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udo260452

RCLine User

  • »udo260452« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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1

Montag, 15. Juni 2009, 08:25

Anlenkung Landeklappen: Frage an die Aerodynamiker

Hallo an alle Aerodynamiker,
habe folgende Frage in Bezug auf die Anlenkung von Landeklappen:

Was ist aerodynamisch richtiger:
Die Landeklappen so anlenken, dass im ausgefahrenen Zustand ein Spalt zwischen Klappe und Tragfläche entsteht, oder wäre es vorteilhafter, die Klappe möglichst spaltfrei, womöglich noch per Folie abgedeckt, anzulenken?

Grüße
Udo

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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2

Montag, 15. Juni 2009, 08:47

RE: Anlenkung Landeklappen: Frage an die Aerodynamiker

Kommt etwas drauf an wie die Klappen aussehen und wie sie wirken sollen.

http://www.rclineforum.de/forum/thread.p…id=233553&sid=&

Für max. Auftrieb wären richtig gestaltete Spaltklappen optimal (also nicht einfach irgendein Spalt), für hohen Widerstand und gute Auftriebserhöhung kann ich nicht sagen ob ein geschlossener oder offener Spalt besser ist, von der Wirkung würde ich auf den geschlossenen tippen, vom "runderen" Handling her, d.h. keine plötzliche Ablösung an der Klappe ab einem bestimmten Winkel, auf einen Spalt.
Wirklich viel Unterschied macht es aber nicht.

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Paul H.« (15. Juni 2009, 08:52)


3

Montag, 15. Juni 2009, 08:49

Hallo
Bei den älteren Fliegern (Fieseler Storch) waren die Spalten gewaltig, vermutlich wegen dem extremen Langssamflug. Meine jedoch bei den Verkehrsjets liegen die Landeklappen eng an. Habe bei Modellen keinen wesentlichen Unterschied im Flugverhalten festgestellt.
happy landings
Fritz

4

Montag, 15. Juni 2009, 09:13

Hi..

Man muss sich zuerst mal überlegen, wofür der Spalt überhaupt gut ist und was er bewirkt. Ich speche hier mal von Spaltklappen, nicht von "echt" abgesetzten Klappen wie bei Ju52 und co.

Der Spalt lässt Luft von der Unterseite, welche in dem Bereich einen höheren Druck hat als die Luft an der Oberseite, nach oben durchströmen. Dadurch VERRINGERT sich zunächst mal der Auftrieb, weil der Druck unten sinkt und oben steigt.
ABER wenn der Spalt richtig ausgeformt ist, dann verhindert die energiereiche Spaltströmung, dass die Strömung auf der Oberseite abreisst und damit die Klappe selbst nicht richtig wirken kann. Wenn das richtig gemacht wird gleicht
das den Auftriebsverlust infolge der umgeleiteten Luftmenge DEUTLICH aus.

Zunächst sollte man also mal prüfen, ob der Spalt überhaupt was nützen könnte. Er klann nur dann was nützen, wenn die Strömung beim Wunsch-Klappenwinkel auf der Oberseite abreisst.
Grob vereinfachte Vorgehensweise: Auf der Klappe Wollfäden aufkleben, Flügel schnappen und mit dem Cabrio ab auf die Landstraße :nuts: zum "Flugversuch". Wenn die Wollfäden anliegen braucht man über einen Spalt nicht nachzudenken. Wenn sie abstehen und wild tanzen, dann ist die Strömung dort abgelöst und die Klappenwirkung stark beeinträchtigt.

Insbesondere bei recht tiefen Klappen sollte man dann zunächst mal versuchen, vor die Klappe einen Turbulator zu setzen, bevor man gleich zum Designhammer "Spaltklappe" greift.

Wenn man dann mit Spalt arbeiten will, ist der Knackpunkt die Anformung der Vorderkante der Klappe. Großzügige Radien heißt das Schlüsselwort, da sonst die Spaltströmung auch nicht anliegen kann.

Das ganze ist extrem Reynoldszahlabhängig (insbesondere Wahl der Spaltgröße) und im Modellmaßstab eine empirische Kunst.
"Richtig" gemacht bringt so eine Spaltklappe einen enormen Auftriebsgewinn, allerdings auch sehr starke Lastigkeitsänderungen. Dadurch entsteht ggf. ein hoher Trimmaufwand, der einiges vom Nutzen der Klappe wieder auffressen kann.

Ich hatte selbst mal einen Trainer mit Spaltkklappen ähnl. Fowlerklappen ausgestattet. Die Wirkung war so extrem dass die Kiste bis auf SChrittempo verlangsamt werden konnte... allerdings brauchte ich immer 1.5 Platzrunden, bis ich den Zustand dann getrimmt hatte und in dieser Konfiguration landen konnte.

gruß

andi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (15. Juni 2009, 09:15)


udo260452

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  • »udo260452« ist der Autor dieses Themas

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5

Montag, 15. Juni 2009, 14:41

Danke soweit erst mal. Ich werde die Landeklappen dann mal mit normalen Ruderscharnieren, die ich unten anschlagen werde, möglichst spaltfrei befestigen. Sollten sich dadurch irgendwelche unerwarteten Schwierigkeiten ergeben, werde ich da mal ein bisschen rumexperimentieren.


Grüße
Udo