Jh. Venturi genannt). Der vorn eintre¬tende Fahrtwind wird durch die Quer¬schnittsverkleinerung beschleunigt, wo¬durch an der engsten Stelle ein Unter¬druck (q') entsteht. In der davon ausge¬henden Leitung wirkt außerdem noch der statische Druck (h), so dass der Gesamt¬druck p' — h-q' ist. In der anderen Lei¬tung wirkt nur der statische Druck. Auch hier drückt die Druckdifferenz (q' = h—p') die Messdose entspr. der relativen Luft¬geschwindigkeit zusammen. In manchen Segelflugzeugen verwendet man beide Messarten, um bei geringer Geschwindig¬keit eine empfindliche Anzeige zu erhal¬ten. Die die Vidi-Dose (fast luftleere Dose zum Messen des Luftdruckes) ausdehnende Druckdifferenz ist dann p-p' = q + q'. Flugzeuge mit hoher Fluggeschwindigkeit sind mit einem Machmeter ausgerüstet. Machmeter und Fahrtmeter werden in modernen Geräten oft kombiniert.

:angel:

15

Samstag, 9. Februar 2008, 23:58

... noch eine Zeichnung:
»HJA« hat folgendes Bild angehängt:
  • Schema für Fahrtmesser-.jpg

Busta

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16

Mittwoch, 13. Februar 2008, 15:27

Danke für eure Hilfe.

@Helmut: Etwas habe ich noch nicht verstanden. Du sagst für die vorgesehene Funktion spielt es keine Rolle ob man den Totwasserduck oder den statischen Druck misst.
Warum spielt das keine Rolle?
Wenn am ersten Eingang des Differenzdrucksensors der Gesamtdruck anliegt, dann sollte doch, zur vollständigen Kompensation des statischen Druckes, am zweiten Eingang der statische Druck anliegen.
Oder sind die Unterschiede zwischen Totwasserduck und statischem Druck so minimal?

Meine Betrachtungen beziehen sich nicht auf die manntragende Luftfahrt sondern auf Modellflugzeuge/Hubschrauber mit maximalen Geschwindigkeiten von ca. 150 km/h.

Was schätzt du, ist die minimale Luftgeschwindigkeit, bei der eine Pitot-Messung gute Ergebnisse liefert?
Wo wäre der optimale Ort an einem Modellheli für die Montage eines Pitotrohres?

Ich habe am Wochenende das EagleTree Pitotrohr an meinem T-Rex450 gestest. Das Pitotrohr hatte ich vor der Taumelscheibe, ca. 2 cm oberhalb der Haube befestigt.
80 km/h laut GPS zeigte der Eagletree als 104 km/h an.

Grüße,
Bastian

lichtl

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Wohnort: Bayern voll inner pampa

Beruf: muß mann haben

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17

Mittwoch, 13. Februar 2008, 16:08

ganz kurz

das Staudruck rohr misst von haus aus nix
es nimmt den staudruck auf nach hinten zeigend einen unterdruck
den rest übernimmt ein meßwandler der bei Richtiger messanordnung
entsprechende werte ausgibt!
also sicher bei nach hinten gerichtet mist das ding nur mist! :wall:
Ausser die messung ist so angelegt das das Rohr nach hinten zeigen soll
dann kommen schöne brauchbare messauswertungen raus!

was immer du auch messen willst!
Gruß Bernd
auch im Winter gibt es Thermik !

Gruß Bernd :ok:

haschenk

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Beruf: Dipl. Ing.

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18

Mittwoch, 13. Februar 2008, 18:00

Hallo,

@Bernd
Hast du eigentlich den ganzen thread gelesen ?

@Bastian

Zitat

Etwas habe ich noch nicht verstanden. Du sagst für die vorgesehene Funktion spielt es keine Rolle ob man den Totwasserduck oder den statischen Druck misst.
Warum spielt das keine Rolle?
Wenn am ersten Eingang des Differenzdrucksensors der Gesamtdruck anliegt, dann sollte doch, zur vollständigen Kompensation des statischen Druckes, am zweiten Eingang der statische Druck anliegen.
Oder sind die Unterschiede zwischen Totwasserduck und statischem Druck so minimal?


In einem Totwasser herrscht (etwas verkürzt gesagt) immer der Druck der Außenströmung; sonst wär´s kein Totwasser...
Hier ist es nicht ganz so einfach, weil dieses Totwasser unmittelbar der Beginn der Wirbelstraße hinter dem stumpfen Ende der Sonde ist. Der Unterschied zwischen statischem und Totwasserdruck ist (meiner Einschätzung nach) trotzdem hier so gering, daß er für den vorgesehenen Zweck keine Rolle spielt.

Außerdem geht es bei der Anwendung ja nicht darum, die Geschwindigkeit exakt zu messen. Im weiteren Verlauf der Signalverarbeitung treten noch weitere "Skalierungen" auf, die eine genaue Auswertung schwierig machen würden. Der Modellflieger stellt die "Aufschaltung" einfach so ein, daß die gewünschte Abminderung der Aufbäumtendenz erzielt wird.

Zitat

Was schätzt du, ist die minimale Luftgeschwindigkeit, bei der eine Pitot-Messung gute Ergebnisse liefert?

Für eine genaue Messung (Bestimmung der Fluggeschwindigkeit) würde ich kein Pitotrohr verwenden, wegen des Problems des zusätzlich notwendigen statischen Drucks.

Mit Prandtl-Staurohren habe ich einige Erfahrung. Die Grenze liegt (mal abgesehen von der Wahl des Einbauorts) weniger beim Staurohr selbst, sondern beim Drucksensor (Genauigkeit, Auflösung usw.). Mit "bezahlbaren" Sensoren+Elektronik geht´s mit viel Erfahrung und Sorgfalt etwa ab 5 m/s, ab etwa 10 m/s sollte es kaum noch Probleme geben.

Zitat

Wo wäre der optimale Ort an einem Modellheli für die Montage eines Pitotrohres?

Eigentlich kann ich da nur spekulieren; es kommt ja auch drauf an, in welchen Flugzuständen und wie genau man messen will.
Für den bei Vheli vorgesehenen Verwendungszweck dürfte der Einbauort wie vorgesehen in Taumelscheibennähe günstig sein.

Eine wirklich genaue Fahrtmessung mit Staurohr halte ich beim Modellheli für nicht machbar; ausgenommen für reine Experimental-/Messzwecke, wo man z.B. eine Anordnung an einem langen Ausleger vor dem Heli tolerieren kann.
Sicher gibt es "brauchbare" Einbauorte näher am Rumpf, aber dazu muß man die notwendigen Korrekturen für die Fehler durch den Einbauort kennen, und deren Ermittlung dürfte im Modellflug sehr schwierig bis unmöglich sein.
Das gilt übriges auch für Starrflügler...


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (13. Februar 2008, 18:03)


wurpfel1

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Wohnort: CH-rheintal

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19

Mittwoch, 13. Februar 2008, 18:15

Hi Helmut

kannst du dich an die hitzedrahtanemometer erinnern?


wenn die sonde zb auf die unterseite einer platte geklebt wird besteht vielleicht hoffnung dass der downwash die messung nicht so stark beeinflusst, unter der platte ist doch "totwasser"..

da das hitzedrähtchen nur 1cm lang ist würde zur abschirmung eine 3x4cm platte reichen?


bin versucht das an einem alten PICCOclon zu testen :shy:
bin schon zu alt zum spielen.. macht aber gleichwohl spass ;-)

Busta

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20

Mittwoch, 13. Februar 2008, 18:38

@Helmut:
Ich glaube ich hatte mich nicht richtig verständlich ausgedrückt. Den V-Stabi, bzw die Anordnung des Pitotrohres dort, hatte ich nur als Beispiel erwähnt. Ich möchte das V-Stabi System nicht einsetzen, sondern in der Tat möglichst genau die Fluggeschwindigkeit des Helis messen.
Ob ein Prandtl-Staurohr im Heli funktioniert bin ich nicht sicher. Im Vorwärtsflug sicher, aber was zeigt es an, wenn man schnell seitwärts fliegt? Durch die rechtwinklige Öffnung für den statischen Druck wäre diese dann direkt im "Wind".

Grüße,
Bastian