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Sanguinius

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  • »Sanguinius« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 3. März 2010, 19:38

Minihottie 80cm Spw., mit MH32 mod. oder MH 43?

Servus.

Ich möchte mir einen kleinen Minihottie zulegen, und es würden zwei Modelle zur
Auswahl stehen. Das eine Modell hat Rippenflächen mit MH43 als Profil. Das
andere Modell hat ein modifiziertes MH 32 auf einer Styro-Balsafläche. Beide
Modelle sind eigentlich ein Pylon, aber ab und zu werden sie auch als
Segler/E-Segler zweckentfremdet. Leider hört man nicht viel von den Piloten.
Welches Profil wäre denn zu empfehlen?

Grüße
Alex

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Sanguinius« (3. März 2010, 19:39)


Farkas

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2

Mittwoch, 3. März 2010, 20:51

Hi Alex,



gugst du dort,da gibts zu Beiden eine Kurzbeschreibung.

http://www.aerodesign.de/



Gruss,Andi.

Sanguinius

RCLine User

  • »Sanguinius« ist der Autor dieses Themas

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3

Mittwoch, 3. März 2010, 21:22

Hi Andi.

Die Seite verwirrt mich auch ein wenig :D . Dort wird das MH-32 nicht zu knapp
runtergebügelt und zig Ausweichmöglichkeiten vorgeschlagen. Das MH-43 ist
laut der Seite anscheinend ein super Profil.

Zum MH-32
Bei uns am Platz gibt es einige Piloten der Rentnergang die ihre Kisten damit fliegen.
Die sind wiederum vom Profil begeistert. Einige Modelle sind Allrounder oder
eher in Richtung Thermikflug gebaut. Ich hab mal einen gebeten die Kiste laufen
zu lassen, und die ist geloffen wie die Sau. Nicht verwölbt hat das Profil eine
angenehm flotte Grundgeschwindigkeit. Die fliegen halt fast alle schon mehrere
Jahrzehnte und haben einfach einen gewissen Erfahrungsschatz. Wenn ich bis
jetzt Tipps und Empfehlungen bekam, waren die alle absolut super. Und wenn die
mir bestätigen, das MH-32 ist gut dann glaub ich denen auch.

Zum MH-43
Hier kenn ich nur zwei Piloten die mit dem Profil fliegen. Einer ist mit im Verein mit
dem Lift Off von Simprop. Also die Kiste geht schon spitze beim anstechen. Und
die Grundgeschwindigkeit ist richtig schön langsam. Den anderen den ich kenne
fliegt das Profil auf einem Eigenbau. Den bin ich schon mal Probe geflogen. Fliegt
wirklich klasse. Beim anstechen schnell, und sonst angenehm langsam und wirklich
absolut gutmütig. Nur kommt es mir persönlich so vor dass das MH-43 nicht ganz
so einen guten Durchzug hatte. Die Modelle mit MH-32 hielten den Speed deutlich
länger, oder ich täusche mich(ist schon ne Weile her)

Grüße
Alex

Farkas

RCLine User

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4

Mittwoch, 3. März 2010, 21:52

Wieso runtergemacht?
Wird halt objektiv über die Erfahrungen der jeweiligen Profileigenschaften
berichtet,ich empfinde das jetzt nicht so als Wertung.

Eher entnehme ich der Beschreibung genau das was du in deiner
eigenen Beobachtung widergibst.

Willstes schnell nimm das 32.
(modifiziertes?was?)

Willstes gutmütiger,dafür weniger schnell,dann das 43.



Also eh keine Frage,oder? :evil:



Gruss,Andi.

Sanguinius

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5

Mittwoch, 3. März 2010, 22:03

Also für mich klingt es in meinen Ohren so, als würde der Autor das MH-32 meiden
wie der Teufel das Weihwasser :D . Wie das Fazit z.B.:

Zitat

So perfekt das MH-32 für F3J geeignet ist, so ungeeignet ist es für Allround- und Freizeitflieger aufgrund der mangelnden Dynamik.

Und gerade die Allround- und Freizeitflieger sind ja so angetan. Aber egal...........
Ich will ja was kleines und fetziges, also wird es das Modell mit MH-32. Wenn es
gutmütig sein soll hab ich schon genug andere Flieger.

Grüße
Alex

Farkas

RCLine User

Wohnort: München

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6

Mittwoch, 3. März 2010, 22:16

Na ja,das der Autor eine persönliche Meinung hat,und die
auch wiedergibt sollte ihm vergönt sein.
Man hat ja seine eigene.... ==[]



Hier hab ich noch was für dich,wäre auch gut geeignet,
für dein Vorhaben.


http://www.rc-weidenbach.de/product_info…roducts_id/1660



Gruss,Andi.

Sanguinius

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7

Mittwoch, 3. März 2010, 22:32

Sieht auch verdammt verlockend aus, jetzt verwirrst du mich total :O .
Aber bald muss ich mich mal entscheiden, das wird schwer..........

Grüße
Alex

8

Mittwoch, 3. März 2010, 22:49

Hallo, bitte lasst Euch von den seit einigen Jahren sehr in Mode gekommenen Profilanalysen nicht zu sehr den Kopf verdrehen. Die Software, die für die Darstellung der Profileigenschaften herangezogen wird, ist mit großer Wahrscheinlichkeit zurückzuführen auf x-foil von Marc Drela. Marc Drela war vor vielen Jahren in ein Forschungsprojekt der Großfliegerei eingebunden und hat dafü x-foil entwickelt, um es anschließend lizenfrei zu stellen. Er selbst hat mit diesem Programm einige sehr schöne Profile für HLG's entwickelt, da er im niedrigen Re-Bereich forschte.

Nun gibt es viele Leute, die sich sehr gut mit Profilen auskennen, doch kaum einer verläßt sich alleine auf die Proflipolaren aus x-foil. Die software hat zum Beispiel die bekannte Schwäche, dass sie laminare Blasen (Ablösungen) schlecht oder gar nicht darstellt. Für jemand, der ein ganz neues Profil entwickeln will( wie sein Erfinder Marc Drela) bietet es natürlich ein große Erleichterung, da im Groben Eigenschaften durchaus realistisch sind. Man stelle sich nur vor, wieviel Modellflügel für den Windkanal man dadurch NICHT bauen muss. Spart enorm Geld. Auch einige nette Leitwerksprofile sind so entstanden.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass manche Profile, die in der Theorie schlechter abschneiden als ein Vergleichsprofil, in der Praxis besser performen als in der Software. Solange man nicht Wettkampf fliegt, wird man so manchen Unterschied ohnehin nie merken. Dazu kommt, dass zwar heute bei den meisten Fliegern das Profil angegeben wird, aus wegen marketing. Habt Ihr aber schon mal eins nachvermessen? Und zur Dynamik eines Fliegers (was immer das auch heissen mag) gehört sicher mehr dazu, als "kein MH32" zu haben. Der Autor von aerodesign ist übrigens natürlich ein absoluter Fachmann im Bereich Profileigenschaften, hat aber eine eigene Meinung und eigene Erfahrungen.

Natürlich finde ich im Falle einer Neukonstruktion ein tieferes Studium der x-foil Daten oder, wenn verfügbar, der Windkanaldaten sinnvoll. Ich würde mich aber nicht ausschließlich aufgrund eines Profiles gegen einen Flieger entscheiden, der in der Praxis von den Piloten gut angenommen wird. Und nur so aus der Hüfte geschossen, der Entwickler Martin Hepperle bezeichnet sie beide ( MH32 und MH43) als Pylon-Modell Profile.
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

www.modellflug-buch.com
Mini Titan
HDX-500
Blade XL F3F
Hype Fox
FF-7/2G4, MC-22s Assan retrofit

9

Freitag, 5. März 2010, 09:22

Na ja die (meist leider nur gerechnete) Polare stellt nunmal das einzige dar, was man zum Vergleich heranziehen kann.
In diesem Fall (siehe exemplarisch im Anhang) wird aus der Polare deutlich, dass die beiden Profile für völlig unterschiedliche Einsatzzwecke bzw. Modellauslegungen gedacht sind:

-Das 32 hat deutlich mehr Wölbung, damit höheren Maximalauftrieb, Höheren Auftriebsbeiwert im beten Gleiteun undgeringstem sinken. Damit ist es für das Fliegen bei großen Auftriebsbeiwerten geeignet, d.h. mit SCHWEREN Vögeln und/oder hohen Flächenbelastungen.
-Das 32 hat einen für Schnell- und Kunsflug (thema Dynamik) deutlich weniger geeigneten unteren Polarenast
-Das 32 hat einen mindestens doppelt so hohen Momentenbeiwert und wird somit in der Praxis durch den daraus resultierenden erhöhten Trimmwiderstand und -aufwand schlechter abschneiden als es die CL/CD-Polare suggeriert.
-Das 43 ist sicherlich auf eine schnellere Gangart bei geringeren Flächenbelastungen optimiert und damit wohl den aktuelleren Reglements besser angepasst. Früher, als man noch Modelle bis zur Vergasung aufbalastiert bzw. die Flügelfläche gedrückt hat so weit es erlaubt war hätte vielleicht auch ein 32 gute gehabt.

Ohne die Eckdaten des geplanten Modelles genau zu kennen ist es kaum zu quantisieren, welches Profil das bessere ist - aber prinzipiell würde man dem 43 die Attribute "Leicht, schnell, Geradeaus, Dynamisch" und dem 32 die Eigenschaften "Dickschiff, Thermik, Kurbeln" zuordnen können.
Den vermeintlich guten "Durchzug" hat das 32 nur dann, wenn es mit der zugehörigen hohen Flächenbelastung kombiniert ist.

Siegmann neigt imho leider ein wenig zu stereotypen Schlussfolgerungen (verriss oder jubel, dazwischen ist wenig).

Ansonsten würde ich greenx zustimmen und nochmal NACHDRÜCKLICH darauf hinweisen, dass ein Profil nur den Bruchteil der Gesamtauslegung eines Modells ausmacht. Ein "gutes" Profil geringfügig falsch eingesetzt kann zu erheblich schlechteren Ergebnissen führen als ein mittelmässiges Profil im optimalen Arbeitspunkt.

gruß
andi
»___...._____.« hat folgendes Bild angehängt:
  • polare.gif

der_rote_baron

RCLine User

Wohnort: Dresden

Beruf: Student (Luft- und Raumfahrttechnik)

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10

Freitag, 5. März 2010, 09:54

Hallo,
und denk auch mal an die Bauweise des Modells. Im Eingangsbeitrag hast du ja was davon geschrieben, dass einer der Flieger eine Rippenfläche hat. Wenn die nicht vollbeplankt ist, wird die Folie in den Rippenfeldern einfallen und den Teufel tun, der durch die Rippen vorgegebenen Kontur auch wirklich zu folgen. Soll heißen, dass du das angegebene Profil im besten Fall vielleicht auf 5% der Spannweite auch wirklich anliegen hast. Der Rest ist irgendwas Anderes, mit halbwegs gut getroffener Nase (wegen der Beplankung) und ab dem ersten Drittel mehr oder minder gerade Ober- und Unterseite. Damit stimmt die berechnete Druckverteilung über und unter dem Profil nicht mehr mit der Realität überein und es bekommt sowieso andere Eigenschaften, als erwartet. Und dann kommt noch dazu, dass Profilpolaren (fast egal mit welchem Programm sie nun erzeugt wurden) nur für eine zweidimensionale Strömung und damit für einen unendlich langen Flügel gelten. In der Realität kommen da noch andere Effekte dazu, die das Ergebnis auch wieder verändern. Nur für eine elliptische oder wenigstens trapezförmige Fläche mit relativ hoher Streckung stimmen die Ergebnisse näherungsweise mit der Realität überein.

Unter dem Strich würde ich bei den Modellen meine Kaufentscheidung mehr von anderen Eigenschaften wie Abfluggewicht, Aufbau, Preis und Motorisierung abhängig machen, also von den ganz praktischen Sachen. Die groben Eigenschaften der Profile, die man aus den Polaren herauslesen kann, kann man da zwar im Hinterkopf behalten (so gänzlich ohne Aussagekraft sind die nämlich nun auch nicht), aber da das mehr oder minder nur eine Abschätzung ist, würde ich nicht zu viel darauf geben.

mfg Der Baron
Die Mindesthöhe für eine Rolle ist gleich der halben Spannweite

Der Atomstromfilter - Zur Strapazierung der Lachmuskeln

Farkas

RCLine User

Wohnort: München

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11

Freitag, 5. März 2010, 10:10

Fpr mich persönlich war das Profil eigentlich nie ausschlaggebend,
zur Kaufentscheidung,eines Modells.

Aber was ihr da schreibt ist aber sehr aufschlussreich & imformativ! :ok:




@Alex

jetzt wirds mal Zeit,die zur Auswahl stehenden Modelle zu benennen! ==[] :w




Gruss,Andi.

Sanguinius

RCLine User

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12

Freitag, 5. März 2010, 11:47

Hallo

Sicher ist das Profil nur ein Puzzleteil im Gesamtkonzept des Modells. Aber warum
soll ich mich z.B. mit nur(einfach aus der Luft gegriffen) 60% Leistung zufrieden
geben, wenn ich vielleicht 70% oder gar 75% haben könnte? Ich hoffe ihr versteht was
ich meine........


Zitat

Original von Farkas
@Alex

jetzt wirds mal Zeit,die zur Auswahl stehenden Modelle zu benennen! ==[] :w




Gruss,Andi.

Entweder der Taschenflitzer(Rippenfläche. MH43).
Oder PETPET vom Hobbyshop(Styro-Balsa-Fläche, MH32mod.).

Grüße
Alex

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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13

Freitag, 5. März 2010, 12:26

Hi Alex,

im gegebenen Fall die Profileigenschaften auf Grund der gerechneten Polaren zu bewerten, ist Kaffeesatz-Lesen.

Ein MH43 in Rippenbauweise ist kein MH43 mehr, und bei einem MH32 "mod" in Styro/Balsa sieht´s auch nicht besser aus.
Wenn solche Profilangaben gemacht werden, dann geht´s da nur um "name dropping" aus Reklamegründen.

Bleibt von theoretischer Seite noch ein Vergleich der Hauptparameter d/t (rel. Dicke) und f/t (rel. Wölbung). In der Dicke sind beide prakt. gleich, das MH32 hat mit 2,4% eine deutlich größere Wölbung als das MH43 mit 1,74%.

Ich würde mich (es soll ja um einen "Hottie" gehen) für das weniger gewölbte MH43 entscheiden. Die Rippenfläche dürfte auch etwas leichter sein.

Hast du schon die voraussichtliche Flächenbelastung berechnet ? Die ist genauso wichtig wie Profilwölbung und -dicke...


Gruß,
Helmut

14

Freitag, 5. März 2010, 15:40

Hi..

"Kaffeesatz lesen" ist schon etwas heftig formuliert - vor allem für mich als Teetrinker. Der Vergleich gerechneter Polaren ist zunächst mal ein brauchbares Mittel, VÖLLIG ungeeignete Kandidaten vorab auszuschließen. Für die feinere Auswahl ist es dann meist schwer möglich, den baulichen Ist-Zustand in eine "theoretisch verwertbare" Form zu bringen. Das bisschen "mod" z.b. an den Profilbezeichnungen kann ja alles mögliche bedeuten.
In der Praxis wird man den Theorie-Zustand sowieso nie exakt erreichen, das ist aber kein Grund, nicht vorab theoretisch tätig zu werden. Wie gesagt, das Profil ist nur EIN (imho stets überbewerteter) Aspekt der Gesamtaerodynamik.

In der Theorie gibts keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
In der Praxis schon ;)

Hepperle selbst hat mal was zum Thema bespannte Rippenflügel geschrieben:
http://www.mh-aerotools.de/airfoils/ribs.htm
Da gehts zwar nicht um die beiden hier diskutierten Kandidaten (und das lässt sich auch nicht ohne Weiteres übertragen), aber interessant ist das allemal.

Ich würde mich mal resümierend Helmut anschließen:
MH43, da a) weniger gewölbt und b) etwas weniger anspruchsvoll an die Baupräzision.