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gizzmocat

RCLine User

  • »gizzmocat« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Rohr / Bayern

Beruf: nennen wir´s Hausierer...

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1

Donnerstag, 5. März 2009, 11:47

Glasfasermatten anstelle Folie?

Eine Frage an die Experten:
Ich habe eine P 47 mit extremen Faltenwurf. Nachbügeln is nicht mehr, es muss eigentlich alles runter. Mein Gedanke jetzt - anstelle neuer Folie mit Matte überziehen, Füllern und lackieren.
Geht das?
Mal das zusätzliche Gewicht ausser Acht lassen. Flugfertig jetzt mit 4900 g, CFK Flieger der gleichen Größe (1800 mm) haben ja auch ungefähr 1 kg mehr auf den Rippen bzw. Spanten.
Was muss ich beachten und was könnt ihr mir empfehlen?
Gruß
Christian

Was nicht fliegt kann sich auch nicht erden...

2

Donnerstag, 5. März 2009, 12:38

RE: Glasfasermatten anstelle Folie?

ei jei jei

ich nehme an es handels sich um ein geschlossen schale egal ob rippe oder styro


im prinzip

wird ein glas gewebe mit harz aufgebracht ......


1. untergrund fein schleifen wie vor folienfinish, untergrund sperren damit er kein harz saugt und damit unnötig nur gewicht aufbauendes harz auf den flügel / rumpf kommt sperren mit schleifgrund, glattfix zweihorn etc.

2. gewebe
man kann 25 gr oder49 gr gewebe verwenden, zum gewebe sollte man sich den sättigungsgrad des herstellers mitteilen lassen, manche leichte gewebe sind sehr grob ähnlich einem maschendraht mit 30er oder 50er karo, das bedeutet daß ein grobes gewebe mehr harz braucht um eine glatte oberfläche zu erreichen, die gewebe gewichte beziehen sich aug qm demnach wiegt ein nacktes 48 gr gewebe 48gr pro qm, wenn das jetzt einen sättigungsgrad von 50 % hat werden aus 48 plus 48x0,5 gleich 72 gr pro qm

überlegen, reicht mir 25 einlagig? 45gr/qm oder eher zweilagig? 90gr/qm

oder lieber 49gr einlagig, fertiges laminatgewicht 88gr/qm

also erst gewebe aussuchen das in summe die niedrigere hausnummer bringt

3. harz
man kann mit harz oder 2k parkettlack oder ähnlichem arbeiten

ich empfehle gewebe und harz eines lieferanten zu verwenden, dann paßt das auch zusammen
bei harz, egal ob epoxy oder polyester ist wichtig das ein harz gekauft wird das selbst in dünnsten schichten oberflächenklebefrei aushärtet, sonst bleibt die oberfläche also der bereich an dem das harz mit luft zusammenkommt beim aushärten klebrieg und schleifen wird schwer, dünnes laminierharz mit langer verarbeitungszeit kaufen .....
man kann das harz auch schon einfärben mit farbepaste gleichen herstellers aber bitte nur schwach, pigmente sind schwer

wenn alles da ist rechnest du aus welchen teil der fläche du belegen willst, annahme 0,5 qm eine flächenhälfte unterseite, dann brauchst du 49 gr gewebe mal 0,5qm plus theoretisch 20 gramm harz, mische dann mal 25gr an, stelle das harz vorher in warmes wasser dann ist es schön dünn

probleme:
das harz also eigentlich beide komponenten müssen sehr genau abgewogen werden verschieben der mischungsverhältnisse gehen sofort in die verarbeitungszeit und in eine möglicherweise nachher doch klebende oberfläche ein
raumtemperatur über verarbeitungs- und aushärtezeit sollen stabil größer 21° sein

wie händel ich das? aufgrund der langen verarbeitungszeit mache ich wenn ich schon matsche einen ganze flügel ober- oder unterseite, da harz eigentlich nix kost im verhältnis zum möglichen ärger mische ich eine deutlich größer menge an, die ich nach dem anmischen trenne

im beispiel von oben hat der flügel eine oberseite 1qm demnach würde ich 30 gramm brauchen, ich mische 100gr und wiege mir aus den vermischten 100 gr 30 gr ab, diese 30 gr verteile ich mit einer kunststoffspachtel oder einer japanspachtel mit runden ecken auf dem flügel, dann ´lege ich das gewebe auf und tupfe mit pinsel oder rolle mit einem laminier delrin roller das gewebe an, aushärten lassen fertig, 70gr restmenge harz kommt in gefrierschrank, nächster arbeitsgang nach aushärten ist fein überschleifen, dann nächste flügelseite verfahren wie oben, fein überschleifen achtung im gefrierschrank stehen jetz zweimal 70 gr harz, nach dem feinen überschleifen der gesamten fläche holst du die beiden 70gr gläser aus dem gefrierschran, stellst sie in warmes wasser, misch sie zusammen und pinselst etwas davon auf die fläche und ziehst die fläche damit ab, zioel ist nur abziehen mit dem ziel es eigentlich mit der spachtel wieder runter zu ziehen also nicxht deckend wie lack über der fläche verteilen sondern eher nur die poren zu schließen, rest harz in gefrierschrank, nach aushärten fein überschleifen, gwebe darf nicht verletzt werden, sond harz aus gefrierschrank warm machen möglichst wenig drauf, wieder weiter wie eben, ohne verletztes gewebe kannst du jetzt mit füller spritzen, das ist die schwerste komponente auch hier schon an die farbe denken, füller gibt es grau grün hell beige, naß schleifen, füller schleifen endlackierung, fertig

wenn du schwein hast bist du jetzt bei 90gr pro qm wenn du zuviel mit harz und füller und farbe gesaut hast bei 200gr pro qm

bei großen segelflügzeugen so 4-6m spannweite kann man im schritt zwei statt füller auf gelcoat in weiß umsteigen auch gelegendlich schwabbellack genannt und nach feinschleifen mit 1000er naß mit schleifpaste aufpolieren, dann sieht dat aus wie ein großer, bei motormodellen würde ich das nicht tun weil nach meinem gefühl und in der praxis bei mir die arriee immer bei 140gr qm endete


schau auch mal bei R&G auf der homepage
49gr glasfilamentgewebe, laminatgewicht 88 gr hat also 40 gr harz pro qm, einfach auf das produktbild klicken ...... und info absaugen, notfalls noch mal telefonisch beraten lassen, bei bestellung die broschüre beschichten von flügel oder so ähnlich einfach mitbestellen, lesen und mit erfahrungen von ober kombinieren

ich habe es etwa 20 mal gemacht, sowohl segler als auch große motorflieger, 90% der menschen die ich kennegelernt habe haben es womöglich 3-4 mal gemacht aber alle können es besser als ich ....................

solltest du tipp- oder rechtschreibfehler finden darfst du diese behalten und ohne quellenangabe weiterverwenden
liebe grüße Harald

alles nur Physik und gesunder Menschenverstand, gehe streng logisch vor .... dann bleibt nur eines übrig, der wirklicher Auslöser deines Problems --- oder wie ein berühmter Detektiv sagte dann bleibt der Täter übrig

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Controller« (5. März 2009, 12:51)


Elektroniktommi

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3

Donnerstag, 5. März 2009, 14:14

Sollte wohl kein Problem darstellen, hatte auch schon eine mit CF bespannte Rippenfläche in der Hand, doch es ist mit Folie einfacher, eine glatte und Faltenfreie Oberfläche zu bekommen.
Die Aufschrift "NICHT BRENNBAR" ist keine Herausforderung!
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[SIZE=4]Ströme messen nicht vergessen![/SIZE]

Chilikakaoexperte

gizzmocat

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4

Donnerstag, 5. März 2009, 15:21

Servus Harald,

ich war so voller Energie.....

Erstmal vielen Dank für die aufschlussreiche Ausführung. Habe das aber zweimal lesen müssen um es zu verstehen! :D

Leider ist nicht alles voll beplankt, so das doch etliche größere Löcher vorhanden sind.

Das muss ich mir also noch gründlichst durch den Kopf gehen lassen.
Gruß
Christian

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