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1

Freitag, 11. Juni 2010, 20:22

Gewicht und Geschwindigkeit

Stefan´ schräge Fragen, Teil 2347.

Also:
Welchen Einfluß hat das Gewicht (z.B. von meinem Funjet) auf die Höchstschwindigkeit im Horizontalflug bei gleicher Antriebsleistung?

Schon mal vielen Dank,

Stefan

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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2

Freitag, 11. Juni 2010, 20:49

RE: Gewicht und Geschwindigkeit

Je schwerer dein Flieger ist, desto mehr Anstellwinkel braucht er um bei einer bestimmten Geschwindigkeit genug Auftrieb zu haben. Je mehr Anstellwinkel, desto mehr Widerstand.D.h. je schwerer desto langsamer (im Horizontalflug).

Gleichzeitig steigt die Mindestgeschwindigkeit, das Geschwindigkeitsfenster in dem man fliegen kann wird kleiner.

Paul
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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3

Freitag, 11. Juni 2010, 21:45

Hallo Stefan,

der Einfluß des Gewichts auf die Höchstgeschwindigkeit ist gering; s. das Buchzitat im Anhang (gilt natürlich auch bei Gewichtserhöhung => Geschwindigkeitsverringerung).

Die Aussage gilt auch nur bei "kleinen" Änderungen, etwa bis +/-15% Gewichtsänderung. Bei "großen" Änderungen (Gewicht verdoppelt o.ä.) gilt dann, was Paul gesagt hat.

Die Ursache dafür ist, daß im Schnellflug der Anstellwinkel und damit der induzierte Widerstandsanteil sehr gering sind; der Widerstand besteht dann nur noch aus Reibungs- und Interferenz-Anteil.

Deshalb lohnt es auch, auf Kosten des Gewichts die Oberflächengüte zu verbessern und/oder durch sorgfältig ausgebildete "Fillets" die Interferenz zu minimieren.

Für die Mindestgeschwindigkeit ist höheres Gewicht selbstverständlich kontraproduktiv. Das ist immer das Problem, wenn man schnell fliegen will...


Gruß,
Helmut
»haschenk« hat folgendes Bild angehängt:
  • Auszug2.jpg

Güpfl

RCLine User

Wohnort: südlich von Graz

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4

Samstag, 12. Juni 2010, 01:20

Also ich würde sagen :

senkrecht nacht oben: langsamer :angel:
senkrecht nach unten: schneller :evil:

:w güpfl
[SIZE=1]
MPX Easystar, Twinstar, Parkmaster
PZ Trojan, ME 109, Corsair
Ms Composite Unique
Hacker Zoom 4U
ST-Model MX2
Precision Aerobatics Addiction
Hyperion Extra 330 20SC
Magichand Yak 55M
Graupner MX16 s Jeti 2,4 GHz + 35 Mhz[/SIZE]

5

Samstag, 12. Juni 2010, 22:22

Hallo Paul,
Hallo Helmut,

vielen Dank für Eure kompetenten Beiträge.
Nur das ich die Grafik richtig lese:
10% weniger Gewicht macht danach 0,7 % höhere Geschwindigkeit, richtig?
Macht sich dann zwar kaum bemerkbar, interessant finde ich das trotzdem!

Viele Grüße,

Stefan

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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6

Samstag, 12. Juni 2010, 23:43

Zitat

10% weniger Gewicht macht danach 0,7 % höhere Geschwindigkeit, richtig?

Ja.

Gruß,
Helmut

Paul H.

RCLine User

Wohnort: A-Graz

Beruf: freiberuflicher Techniker

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7

Samstag, 12. Juni 2010, 23:47

Lässt sich das wirklich so verallgemeinen, d.h. sämtliche Gestaltungsparameter rauskürzen?
Mathe war nie meine Stärke :shy:
Heavy Metal: Das Bierdosen - OV-10 Bronco - Projekt
Status 30.11.2010 : Endlich geht's weiter - Kabinenhaube

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Paul H.« (12. Juni 2010, 23:48)


haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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8

Sonntag, 13. Juni 2010, 19:33

Hallo Paul,

Zitat

......so verallgemeinen....

nein, so einfach "verallgemeinern" (ohne Begründung/Herleitung) lassen sich die flugmechanischen Beziehungen natürlich nicht; insofern ist deine Frage schon berechtigt.

Überlegungen und Rechnungen zum "Einfluß kleiner Änderungen der Hauptdaten eines Flugzeugs auf seine Flugleistungen" waren so etwa in den 30er- und 40er-Jahren ein wichtiges Thema in der Flugtechnik. Man hat das gebraucht, um (in etwa...) vorauszusagen, wie sich z.B. bei Einbau eine größeren Tanks (größeres Gewicht, aber längere Flugdauer) oder Vergrößerung der Spannweite, Mitnahme einer weiteren Person usw. die Flugleistungen ändern. Beim manntragenden Flugzeug kann man das ja nicht einfach ausprobieren...

Man hat versucht, möglichst einfache Formeln für den praktischen Gebrauch zu entwickeln, hat diese im Flugversuch überprüft usw. Daraus ist ein kleines Wissensgebiet für sich entstanden (Formeln, Diagramme/Nomogramme....), dokumentiert in zahlreichen Veröffentlichungen der damaligen Zeit.

Das Prinzip ist eigentlich recht einfach und ist (etwas verkürzt gesagt) mit der *Theorie der Fehlerfortpflanzung* identisch. Beim Flugzeug sind die Einflüsse der Parameter manchmal ziemlich kompliziert, manchmal auch ("Sonderfälle") sehr einfach.

Der vom Themastarter gefragte "Sonderfall" der horizontalen Höchstgeschwindigkeit gehört zu den einfachen Fällen. Man muß nur die zugehörige Formel (im mathematischen Sinn) nach den Parametern ableiten, dann die unendlich kleinen "d" durch "Delta" ersetzen und dann die Formel wie gewünscht umbauen. Und wenn man dabei dann andere "Gestaltungsparameter" rauskürzen kann, dann ist das in Ordnung.
(Nur der Vollständigkeit halber gesagt- es gibt auch andere Vorgehensweisen).

Aber Achtung:
Diese Formeln gelten nur für diesen Sonderfall und nur bei kleinen Änderungen, deshalb auch meine im post genannten Einschränkungen. Die von mir genannten +/-15% sind das höchste der Gefühle, die +/-10% im Buchzitat sind auf der sicheren Seite.
Wenn ein Flugzeug bzw. Modell schwach motorisiert ist und nicht mit einem kleinen Ca (induzierter Widerstand vernachlässigbar) fliegen kann, dann gelten die Formeln auch nicht mehr. Man kann dann andere Formeln aufstellen, die sind aber nicht mehr so einfach.


Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (13. Juni 2010, 19:46)


9

Montag, 14. Juni 2010, 08:07

Also, um das Ganze zu enttheoretisieren eine kurze Formel von mir:

Je schwerer der SSSST, desto schneller der BUMMS :evil:

Anders ausgedrückt bereits o.g. Aussage:

Zitat

Original von Güpfl
senkrecht nacht oben: langsamer :angel:
senkrecht nach unten: schneller :evil:

:w güpfl



Trotz allen Unfugs von mir: Hut ab vor dem Fachwissen, welches einzelne User hier an den Mann bringen !!
(Das meine ehrlich und so, wie ich es sage !!)

So, unnu wieder zurück mit mir in die Zuhörerecke 8)
Was vom Himmel fällt ist zumindest schon mal geflogen ==[]

Mein Verein: MFC Garbsen

frankyboy

RCLine User

Wohnort: Potsdam

Beruf: Geld verdienen

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10

Donnerstag, 17. Juni 2010, 15:30

Zitat

Original von Güpfl
Also ich würde sagen :

senkrecht nacht oben: langsamer :angel:
senkrecht nach unten: schneller :evil:

:w güpfl


Leicht am Thema vorbei, weil:

Frage:

Zitat

...die Höchstschwindigkeit im Horizontalflug...


Horizontal ungleich senkrecht, um mal bei der Mathematik zu bleiben. :D
Gruß Frank