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Mittwoch, 12. Mai 2010, 18:09

Folie von ARF-Modell glätten

Hallo,

Ich habe mir ein preiswertes ARF-Modell gekauft, bei dem die balsabeplankten Flächen mit Folie bespannt sind. Leider sind aber ziemlich viele Blasen dabei.

Wie bekomme ich diese Blasen am Besten weg? Ich habe es mit einem normalen Haarfön versucht, aber wenn ich den bei höchster Stufe drauf halte, dann löst sich die Folie nur an noch mehr Stellen und es kommen immer mehr Blasen hinzu.

Manche Blasen bekomme ich weggestrichen, aber rings herum entstehen neue.

Ich bin mir auch nicht sicher, welche Temperatur angebracht ist, weil der Kern der Fläche aus Styropor, o.ä. bestehen dürfte.

Wäre es vielleicht besser, einen richtigen Heißluftfön zu nehmen, und die Wärme nur kurz und dafür stärker einwirken zu lassen?


Optimal ist es natürlich nicht, wenn man mit Blasen fliegt, aber würden die Blasen das Flugverhalten extrem stören? Ich bin nur ein Feierabendflieger und habe keine extremen Ansprüche an die Fliegerei. Die Optik ist für mich nicht so wichtig. Mir kommt es hauptsächlich darauf an, dass das Modell in der Luft bleibt und anständig zu fliegen ist.

MBC1Mai08

RCLine User

Wohnort: Deutschland,Bensheim

Beruf: Schüler

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2

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19:43

Hallo Mark,

hast du es schonmal mit einem Bügeleisen versucht?
Es sollte aber ein spezielles Folienbügeleisen sein, oder kein Wasserdampf aus... äh...stoßen(?) ???

Ich würde persönlich von einem Heißluftfön die Finger lassen. Auch wenn du ~600° C nur für eine Sekunde draufhälst, die Folie geht sehr warscheinlich kaputt, das Holz vielleicht auch. ( Getestet in der Praxis... :O )

Die Blasen stören zwar, aber nicht soviel, dass du es merkst. Wenn sie aber an der Flächenvorderkante sind, sollten sie nicht so groß sein, da die laminare Luftströmung nicht mehr so schön an der Fläche aufliegt.

Beispiel:
(Etwas übertrieben zur Veranschaulichung)

1.Bild: normal
2.Bild mit kleiner Störquelle, den Luftblasen. Dort wird die Strömung von der Oberseite sozusagen "weggelenkt"

In der Luft bleiben, wird das Modell natürlich. Aber minimal werden die Flugleistungen verändert.
Bei der manntragenden Segelfliegerei können einige Mücken an der Flächennase schon gut einen halben Meter mehr Sinken verursachen.


Gruß,
Patrick
»MBC1Mai08« hat folgendes Bild angehängt:
  • Luft.jpg
Definiton Verbrennerflugzeug :

--> Flugzeug mit Verbrennungsmotor, wo ein äußerst wirksamer, chemischer Prozess Sprit in Lärm umwandelt :nuts:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MBC1Mai08« (12. Mai 2010, 19:45)


neonerl

RCLine User

Wohnort: Starnberg

Beruf: Ingenieur

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3

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19:55

Wenn die Blasen beim Bügeln nicht weggehen, vorher mit einer Nadel anstechen, dann kann die Luft entwichen und die Folie legt sich beim Bügeln gut an.
Der Trüg scheint.

MBC1Mai08

RCLine User

Wohnort: Deutschland,Bensheim

Beruf: Schüler

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4

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19:57

Zitat

Original von neonerl
Wenn die Blasen beim Bügeln nicht weggehen, vorher mit einer Nadel anstechen, dann kann die Luft entwichen und die Folie legt sich beim Bügeln gut an.



:ok:
Definiton Verbrennerflugzeug :

--> Flugzeug mit Verbrennungsmotor, wo ein äußerst wirksamer, chemischer Prozess Sprit in Lärm umwandelt :nuts:

5

Mittwoch, 12. Mai 2010, 20:14

....und am besten stichst du mit der Nadel auch durch das darunterliegende Holz...

dann geht die Luft wirklich raus und du hast nicht statt einer grossen 4 kleinere Blasen....

Horst

6

Donnerstag, 13. Mai 2010, 13:13

Bei meiner vorherigen Recherche hatte ich schon davon gelesen, dass manche lieber spezielle Föns und andere spezielle Bügeleisen verwenden.
Ein geeignetes Bügeleisen habe ich nicht, weshalb ich es erstmal mit dem Fön probiert habe. Einen Heißluftfön hätte ich auch hier, aber wenn das keine gute Idee ist, dann lasse ich das wohl besser.

Welche Temperaturen halten die Folien denn in etwa aus und wie viel braucht die, damit die anfängt zu schrumpfen?
Und wie groß sind die Unterschiede im zulässigen Temperaturbereich zwischen guten und schlechten Folien?

Die Blasen einzustechen leuchtet mir ein, aber was bringt es, wenn ich durch das Holz durch steche?

Grüße
Mark

Steff08

RCLine User

Wohnort: Baden-Baden

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7

Donnerstag, 13. Mai 2010, 13:35

Es gibt keine speziellen Föns fürs Folie. Geh ins Bauhaus und hol dir einen der sich in derTemperatur regeln lässt.. Wenn man natürlich mit einem 2 Stufen Fön ran geht braucht man sich net wundern wenn die Folie löcher bekommt. Als Bügeleisen hab ich mit dem Future Iron II gute Erfahrung gemacht.
Die Temperatur hängt von Folie zu Folie zu Folie ab. Da musst du dich ran tasten.
Modellflugzeuge:
Jamara PT-17 2m, OS Max 160
Piper PA-18 3,5m, Mvvs 80
Easy Glider, electric
CAP 580 1,3m, electric
Höllein Libelle Brushless
Quick 30 Pro
Mini Titan mit AC-3X, Turnigy E500
Raptor 50 V2.5, OS 50 SZ-H

8

Donnerstag, 13. Mai 2010, 13:57

So teuer, wie ich dachte, sind Heißluftpistolen mit mehrstufiger Temperaturwahl gar nicht. Mit 35 Euro geht es in der Bucht los.

Die Dinger lassen sich dann von 70 - 600°C einstellen. Das müsste reichen, oder?
Mit dem Haarfön hat die Folie erst angefangen sich zu bewegen, wenn ich die Düse ganz nah rangehalten habe und die Ansaugdüse halb zugehalten habe.

Steff08

RCLine User

Wohnort: Baden-Baden

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9

Donnerstag, 13. Mai 2010, 14:04

Meine Folien bügle und Föne ich mit etwa 140 Grad. Du musst halt schauen welche du hast da es auch welche gibt die erst bei höheren Temperaturen anfangen sich zu ziehen.
Ich arbeite mit dem hier:
http://www.conrad.de/ce/ProductDetail.ht…ductcode=825157
Ist zwar net ganz billig, aber dafür hast du eine sehr genaue Temperaturregelung.
Modellflugzeuge:
Jamara PT-17 2m, OS Max 160
Piper PA-18 3,5m, Mvvs 80
Easy Glider, electric
CAP 580 1,3m, electric
Höllein Libelle Brushless
Quick 30 Pro
Mini Titan mit AC-3X, Turnigy E500
Raptor 50 V2.5, OS 50 SZ-H

jogi123

RCLine User

Wohnort: Krs. Ludwigsburg/ Baden Württemberg

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10

Donnerstag, 13. Mai 2010, 23:14

Hallo,
ich benutze ein ganz normales ausrangiertes Bügleeisen und taste mich langsam hoch mit der Themperatur.

Gruß
Jörg
Raketenwurm, Aeronaut Joker, Simprop Fuego, Hopf Fly Cat, MPX Funray, Solius, Blizzard, Merlin, Alula EVO, Spektrum DX9, DX8

11

Freitag, 14. Mai 2010, 13:27

Nachdem ich jetzt gelesen habe, dass man das auch mit einer zweistufigen Heißluftpistole machen kann, wenn man es entsprechend vorsichtig macht, habe ich es einfach mal ausprobiert.
Das funktioniert auch, ohne dass die Folie kaputt geht.

Das letzte Mal habe ich vor 24 Jahren eine Fläche mit Folie bespannt. Damals habe ich das aber komplett selber gemacht und entsprechend viel überstehen lassen.

Bei meinem aktuellen Modell überlappen sich die Folien aber nur minimal und besonders an der Hinterkante (?), als an dem Ende, wo die Querruder liegen, dort überlappt die Folie nur ein paar Millimeter.
Auch an den Übergängen zwischen Fläche und Querruder ist nicht viel Spiel. Wenn ich die Folie dort soweit erwärme, dass sie schrumpft, zieht sie sich vom Holz und das Holz liegt frei.

Gibt es da Tricks, damit das nicht passiert?

Meine erste Idee war nun, vor dem Schrumpfen die Nasen- und Endleiste (?) mit einem Streifen klarem Paketklebeband zu umschlagen. Das sollte so gut kleben, dass sich die Folien an den Überlappungen nicht mehr wegziehen sollten.


Ich habe insgesamt den Eindruck, dass die Folie nicht optimal ist, weil die auf dem Holz sehr viel schlechter klebt, als Folie auf Folie. Wenn die Fläche mal in der Sonne liegt, dann löst die sich bestimmt wieder vom Holz und wirft Blasen.
Kann das sein?

Wäre es vielleicht besser, die Folie zu beseitigen und die Flächen dünn mit Farbe zu bestreichen? Das stelle ich mir wesentlich haltbarer vor.


Und dann habe ich noch ein weiteres Problem, bei dem ich auf eure Hilfe hoffe.
Die Flächenhälften müssen laut Plan an den Wurzelrippen miteinander verklebt werden.
1. Die Folie ist 2-3 mm an der Wurzelrippe umgeschlagen, bedeckt also umlaufen die Klebefläche. Sollte ich die Folie dort mit einem Cutter abschneiden?
Danach kann ich dann aber nie mehr mit dem Fön an die Folie ran, weil dann auf jeden Fall Holz freigelegt wird, wenn die Folie nur noch eine bisschen schrumpft.

2. Es liegt ein GFK-Holm bei, der beide Flächenhälften miteinander verbinden helfen soll. Soll ich den ohne Kleber einschieben, oder wäre es besser, den auch fest einzukleben?


Grüße
Mark

12

Sonntag, 16. Mai 2010, 11:18

Hi Mark !!

ich fange mal bei Deinen beiden letzten Fragen an.

zu 1.) Laß die Folie, wo sie ist. Beim Verkleben der Wurzelrippen bleibt die Folie dort, weil sie aus den von Dir beschriebenen Gründen sich möglicherweise beim späteren Erwärmen / Wegbügeln etc. wegzeiht und dann das Holz freiliegt.

zu 2.) Dieser GFK-Holm ist DAS WICHTIGSTE Bauteil der Flächenverbindung überhaupt !!! Dieser Holm besteht bei den meisten anderen Modellen mit später einteiliger Fläche aus Holz und wird i.d.R. sinnigerweise als "Flächenverbinder" bezeichnet. Dieser MUSS festverklebt werden, da er sich sonst bei zuviel Spiel von innen bei Belastung verkantet und punktuell gegen die Verkastung drückt. Das kann zur Folge haben, daß die auftretenden Kräfte nicht vernünftig in die Fläche eingeleitet werden und als erstes die Verkastung bricht. Die Fläche löst sich in zwei Teile auf und der Rumpf bei der anschließenden Stecklandung in 1000 weitere.


Zu Dienem generellen Problem mit den Luftblasen:

Es ist völlig normal, daß sich nach der Zeit immer mal wieder solche Blasen bilden. Das geschieht auch häufig bei teureren Modellen und liegt in der Natur der Sache.
Die übrigen Tips (Blasen anstechen, bügeln / fönen usw.) sind allesamt richtig.

Meiner Meinung nach lassen sich solche Blasen tatsächlich mit einem Heißluftfön beseitigen.
Hierbei gehe ich mit kleiner werdendem Abstand näher an die Folie heran und wedele den Fön leicht hin und her. Sobald ich eine Reaktion bei der Folie bemerke, stelle ich mich auf den richtigen Abstand ein (Gefühlssache).
Die Folie zieht sich irgendwann glatt und die Blase verschwindet.

WICHTIG: Gleich nach Verschwinden der Blase mit einem weichen Tuch (optimaler Weise mit einem speziellen Filzrakel, Tuch geht aber auch sehr gut) über die Stelle reiben und die Folie sofort wieder andrücken, solange der Schmelzkleber noch warm ist. So verbindest Du die Folie wieder fest mit dem Holz und sie verzieht sich nicht neu.


Sollte sich die Folie großflächig zusammenziehen, daß Lücken / Spalte zwischen den Lagen entstehen, würde ich die Folie komplett tauschen.
Holz lackieren macht wenig Sinn. Es muß vorher gespachtelt und gefüllert werden, alternativ wird es mit anderen Materialien (Gewebe, Japanpapier o.ä.) überzogen. Das ist sehr aufwändig und nachteilig fürs Gesamtgewicht.
Wirklich einfacher ist das neue Bespannen, auch wenn es zunächst etwas Übung erfordert.

Hoffe, ich konnte helfen.

LG, Uwe :w
Was vom Himmel fällt ist zumindest schon mal geflogen ==[]

Mein Verein: MFC Garbsen

13

Sonntag, 16. Mai 2010, 23:09

Zu spät :-)

Ich hatte die Flächen schon zusammengeklebt, bevor ich deinen Beitrag gesehen habe.

Ich habe den GFK-Flächenverbinder mit Epoxy eingeklebt.
Den Rand der Folie habe ich aber vorher beseitigt, weil ich mir gedacht habe, dass es wichtiger ist, dass die Fläche stabil ist, als dass die Folie 100%ig aussieht.
Ich habe nun klares Paketklebeband in der Mitte über die Folie geklebt. Beim späteren Erwärmen sollte die Folie nicht allzu schnell darunter weggezogen werden, wenn überhaupt.

Den Heißluftfön habe ich auch gewedelt, damit ich die Temperatur dosieren konnte.
Allerdings passiert hier neben dem Spannen noch etwas Anderes.
Die Folie löst sich an sehr vielen Stellen, und wenn ich die nicht mit einem Tuch glattstreichen würde, dann hätte ich nach dem Fönen zwar keine Falten mehr, aber dafür riesige Flächen mit flachen Blasen.
Wenn ich die glatt streiche, dann gehen die meisten Blasen weg.

Ich frage mich allerdings, wo die Luft herkommt, denn die großen Blasen entstehen auch sehr oft dort, wo vorher weder Blasen noch Falten waren.
Steckt die Luft im Holz und treibt die Wärme die Luft heraus?

Dass das Lackieren schlecht für das Gewicht ist, habe ich auch schon mal gehört.
Die komplette Folie zu wechseln wäre mir zu aufwendig, zumal ja nicht sicher ist, dass ich es besser hinbekomme, als es jetzt ist :-)
Ich wollte auch absichtlich ein ARF-Modell haben, damit ich mir diese Arbeit sparen kann, weil ich im Moment nicht soviel Zeit in das Hobby stecken kann.

Beim Lackieren käme es mir übrigens nicht so auf Perfektion an. Meine Depronmodelle habe ich alle nur einmal dünn mit Dispersions-Abtönfarbe bestrichen.
Von Nahem sieht das natürlich nicht sehr schick aus, aber es reicht, um die Lage in der Luft ausmachen zu können.

Die Frage ist eigentlich nur, ob die paar Knicke und Falten, die ich in der Folie habe, besser sind, als wenn ich die Folie entferne und ohne zu spachteln und füllen die Fläche dünn mit Dispersionsfarbe bestreiche.

Grüße
Mark

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blopp« (16. Mai 2010, 23:11)