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neonerl

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  • »neonerl« ist der Autor dieses Themas

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1

Samstag, 31. Oktober 2009, 22:31

negative Schränkung - was passiert dann?

Guten Abend,

ich bastel gerade an meinem ersten reinen Depronflieger. Natürlich sollte er gut werden und so hab ich für die Tragfläche sowohl eine geometrische als auch eine aerodynamische Schränkung vorgesehen.
Nach dem Verkleben habe ich bemerkt, daß ich einen Denkfehler drinnen hatte :wall: und jetzt ist die geometrische Schränkung genau umgekehrt. D.h. außen ein höherer Einstellwinkel als innen. Ich rechne also mit fröhlichen Strömungsabrissen an der Flügelaußenseite und stabilem Auftrieb innen.

Hat jemand schon mal sowas gehabt, ist damit geflogen und kann mir sagen, ob ich das mal probieren soll? Oder lieber gleich eine neue Fläche bauen?

Ich brauch jetzt erstmal einen Rotwein.
Der Trüg scheint.

Flurnügler

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2

Sonntag, 1. November 2009, 01:30

Hallo Boris,

Ich habe einen Depron-Flieger (75cm, 300g) bei dem sich die Fläche durch Alterung (5 Jahre) in der Weise verzogen hat, daß er eine negative Schränkung hat.

Solange er Vollgas fliegt, ist alle O.K. . Aber wenn man ihn langsam macht, nimmt er die Nase hoch. Man muß also im Langsamflug drücken. Das macht es schwierig, ihn zu landen. Aber man kann sich an Allem gewöhnen. Allerdings kommt der Strömungsabriß sehr plötzlich.

Bis dann denn
Stephan Urra
Wo keine Strömung ist, kann auch nix abreißen

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neonerl

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3

Sonntag, 1. November 2009, 09:51

Danke, dann probiere ich es mal und sehe es als "Reflexschulung" :D
Der Trüg scheint.

FlyingMonkey

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4

Sonntag, 1. November 2009, 12:53

RE: negative Schränkung - was passiert dann?

Kannst du mal ein Foto hochladen, damit ich mir ein Bild davon machen kann, wie sowas aussieht? :)

Danke und Gruß

Christian

5

Sonntag, 1. November 2009, 18:16

RE: negative Schränkung - was passiert dann?

Aussen höhere Anstellung = positive Schränkung.
Meinst du das?
Das wird ein verdammt schlechtes Flugverhalten ergeben.
Viele Grüße, Michael

6

Sonntag, 1. November 2009, 19:01

Hi,

so ein Flieger würde doch beim Abriss leicht wegrollen/abkippen, hab ich das richtig verstanden?

neonerl

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7

Sonntag, 1. November 2009, 19:24

micu, genau das. Ist mir hinterher auch aufgefallen, daß es eigentlich positive heißen müßte. Nur klingt das halt so positiv. :D
Hab ihn jetzt nochmal mit dem Fön und gutem Willen behandelt. Aber ganz weg bekomme ich es einfach nicht. Naja, ist ja eh ein "Versuchsmuster". Versuch macht klug.
Der Trüg scheint.

8

Sonntag, 1. November 2009, 20:49

ich habe den flieger nicht gesehen, aber könntest du das problem nicht beheben, in dem du die flügel etwas verbiegst?

ich stelle mir etwas in der art von erwärmen oder tapen vor.
...und ich sag noch zu mir: "das ist total dumm, was du da gerade machst!" :D

neonerl

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9

Montag, 2. November 2009, 07:22

gefönt hab ich schon. Aber als Querstrebe ist ein profilierter Holzstab drinnen. Der ist ziemlich widerspenstig. Die letzten 10 cm auf jeder Tragflächenseite sind dann flach und ohne den Holzstab (damit mach ich die aerodynamische Schränkung - also Profiländerung). Das Problem dabei ist, daß an den Enden die Ober und Unterseite des Profils jetzt direkt zusammengeklebt sind (zumindest ganz außen). Dadurch wollte ich eigentlich auch die geometrische Schränkung erhalten. Nur hab ich beim Zuschneiden die erforderliche Länge für die Unter und Oberseite verwechselt. D.h. oben ist jetzt länger als unten. Beim kleben hab ich mich an den markierten Endleistpunkten orientiert. Direkt nach dem kleben hab ich gemerkt, was falsch gelaufen ist. Evt. schneide ich 3-4cm der Tragflächenenden ab und klebe neu. Aber richtig gut wird das alles nichts mehr.
Der Trüg scheint.

10

Montag, 2. November 2009, 13:48

und wenn du die flächen komplett neu baust?
...und ich sag noch zu mir: "das ist total dumm, was du da gerade machst!" :D

Joachim222

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11

Mittwoch, 4. November 2009, 12:24

RE: negative Schränkung - was passiert dann?

Ich denke, das kommt sehr darauf an. Ich habe eine 1,6m DC-3 nach einem Bauplan von FMT gebaut. Die haben ein Clark-Y für die Fläche vorgesehen. Aus irgendwelchen Gründen hat der Konstrukteur das Profil aussen aufgedickt. Wenn man das macht, kommt aussen ein größerer Einstelwinkel raus, als innnen.

Ich habe mir aber sagen lassen, dass das in diesem Fall nicht notwendigerweise zu Problemem führen muss. Mehr Dicke erzeugt wohl auch mehr Auftrieb.

Wie dem auch sei. Anfangs hatte ich tatsächlich riesige Probleme mit völlig unvermittelten Strömungsabrissen. Aber die Ursache war eine Kombination aus falschem Schwerpunkt (viel zu weit vorn) und Übergewicht (2kg). Nun wiegt sie etwa 1,8kg, der SP ist bei 34% statt bei 25% und nun fliegt sie lammfromm.

Alles was ich in meiner kurzen Laufbahn als Modelllflieger bislang gelernt habe ist, dass die Theorie der Aerodynamik manchmal überbewertet wird. Sie setzt häufig ideale Zustände voraus und berücksichtigt nicht, dass man ungenau gebaut hat, welche Lackierung / Folie man verwendet etc.

Wenn Dein Flieger schon fertig ist, lass ihn durch einen erfahrenen Vereinskameraden einfliegen (falls Du es Dir selbst nicht zutraust) und probiert die Langsamflugeigenschaften in großer Höhe aus.
Grüße aus Braunschweig
Alexander

[SIZE=1]Douglas DC-6A Baubericht [/SIZE]

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Joachim222« (4. November 2009, 12:25)