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61

Montag, 15. Februar 2010, 20:14

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Also Udo,

langsam komme ich mir ja vor wie der größte Oberdepp, daß ich zu so einem derart unfähigen Verein gehöre (ja, schlimmer noch, auch noch zu dessen Vorstand!).
Am Besten wäre ich doch gleich ausgetreten und hätte meine ausschließlich genehmigungsfreien Flugzeuge (ich fliege wirklich nur Elektro unter 5kg) künftig irgendwo auf der grünen Wiese gestartet, statt mir stundenlang im Gerichtssaal den Hintern für unsere Verbrennerflieger platt zu sitzen. Das Luftamt hätte sich ohne unsere Störaktion des Prozesses sicher auch erfolgreicher für uns eingesetzt - tja, so konnten sie leider nicht mehr für uns 'rausholen!
Der Jörg machts schon richtig: am Besten gleich in andere Länder auswandern, wo man ungestört von deutscher Vereinsmeierei mit all ihren Regeln auch Pulsos fliegen darf.
Ok Du hast mich überzeugt, wenn wir mal wieder mit soetwas zu tun haben, werden wir uns vertrauensvoll an dich Dich wenden, statt an Rechtsanwalt Felling...
Und sicher wird es der gesamten Modellflliegergemeinde und deren Ansehen in der Öffentlichkeit auf lange Sicht sehr nützen, wenn alle Modellflieger kritischen Kontakten mit Anwohnern o.ä. sofort mit dem Gesetzblatt wedelnd entgegentreten: "wir dürfen das, also machen wir das, ob Dich das stört, ist uns egal, Ende der Diskussion" - also Leute, völlige Kompromisslosigkeit ist angesagt!

Grüße,

Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Ottili« (15. Februar 2010, 20:20)


Joerg62

RCLine User

Wohnort: Hessen - hinterm Bretterzaun links

Beruf: immer Schuld

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62

Montag, 15. Februar 2010, 23:16

Ruhig Brauner ...

Udo - ... nix gegen DMFV , hat schon seine Berechtigung , mit dem Werbeblättchen einmal im Quartal kann ich leben - drei / viermal für den kleinsten Raum meiner Wohnung und dann blaue Tonne :D :D :D - ich bin ja da auch drin , vor allen Dingen macht man was für die Jugend , Nachwuchs fehlt überall .
Aber irgendeine Flachzange von unterbeschäftigtem Beamten wird das mit dem Lärmpass wohl angeleiert haben - logisch brauchen wir ein paar Regelungen mehr hier in dem Land , bei 80keineAhnungwievielMillionen Peoples auf so kleiner Fläche braucht man das - seh ich ein . Aber man kann es auch übertreiben !

Thomas - ... ich habe mich früher quer durch Hobby / Neckar und VTH gebaut - wer viel runterschmeißt , muß auch viel bauen :D , nach meiner Haus-Baum-Kind-Phase hatte sich was geändert und seitdem mache ich nur noch Elektro unter 5kg Zugeständnisse und Wildfliegen ist auch nicht mehr das was es mal war - mein Aggressionspotential liegt zwar sehr niedrig aber mich wirklich mit allem und jedem Anlegen muß ich auch nicht ! Es sei denn es loht sich . :evil:
Darum nehme ich im Jahresurlaub 10h mit dem Hänger über die Bahn zockeln in Kauf , damit ich wenigstens dann vor den Verbotenschreiern die hier bei uns hinter jedem Busch lauern , Ruhe habe ! Und dreimal dürft ihr raten wie viele deutsche Modellpiloten sich Beispielsweise auf so einem belgischen Platz versammeln . Ich hab zwar noch das ein oder andere Hektarchen eigenen Grund und Boden aber das ist auch nicht so einfach , so viele Bäume darf ich gar nicht fällen - gibt mecker vom Waldwirtschaftsverband... . Hatte sogar schon an einen " mich " Verein gedacht ... alles in einer Person - leider gibts da so ein paar Gesetze ...

So richtig Spaß macht das alles nicht mehr !

Jörg
Neulich hatte ich einen Traum ... ein Politiker hing am Apfelbaum ... , schon öfters hatte ich solche Träume , leider nie genug Bäume ! .

63

Dienstag, 16. Februar 2010, 01:28

RE: Ruhig Brauner ...

Hallo Jörg,

soll doch jeder sein Hobby betreiben, wie er mag! Ich stehe auch nicht auf Vereinsmeierei, und ich denke, diese gibt es in unserem Verein auch nicht. Ich möchte halt zum Flugplatz nicht ewig weit fahren müssen und eine ordentliche Piste statt Rübenacker, und zwischen den Flügen ein wenig fachsimpeln oder auf der Bank sitzen und über die anderen Piloten lästern ;)
So furchtbar eingeschränkt sind wir doch mit unseren Regelungen nicht, und wir haben schon unseren Spaß beim Fliegen - und das soll eben auch so bleiben!

Sorry, wenn ich oben vielleicht etwas übertrieben sarkastisch geworden bin, aber es hat mich schon etwas geärgert, wie hier ohne detailierte Kenntnisse der Verhältnisse und im Nachhinein aufgezählt wird, was unser Verein bzw. Vorstand alles falsch gemacht hat und wie man alles richtig gemacht hätte. Wenn Das Recht, unsere Aufstiegsgenehmigung in alter Form zu behalten, so klar gewesen wäre, wie es hier offenbar für selbstverständlich erachtet wird, hätte es dann einen solchen Rechtsstreit durch zwei Instanzen gegeben, mit mehreren Gutachten, hin- und her und entsprechenden Bergen von Papier?
Daß man Anfangs im Sinne einer guten Nachbarschaft ohne Rechtstreit zu Zugeständnissen bereit ist, wird einem schon gleich als Schwäche, ja praktisch auch also große Dummheit vorgeworfen. Das Ergebnis beweist ja, daß das nichts gebracht hat! Klar, wenn wir den Ausgang damals vorab gewußt hätten, hätten wir das auch gelassen.
Und Hand auf's Herz: wer würde als Vorstand eines Vereins eine mühsam erreichte Aufstiegserlaubnis freiwillig zurückgeben - mit völlig ungewissem Ausgang? Nur damit eine Klage eines Anwohners, die wir im übrigen ja ebenfalls für nicht gerechtfertigt hielten, ins Leere läuft? Hinterher, mit den paar spärlichen Infos, die ich hier gegeben habe, kann man man dann leicht schreiben "Mensch, wart Ihr aber blöd! Jetzt, wo der weggezogen ist, könntet Ihr leicht eine neue AE beantragen, nachdem Ihr die alte vor dem Prozess in die Tonne getreten hättet!" Ja, denkst Du, wenn er vor gehabt hätte, gleich danach wegzuziehen, hätte er den Prozess überhaupt durchgezogen, oder er hätte uns gar vor dem Prozessanfang gesagt, daß er nach dem Prozess wegzieht?
Außerdem: ganz ohne AE wäre gar nix mit Verbrennerfliegen gewesen (auch unter 5kg nicht), da die nächste "echte" Wohnsiedlung weniger als 1,5km entfernt ist!

Wir hätten uns doch für kostenlose Rechtsberatung an den Dachverband wenden sollen! Haben wir! Habe ich etwa irgendwo geschrieben, daß wir das nicht getan haben?
Warum haben wir uns einen Anwalt genommen? Ich weiß es nicht - warum zieht man überhaupt Fachleute zu Rate bei Sachen, von denen man keine große Ahnung hat?
Wenn die kostenlose Rechtsberatung unseres Dachverbandes, wie auch ein wirklich in Modellflugrecht erfahrener Anwalt uns nicht vor unseren Dummheiten bewahren konnte, wer dann? Etwa Du, Udo?

Grüße,

Thomas

64

Dienstag, 16. Februar 2010, 01:37

Vielleicht noch eine kurze Bemerkung dazu:

Zitat


Nein, kein Missverständnis, das hatte ich so auch schon verstanden, wie du das jetzt hier schreibst. Aber gerade euer Nachgeben im Vorfeld der ganzen juristischen Geschichte zeigt doch gerade besonders eindrucksvoll, dass solches Nachgeben nur das Gegenteil dessen bewirkt, was man eigentlich erreichen will oder hat der Beschwerdeführer etwa nach eurem freiwilligen Entgegenkommen Ruhe gegeben?

Wir sind ihm hier tatsächlich nicht entgegengekommen, sondern haben lediglich unsere Bereitschaft erklärt, das wir das um des Friedens Willen so machen würden. Da er das sofort als "ungenügend" abgelehnt hat, haben wir das auch freiwillig nicht gemacht, bis wir es machen mussten.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Ottili« (16. Februar 2010, 02:09)


fs.krause

RCLine User

Wohnort: Sachsen

Beruf: Versicherungsfachmann

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65

Dienstag, 16. Februar 2010, 08:19

RE: Modellflieger und die Lärmbelästigung - ein altes Thema.

Hallo Thomas,
im Nachberverein hat auch ein ``genervter Anwohner ´´ stunk gemacht (Unterschriftenliste...) die haben nachgegeben erst jeden 2. So ohne Verbrenner dann wars jeder Sonntag und dann kam der Samstag dran. Außer zum Schaufliegen is am WE jetzt aus mit Verbrennern.
Ach ja und der Anwohner wohnt am anderen Ende des Dorfes und die Unterschriften sammelte er in den noch weiter wegliegenden Dörfern die perr eingemeindung nun alle Eine Hauptbezeichnung haben.
Deshalb wenn einer kommt und rummotzt sagt einfach DAS IST UNSERE AUFSTIEGSGENEHMIGUNG VOM LUFTFAHRTBUNDESAMT. DIE IST GESETZLICH GEREGELT.
Schön Ihre bekantschaft gemacht zu haben aufwiedersehen.
Wenn er weiterstinkt dann an den Dachverband wenden der fertigt euch ein entsprechendes Gutachten und dann ende Stinker. :w
MfG Frank

66

Dienstag, 16. Februar 2010, 11:40

RE: Modellflieger und die Lärmbelästigung - ein altes Thema.

Hallo Frank,

wie sind denn dort die Platzverhältnisse, d.h. wie weit ist der Platz vom nächsten Dorf weg? Und wer hat die zunehmenden Einschränkungen vorgeschrieben - das Luftamt in einer geänderten AE oder der Verein sich selbst?

Grüße,

Thomas

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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67

Dienstag, 16. Februar 2010, 12:32

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Also Udo,
langsam komme ich mir ja vor wie der größte Oberdepp, daß ich zu so einem derart unfähigen Verein gehöre (ja, schlimmer noch, auch noch zu dessen Vorstand!).
Grüße,
Thomas
Nun bleib mal cool und beruhige dich wieder, ich habe nirgendwo behauptet, dass du dich als "Oberdepp" fühlen solltest, ich habe lediglich auf eure falschen Verhaltensweisen hingewiesen, weiter nichts.

Zu deiner Beruhigung lass dir gesagt sein, dass auch ich bzw. unser Verein eventuell unter den gleichen Umständen ebenso gehandelt hätten, wie ihr es getan habt, aber aus der Ferne sieht die Sache dann immer anders aus, dann hat man leicht reden.

Zitat

Ok Du hast mich überzeugt, wenn wir mal wieder mit soetwas zu tun haben, werden wir uns vertrauensvoll an dich Dich wenden, statt an Rechtsanwalt Felling...
Deine Spitzen gegen mich kannst du stecken lassen, ich hatte in meinen vorigen Posts alles haarklein erklärt, wie aus meiner allerdings unmassgeblichen Sichtweise in eurem Falle das richtigere Vorgehen gewesen wäre.
Und dass ein Rechtsanwalt, so er denn hinzugezogen wird, darauf drängt, im Prozess als "Nebenbeschuldigter" oder wie immer man das nennen will, mit einzusteigen, ist doch klar, schließlich will der gute Mann auch Geld verdienen, das ist schließlich sein Job. Auch ein noch so guter Anwalt sollte einem nicht daran hindern, mal selbst den eigenen Verstand einzuschalten, das kann ganz schön Geld sparen helfen, wenn man das mal macht.

Zitat

Und sicher wird es der gesamten Modellflliegergemeinde und deren Ansehen in der Öffentlichkeit auf lange Sicht sehr nützen, wenn alle Modellflieger kritischen Kontakten mit Anwohnern o.ä. sofort mit dem Gesetzblatt wedelnd entgegentreten: "wir dürfen das, also machen wir das, ob Dich das stört, ist uns egal, Ende der Diskussion" - also Leute, völlige Kompromisslosigkeit ist angesagt!
Klar, so sollte man das sehen. Du hast das sicherlich sarkastisch gemeint, aber genau so sollte man an die Sache rangehen und nicht anders!

Auch wir Modellflieger haben Rechte!

Wir sind doch nicht qualitativ weniger Wert als der Golf-Club, der z. B. oftmals mitten im Naturschutzgebiet liegt und einen immensen Landschaftsverbrauch hat.

Wir sind doch nicht weniger Wert als ein "Off-Road-Club", der in der nächstgelegenen Kiesgrube das ganze Wochenende mit Spezialfahrzeugen rumtoben, die nichtmal eine Strassenzulassung haben und folglich Abgase ohne Ende sowie einen Höllenlärm emittieren.

Wir sind doch nicht weniger Wert, als irgendein Tennisclub "Rot-Weiß", der mitten im Wohngebiet seine Plätze hat und dessen Anwohner auch das ewige "Ping - Pong, Ping - Pong" sowie die jeweiligen Kraftschreie der Spieler am Wochenende ertragen müssen, da ein gewisser Lärmpegel eben nicht überschritten wird.

So geht es beliebig weiter, man kann hier aufzählen, was man möchte, auch wir sind schließlich ein Sportclub, der nach festgelegten Regeln sein Hobby betreibt mit dem gleichen Recht wie alle anderen auch.

Grüße
Udo

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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68

Dienstag, 16. Februar 2010, 12:52

RE: Ruhig Brauner ...

Zitat

Original von Ottili
Sorry, wenn ich oben vielleicht etwas übertrieben sarkastisch geworden bin, aber es hat mich schon etwas geärgert, wie hier ohne detailierte Kenntnisse der Verhältnisse und im Nachhinein aufgezählt wird, was unser Verein bzw. Vorstand alles falsch gemacht hat und wie man alles richtig gemacht hätte.
Grüße,
Thomas
Entschuldigung, aber wenn du hier einen Beitrag einstellst und dadrin eure Leidensgeschichte erzählst, dann doch nur, weil du damit an dieser Diskussion teilnehmen willst, oder sehe ich das falsch? So, und wenn du dann nicht alles erzählst, sondern nur lückenhafte Informationen bringst, dann darfst du dich doch nicht wundern, dass wir, die wir darauf antworten sollen, diese uns vorenthaltenen Informationen eben nicht wissen können. Jetzt mir das hier vorhalten, ist schon arg.

Zitat

Wenn Das Recht, unsere Aufstiegsgenehmigung in alter Form zu behalten, so klar gewesen wäre, wie es hier offenbar für selbstverständlich erachtet wird, hätte es dann einen solchen Rechtsstreit durch zwei Instanzen gegeben, mit mehreren Gutachten, hin- und her und entsprechenden Bergen von Papier?
Nein, so habe ich das nie gesagt, dass ihr eure alte AE auf jeden Fall behalten hättet. Wo habe ich das geschrieben?

Da wir in einem Rechtsstaat leben, bedeutet das, dass jeder praktisch gegen alles und jeden das Klagerecht hat. Wenn es denn zu einer Verhandlung kommt, ist der Ausgang immer höchst ungewiss, niemand kann den Richterspruch vorhersehen, auch der beste Anwalt nicht.

Daher war ja meine Idee, dass man kurz vor Prozessbeginn die AE beim Luftamt zurückgezogen hätte, das hätte den Prozess wegen Wegfall des Klagegrundes erstmal platzen lassen, den hätte es nie gegeben.

Begreifst du das denn nicht? Kannst du das nicht einsehen? Ist das zu hoch?

Kein Prozess = kein Urteil = keine Handhabe des Anwohners gegen euch.

Ihr hättet kaum Einbußen davon gehabt, denn mit den erlaubnisfreien Fliegern hättet ihr immer fliegen dürfen. Eure gerichtliche Einschränkung auf nur alle 14 Tage fliegen ist doch wohl ein schlechter Witz! Und jetzt sind auch noch die erlaubnisfreien Flieger reglementiert!

Da habt ihr ein sehr schlechtes Geschäft gemacht: Einen Haufen Geld für den Anwalt und die Prozesskosten rausgehauen und dann so ein Ergebnis?

Zitat

Und Hand auf's Herz: wer würde als Vorstand eines Vereins eine mühsam erreichte Aufstiegserlaubnis freiwillig zurückgeben - mit völlig ungewissem Ausgang?
Hier herrscht allgemein Unverständnis vor: Die Erteilung einer Aufstiegserlaubnis ist kein Gnadenakt irgendeiner Behörde nach Gutdünken, sondern das ist geltendes Recht! Mit anderen Worten: Das Luftamt MUSS diese Genehmigung erteilen, wenn die Prüfungen ergeben haben, dass dem nichts entgegensteht! Man hat solche Genehmigungen sogar schon erfolgreich eingeklagt!

Niemand muss also Angst davor haben, eine Aufstiegsgenehmigung eventuell nicht zu bekommen, es sei denn, die Vorschriften können nicht eingehalten werden.

Ich weiß nicht, wie oft ich da noch schreiben soll: Wir Modellflieger haben auch Rechte! Wir sind doch keine Bittsteller.

Grüße
Udo

69

Dienstag, 16. Februar 2010, 14:34

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Hallo Udo,

Zitat

Original von udo260452

Zitat

Original von Ottili
Also Udo,
langsam komme ich mir ja vor wie der größte Oberdepp, daß ich zu so einem derart unfähigen Verein gehöre (ja, schlimmer noch, auch noch zu dessen Vorstand!).
Grüße,
Thomas
Nun bleib mal cool und beruhige dich wieder, ich habe nirgendwo behauptet, dass du dich als "Oberdepp" fühlen solltest, ich habe lediglich auf eure falschen Verhaltensweisen hingewiesen, weiter nichts.

naja - Du hast auch unseren Vorstand (also auch mich) als "unfähig" bezeichnet - ein Urteil, daß Dir meiner Meinung nach als Außenstehender ohne tieferen Einblick in den über 4 Jahre dauernden ganzen Vorgang nicht zusteht. Einen Vorgeschmack auf das, was uns evtl. blüht wenn wir uns nicht weiter drum kümmern (d.h. LMAA-Einstellung zum Anwohner, lass das Luftamt mal machen...) hatten wir zwischenzeitlich auch, als nach Einreichung einer Klageschrift eben tatsächlich mehrere Monate nur erlaubnisfreier Modellflug bei uns möglich war, d.h. hier ausschließlich elektrisch! Ich weiß nicht mehr genau, wie lange das war, da ich als reiner E-Flieger nicht unmittelbar davon betroffen und auch noch nicht im Vorstand war. Vorher wurde bereits vom Luftamt der Flugsektor entsprechend abgeändert, so daß die Modelle nicht so nahe an das Haus herankommen. Herr P. behauptete natürlich auch, daß wir den Flugsektor nicht einhalten.

Zitat


Zu deiner Beruhigung lass dir gesagt sein, dass auch ich bzw. unser Verein eventuell unter den gleichen Umständen ebenso gehandelt hätten, wie ihr es getan habt, aber aus der Ferne sieht die Sache dann immer anders aus, dann hat man leicht reden.

eben :)

Zitat


Und dass ein Rechtsanwalt, so er denn hinzugezogen wird, darauf drängt, im Prozess als "Nebenbeschuldigter" oder wie immer man das nennen will, mit einzusteigen, ist doch klar, schließlich will der gute Mann auch Geld verdienen, das ist schließlich sein Job. Auch ein noch so guter Anwalt sollte einem nicht daran hindern, mal selbst den eigenen Verstand einzuschalten, das kann ganz schön Geld sparen helfen, wenn man das mal macht.

Gut, wenn Du nur mit dem eigenen Verstand als juristischer Laie Deine Interessen in einem Gerichtsprozess ausreichend vertreten kannst, Hut ab! Ich würde mir das nicht zutrauen....
Du meinst vermutlich "Beigeladene" - das hat nichts mit unserem Rechtsbeistand zu tun, der uns da "reingedrängt" hat.
Erläuterung: http://www.rechtslexikon-online.de/Beiladung.html
Aber auch wir haben die Funktion als Beigeladene und die Konsequenzen, wenn wir Anträge stellen (z.B. daß wir mit drohenden Einschränkungen nicht einverstanden sind) nicht durchblickt. Das hätte uns tatsächlich eine Menge Geld ersparen können, auf der anderen Seite (hätten wir uns ganz 'rausgehalten): wer weiß, wie unsere AE heute aussehen würde...
Für das Luftamt wäre es doch der bequemste Weg gewesen, unsere AE weiter einzuschränken.
Wenn der Revisionsprozess so, wie der erste gelaufen wäre, wäre natürlich alles in Butter gewesen, wir wären fein 'raus, dürften jeden So Verbrenner fliegen (aber leider kein abendliches Flugvergnügen - das hat mich damals bei meiner beleuchteten Hercules schon sehr gestört) und der Kläger hätte alles zahlen müssen.

Zitat


Auch wir Modellflieger haben Rechte!

Klar haben wir Modellflieger Rechte, aber man muß auch Recht bekommen!
Und auch Bewohner eines frei stehenden Hauses haben Rechte, auch wenn dieses nicht in einem ausgewiesenem Wohngebiet liegt. Es ist eben nicht so, daß der Mann Pech gehabt hat, näher als 1,5km am genehmigten Modellfluggelände zu wohnen und deshalb nix hätte machen können! Zumutbare Lärmgrenzwerte gelten auch da, und die müssen eingehalten werden.

Natürlich sind wir nicht "weniger wert" als andere Sportclubs (ok, ich denke in den Augen der allgemeinen Bevölkerung schon, "diese Verrückten mit ihrem lauten Spielzeug" - 23 Typen, die hinter einem Ball herrennen, gelten als weit weniger verrückt), aber auch nicht mehr. Die Sportanlagenlärmschutzverordnung gilt auch für Tennisplätze, Kartbahnen, Fussballstadien usw., und wenn da einer neben dran wohnt, kann er dagegen genauso Klagen. Emittieren dürfen die Off-Roader soviel sie wollen, wenn beim nächsten Anwohner weniger ankommt, als die zumutbare Belästigung. Was als "zumutbar" gilt, ist dann mitunter per Gericht zu klären, wie bei uns.

Grüße,

Thomas

70

Dienstag, 16. Februar 2010, 15:54

RE: Ruhig Brauner ...

Zitat


Entschuldigung, aber wenn du hier einen Beitrag einstellst und dadrin eure Leidensgeschichte erzählst, dann doch nur, weil du damit an dieser Diskussion teilnehmen willst, oder sehe ich das falsch?

an der Diskussion teilnehmen als Erfahrungsbericht ja.

Zitat


So, und wenn du dann nicht alles erzählst, sondern nur lückenhafte Informationen bringst, dann darfst du dich doch nicht wundern, dass wir, die wir darauf antworten sollen, diese uns vorenthaltenen Informationen eben nicht wissen können. Jetzt mir das hier vorhalten, ist schon arg.

Ich kann ja hier schlecht den ganzen Schriftverkehr, Gutachten, Protokolle, Inhalt von Gesprächen zwischen den Beteiligten usw. wiedergeben - 1. wegen der Menge des Materials, 2. weil ich auch nicht alles habe, 3.bin ich nicht sicher, ob/was man davon alles veröffentlichen darf/sollte.

Wie gesagt, richtig gestört hat mich, den Verein bzw. den Vorstand als unfähig hinzustellen und daß man hier offenbar mit einfachen Patentrezepten im Nachhinein (u.a. bloß niemals nicht irgendwelche Zugeständnisse machen!) meint, den Problemen leicht Herr werden zu können.
Ich habe auch stark den Eindruck, daß dieser "Zugeständnis-Vorschlag" hier überbewertet wird - Im Prozess dürfte das kaum Auswirkungen gehabt haben.

Zitat


Daher war ja meine Idee, dass man kurz vor Prozessbeginn die AE beim Luftamt zurückgezogen hätte, das hätte den Prozess wegen Wegfall des Klagegrundes erstmal platzen lassen, den hätte es nie gegeben.

Ja und dann? Mit einer neuen AE wäre ja der Klagegrund wieder da, oder sehe ich das falsch?

Zitat


Begreifst du das denn nicht? Kannst du das nicht einsehen? Ist das zu hoch?

Kein Prozess = kein Urteil = keine Handhabe des Anwohners gegen euch.

Ihr hättet kaum Einbußen davon gehabt, denn mit den erlaubnisfreien Fliegern hättet ihr immer fliegen dürfen. Eure gerichtliche Einschränkung auf nur alle 14 Tage fliegen ist doch wohl ein schlechter Witz! Und jetzt sind auch noch die erlaubnisfreien Flieger reglementiert!

das begreife ich schon, nur ob das eine gute Idee ist und juristisch überhaupt geht, wage ich zu bezweifeln. Wenn erstmal etwas beklagt wurde, kann man sich ja nicht durch Abstellen des Klagegrundes dem Prozess entziehen. Wenn Du deinen Nachbarn wegen Ruhestörung vor Gericht zerrst, platzt der Prozess doch auch nicht, nur weil der Nachbar seine Musikanlage zwischenzeitlich verkauft hat. Und wenn doch: dann schafft er sich wieder eine neue Musikanlage an und dreht auf - was machst Du? Ziehst wieder vor Gericht!

Zitat


Da habt ihr ein sehr schlechtes Geschäft gemacht: Einen Haufen Geld für den Anwalt und die Prozesskosten rausgehauen und dann so ein Ergebnis?

Tja, welches schlimme Ergebnis haben wir denn? Wir haben eine AE für Verbrennermodelle mit bis zu 20 kg Gewicht. Einzige Einschränkung, die über das sonst übliche Maß bzw. die Einschränkungen, die auch von Anfang an da waren, hinaus geht, ist, daß wir alle 14 Tage an Sonn- und Feiertagen nur elektrisch (bis 20 kg) fliegen können.

Zitat


Niemand muss also Angst davor haben, eine Aufstiegsgenehmigung eventuell nicht zu bekommen, es sei denn, die Vorschriften können nicht eingehalten werden.

Genau der letzte Satzteil ist der springende Punkt: Hat man ein Gelände, daß weit genug von allen Wohnhäusern weg ist, ohne störende Hindernisse im Bereich des Flugsektors, ordentlichen Zufahrtswegen usw., keine Frage, bekommt man auch eine AE nach den aktuellen Richtlinien (25kg, großzügige Lärmgrenzwerte). Hat man nicht so ideale Verhältnisse, bekommt man (wenn's nicht zu arg ist) wohl auch eine AE, aber mit gewissen Einschränkungen ("Nebenbestimmungen"). Wird die AE abgeleht, weil das Modellfluggelände nicht den Richtlinien entspricht, kann ich mir nicht vorstellen, daß man trotzdem auf die Zuteilung einer AE ohne Einschränkungen pochen kann! Hier ist man dann sehr wohl auf den guten Willen des Gutachters und der Behörde angewiesen, weil vieles (z.B. Gewichtseinschränkung wegen eingeschränkter Größe des möglichen Flugsektors) eben doch wieder Ermessensache ist.

An vielen Punkten lesen sich Deine Beträge so, als ginge es uns ohne AE, mit genehmigungsfreiem Modellflug, dafür ohne zeitlichen Einschränkung, besser. Das ist nicht der Fall, denn dann könnten wir nur elektrisch fliegen!

udo260452

RCLine User

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71

Dienstag, 16. Februar 2010, 16:22

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Hallo Udo,
naja - Du hast auch unseren Vorstand (also auch mich) als "unfähig" bezeichnet - ein Urteil, daß Dir meiner Meinung nach als Außenstehender ohne tieferen Einblick in den über 4 Jahre dauernden ganzen Vorgang nicht zusteht.
Grüße,
Thomas
Ja dieses Urteil drängt sich einem im Nachhinein auf, dass da viele Fehler gemacht wurden, gleichwohl bezieht sich dieses harsche Urteil aber nur auf diesen Fall - und auch nur in einer retrospektiven Betrachtung, ist also nicht gemeint als Herabsetzung oder ein Werturteil eures Vorstandes an sich, wohl aber als ein Beispiel von vielen, wie man an so eine Sache eher nicht herangehen sollte. Und dass ich nicht alle Fakten kenne, liegt ja nicht an mir, sondern an der Information von dir, die du uns hier gegeben hattest.

Zitat

Einen Vorgeschmack auf das, was uns evtl. blüht wenn wir uns nicht weiter drum kümmern (d.h. LMAA-Einstellung zum Anwohner, lass das Luftamt mal machen...) hatten wir zwischenzeitlich auch, als nach Einreichung einer Klageschrift eben tatsächlich mehrere Monate nur erlaubnisfreier Modellflug bei uns möglich war, d.h. hier ausschließlich elektrisch!
Das ist ja genau das, was ich meinte: Mit einer AE versehen, kann das Luftamt den gesamten Modellflug auf einem Platz regelmentieren, also auch den erlaubnisfreien. Ihr hättet euch besser gestanden, wenn ihr eure AE zurückgezogen hättet, dann hättet ihr wenigstens alles, was unter 5 Kg ist, fliegen können, also auch Verbrenner und das alles völlig unregelmentiert, das heißt, zu jeder Zeit (Abends nur bis 22:00 Uhr, dann wieder ab Morgens 06:00 Uhr, da diese Zeit die sogenannte Nachtruhe ist).

Das Zurückziehen der AE bedeutet ja nicht, dass man sich nicht mehr darum kümmert, ganz im Gegenteil, man hat sich ja gekümmert und sogar etwas unternommen, was anfangs wie ein Einknicken vor dem Anwohner aussieht, was aber eine höchst effektive Massnahme gewesen wäre, denn es hätte dann kein Prozess, kein Urteil gegeben, das euch jetzt bis in alle Ewigkeit anhängen wird, auch wenn jetzt die Bewohner dort in dem abgelegenen Haus keine Einwände haben, das Urteil gilt sogar dann noch, wenn das Haus abgerissen werden würde und auch noch dann, wenn ihr eine neue AE beantragt mit anderen Zeiten und Festlegungen, denn da ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, kann das Luftamt gar nicht anders, es hat dieses geltende Urteil zu berücksichtigen, ganz egal, wie sinnvoll es ist oder war.

Die einzige Möglichkeit, wie ihr da wieder rauskommt, ist einen Prozess gegen das Luftamt zu führen, in dessen Verlauf dieses damalige Urteil eventuell wieder revidiert wird. (Mit durchwachsener Aussicht auf Erfolg) Oder ihr wechselt den Platz.

Dass euer Anwalt euch nicht wenigstens zu dieser Möglichkeit des Zurückziehens der AE geraten hat, spricht jetzt nicht unbedingt für diesen, auch wenn der Mann einen Namen hat, es sei denn, er hatte es, du uns aber darüber nichts erzählt hast.

Zitat

Gut, wenn Du nur mit dem eigenen Verstand als juristischer Laie Deine Interessen in einem Gerichtsprozess ausreichend vertreten kannst, Hut ab! Ich würde mir das nicht zutrauen....
Erstaunlich, wie hier Fakten verdreht werden: Wo, bitteschön, habe ich denn behauptet, ich würde mich besser vor Gericht vertreten, als ein Anwalt? Das habe ich nicht, ich sagte lediglich, dass ich die AE vor Prozessbeginn zurückgezogen hätte! Dann hätte es erst gar keinen Prozess gegeben! Also auch kein Urteil! Und keine Anwaltskosten! Wo, bitte, siehst du hier eine Behauptung meinerseits, dass ich mich besser im Prozess vertreten hätte?

Lies dir doch bitte nicht meine Posts nur oberflächlich durch, sondern versuche doch mal auch wirklich, den Inhalt zu verstehen.

Grüße
Udo

udo260452

RCLine User

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72

Dienstag, 16. Februar 2010, 16:34

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Für das Luftamt wäre es doch der bequemste Weg gewesen, unsere AE weiter einzuschränken.
Grüße,
Thomas
Ich glaube, ich rede hier gegen die Wand!

Das Luftamt MUSS eine AE erteilen, wenn sonstige Dinge nicht dagegen sprechen! Das Luftamt DARF es sich nicht einfach machen, indem es pauschal erstmal die AE beliebig einschränkt! Auch das Luftamt ist bei seiner Beschlussfassung an Recht und Gesetz gebunden! Insofern von einem "einfachen Weg" des Luftamtes zu sprechen, ist der Sache nicht dienlich und zeigt nur davon, dass du immer noch nicht begriffen hast, wie die Dinge liegen.

Zitat

Und auch Bewohner eines frei stehenden Hauses haben Rechte, auch wenn dieses nicht in einem ausgewiesenem Wohngebiet liegt. Es ist eben nicht so, daß der Mann Pech gehabt hat, näher als 1,5km am genehmigten Modellfluggelände zu wohnen und deshalb nix hätte machen können! Zumutbare Lärmgrenzwerte gelten auch da, und die müssen eingehalten werden.
Doch, der Mann hat halt Pech gehabt, wenn er ein Einödhaus kauft. Beispiel: Der Münsteraner Klub hatte mal ein Gelände gepachtet, an dem in ca. nur 100 Meter Entfernung ein einzelnes Haus lag. Der Mann hatte nicht die geringste Chance, gegen den Fluglärm etwas zu unternehmen!

Außerdem kann man sehr leicht unter den Immissionswerten bleiben, wenn man seine Verbrenner allesamt mit Schalldämpfern ausrüstet, das ist überhaupt kein Problem. Was bleibt, ist der entnervend hohe Ton eines hochdrehenden Zweitakters, den bekommt man nicht weg, gemeinerweise ist die Tonhöhe aber dem Messgerät völlig schnuppe.

Grüße
Udo

udo260452

RCLine User

Wohnort: Geilenkirchen, zur Zeit Mazar-e-Sharif, Afghanistan

Beruf: Pensionär

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73

Dienstag, 16. Februar 2010, 16:55

RE: Ruhig Brauner ...

Zitat

Original von Ottili
Wie gesagt, richtig gestört hat mich, den Verein bzw. den Vorstand als unfähig hinzustellen und daß man hier offenbar mit einfachen Patentrezepten im Nachhinein (u.a. bloß niemals nicht irgendwelche Zugeständnisse machen!) meint, den Problemen leicht Herr werden zu können.
Ich habe auch stark den Eindruck, daß dieser "Zugeständnis-Vorschlag" hier überbewertet wird - Im Prozess dürfte das kaum Auswirkungen gehabt haben.
Dazu habe ich schon Stellung genommen, siehe oben. Ob eure Zugeständnisse an dem Urteil was geändert hätten, weiß ich nicht, klar dürfte aber sein, dass eure Zugeständnisse dem Mann in seinem Willen bestärkt haben, den Prozess überhaupt zu führen. Das Leben ist manchmal wie ein Pokerspiel: Man darf seine Karten nicht zu früh aufdecken bzw. man muss seine Absichten verschleiern, sollte dem Gegenüber niemals reinen Wein einschenken oder mit dessen Verständnis rechnen. Die Welt wird immer härter, immer kompromissloser, wo man früher noch mit einem "Gentlemans-Agreement" klargekommen ist, geht das heute nicht mehr, da wird sogleich prozessiert. Somit ist es generell unklug, seinem "Gegner" Kompromissbereitschaft zu signalisieren, das wird heutzutage allgemein als Schwäche und Ermutigung zu noch größeren Forderungen ausgelegt. Tut mir ja leid, dass es so ist, aber ich habe die Welt nicht so gemacht, wie sie nun mal jetzt ist.

Zitat

Ja und dann? Mit einer neuen AE wäre ja der Klagegrund wieder da, oder sehe ich das falsch?
Oh Mann! Du bist anscheinend nicht der allerschnellste, wenns darum geht was zu begreifen. (Ist nicht böse gemeint!)

Nochmal:

Kurz vor Prozessbeginn die AE zurückziehen - was hat das für Auswirkungen?

- Ihr dürft nur noch bis 5 Kg fliegen, dafür aber auch Verbrennerflug, unregelmentiert!

- Es gibt kein Urteil! Der Kläger erreicht sein Ziel nicht!

- Im Gegenteil, er erreicht gerade das Gegenteil von dem, was er erreichen wollte, nämlich ab sofort hat er eine viel größere Lärmbelästigung, als vorher, wenn eure Verbrennerfraktion da fleißig mitspielt.

- Das Schöne daran ist, dass er dagegen keine Handhabe hat, er muss das dulden. Natürlich kann er Gutachter beauftragen, zu Anwälten gehen, Klage einreichen usw. das volle Programm aber letztlich wird seine Lärmbelästigung nur in dem zumutbaren Rahmen liegen, da bin ich mir ganz sicher.

- Nachdem man sowas mal eine Saison lang durchgezogen hat, wird der Anwohner wohl entweder von selber zu euch kommen und euch bitten, euren Flugbetreib einzuschränken (das wäre dann der Moment, an dem man dann wirklich mit dem Mann auf Augenhöhe reden könnte) oder er wird ausziehen.

- Ist eines von beiden erfolgt, so hätte man dann erneut eine AE beantragen können, völlig unbeeindruckt durch ein Urteil oder eines Einspruches des Anwohners.

Jetzt soweit klar?

Grüße
Udo

udo260452

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74

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:01

RE: Ruhig Brauner ...

Zitat

Original von Ottili
Wenn erstmal etwas beklagt wurde, kann man sich ja nicht durch Abstellen des Klagegrundes dem Prozess entziehen. Wenn Du deinen Nachbarn wegen Ruhestörung vor Gericht zerrst, platzt der Prozess doch auch nicht, nur weil der Nachbar seine Musikanlage zwischenzeitlich verkauft hat. Und wenn doch: dann schafft er sich wieder eine neue Musikanlage an und dreht auf - was machst Du? Ziehst wieder vor Gericht.
Ich gebs jetzt auf, hat keinen Zweck mehr!
Der hatte doch nicht gegen euch geklagt, weil ihr mal laut gewesen wart, so ein Quatsch!
Der hatte gegen das Luftamt geklagt gegen die AE, die das Luftamt euch gegeben hatte. So, und wenn ihr die AE zurückgezogen hättet, wäre der Klagegrund komplett weggefallen, so einfach ist das.

Aber anscheinend willst du nicht begreifen, du bist auch jemand von denen, die niemals Fehler machen und wenn doch, dann gestehen sie niemals das ein. Na ja, dann werdet mal glücklich mit eurem 14-Tages-Flugplatz, hoffentlich habt ihr immer dann gutes Wetter, wenn ihr dürft.

Grüße
Udo

75

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:03

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von udo260452
ja genau das, was ich meinte: Mit einer AE versehen, kann das Luftamt den gesamten Modellflug auf einem Platz regelmentieren, also auch den erlaubnisfreien. Ihr hättet euch besser gestanden, wenn ihr eure AE zurückgezogen hättet, dann hättet ihr wenigstens alles, was unter 5 Kg ist, fliegen können, also auch Verbrenner


Nochmal: Nein! Wir hätten uns mit erlaubnisfreiem Modellflug nicht besser gestanden! Die nächste Wohnsiedlung liegt Luftlinie etwa nur einen Kilometer von unserem Platz entfernt, daher hätten wir nur noch elektrisch fliegen können! Wir hätten also auch Dein Szenario, den Anwohner dann mit "erlaubnisfreien" Verbrennern zu nerven, nicht spielen können.

Und mit dem Zurückziehen der AE um dem Prozess aus dem Wege zu gehen: hat das schon mal jemand gemacht?
Ich weiß auch nicht, wie Du darauf kommst, daß wir nach dem Zurückziehen der AE, dann nach dem Prozess und mit den gegebenen Platzverhältnissen, eine AE mit gegenüber heute erträglicheren Nebenbestimmungen bekommen hätten. Immerhin wären die Voraussetzungen ja deutlich schlechter gewesen, als bei der ursprünglichen AE.

Zu Deinem Beispiel: was ist bei den Münsteranern denn abgelaufen? Hat der Mann geklagt, wenn ja, gegen wen? Was haben die Münsteraner gemacht oder eben nicht gemacht? Haben die vielleicht ihre AE zurückgezogen, um einen drohenden Prozess gegen ihre Genehmigungs-gebende Behörde zu vermeiden?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ottili« (16. Februar 2010, 17:14)


udo260452

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76

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:10

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Nochmal: Nein! Wir hätten uns mit erlaubnisfreiem Modellflug nicht besser gestanden! Die nächste Wohnsiedlung liegt Luftlinie etwa nur einen Kilometer von unserem Platz entfernt, daher hätten wir nur noch elektrisch fliegen können!
Damit kommst du erst jetzt? Du hattest hier immer den Eindruck hinterlassen, dass euer Platz ansonsten mehr als 1,5 Kilometer Luftlinie von dem nächsten bebauten Gebiet entfernt ist. Das ändert natürlich alles.

Zitat

Zu Deinem Beispiel: was ist bei den Münsteranern denn abgelaufen? Hat der Mann geklagt, wenn ja, gegen wen? Was haben die Münsteraner gemacht oder eben nicht gemacht? Haben die vielleicht ihre AE zurückgezogen, um einen drohenden Prozess gegen ihre Genehmigungs-gebende Behörde zu vermeiden?
Im einzelnen weiß ich das nicht, da ich dort zu dem Zeitpunkt kein Mitglied war. Fest steht nur, dass die ihren Platz sehr lange hatten.

Grüße
Udo

77

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:31

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von udo260452
Damit kommst du erst jetzt?

Hatte ich schon weiter oben erwähnt:
"Außerdem: ganz ohne AE wäre gar nix mit Verbrennerfliegen gewesen (auch unter 5kg nicht), da die nächste "echte" Wohnsiedlung weniger als 1,5km entfernt ist!"

Zitat


Du hattest hier immer den Eindruck hinterlassen, dass euer Platz ansonsten mehr als 1,5 Kilometer Luftlinie von dem nächsten bebauten Gebiet entfernt ist.

womit? Ich habe sonst nichts dazu geschrieben, außer vielleicht in Andeutungen (nicht deutlich genug!), daß wir in anbetracht unserer Platzverhältnisse mit den aktuellen Möglichkeiten noch ganz gut bedient sind!

Grüße,

Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ottili« (16. Februar 2010, 17:32)


udo260452

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78

Dienstag, 16. Februar 2010, 18:12

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Ich weiß auch nicht, wie Du darauf kommst, daß wir nach dem Zurückziehen der AE, dann nach dem Prozess und mit den gegebenen Platzverhältnissen, eine AE mit gegenüber heute erträglicheren Nebenbestimmungen bekommen hätten. Immerhin wären die Voraussetzungen ja deutlich schlechter gewesen, als bei der ursprünglichen AE.
Dass eine AE nach den neuen Regeln schlechter für den Klub ist, stimmt so nicht pauschal. Ganz im Gegenteil sind z. B. die Schallpegelmessungen jetzt deutlich entschärft worden, muss man doch jetzt nur noch in 25 Metern Entfernung messen. Zwar sind die Schallpegel niedriger aber insgesamt ist das günstiger, das heißt, die Motoren dürfen jetzt lauter sein als vorher. Allerdings gibt es ein paar Auflagen, so muss man z. B. jedes Modell mit Verbrenner messen und diese Werte müssen als "Lärmpass" dem Eigner mitgegeben werden, der diesen Lärmpass dann immer miführen muss. Und es muss ein Flugbuch geführt werden, wo sich der jeweilige Flugleiter eintragen muss und alle, die fliegen mit Uhrzeit usw.

Unser Platz z. B. hat auch eine AE nach den neuen Bestimmungen und wir liegen nur 240 Meter von den nächsten Ansiedlungen entfernt (Mischgebiet) und direkt nebenan befindet sich eine Bundeswehreinrichtung (Schießplatz). Unsere AE erlaubt uns bis zu 3 Verbrenner gleichzeitig in der Luft zu haben, Schallpegel 71 dbA in 25 Meter und sogar bis zu 2 Jets mit 78 dbA. Flugzeiten von 08:00 bis 20:00 Uhr oder von Sonnenauf- bis untergang und an Sonn- und Feiertagen von 09:00 Uhr bis 13:00 und von 15:00 bis 20:00 Uhr. Diese Flugzeiten gelten nur für Verbrenner, mit Elektro dürfen wir von Sonnenaufgang bis Untergang fliegen. Die angrenzende Schießanlage darf grundsätzlich nicht überflogen werden, nach Absprache aber schon (wenn sie nicht benutzt wird, am Wochenende z. B.).
Diese AE ist von 2007.

So, und euer Verein hat so nahe bei nur ein Einzelhaus und weit schlechtere Bedingungen. Noch Fragen?

Grüße
Udo

79

Mittwoch, 17. Februar 2010, 01:19

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Hallo Udo,

keine weiteren Fragen!

Zu Eurer AE bei 240 m Abstand zum Mischgebiet und mit diesen erlaubten Emissionswerten kann ich Euch dann nur beglückwünschen, daß sich die Behörde so weit von den Richtlinien (s. http://www.lsvrp.de/modell/NFLI6905.pdf) zu Euren Gunsten entfernt hat! Nach meiner Rechnung käme ich bei 3 Flugmodellen mit Kolbenmotor und 71 dB/25m Emission auf einen notwendigen Mindestabstand von 450 Metern zum Mischgebiet.
Ich hoffe für Euch, daß sich kein Anwohner dort gestört fühlt und klagt!
240 m Abstand ist in der Tabelle gar nicht drin, aber ich schätze mal, in der neuen AE nach einem evtl. Prozess hättet Ihr dann einen Grenzwert von 65dB/25m bei zwei Modellen gleichzeitig. Oder drei Modelle mit 63dB. Auf jeden Fall wären die Grenzwerte deutlich niedriger, als jetzt bei uns - der Unterschied 7m zu 25m macht AFAIK etwa 10dB aus.

Grüße,

Thomas

udo260452

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Beruf: Pensionär

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80

Mittwoch, 17. Februar 2010, 07:18

RE: Endlich mal ne richtig gute Diskussion ...

Zitat

Original von Ottili
Hallo Udo,

keine weiteren Fragen!

Zu Eurer AE bei 240 m Abstand zum Mischgebiet und mit diesen erlaubten Emissionswerten kann ich Euch dann nur beglückwünschen, daß sich die Behörde so weit von den Richtlinien (s. http://www.lsvrp.de/modell/NFLI6905.pdf) zu Euren Gunsten entfernt hat! Nach meiner Rechnung käme ich bei 3 Flugmodellen mit Kolbenmotor und 71 dB/25m Emission auf einen notwendigen Mindestabstand von 450 Metern zum Mischgebiet.
Ich hoffe für Euch, daß sich kein Anwohner dort gestört fühlt und klagt!
240 m Abstand ist in der Tabelle gar nicht drin, aber ich schätze mal, in der neuen AE nach einem evtl. Prozess hättet Ihr dann einen Grenzwert von 65dB/25m bei zwei Modellen gleichzeitig. Oder drei Modelle mit 63dB. Auf jeden Fall wären die Grenzwerte deutlich niedriger, als jetzt bei uns - der Unterschied 7m zu 25m macht AFAIK etwa 10dB aus.

Grüße,

Thomas
Natürlich beschweren sich die Anwohner (vor allem welche, die dort neu gebaut haben) beinahe regelmäßig über uns, wir seien zu laut, hielten unseren Flugsektor nicht ein, würden sogar über deren Häuser fliegen usw.), jedoch bleibt es regelmäßig bei Beschwerden, die dann ebenso regelmäßig im Nichts verlaufen.
Warum das so ist?
Nun, wir sind eine Sporteinrichtung der Gemeinde, gemeinnützig, Jugendarbeit, Ausrichter von Veranstaltungen und Wettbewerben und unser Platz liegt auf Gemeindegelände, wir sind also Teil des Sportlebens der Stadt, werden genauso gefördert wie irgendein anderer Sportverein und wenn sich da jemand beschwert, dann schmettert die Stadt bereits im Vorfeld diese Beschwerde ab.

Denn eines muss man wissen: Die Gemeinden/Städte, auf deren Gebiet so ein Modellflugplatz liegt, werden immer in den Entscheidungsprozessen der Luftämter mit involviert, das heißt, sie werden um Stellungnahme gebeten, wenn es darum geht, die Lärmgrenzwerte bzw. die Flugsektoren und Flugzeiten festzulegen und auch bei eventuell bis zum Luftamt vorgedrungenen Beschwerden wird immer auch die betroffene Gemeinde um Stellungnahme gebeten. Das machen die Luftämter ganz automatisch, davon bekommt der normale Verein gar nichts mit.

So, wenn nun die betreffende Stadt/Gemeinde sich aktiv auf die Seite des Klubs stellt und eventuelle Beschwerden von Anwohnern unter "Querulantentum" abtut, dann sind eben die Voraussetzungen schon mal ganz andere, als wenn der Stadt/Gemeinde das egal ist bzw. wenn die Gemeinde/Stadt sogar negativ gegenüber diesen Modellfliegern eingestellt ist, warum auch immer.

Es geht also nichts über sehr gute Beziehungen, bzw. über ein sehr gutes Verhältnis zur Gemeinde, das ist schon mal mehr Wert als die halbe Miete.

Im Zusammenhang mit den gelegentlich vorgebrachten Beschwerden ist die ordnungsgemäße Führung des Flugbuches Gold wert, denn oft haben sich Leute beschwert, es hätten Flüge dann und dann stattgefunden und bei der Durchsicht des Flugbuches stellte sich dann heraus, dass zum fraglichen Zeitpunkt lediglich Elektroflieger am Platz waren oder ein angeblicher Überflug eines Modells stellte sich als Überflug eines manntragenden Sportflugzeuges heraus ..... auf diese Weise des offensichtlichen Querulantentums überführt, geben die Betroffenen dann meistens (immer) Ruhe und wenden sich anderen Dingen zu, die sie beklagen können.

Man muss aber auch sagen, dass unser Platz nun schon seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts dort existiert und damals gab es da natürlich nicht die Wohnhäuser, die es heute dort gibt. Daraus hat sich ein Gewohnheitsrecht entwickelt, wer also jetzt dort ein Haus baut, der findet eben die Situation so vor, wie sie ist und kann dann nicht anschließend beanspruchen, dass andere sich nach ihm richten sollten. Das erklärt vielleicht auch unsere Lage.

Fest steht allerdings, dass bei einer erstmaligen Beantragung einer AE eines dort neu entstehenden Platzes wir wohl keinerlei Genehmigung bekommen würden, das dürfte auch klar sein.

Darum ist es ja so wichtig, dass man die erste Genehmigung überhaupt bekommt, ändert sich dann was, hat man bessere Karten.

Grüße
Udo