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Pulsar

RCLine User

  • »Pulsar« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Österreich

Beruf: EDV-Admin

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1

Sonntag, 22. August 2010, 00:38

Modellabsturz durch Materialdefekt.

ich hab mal ne dringende frage:

bin ja grad am bau meiner f-100 von fly fly und mir drängt sich diese frage auf:

was ist eigentlich wenn mir ein servo im flug defekt wird und die kiste abstürzt und nen totalschaden hat(bei sachgemäßer benutzung)?
ein kumpel hatte sich neulich ne parkzone mustang gekauft,während des 3. fluges ist das höhenruder servo kaputtgegangen und vollgezogen steckengeblieben den rest könnt ihr euch vorstellen,wir haben dann versucht zu reklamieren das einzige was wir hörten war:das kann nicht sein es war bestimmt ein flugfehler,kaufen sie eine neue.
natürlich,eins ist klar wenn man die pnp dinger nimmt muss man über kurz oder lang mit sowas rechnen weil die dinger einfach nicht so gut sind aber trotzdem.

gegenständlich jetzt bei meiner f-100 nehm ich neu gekaufte hitec servos,die garantie haben!
was ist dann?

würde hitec auch einfach sagen,ich kann nicht fliegen,selber schuld?
kann mir nicht vorstellen daß das so einfach ginge oder doch?????

in letzter zeit fällt mir sowieso auf das modelle irgendwie zu wegwerf artikeln ohne garantie geworden sind,so frei nach dem motto:
scheissegal ob es ein technischer defekt war,DU bekommst nichts ersetzt kauf was neues.
Marutaka Full Scale Fw-190 A-8 / Pz Me 109 G/
Robbe Pitts S-12 /Robbe Me 109 G /E-Flite P-38 / Ripmax P-51/Lx Sr-71 / Lx F-117 / Freewing Eurofighter / FMS Giant Corsair / FSK Crazy Sparrow / FLY FLY F-100

2

Sonntag, 22. August 2010, 00:42

In Deutschland gibt es dafür die "Produkthaftung"
http://de.wikipedia.org/wiki/Produkthaftung

Hier mal ein paar relevante Auszüge:

Zitat

Die Produkthaftung bezeichnet die Haftung auf Schadensersatz gegen den Hersteller für Schäden, die beim Endabnehmer infolge eines fehlerhaften Produkts entstanden sind.


Zitat

Zu den dort genannten Schutzgütern gehören Leben, Körper, Gesundheit und andere Sachen als die fehlerhafte Sache.


Zitat

Der Anspruchsgegner muss Hersteller im Sinne des ProdHaftG sein.

Der Schaden muss durch das fehlerhafte Produkt verursacht worden sein.

Der Schaden muss gemäß § 1 Abs. 1 S. 1 ProdHaftG zudem auf einem Fehler des Produktes beruhen. Ein Fehler liegt dann vor, wenn ein Produkt nicht die erforderliche Sicherheit bietet. Bei der Bewertung des erforderlichen Maßes an Sicherheit müssen besonders die Darbietung des Produkts, der zu erwartende Gebrauch und der Zeitpunkt des Inverkehrbringens beachtet werden. Der Fehler muss zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens schon vorgelegen haben und darf nicht später durch übliche Abnutzung oder Einwirkung entstanden sein



Das Problem besteht nur im Recht bekommen. Also den ganzen Sacherverhalt beweisen und dann noch die Kosten und den Aufwand auf sich zu nehmen um das ganze Notfalls auch vor Gericht zu bringen. Hier liegt das eigentliche Problem.

gruß cyblord

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »cyblord« (22. August 2010, 00:48)


3

Sonntag, 22. August 2010, 01:50

ja genau, recht haben und kriegen sind zwei dinge

...vor allem wenn es um den modellflug geht und erst recht jetzt, wo hinz und kunz fliegt und nach einem absturz versucht geld zu bekommen.

das schwierige ist das nachweisen und das kostet dich zuerst richtig geld, da du ohne ein sachverständigen gutachten keine chance vor gericht hast und ohne dieses urteil wird kein hersteller etwas zahlen.
...und ich sag noch zu mir: "das ist total dumm, was du da gerade machst!" :D

reset-leo

RCLine User

Wohnort: Oberösterreich

Beruf: Softwareentwickler und Scrum Master

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4

Sonntag, 22. August 2010, 13:34

nagelt mich bitte nicht darauf fest und ich weiß auch nicht, ob es in D genauso ist, aber in Ö ist es so viel ich weiß so:
- während der ersten 6 monate der gesetzlichen gewährleistung liegt die beweislast beim verkäufer. d.h., der verkäufer müsste dir nachweisen, dass der fehler nicht beim kauf bereits vorhanden war
- während der weiteren 18 monate liegt die beweislast beim kunden, also musst du als kunde beweisen, dass der fehler beim kauf schon vorhanden war
Alfa Model P51-D - Robbe Super Star - BMI Fieseler Storch - FW 190D (Eigenbau) - COX Micro Corsair - Graupner Nemesis - Blade mSR S300 Scale - Blade nCP X - Blade mCP X
-- und noch einige mehr --


Und in groß: PA-18-150 Super Cub D-ELUK, PA-28-181 Archer III OE-KMV

Bernward

RCLine User

Wohnort: Hochsauerland

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5

Sonntag, 22. August 2010, 13:45

Also ich kann mir nicht vorstellen, das man jemals ein Modell ersetzt kriegt.
Da kann ich ja jeden Flugfehler auf ein defektes Servo oder dergleichen schieben.
Und nach einem Absturz beweisen, das da schon vorher was kaputt war wie soll das gehen?

6

Sonntag, 22. August 2010, 14:08

Zitat

Original von reset-leo
nagelt mich bitte nicht darauf fest und ich weiß auch nicht, ob es in D genauso ist, aber in Ö ist es so viel ich weiß so:
- während der ersten 6 monate der gesetzlichen gewährleistung liegt die beweislast beim verkäufer. d.h., der verkäufer müsste dir nachweisen, dass der fehler nicht beim kauf bereits vorhanden war
- während der weiteren 18 monate liegt die beweislast beim kunden, also musst du als kunde beweisen, dass der fehler beim kauf schon vorhanden war


Thema verfehlt. Setzen ;) .
Du redest von der gesetzlichen Gewährleistung. Darum gehts aber nicht.
Ihm geht es nicht darum, Ersatz für ein defektes Produkt zu bekommen (also das Servo), sondern er will den Flieger ersetzt haben, welcher durch das defekte Servo zerstört wurde. Deshalb -> Produkthaftung.

@Threadstarter:
Das Problem ist hier, ganz konkret, wie willst du nachweisen dass das defekte Servo den Flieger zum Absturz brachte, und nicht der Absturz erst das Servo zerstörte?

Theoretisch ist also alles klar, wenn man ein nagelneues Servo in einen Flieger (der von Preis, Größe, Gewicht usw dafür geeignet ist), einbaut, und das Ding steigt aus und der Flieger stürzt ab, dann müsste der Hersteller für den Flieger aufkommen.
Aber da man dies eben niemals beweisen kann, hat man eben Pech gehabt.

gruß cyblord

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »cyblord« (22. August 2010, 14:20)


7

Sonntag, 22. August 2010, 18:56

Zitat

Original von Bernward
Und nach einem Absturz beweisen, das da schon vorher was kaputt war wie soll das gehen?


Durch ein Sachv.-Gutachten.Da dies aber meist mehr kostet als das zerstörte Modell macht es keiner. :D
LG
Jörg

Joachim222

RCLine User

Wohnort: Braunschweig

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8

Montag, 23. August 2010, 13:51

Tja, schwieriges Thema.

Tatsächlich würde ich sagen, dass man als Modellflieger wissen muss, dass ein solcher Schaden praktisch nicht übernommen wird. Dazu wurde ja schon alles geschrieben: Nachweis ist nur mit einem Aufwand möglich, der den Wert des Modells um ein zigfaches übersteigt.

Also wird man als erfahrener Modellflieger alles tun, damit es nicht zu solchen Schäden kommt: Auswahl geeigneter und bewährter Servos, ggf. Redundanzen (Doppelstromversorgung) und vor dem Flug natürlich ein wirklicher Funktionstest. Auch Hinweise im Flug ernst nehmen und alles kontrollieren (z.B. ungewöhnliches Steuerverhalten auf dem Höhenruder, das vielleicht einen drohenden Ausfall ankündigt).

Noch schwieriger ist die Problematik, wenn ein wirklich selbst gebautes und konstruiertes Modell aufgrund eines solchen Defektes abstürzt.

Die Einsicht ist: am Ende wird man es nicht nachweisen können und das ist ein Teil des Risikos beim Flugmodellsport.
Grüße aus Braunschweig
Alexander

[SIZE=1]Douglas DC-6A Baubericht [/SIZE]

9

Montag, 23. August 2010, 18:56

vielleicht sollte man das defekte servo nach dem absturz einschicken und wenn es aufgrund eines defektes ausgetauscht wird, den gesamten schaden geltend machen :D
...und ich sag noch zu mir: "das ist total dumm, was du da gerade machst!" :D