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PeterSch

RCLine User

  • »PeterSch« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: München

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1

Donnerstag, 8. April 2010, 18:41

Kurven sauber fliegen mit SR/QR/HR ?

Bisher bin ich ganz gut ohne Seitenruder ausgekommen beim Fliegen, so hab ichs gelernt auf TwinStar und MiniMag (beide mit QR natürlich). Gestern hat mir jemand erklärt daß das lausiger Stil sei und warum ich überhaupt das SR anlenke wenn ichs nicht benutze. Gut, wo er Recht hat, bis auf Landungen bei Seitenwind fand ichs bisher auch überflüssig. Aber ich bin ja nicht ganz beratungsresistent, deshalb die Frage -

Kann mir jemand erklären, wie man mit nem Motorflieger sauber ums Eck kommt, unter Verwendung aller Möglichkeiten ?

Danke !
Gruß,
Peter

MiniMag / QR / BL ; TwinStar I (r.i.p.)
MC-16/20

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »PeterSch« (8. April 2010, 18:41)


marinus

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2

Donnerstag, 8. April 2010, 19:24

das verwendet man meies Wissen eig, fast nur im Segelbereich !!!

Wenn du z.B. mim Querruder rechts steuerst, dann mim Seitenruder a bissal links.

Aber ich kenn mich da net so aus, ist nur eine Vermutung
suche:


Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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3

Donnerstag, 8. April 2010, 19:31

Hängt vom Flieger ab. Minimag und Twinstar sind so gebaut dass man sie sowohl mit QR als auch mit SR davon abhalten kann geradeaus zu fliegen, aber je nach Einstellung ist das eher ein "um die Kurve würgen".

Bei hochgestreckten Flügeln ist ein SR-Einsatz während des Einleitens einer Kurve sinnvoll, Nuja, stimmt nicht ganz, auch die Minimag schiebt wie ne Gurke durch die Kurve wenn man nicht mit Sr nachhilft, dann mit QR Schräglage halten und mit HR die Höhe.

Am besten ausprobieren, testen üben. Bewusst alle 3 Achsen steuern, und beobachten wie was wirkt. Vor allem bei Seitenwind im Landeanflug ist das sehr nützlich.

Bei meinen Trainern ist es häufig dass QR gegensinnug zum Sr ausschlägt - die 3. Achse eröffnet eben einen neue Steuermöglichkeit. Der Raum hat eben nunmal 3 Dimensionen, Bowling hat 2 Dimensionen, deshalb spielt man es nicht in der Rücklaufrinne ;)

:w Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Paul H.« (8. April 2010, 19:37)


Rudy F

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Wohnort: Wien

Beruf: Medizintechniker/ Biomechanik in Pension

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4

Donnerstag, 8. April 2010, 19:43

Zitat

Original von Paul H.....
Bei meinen Trainern ist es häufig dass QR gegensinnug zum Sr ausschlägt -
:w Paul


Stationärer Kurvenflug:

Der innere/langsamere Flügel (Kreisbahn!) hat weniger Auftrieb als der äußere, also muss mit "Stütz-Querruder" ein Steilerwerden der Schräglage verhindert werden.
GLEICHZEITIG hat der äußere/schnellere Flügel mehr Widerstand, wird zurückgehalten und würde eine Strömung genau in Rumpf-Längsachse (und bester Profilwirkung) verhindern. Also leichtes Seitenruder in die Drehrichtung.
:w Rudy

Postings Irrtum vorbehalten.

AliasJack

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Beruf: Sch�ler, immer noch 3jahre :( ;

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5

Donnerstag, 8. April 2010, 19:44

Hi
Ihr habt noch keine Flieger geflogen, die wirklich
geflogen werden wollen ;)
Ich machs so:
Mit Quer in die Kurve reingelegt, mit Seite (in kurvensinn) um die Kurve gelegt und
mit Quer gegengesteuert (damit der Flieger nicht in die Kurve hineinfällt).
Wie viel man steuern mus,, hängt vom Flieger und auch vom Radius ab
Lg Jakob:w

Edit: oha, man sollte mit dem schreiben nicht so lange Zeit lassen ;)
All you need is a lot of speed :evil:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »AliasJack« (8. April 2010, 19:45)


Rudy F

RCLine User

Wohnort: Wien

Beruf: Medizintechniker/ Biomechanik in Pension

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6

Donnerstag, 8. April 2010, 19:47

Doppelt hält besser :w
R.

PeterSch

RCLine User

  • »PeterSch« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: München

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7

Donnerstag, 8. April 2010, 20:06

Mit QR gegensteuern ? Ich muß wegen der V-Form eher noch etwas QR halten, damit sich die Möhre nicht während der Kurve wieder aufrichtet und durch den HR Einsatz nach oben wegzieht....
Gruß,
Peter

MiniMag / QR / BL ; TwinStar I (r.i.p.)
MC-16/20

Steff08

RCLine User

Wohnort: Baden-Baden

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8

Donnerstag, 8. April 2010, 20:26

Bei großer V-Form sind Querruder eigentlich nicht unbedingt nötig. Machen eher Sinn wenn keine oder nur eine schwache V-Form vorliegt. Hängt natürlich auch vom Modell ab.
Normalerweiße leitet man mit den Querruder die Kurve ein und steuert dann mit dem Seitenruder.
Mit dem Querruder stützt man dann dagegen damit sich das Flugzeug nicht in die Kurve dreht.
Das typischte Beispiel wird wohl die Piper sein. Die hängt ohne Seitenrudereinsatz in der Kurve und sieht einfach nur Bäh aus.
Modellflugzeuge:
Jamara PT-17 2m, OS Max 160
Piper PA-18 3,5m, Mvvs 80
Easy Glider, electric
CAP 580 1,3m, electric
Höllein Libelle Brushless
Quick 30 Pro
Mini Titan mit AC-3X, Turnigy E500
Raptor 50 V2.5, OS 50 SZ-H

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Steff08« (8. April 2010, 20:28)


der_rote_baron

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Wohnort: Dresden

Beruf: Student (Luft- und Raumfahrttechnik)

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9

Donnerstag, 8. April 2010, 20:41

Hallo,
also mal vorweg: Das Seitenruder brauchst du nur für saubere Kurven. Wenn du einfach nur die Richtung ändern willst, kannst du auch weiter nur mit Quer und Höhe fliegen. Der Sinn des Seitenruders ist es, den Rumpf (und damit die Anströmung) genau senkrecht zum Kurvenradius zu halten, weil das den Widerstand minimiert. Wenn du nur das Querruder benutzt, sorgt das negative Wendemoment dafür, dass sich der Rumpf etwas um die Hochachse aus der Kurve heraus dreht. Das negative Wendemoment kommt daher, dass die kurvenäußere Flächenhälfte eine etwas höhere Fahrt (sprich schnellere Anströmung) besitzt, als die kurveninnere. Dadurch produziert sie auch mehr Widerstand und sorgt so für ein Drehmoment aus der Kurve heraus (das ist auch der Grund für die Querruderdifferenzierung). Deswegen muss man die Kurve mit etwas Seitenruder unterstützen. Man sagt, dass Seite und Quer gleichsinnig und gleichzeitig gegeben werden sollen, aber auf gar keinen Fall gegensinnig. Mit dem Seitenruder bestimmt man die Drehrate, mit dem Querruder stellt man den Rollwinkel entsprechend ein, dass die Anströmung sauber von vorn kommt. Wenn man Seiten- und Querruderausschlag nicht richtig aufeinander abstimmt, fliegt man eine sogenannte Schiebekurve. Der Rumpf wird etwas von der Seite angeströmt, der Widerstand erhöht sich und die Flugzeit geht runter. Die richtige Abstimmung von Seiten- und Querruder aufeinander ist eine der ersten Lektionen, die man als junger (Segel-)Flugschüler beigebracht bekommt. Zu diesem Zweck haben Segelflugzeuge auch den kleinen Wollfaden auf der Kanzel. Wenn der nicht genau in der Rumpflängsachse liegt (oder besser parallel dazu), fliegt man die Kurve schiebend und muss korrigieren.

Die gute Nachricht ist jetzt, dass du auf das ganze Zeug nicht achten musst. Wie du ja schon mitbekommen hast, geht das Fliegen auch so. Den Leistungsvorteil, den du aus einer schiebefreien Kurve hättest, würdest du bei den genannten Modellen gar nicht spüren.

mfg Der Baron
Die Mindesthöhe für eine Rolle ist gleich der halben Spannweite

Der Atomstromfilter - Zur Strapazierung der Lachmuskeln

Tom41

RCLine User

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Software-Entwickler

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10

Donnerstag, 8. April 2010, 21:19

Mein Tip: Ins Heli fliegen einsteigen, um ein besserer Flächenflieger zu werden. ;)

Wenn man Heli im HH-Modus fliegt, MUSS man alle drei Achsen steuern und gewöhnt sich recht schnell dran. Irgendwann hab ich gemerkt, daß ich auf einmal auch bei den Flächen alle drei Achsen gesteuert habe. Inzwischen kann ichs gar nicht mehr anders. Die Kurven kommen so viel knackiger und runder, was auch dem Flugbild zugute kommt. Außerdem machts mehr Spaß, weil man das Gefühl hat, den Flieger besser unter Kontrolle zu haben (was ja auch der Fall ist).

Schnapp Dir mal nen Simulator und üb ein bisserl mit den Helis. Wenn Du mit denen richtig schön runde Kurven hinkriegst, dann bist Du Deinem Ziel ein gutes Stück näher.

cu Tom
....
Flächen: ........ Parkmaster, Parkzone Trojan, Vapor, UMX Trojan, UMX Spitfire
Multikopter: ... Blade Nano QX, Blade 180 QX, Blade 200 QX
Helis: ............ Logo 400, Blade MSR-X
FB: ............... Spektrum DX-7
Sim: ............. Phoenix, AFPD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tom41« (8. April 2010, 21:29)


11

Freitag, 9. April 2010, 09:39

Tom hat gar nicht so unrecht... Heli fliegen zu können hilft für koordiniertes Kurvenfliegen mit Flächenfliegern immens. Das gilt auch im Umkehrschluss: die Leute, die immer zu faul waren, richtig mit Seitenrudereinsatz zu fliegen, die tun sich dann mit dem Hubschrauber im Rundflug viel schwerer - hab da grad so einen Kandidaten an der L/S-Strippe, bei dem ich das deutlich merke.
Auch das Fliegen von "länglichen" Schockys (F3P) trainiert das koordinierte Fliegen wunderbar.

@Steff: umgekehrt wird auch ein Schuh draus: viel V-Form macht nur dann Sinn, wenn ich kein Querruder habe.

Ne MiniMag nur mit Querruder um die Kurve zu prügeln löst beim geschulten Beobachter beinahe schon Augenkrebs aus - das Ding schiebt OHNE ENDE, erst recht wenn man (wie heutzutage ja üblich) zu faul ist, ne anständige QR-Differenzierung vorzunehmen.

Deshalb nochmal (zum dritten mal, und schön ausfürhlich) die Anleitung für eine korrekt geflogene dreiachser-Kurve:

-Kurve einleiten mit Querruder auf die gewünschte, zum Kurvenkreisdurchmesser passende Schräglage. Wenn das Modell nor langsam rollt, kann man da schon etwas Seitenruder IN Kurvenrichtung geben.

-Kurve DURCHfliegen mit konstanter Schräglage und schiebefrei, d.h. die Flugzeug-Längsachse ist Tangente an die Kreisbahn und zeigt NICHT nach außen. Dazu muss PERMANENT etwas Seitenruder IN Kurvenrichtung gegeben werden. Je nach V-Form des Modells und Kurvenradius/Schrägneigung der Kurve wird das Modell die Tendenz haben, IN die Kurve einzudrehen. Deshalb muss fast immer etwas Querruder permanent GEGEN die Kurvenrichtung gegeben werden, um die Schräglage konstant zu halten. Bei Motormodellen hängt das von der Kurvenrichtung (re/li) ab. In Rechtskurven etwas weniger, in linkskurven etwas mehr QR GEGEN die Kurvenrichtung. dazu muss (natürlich) "passend" Höhenruder gezogen werden

-Kurve beenden: Querruder gegen die Kurvenrichtung bis die Roll-Lage neutral ist. Seitenruder hängt vom Modell ab... aber meist ist es nicht ratsam, mit dem Seitenruder gegen die Kurvenrichtung auszuleiten, da dann das Modell öfter mal mit Schieberichtung gegen die Kurvenrichtung aus der Kurve kommt. Bei den meisten meiner Modelle ist es am geschicktesten, mit QR auszuleiten und während des Ausleitens gleichförmig den noch stehenden Seitenruderausschlag IN kurvenrichtung wegzunehmen... genau wie man es richtigerweise mit dem Höhenruder macht.

Die wenigsten Modellflieger können wirklich SAUBERE Kurven fliegen. ich kenne Leute, die das nach 40 jahren Modellflug immer noch nicht können (oder wollen).
Loops, rollen, turns, das ist alles VIEL einfacher als ne anständige Kurve. Man sieht soooo oft Kurven, die nur aus einem immer steiler werdenden Einleiten mit sofortigem Ausleiten bestehen - konstante Kurvenneigung Fehlanzeige.

Um eines aber in diesem Thread auch nochmal zu erwähnen: Combi Switch ist UNFUG! denn dieser koordiniert nur beim EInleiten der Kurve einigermaßen sinnvoll, aber beim Durchflug der Kurve genau falsch, und auch fürs Ausleiten nicht unbedingt passend.

Ich finde es etwas schade wenn man den Leuten sagt, dass man koordiniertes Fliegen nicht wirklich "braucht". Ich fahre mein Fahrrad auch nicht absichtlich mit platten Reifen, oder das Auto mit angezogener Handbremse.
Da werden die irrsten Figuren ausprobiert, aber für ne anständige Kurve langt das fliegerische Handwerk nicht? Kann ja wohl nicht wahr sein.
Man wundert sich dann, dass die Onboard-Videos so "komisch" aussehen, Seitenwindlandungen nicht gelingen uvm. Wer KOORDINIERT fliegen kann hat damit keine Probleme,
Auch was die Flugleistung angeht... ich habe dreiachsiges Fliegen vor etlichen Jahren auf meinem Falko von Rippin gelernt. Bei diesem Modell, mit schlappem Speed600er, machte es einen Flugzeitunterschied von 20% aus.. und ermöglichte mir die ersten richtigen Thermikflüge mit dem Ding. Mit der Schieberei zuvor war die Gleitleistung in der Kurve zu schlecht, um oben zu bleiben - richtig koordiniert konnte man die Thermik auskurbeln.



gruß

andi

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (9. April 2010, 09:47)


12

Freitag, 9. April 2010, 09:43

Zitat

Original von marinus
das verwendet man meies Wissen eig, fast nur im Segelbereich !!!

Wenn du z.B. mim Querruder rechts steuerst, dann mim Seitenruder a bissal links.


Aua! 8(

Mein Gott, das macht man, um Höhe zu verlieren und nennt sich Slip! Es gibt genügend Literatur, in der die koordinierte Kurve erläutert wird.

Ansonsten: Schnupperkurs im Segelfliegen mitmachen, danach fühlst Du Dich um etliches erfahrener.

Gruß,
Günther
LS6-a, D-0616
robbe Arcus
Purist (nach Plan von jk-modellflug)
Falcon 56 MkII (Carl Goldberg)
MiG-15 (Art-Tech)

13

Freitag, 9. April 2010, 09:52

Günther, ich glaube er meinte das kordinierte Durchfliegen der Kurve, nicht das Einleiten oder slippen.

Beim Segelfliegen hat man aber den Vorteil, dass man nur auf den Faden glotzen muss um festzustellen, ob die Fuhre schiebt oder nicht. Der Mensch am Knüppel kann also "nachregeln", bis Horizontbild und Faden-Lage stimmen. Beim Modell kann man meiner Erfahrung nach kleinere Schiebewinkel nur schlecht erkennen und muss mehr "steuern" als "regeln" - d.h. es aus dem Gefühl heraus a-priori richtig machen, ohne das Resultat direkt ablesen zu können.

gruß
andi

14

Freitag, 9. April 2010, 09:58

Und dann ist da noch die Methode für Faule: (verwende ich gern bei Trainern und Seglern)

Mischer QR->SR

und schon siehts besser aus. Bei einigen Modellen(V-Form) fast zwingend, damit die in absehbarer Zeit um die Kurve gehen.

RK

marinus

RCLine User

Wohnort: bayern

Beruf: Mein Beruf: Schüler

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15

Freitag, 9. April 2010, 22:53

Zitat

Günther, ich glaube er meinte das kordinierte Durchfliegen der Kurve, nicht das Einleiten oder slippen.


Stimmt :ok:
suche:


kellah

RCLine User

Wohnort: saarland

Beruf: metallbauer für konstruktionstechnik und maschinenbau

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16

Samstag, 10. April 2010, 01:39

hallo leute,
da ich kurz davor stehe meinen ersten flieger mit hr sr und qr in betrieb zu nehmen verfolge ich natürlich diese diskussion mit aufmerksamkeit!
bsiher bin ich entweder nur HR SR oder ELEVON sprich deltas ohne SR geflogen.
von daher sind mir begriffe wie differenzierung, negatives wendemoment und abkippen in der kurve aus der realität bekannt.
im inet hatte ich vor nicht langer zeit mal folgendes nachgelesen:

bei querruderseglern ohne SR wählt man die differenzierung ausreichend hoch (bis zu 100%) um ein ausreichendes eindrehen in die kurve zu bewirken.

von meinem nuris kenne ich den negativen wendemoment ausreichend und habe mich an die jeweilige diff rangetastet bis der flieger sauber um die kurve kommt.

und nun kommts:
jetzt habe ich einen kleinen flieger gebaut (hobbit) der nur quer und höhe hat! das ding verhällt sich nun vollständig anderst als elevonflieger und/oder SR HR flieger, soweit klar. allerdinbgs habe ich gemerkt das ich bei diesem flieger über die differenzierung der querruder eine wunderschöne kurve fliegen kann weil das leitwerk ein abkippen der nase ins innere der kurve sehr stark hemmt, im gegenteil zum nuri der ja kein HLW hat und daher höhe gezogen braucht oder auch dem SR HR flieger der ohnehin mit höhe rumgezogen werden muss weils SR den zwangsweise abkippen lässt.

daher wundere ich mich nun ein bischen über die schilderungen der koordinierten kurven? aber ich bin auch wirklich noch anfänger!!! so wie ihr das beschreibt hab ich ja fast schon angst davor die 600 gramm bombe mit 1.1mspw um die kurve zu ziehen :)
weil: die querruder sind diesmal von einem servo angesteuert und diff is daher nicht drinn!
deswegen nochmal zum mitdenken:
ich leg ihn mit quer in die kurve, aber dann zieh ich NICHT wie bisher am HR sondern gebe SR IN die kurve, drehe quasi die nase in die kurve um die hochachse. dann kippt der ab und ich muss mit QR aus der kurve heraus dagegenhalten?

logikkette:
kurve linksherum
->roll links
-> gier links + roll rechts (+ evtl nick)
kurvenende
->roll rechts

spiele ich das richtig durch?
:shy:
wenn ja... was hat das bitte mit ner helikurve zu tun?
da muss ich ja wohl immernoch permanent nick FW roll L und gier L abstimmen um sauber durchzukommen. und nicht aus der kurve rausrollen ??? das wird dann ja entweder ein lustiged 3D manöver oder ein echt teurer crash ==[] oder bin ich hier Quadrokopter-geschädigt und heli funzt anderst?


alles in allem das klingt für mich flächenanfänger durch das "GEGEN das abkippen rollen" nach ziemlichem rumgeeiere bis das mal richtig zusammenspielt? :dumm:

ich glaube dafür brauche ich eine BEDEUTEND größere wiese mit 2m hohen gräsern und schaumstoffackerboden ==[] :tongue: ???

aber hey... ich werds offensichtlich lernen müssen! :)
danke für den aufschlussreichen thread genau zur rechten zeit!!

grüße
georg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kellah« (10. April 2010, 01:44)


Rudy F

RCLine User

Wohnort: Wien

Beruf: Medizintechniker/ Biomechanik in Pension

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17

Samstag, 10. April 2010, 07:06

Zitat

Original von kellah
die querruder sind diesmal von einem servo angesteuert und diff is daher nicht drinn!


Man kann die Querruder seit Beginn der Fernsteuerei durch ensprechende Gestaltung der Mechanik auch "mechanisch" differenzieren.
:w Rudy

Postings Irrtum vorbehalten.

der_rote_baron

RCLine User

Wohnort: Dresden

Beruf: Student (Luft- und Raumfahrttechnik)

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18

Samstag, 10. April 2010, 08:53

Genau so siehts aus. Einfach den Servohebel richtig wählen bzw. die Löcher richtig bohren, dann hast du auch mit einem einzelnen Servo eine Differenzierung.

Zu deinen sonstigen Fragen: Das saubere Fliegen einer Kurve hat deswegen was mit Helis zu tun, weil man bei denen auf jeden Fall mit dem Heckrotor (also dem Seitenruderäquivalent) arbeiten muss, damit die Schnauze in die Kurve geht. Steuert man da nur mit Roll und Nick wird es automatisch schief und der Heli macht erst gar keine Kurve. Wenn man also Helis fliegt, hat man sich das Steuern aller drei Funktionen schon angewöhnt und macht es bei einer Fläche automatisch auch so.

Und was das Höhenruder angeht: Da hast du wohl die Bescheibung falsch verstanden. Mit "in die Kurve kippen" ist nicht gemeint, dass der Vogel die Nase runter nimmt, sondern das sich der Rollwinkel immer mehr vergrößert und du irgendwann sowas ähnliches wie einen Messerflug einstellst, wenn du Seite und Quer die ganze Zeit über konstant hälst. Deswegen wird der Flieger manchmal je nach Notwendigkeit mit etwas Quer gegen die Kurvenrichtung abgestützt. Das Höhenruder brauchst du dafür trotzdem, damit das Modell in der Kurve keine Höhe verliert.

mfg Der Baron
Die Mindesthöhe für eine Rolle ist gleich der halben Spannweite

Der Atomstromfilter - Zur Strapazierung der Lachmuskeln

19

Samstag, 10. April 2010, 20:32

ui mein Lieblingsthema (weil immer kontroversiell).

Ich würde gern mal auf den Artikel Querruder zu Lektüre vorschlagen. Hier wird auch kurz und bündig das negative Rollwendemoment korrekt erklärt. Und natürlich auch hier :D

Unstrittig kann man glaub ich festhalten, dass das Seitenruder die Steuerung um die Hochachse des Flugzeuges ermöglicht.

Die Seitenruderfunktion der Fernsteuerung steuert beim Heli die Blattwinkelverstellung des Heckrotors an. Das bedeutet zwar auch eine Steuerung um die Hochachse, verfolgt aber in allererster Linie den Zweck des Drehmomantausgleichs zum Hauptrotor. Somit sehe ich zwar durchaus Parallelen in der Handhabung von SR-Heli zu SR-Flächenflugzeug, eine zu starke Gleichsetzung dieser Steuerfunktionen würde ich aber eher nicht sehen.

Wa sich damit sagen will: man muss nicht unbedingt Heli fliegen lernen, um das SR eines Flächenflugzeuges sinnvoll einzusetzen ;) schaden tut es auch nicht.

Meiner Meinung nach sind die Einsatzgebiete des SR :

- Ausgleich des negativen Rollwendemoments beim Einleiten der Kurve, sofern dieses nicht durch QR-Diff ausgeglichen wird. Dies spielt vor allem bei Flugzeugen mit sehr großer Streckung (Thermiksegler) eine Rolle.

-Kunstflug (gesteuerte Rolle, gerissene Rolle, Messerflug etc.)

-Ausrichtung auf eine vorgegebene Pistenrichtung bei Seitenwindlandungen mit Flugzeugen mit Fahrwerk. (lande ich querfeldein , richte ich das Flugzeug genau gegen den Wind aus, bäuchlings muss man den crab-angle vor dem Aufsetzen nicht ausgleichen)

Eine Kurve ist dann sauber, wenn die Schräglage ohne negatives Rollwendemoment (also durch QR-DIFF und/oder SR-Einsatz) eingeleitet wurde und der Kurvenflug als Kombination von Querlage und Höhenruder vollendet wird. Der Kurvenradius wird von der Querlage bestimmt. Als "sauber" in diesem Zusammenhang versteht man die Vermeidung von vermeidbaren aerodynamischen Widerständen zurch zB. einen leicht quer zur Anströmrichtung ausgerichteten Rumpf. Den Widerstand der ausgeschlagenen Querruder (zB) kann man nicht vermeiden, sonst bekommt man keine Querlage.

Die Motivation, eine saubere Kurve zu fliegen, liegt in der Absicht, nicht unnötig Energie zu verschwenden (und dadurch früher als gewünscht landen zu müssen).

Tja nun ist es doch ein Roman geworden...wie gesagt, es ist mein Lieblingsthema 8)
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

www.modellflug-buch.com
Mini Titan
HDX-500
Blade XL F3F
Hype Fox
FF-7/2G4, MC-22s Assan retrofit

Joachim222

RCLine User

Wohnort: Braunschweig

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20

Sonntag, 11. April 2010, 18:21

Ich finde das Thema auch immer wieder spannend. :)

Eine Kurve, die mit unpassender QR Differenzierung ohne SR geflogen wird kann man leicht erkennen: das Heck "hängt" und man hat den Eindruck, es will nicht wirklich mit. Das nennt man - wie schon ausführlich beschrieben - "schieben".

Man kann es leicht ausprobieren. Einfach ein wenig das SR in der Kurve mitführen und schon sieht es anders aus. Wie ebenfalls schon beschrieben kann das dazu führen, dass sich das Flugzeug immer weiter in die Kurve legt und Höhe verliert. Gerde bei Piper oder Decathlon ähnlichen Hochdeckern hilft es - wie ebenfalls schon beschrieben :) - mit dem QR gegenzuhalten, sie also entgegengesetzt zu betätigen (um das weitere Abkippen zu verhindern: "gekreuzte Knüppel"). Das ist aber von Flugzeug zu Flugzeug unterschiedlich.

Eine Randbemerkung: bei vielen der Flugzeuge der 30er bis 60er Jahre hat man so genannte "Frise" Querruder verbaut. Hier steht die Unterseite des Ruders unter der Fläche hervor und sorgt für einen deutlich vergrößerten Widerstand. Diese überkompensiert den Widerstand der kurvenäußeren, schnelleren Fläche. Daher ist i.d.R. keine Differenzierung erforderlich.

Nur so am Rande. Das Foto zeigt die Aussenfläche meiner in Bau befindlichen DC-6.
»Joachim222« hat folgendes Bild angehängt:
  • CIMG3811.jpg
Grüße aus Braunschweig
Alexander

[SIZE=1]Douglas DC-6A Baubericht [/SIZE]