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schallo

RCLine User

Wohnort: Bereich Köln

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21

Donnerstag, 17. April 2008, 11:13

RE: Fliegen mit Force Feedback (Kraftrückmeldung vom Modell)

Hallo Andrè

Ideen dieser Art finde ich gut. Für mich ist es z.B. deprimierend, daß die Fluggeschwindigkeit heutzutage immer noch nicht und einfach generell am Sendergehäuse angezeigt wird. Dafür erleben wir hundert Spielereien, die letztlich zu nichts nutze sind. Wieviele Modelle wären mit Geschwindigkeitswarner wohl schon vor´m Absauf-Crash gerettet werden worden ? Da fuhr erst kürzlich jemand die neuen Landeklappen aus. Und dann immer die verdammte fehlende Flughöhe! War da noch etwas? :wall:

Eine Kraftrückwirkung macht es z.B. möglich, daß ein Roboter ein Roh-Ei anfassen kann ohne gleich Mus zu machen. Derartige Dinge haben schon eine Menge mit Fernsteuerei zu tun, sie gestalten den Regelkreis doch eigentlich überhaupt erst optimal.

Die notwendige Telemetrie: Ich warte selbst auf die "Endlösung" was z.B. ein von Graupner angekündigtes all-inclusive-System sein könnte. Man hat dann mit dem Aufwand des Steuersystems ein Echtzeit-Feedback gleich mit dabei.
Eine immer mögliche Sache ist der Videosender, mit dem man an Bord schließlich auch eine Analog-Instrumentierung ablesen kann. Ich mache das z.B. mit einem 433-ELV-Sender so. Die Bildschirmanzeige ist natürlich im Ernstfalll, wo man höchst intensiv nach oben peilt, oft etwas ziemlich Unbrauchbares. Man kann sich aber auch den einfachen Tonteil nehmen und sich eine Sensor-proportionale Tonfrequenz bauen. Die dann am Boden zunächst einmal akustisch hörbar machen.

Damit wäre dein System eigentlich schon in Gang gesetzt ohne auf die große Telemetrie-Zukunft erst warten zu müssen. Du könntest ja folgendes aufbauen:
An den Steuerhebel einen Glockenankermotor von Lemo. Die Glocke hat als Motor ja kein Rastmoment, im Ruhezustand benimmt sich der Steuerhebel also genau so wie zuvor. Die übertragene Tonferfrequenz dann über einen AC/DC umgewandelt auf den Motor geben. Dami hättest du am Steuerknüppel dann die der Windgeschwindigkeit entsprechende Gegenkraft.

Tu mir bitte einen Gefallen. Betrifft deine Bemerkung: "kann die Idee jetzt keiner mehr patentieren lassen" Was könnte denn dagegen sprechen ?? Ich selbst sehe im Patentieren eigentlich nur die Untermalkunst für sehr eindrucksvolle Fachbeiträge und später ins chinesisch zu übersetzende Bauanleitungen. Die meisten Patentierer bringen sich später ja auch um :tongue:

Grüße
schallo
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
( wurde 19 v.Chr. in Rom aufgeschrieben)

schallo

RCLine User

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22

Donnerstag, 17. April 2008, 11:38

RE: Fliegen mit Force Feedback (Kraftrückmeldung vom Modell)

(der Beitrag rutschte leider ein zweites Mal durch)

PS: für den Windaufbau genügt an der Bodenstation ein einziges IC
MC 330 30. Es formt das Signal und treibt den Torquer.
Vielleicht ein Microcomputer zur Überwachung ;)

Grüße
schallo
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
( wurde 19 v.Chr. in Rom aufgeschrieben)

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Flurnügler

RCLine User

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23

Donnerstag, 17. April 2008, 12:02

Hallo André,

Um das Problem der Kraftrückmeldung schrittweise anzugehen, könnte man ja mal ein paar Gleichungen zusammenschreiben und einen stark vereinfachten Flugsimulator programmieren, er braucht ja keine Visualisierung zu haben. Er muß 'nur' aus den Inputs vom Sender die Fluglage und Geschwindigkeit berechnen. Dann lassen sich auch die Ruderkräfte bestimmen. Mit diesen Outputs könnte man dann die Knüppel steuern. Als Aktuatoren könnten gewöhnliche Bürstenmotoren dienen, deren Bürsten entfernt werden und die Strippen direkt an den Kollektor gelötet werden. Die Welle des Aktuators müsste halt noch mit der Potiwelle des Knüppels verbunden werden. So könnte man mit relativ wenig Aufwand schon mal das Feeling antesten.


Hallo Schallo,

Die Fluggeschwindigkeit zu ermitteln ist nicht so schwierig, das geht mit einem Differenzdrucksensor und einem Staurohr. Telemetrie ist bei 2.4 GHz auch kein Problem mehr. Die Höhe ist mit einem Absolutdrucksensor erfassbar, das machen die Thermikquietscher schon länger.


Bis dann denn
Stephan Urra
Wo keine Strömung ist, kann auch nix abreißen

Jetzt wieder Online !

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gugelhopf

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24

Donnerstag, 17. April 2008, 19:45

Hallo

Interessantes Projekt :) . Zur frage ob das Force-Feedback eher irritiert oder hilft:

Die kompletten Empfindungen des Tastsinns (bei den Manntragenden Knüppelkräfte, Beschleunigungen, Vibrationen, Luftzug etc.) bringen dem Piloten (wenn ich das im Bio richtig verstanden habe) enormen Nutzen, da das Gehirn diese teilweise parallel zu den anderen Sinneseindrücken verarbeiten kann, somit also in der selben Zeit mehr Informationen auswerten und entsprechend besser reagieren/schneller lernen kann.

Wie es aber aussieht, wenn man nur einen Teil der Infos (die Knüppelkräfte) bekommt und der Rest fehlt weiss ich nicht, das müsste man ausprobieren.
So aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass auch das einen ordentichen Nurzen bringt, unser Kopf ist ja ganz gut darin auch aus den unmöglichsten Quellen noch brauchbare Infos herauszuholen :D

Gruss Fabian

Dr._Gernot

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Wohnort: Gersthofen

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25

Freitag, 18. April 2008, 17:51

Hallo,

ich habe im Hinterkopf, daß Multiplex so etwas einmal als Prototyp gebaut hat, aber dann nicht in die Serie umgesetzt hat. Ich finde im Netz auch keine Hinweise darauf.

Leichter wird der Sender natürlich nicht und die Kosten für diese schnellen und starken Servoantriebe wären auch nicht gering. Die Sstromaufnahme würde auch erheblich steigen.

Gernot

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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26

Freitag, 18. April 2008, 20:22

Hallo Gernot,

ich kann dir mit Sicherheit sagen, daß MPX (und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch andere Firmen) niemals an so einem System gearbeitet hat. Wie ich schon weiter oben gesagt habe, müssen Firmen aus wirtschaftlichen Gründen anders denken als experimentierfreudige Modellbauer.

Es hat mal einen Modellbauer gegeben, der rein privat einen Sender mit "Null-Weg-Knüppeln" (da waren statt Potis Dehnmeßstreifen drin) gebaut hat und damit auch sein Modell geflogen hat. Diese "Erfindung" hat er MPX und vermutlich auch anderen Firmen zum Kauf angeboten. Man konnte damit fliegen, aber es war "gewöhnungsbedürftig".

Da dieser Typ mit normalen MPX-RC-Anlagen öffentlich viel geflogen ist, kann es schon sein, daß er der Gerüchteküche Nahrung gegeben hat.

Gruß,
Helmut

27

Freitag, 18. April 2008, 21:27

Zitat

Original von haschenk

Es hat mal einen Modellbauer gegeben, der rein privat einen Sender mit "Null-Weg-Knüppeln" (da waren statt Potis Dehnmeßstreifen drin) gebaut hat und damit auch sein Modell geflogen hat.



Schön das dieses Thema hochkommt, denn daran hab ich auch schon mal gewurschtelt.
Müsste doch eigentlich für die 3d-Zappelheli-Flieger ganz interessant sein...keine Verzögerungen durch träge Hände an "bewegten" Knüppeln.
Aber GUTE DMSe sind teuer...

gruß

andi

Dr._Gernot

RCLine User

Wohnort: Gersthofen

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28

Samstag, 19. April 2008, 13:31

Hallo,

DMS werden heute sehr billig durch Laser aus einer aufgeklebten metallisierten Folie hergestellt. DMS von HBM oder VISHAY sind nur teuer, weil sie in geringen Stückzahlen und mit sehr kleinen Toleranzen hergestellt werden.

Ansonsten wären vielleicht die Folienelemente der Fa. Interlink interessant, die heute oft in Mobiltelefonjoysticks oder Tastaturen eingebaut werden. Man bekommt sie z.B. bei RS Elektronik recht günstig.

http://www.interlinkelectronics.com/forc…ardsensors.html

Gernot

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schallo

RCLine User

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29

Samstag, 19. April 2008, 19:39

Hallo

beim Gedanken an kraftaktive Steuerhebel kommt mir die jetzige Technik fast schon antiquiert vor. (greifen wir ins Leere?) Möglicherweise geht es einigen von euch aber auch schon so.
Meine Überlegungen befinden sich bereits in künftigen Sphären, darum solltet ihr meinen längeren Text hier auch mit ein paar nachsichtigen Punkten belegen.

Zuvor noch zu den Dehnungsmeßstreifen-Überlegungen. Eine überteure und sehr aufwendige Technik: Die Meßbrücke kleben (Positionierungsfehler entstehen) , dann DMS verdrahten, erhitzt trocknen, Brückenverstärker abgleichen und endlich mit einer "natürlichen Größe" kalibrieren. Beispiel Beschl.-Aufnehmer: Ein Preissturz 10:1 war erst ohne DMS-Technik machbar. Und zuletzt schließlich noch: Ein eventuell hoher DMS-Stromverbrauch.
Ich glaube kein Hobbyproduzent wird DMS-Technik verwenden wollen.
Warum sollte am Steuerhebel überhaupt gemessen und geregelt werden? Warum nicht einfach die Vorgabe einer Kraft , die sich proportional zum Modellgeschehen verstellt? Der Hebel könnte auch mit Daumenknopfdruck kraft-aktivierbar gemacht werden. Das wäre nur so eine Idee dazu.

Das Kraft-Feedback-System:
Einerseits die ganz große Lösung (die Diskussion hier) anderseits ...... Gibt es nicht immer wieder Experimentatoren, die es mit einfachen Mitteln schaffen? Laßt mich nur einmal behaupten, daß ein Testsystem relativ schnell das zuwege bringen kann, was bei der großen Lösung wahrscheinlich für lange Zeit reine Zukunftsmusik bleiben wird.
Mal eine Vison: Auf einem größeren Wettbewerb wurde ein kraftproportinales Proto-System mit Erfolg eingesetzt.. Glaubt ihr nicht, daß sich nach einem derartigen Ereignis sehr schnell ein Sponsor, Produzent und Weiterentwickler einfinden wird ?

Der Aufwand an Kosten und Zeit für ein einkanaliges Kraft-Feedback-Testsystem liegt meiner Ansicht nach nicht höher als hätte man einen mittelgroßen Motorseglers aufzubauen. Ich erkenne eigentlich kein Bauteil oder eine Baugruppe mit einem X darauf. Und das kann man bei neuen Perspektiven vorher eigentlich nur selten behaupten.

Weiter oben hatte ich ja eine Aufbaumöglichkeit vorgeschlagen. Man könnte modellseitig zwei handelsübliche Sensoren kombinieren Das Ergebnis ließe sich über einen VCO (das wäre dann lediglich ein SMD-Chip) einem handeslüblichen 433 MHz-Sender zuleiten.
An der Bodenstation setzt sich das halbdigitale Modellsignal über das erwähnte MC-Chip dann um und das gleiche Chip betätigt mit seinem Leistungsteil dann auch den Stellmotor (Torquer).
Der empfohlene Glockenankermotor besitzt als Torquer nicht nur die magnetisch kraftfreie Lagerung und eine hohe Stellgeschwindigkeit sondern mit seinen 90% W,.Gr. eigentlich auch noch den kleinstmöglichen Stromverbrauch. Zur Erzeugung der Kraft bestimmt eine empfehlenswerte Lösung.
Die Montage des Motors an den Steuerhebel wäre natürlich eine feinmechanische Herausforderung und selbstverständlich wäre das auch ein Eingriff ins Sendergehäuse. Rein elektrisch bliebe am F.St.-System zumindest alles unverändert.
Hat vielleicht noch jemand zum Bau eines Testsystems seiner Phantasie freien Lauf gelassen ?

Grüße
schallo
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
( wurde 19 v.Chr. in Rom aufgeschrieben)

bswoolf

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30

Montag, 21. April 2008, 08:45

Zitat

Original von schwobaseggl

Zitat

Original von bswoolf
Warum sollte das jetzt nicht mehr gehen?

Weil hier und jetzt die Idee öffentlich ist, und weil sowas schon längst gemacht wurde... allerdings mit etwas höherem als dem "üblichen" Modellfugbudget.

gruß

andi


Das ist ja der Witz. Das nützt alles original nix. Wer zuerst einreicht, hat das Patent.
Gruß,
Wolfgang
[SIZE=1]Es hat ganz harmlos mit einem Piccoz angefangen:
Jetzt muß ich anbauen.
[/SIZE]

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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31

Montag, 21. April 2008, 11:06

Hallo,

da irrst du dich; ganz so einfach ist das nicht....

Für die Erteilung eines Patents müssen einige Anforderungen erfüllt sein. Unter anderem sind das:

- Das Patent muß eine gewisse "Erfindungshöhe" aufweisen und einen "Knackpunkt" ("Aha-Effekt") haben. Dinge, die nicht über das "Handeln eines Durchschnittsfachmans" hinausgehen, sind nicht patentfähig.

- Die "Lehre" des Patents muß neuartig sein und darf nicht in ähnlicher Form (auch auf einem anderen Gebiet) schon bekannt sein.

- Der Inhalt des Patents darf nicht "vorveröffentlicht" sein, auch nicht vom Anmelder selbst (!) . Wer seine Idee zuerst veröffentlicht (was darunter zu verstehen ist, ist weitgehend definiert) und erst dann als Patent anmeldet, hat schon verloren. Als "Öffentlichkeit" gilt z.B. auch ein Internet-Forum.

In den beiden ersten o.e. Punkten kann man gfls. lange diskutieren und streiten. Das machen im Ernstfall dann Anwälte und ultimativ das Patentgericht.

Eine Patentanmeldung ist noch lange kein "erteiltes Patent"; die Anmeldung sichert zunächst nur die Priorität des Anmeldedatums. Sie muß einen bestimmten Weg von Prüfungen und Fristen durchlaufen, bevor sie zum erteilten Patent wird. Dieser Weg kann sehr steinig und kostenreich sein...


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (21. April 2008, 11:09)


schallo

RCLine User

Wohnort: Bereich Köln

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32

Montag, 21. April 2008, 22:41

Helmut

Dank für deine Darstellung, Die Idee muß neu sein, das ist eben der springende Punkt.

Ganz früher war das ja einmal anders. Da konnte ein kaufmännisch begabter Techniker hingehen und sich sogar die Kurbelwelle schützen lassen, die vor ihm aber schon die alten Griechen benutzt hatten (die ja sogar das Differentialgetriebe handhaben konnten). Weil der Mann dann mit seiner überspannten Geschäfttüchtigkeit 20 Jahre lang die Weiterentwicklung der Dampfmaschine behindert hat wurden die Patentierungsanforderungen geändert.

Leider kommt es dennoch vor, daß Leute wie James Watt heute noch erfolgreich längst bekannte Ideen als ihre eigenen anmelden. Ich könnte sofort ein paar Beispiele aus der Neuzeit nennen. Es soll ja auch nicht einmal Einstein gewesen sein, der sich Realtivitätstheorie ausgedacht hat, angeblich hat er Unterlagen verschwinden lassen. (In wieweit das stimmt, weiß ich nicht). Die schlimmsten "Verunreinigungen" in der Neuzeit hängen jedenfalls mit Flugzeugen zusammen ;)

Grüße
schallo
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
( wurde 19 v.Chr. in Rom aufgeschrieben)

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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33

Dienstag, 22. April 2008, 00:23

Hi schallo,

der James Watt hat aber (bis die Sache ausgestanden war) nochmal nachgelegt und sich genial aus der Affäre gezogen....

Damit die Andern auch wissen, worum es damals ging, hänge ich ein Bild an, das seine "Ersatzlösung" zeigt.

So etwas nennt man "Patentumgehung", d.h. man sucht eine andere Lösung für die anstehende Aufgabe, welche die Schutzansprüche aus dem Patent nicht berührt. Dieser Weg wird auch heute des öfteren beschritten.

Übrigens hat der Watt damals für diese Maschine auch eine clevere Parallelogramm-Geradführung erfunden, um die Kreisbogen-Bewegung des Balancier-Endes in eine geradlinige Bewegung der Kolbenstange umzusetzen.


Gruß,
Helmut
»haschenk« hat folgendes Bild angehängt:
  • Watt_Dampfmaschine.jpg

Paul H.

RCLine User

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Beruf: freiberuflicher Techniker

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34

Dienstag, 22. April 2008, 00:37

Um mal zum Thema zurückzukommen: Vielleicht wär's wirklich erstmal sinnvoll durch Versuche abzuklären ob sich ständig ändernde Knüppelkräfte vielleicht doch nicht sinnvoll sind, oder ob sich damit etwas anfangen lässt.
Bevor man das Fell des Bären verkauft...

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

35

Dienstag, 22. April 2008, 04:54

Also ich hab da noch einige Verbesserungsvorschläge...
Man könnte doch so eine Art Weidezaungenerator einbauen mit Manschetten um die Unterarme und wenn man die Gurke überzieht und kurz vorm Strömungsabriss ist bekommt man einen Korrigierimpuls in Form eines kräftigen Schlages damit man ja die Knüppel loslässt ==[] :D
Oder...
einen Höhenluft Frischluftfangsack dann kann man nach dem Landen die Luft einatmen und bekommt so noch ein authentischeres Gefühl wie die Luft da oben eigendlich riecht! :puke:
Jetzt mal Scherz beiseite ich will nicht spüren wie sich die Knüppel anfühlen wenn sich mein Modell sich in den Acker bohrt... das könnte ein traumatisierendes Erlebniss sein :evil:
There was a Plane witch was white,
it traveled much faster than Light,
it departed one day,
in a relative way,
and arrived on the previous night.

schallo

RCLine User

Wohnort: Bereich Köln

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36

Dienstag, 22. April 2008, 13:50

Hallo

das wird man tatsächlich erst einmal herausfinden müssen, also wie sich so etwas anfühlt. Ich denke es wird auch eine Art Empfindlichkeits-Einstelller geben müssen. Eine Zappelei am Steuerhebel wird sich bestimmt keiner wünschen. Doch was anzeigen ? Luftgeschwindigkeit ? Was ist wichtig ?

Kleines Ratespiel, WAS IST DAS : Als Bleriot über den Kanal flog brauchte er es nicht ( er durfte den Steuerknüppel sogar einige Zeit loslassen). Die ersten Senkrechstarter-Piloten hätten es vielleicht gebrauchen können (sie hatten dazu aber keine Gelegenheit ). Eine Menge Hydraulikbagger und Roboter verwenden es . Was könnte das sein ;) ??

Mal reine Aufbau-Fantasie:

FUNKTIONSMODUL 1: Die Kraft entspricht der Fluggeschwindigkeit. Ist die zu klein, vibriert der Steuerhebel, einige Große haben das ! ! ! !
FUNKTIONSMODUL 2: Die Kräfte eines XY-Steuerhebels entsprechen den Drehgeschwindigkeiten oder den Roll- und Nickwinkeln. ---- Ich laufe morgen zum Patentamt :wall:
FUNKTIONSMODUL 3 - 8 ?
FUNKTIONSMODUL 9: Das sogenannte "ZERO 5" - Modul. Wird empfohlen im Zusammenhang mit der Annonce: " Morgen bin ich ein Frischluftsack "
Der Lieferumfang beinhaltet modellseitig einen Beschleunigungsaufnehmer und für das Sendergehäuse einen Wandler 5 KV und einen MP-Kondensator 100 uF.
Die Verwendung in geschlossenen Räumen ist nicht erlaubt.


Das Bild soll nur ein vielleicht verwendbares Bauteil zeigen. Nach Kraftmessern dieser Art muß man ganz schön suchen, weil die meisten für Luftströmungen hergestellt werden.

Grüße
schallo
»schallo« hat folgendes Bild angehängt:
  • drucksensor .jpg
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
( wurde 19 v.Chr. in Rom aufgeschrieben)

Paul H.

RCLine User

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Beruf: freiberuflicher Techniker

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37

Dienstag, 22. April 2008, 14:15

Zu 1: Imho wär eher der momentane Anstellwinkel, nicht die Fluggeschwindigkeit interessant - das entspricht auch einer Stall Warning, in echten Fliegern durch Hupe, Stickshaker (Vibrator am Knüppel) oder Turbulatoren die bei kritischem Anstellwinkel Wirbel aufs Leitwerk treffen lassen.

Der Anstellwinkel lässt sich zudem noch recht einfach messen.

Zu 2: I.d.R ist die Rollrate (relativ zur Flugstrecke, nicht pro Sekunde) proportional zum Ruderausschlag - die Anzeige erledigt also schon die kleine Feder am Knüppel ziemlich gut :D. Ansonsten würdest du mit so einer Kraft einen Attitude-Hold Autopiloten realisieren - egal was du steuern willst, das Ding arbeitet dagegen. Nuja, ob das sinnvoll ist?

Ich glaob noch immer das ein um 2 Achsen kippbarer Hocker, der von Beschleunigungsaufnehmern im Flieger angelenkt wird zum Thermiksuchen interessant wäre, die bewegung durch Steuerbefehle müsste man vielleicht etwas rausfilten....

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
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haschenk

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38

Dienstag, 22. April 2008, 18:43

Hallo,

"stall warning" wäre eine manchmal ganz nützliche Sache...

Das Dumme dabei ist, daß diejenigen, die so ein System im Modell funktionsfähig installieren können, es eher nicht brauchen; während diejenigen, die es nötig hätten, es eher nicht funktionstüchtig installieren können...

Paul:
Anstatt dafür den Anstellwinkel zu messen (was im Prinzip schon richtig ist) ist es einfacher, die Lage des Staupunkts am Tragflügel zu messen/überwachen. Anstellwinkel und Staupunktlage sind eindeutig korreliert (aber abhängig vom Profil); mit zunehmendem Anstellwinkel wandert der Staupunkt nach unten-hinten. Damit ändern sich die Strömungs- und Druckverhältmisse im Nasenbereich gravierend. Auf diesem Prinzip beruhen die einfachen stall-warning-Systeme, man das kann auf verschiedene Weise realisieren. Es gibt zum stall-warning auch einen schon etwas älteren NACA-Report, in dem eine Übersicht über solche Systeme gegeben wird.



"Null-Kraft-Stick"
Dazu hab ich mal wieder eine kleine Geschichte in Erinnerung:
Es war in der Proportional-RC-Pionierzeit, etwa 1964; da gab´s in der süddeutschen RC-Selbstbauer-Szene einen genialen Tüftler mit sehr guten Feinwerktechnik- und Elektronik-Kenntnissen; der hat "echte" Mehrkanal-Prop-Anlagen (incl. Servos...) selbst gebaut. Er ist häufig auf unseren Platz gekommen wegen der in weitem Umkreis einzigen Hartbelag-Startbahn.

Der hat immer wieder davon geredet, daß man eigentlich mal versuchen könnte, beim Quer- oder Seitenruder ohne Neutralisierungsfeder im Knüppel zu fliegen. "Beim Auto braucht man auch nicht unbedingt eine Rückstellung des Lenkrads in die Neutrallage" war sein Argument.

Eines Tages kommen ein Freund und ich auf den Platz, und da ist dieser Mann und packt gerade Modelltrümmer ins Auto. "Ich hab´s versucht- es geht nicht" war dann seine Schilderung.
Der Start hat noch geklappt, ein kurzes Stück Geradeausflug mit höchster Konzentration auch, aber in der dann nötigen Kurve hatte er die Kontrolle über das Modell verloren (er war kein Flug-Anfänger).


Gruß,
Helmut

gugelhopf

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39

Dienstag, 22. April 2008, 20:55

Hallo

Zitat

Original von haschenk
Der hat immer wieder davon geredet, daß man eigentlich mal versuchen könnte, beim Quer- oder Seitenruder ohne Neutralisierungsfeder im Knüppel zu fliegen. "Beim Auto braucht man auch nicht unbedingt eine Rückstellung des Lenkrads in die Neutrallage" war sein Argument.

Eines Tages kommen ein Freund und ich auf den Platz, und da ist dieser Mann und packt gerade Modelltrümmer ins Auto. "Ich hab´s versucht- es geht nicht" war dann seine Schilderung.
Der Start hat noch geklappt, ein kurzes Stück Geradeausflug mit höchster Konzentration auch, aber in der dann nötigen Kurve hatte er die Kontrolle über das Modell verloren (er war kein Flug-Anfänger).


Ich habe mir gerade die Rückstellfedern am Sender rausgenommen und bin am Sim einige Flugübungen sowie ein Flugprogramm durchgeflogen. Das ging auf Anhieb, und gar nicht mal so schlecht ==[] . Ok, das Stoppen in den Mehrpunktrollen ist ohne Rückstellfeder etwas bitter :O aber selbst das ging ganz ansehnlich. Selbst das Seitenruder funktionierte ohne Rückstellkraft prächtig, den korrekten "Schiebwinkel" des Modells habe ich intuitiv richtig eingestellt.
Lediglich nach groben Verknüpplern oder in Stressituationen (Abfangen direkt über dem Boden) hat sich die Maschine um die Längsachse aufgeschwungen, dieses Aufschwingen war auch nicht ganz einfach zu beenden.

Ich habe schon von Leuten gehört die abgestürzt sind weil während dem Flug eine Rückstellfeder versagt hat. Viele Modellpilogen fliegen auch mit extremen Rückstellkräften, bei denen mir nach 2 Minuten steuern die Finger wehtun...

Sind die Vorlieben/Fähigkeiten der einzelnen Piloten wirklich derart verschieden oder was ist da los?

Gruss Fabian

schallo

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40

Mittwoch, 23. April 2008, 01:32

Hallo Paul

soweit, so gut. Alles was du sagst wird seine Richtigkeit haben. Nur halt eben beim Begriff "Rollrate" liegen zwischen dir und mir wohl Welten.
Nein, ich bin absolut kein Experte, aber manche Sachen lassen doch ganz gut auseinander-dividieren :w

Nehmen wir mal als Bordsensor einen Flächenkreisel an (egal, daß der auch driften kann). Die Rollrate, die zur Bodenstation übertragen wird und sich dort als Kraft am Joystick bemerkbar macht sind Grad pro Sekunde. Könnte man doch so sagen ?
Nur einmal stationäres Flugverhalten: Mit Integration der Kreiselwerte hätte man auch die Lage. Das würde meiner Ansicht nach für den Bodenpiloten das Steuern des Modells noch weitaus mehr vereinfachen. Neutrallage des Modells hieße jetzt überhaupt keine Kraft auf den Steuerhebeln. Aber bleiben wir einfach nur mal beim Wendekreisel, dem Gyro.

Hätte man es mit Beschleunigungswerten zu tun ( dein Vorschlag 2 Achsen kippbarer Hocker) hätte ein Pilot aus Fleisch und Blut bei zwei Achsen gleichzeitig im Reaktionsfall überhaupt keine Chance. Also das hat man bei der Erprobung der FJ 101 CX 1 mit Drehgestellen früher einmal ganz gut nachgewiesen. OK, betrifft ja nicht deinen Fall. Es ist eben nur so, daß Beschleunigung keine definierte Fluglage zur Folge hat . Ist dir das in der Thermik etwa egal ?

Anderseits (der Sensor ist ein Wendekreisel) würde ein Bodenpilot mit Gegenkraft-Steuerhebel nach kurzem Ruderausschlag eine Kraft feststellen, die einer konstanten Rollrate entspricht. Das wäre dann ähnlich wie beim Auto: Wenn man weiß wie schnell man fährt, weiß man auch wann man ankommt. ;)

Das würde dann bedeuten, was die FJ 101 -Versuche ja auch sehr schön gezeigt haben, daß ein Pilot über Geschwindigkeits-Drehraten-Kontrolle sehr wohl in der Lage ist gleichzeitig mehrere Achsen "fernsteuern". Das Drehgestell, das wäre dann wieder das Thema, müßte man eben über den Joystick versuchen nachzuempfinden.

Grüße
schallo
" Innen ein Geist und bewegte all diese Masse "
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