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FlusiBastler

RCLine User

  • »FlusiBastler« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Weilerswist, Kreis Euskirchen

Beruf: Informatiker

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1

Sonntag, 6. Februar 2011, 10:56

Warum ich heute Modellbau hasse

Es sind so Tage wie dieser, die mich daran zweifeln lassen, ob ich mein jahrzehntelanges Hobby Flugmodellbau nicht an den Nagel hängen soll und statt dessen mich mit Ackerbau und der Zucht von alten Salatsorten beschäftigen sollte. Aber fangen wir am Anfang an.

Letztes Jahr habe ich einen ARF-Bausatz von Robbe erstanden, eine Diamant 40 ARF. Spannweite 1,28 Meter, knappe 2 Kilo, dickes Profil, Rudergrößen eines Scheunentors, vorbereitet für Standardservos und 40er Motoren. Das wäre doch was für meinen 2-Takter, den ich vor einigen Jahren gekauft hatte, weil er günstig war - bisher aber keinen Arbeitsplatz hatte.

Der Bau - sofern man bei einem ARF-Modell von Bauen reden kann - zog sich über in paar Monate, bedingt durch gesundheitliche Probleme, Arbeit und das ganz normale Leben eben. Sei's drum, irgendwann war die Kiste fertig. Ausgestattet mit Servos von Hitec, einem Akkupack von Jamara, einem SPCM-Empfänger von Graupner und einem Motor von Ripmax. Den Empfänger hatte ich gebraucht erstanden, dank dem allgemeinen Trend zu 2,4 GHz sehr günstig zusammen mit noch 2 weiteren 35Mhz Empfängern.

Gestern habe ich den Motor einlaufen lassen, alles wunderbar. Wo wir schon mal auf dem Platz sind (bei dem Wind war an fliegen nicht zu denken), können wir auch noch einen Reichweitentest machen, alles bestens. Ich bin kein Fan von Failsafe, aber ich habe dennoch Gas ganz runter und die Ruder auf Hold gesetzt.

Heute war's zwar immer noch windig, aber bei weitem nicht so schlimm wie Gestern und Böen waren auch fast keine da, also raus auf den Platz, Kiste anwerfen und ein paar Runden über die Startbahn schliddern. Dabei habe ich entschlossen, den festen Hecksporn gegen ein gelenktes Spornrad zu ersetzen, die Kiste kommt sonst auf dem Boden kaum aum die Ecke. Aber das war erstmal egal, ich wollte ja Luftakrobatik und kein Bodenturnen veranstalten. Also Ausrichten, letzter Rudercheck, Dual-Rates aus, Vollgas und nach 3 Metern gings dank Gegenwind schon nach oben.

45 Grad Steigflug mit Vollgas, Kurve einleiten, runter auf Halbgas und gucken, was das Modell macht. Zwei Tacken Höhe und ein Klick Querruder, trimmen fertig. Fliegt wie am Schnürchen. Vollgas und Nase hoch in einen großen Looping, sauber. Rollenflug, braucht wohl ein klein wenig Differenzierung, ansonsten sehr knackig, rastet gut ein. DualRates einschalten, Nase hoch und Vollgas in den Hammerhead. Schnalz am Seitenruder und ein Tips Gas und rum die Kiste in den Sturzflug, rein ins Trudeln, halbe Rolle in den Rückenflug mit nur wenig nachdrücken. Schon mal alles sehr gut für den Erstflug, also rein zur Landung, ein paar Hopser und Touchdown, perfekt. Also wieder Vollgas und durch. So turnte ich 3 Flüge lang völlig problemlos durch die Luft, und gewann die Sicherheit die man braucht, um einem Modell auch zu vertrauen und Spaß zu haben.

Ein Blick auf die Motorlaufzeit und mein Gefühl sagten mir, daß sich der Tankinhalt bald gegen Ende neigen müsste, also Schluß mit Rumturnen, zwei Platzrunden die Nerven abkühlen lassen und rein zur Landung. Mist, zu hoch, also Gas, steigen - was ist das? Das Modell steigt weiter, der Motor dreht voll auf, keine Ruderkontrolle mehr! Failsafe? Nein, dann müsste der Motor in den Leerlauf gehen! Das Modell steigt weiter und kippt langsam über eine Tragfläche weg - da! Ruderkontrolle! Eine viertel Rolle bekomme ich hin, dann dreht der Motor wieder voll auf und die Diamant rast mit Vollgas aus geschätzten 30 Metern ungespitzt in den Boden. Auf Grund der Entfernung höre ich den Aufschlag erst, also ich die Augen schon geschlossen habe. Ein großer, dumpfer Schlag, gefolgt von Splittern und dem Reißen von Folie.

Der Rumpf steckt fast senkrecht im Boden, die Tragfläche hats fast ganz in der Mitte durchgerissen und wird vom Wind weggeweht, das Höhenruder ist durchgebrochen. An der Einschlagstelle ziehe ich den Rumf aus dem Boden und grabe mich 30cm tief durch nasse Erde bis ich den Motor samt vorderem Rumpf und Tank herausbekomme. Die Servos liegen lose um das Modell verteilt, das Servobrett ist nicht mehr vorhanden.

Vor Ort (nach einigen sehr lauten Lautäußerungen eines bestimmten englischen Wortes) überprüfe ich alle Einstellungen am Sender und der Empfangsanlage. Alles soweit gut. Bis ich dann leicht auf den Empfänger klopfe und dieser wie von Geisterhand das Gas bis zum Anschlag aufdreht und alle anderen Befehle verweigert. Nochmaliges Klopfen erweckt ihn wieder zum Leben, so geht das hin und her.

Ich packe den ganzen Schrott ins Auto und fahre heim, sauer auf mich und meine Sparsamkeit, die mich gebrauchte Dinge kaufen lassen, damit wir uns ein dringend benötigtes neues Auto kaufen können und ich mein Hobby trotzdem noch weiter betreiben kann.

Da meint man, alles richtig zu machen und es ist dennoch falsch, da rappelt man sich aus langer Krankheit wieder auf um sich etwas zu gönnen und einfach nur mal Spaß zu haben - und wird mit einem Haufen Schrott belohnt.

Ja, an solchen Tagen zweifle ich an mir und meinem Hobby und lese Bücher über das Anlegen von Nutzgärten und mache einen großen Bogen um meine Werkstatt, damit ich nicht alles in Brand stecke - um das nächste mal nicht wieder enttäuscht zu werden. Natürlich gehören Fehlschläge dazu, sie sind lehrreich, aber manche haben einfach einen viel zu bitteren Nachgeschmack, um sofort wieder weiter zu machen.

Manchmal braucht es einfach nur Zeit, viel Zeit.

In diesem Sinne alles Gute
Euer Flusi
Segler: Dandy, KIS-MIDI
E-Segler: Pixel, Chinook, Fox, Radian Pro
Nuris: Knurri elektro, Freebaze, Raptor SAL, Dizzy Bird
E-Flieger: Micro-Mustang, Sixth V4
V-Flieger: Pitts S12, Extra
Helis: E-Rix 450

2

Sonntag, 6. Februar 2011, 11:37

Hi

Zitat

Den Empfänger hatte ich gebraucht erstanden, dank dem allgemeinen Trend zu 2,4 GHz sehr günstig zusammen mit noch 2 weiteren 35Mhz Empfängern


Beileid, aber auch ich musste lernen keine gebrauchten billig Empfänger zu kaufen.

Gruss Ned

Easygliderer

RCLine User

Wohnort: Bayern, Nähe Passau

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3

Sonntag, 6. Februar 2011, 11:41

ich fühle mit dir. Ich hab vorhin meine F3f Strega geschrottet, Einfach ins Unterholz geflogen. War aber meine Schuld, durch meine Hudelei. Naja mal schauen ob ichs noch richten kann. Ich bin ja schon froh wenn ich mein Modell wieder finde. Naja bei dir ist aber wohl mehr kaputt. Paar Tage liegen lassen, dann gehts weiter ;)

4

Sonntag, 6. Februar 2011, 17:43

Oh mann, mein Beileid hast Du. Kann Dir aber auch bei Neuteilen passieren.

Ich hatte einen Torcster-Regler der in Verbindung mit einer Spektrum-Anlage nach einigen Minuten immer kurz abgeschaltet hat. Reichweitentest und Funktionstest ok, nach ein paar Minuten Flug dann Kontrollverlust & Absturz, das wars mit der LM Mustang.
Gruß
Dirk
_________________
DX6i / Eco Piccolo V2 / Blade CX2 / MPX Gemini / Mentor / EGE Pro / Epptasy / Epptasy 3D / Kinetic

5

Sonntag, 6. Februar 2011, 18:28

Hallo Flusi,
Deiner Beschreibung nach kannst Du ja fliegen und hast alles nach bestem Wissen und Gewissen gebaut.
In unserem Hobby können wir leider nicht gegen Absturz bauen, so ist das nun mal. Überall wo Technik in Betrieb ist kann diese auch ihren Dienst verweigern. Wenn sie dies tut ,also den Dienst einstellen, sind Folgeschäden meist gering aber bei allem was sich schnell bewegt oder gar fliegt.........

3 Tage die Werkstatt meiden und dann frisch an´s Werk.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jörg SF1« (7. Februar 2011, 13:59)


Helmuth123

RCLine User

Wohnort: Bayern - Chiemgau

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6

Montag, 7. Februar 2011, 13:52

Also ich hatte schon x-mal "Totalschaden" und dabei nicht nur Frust sondern sogar Freude. Aus einem Haufen Teile wieder ein funktionsfähiges Modell zu machen ist ein schöner Erfolgserlebnis und hält länger an als ein guter Flug. Wenn alles einwandfrei funktioniert finde ich das eher langweilig.Ist aber auch logisch,dass eine Katastrophe interessanter ist als ein normaler Flug.
Wenn man den Grund des Absturzes erkennt dann ist er nicht so schlimm,weil man daraus etwas lernen kann.

relaxr

RCLine User

Wohnort: Rhein-Main Gebiet

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7

Montag, 7. Februar 2011, 15:11

..hat nicht jeder irgendwann mal (mindestens ein mal) so einen Tag. Ich hatte ne Phase, in der ich in wenigen Wochen alle meine geliebten Modelle (Jet/Warbird/Segler) hingehauen habe. Am Ende hab ich mich kaum noch getraut nen Slowflyer zu fliegen. Zum Glück sieht es zZ wieder (noch?) besser aus, der Hnagar wartet auf das Frühjahr.

wie sagte Dragoslav S. schon.....Lebbe geht weider...

markus
8)

Koziol2

RCLine User

Wohnort: Schauenburg, in der nähe von Kassel

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8

Montag, 7. Februar 2011, 15:21

Bei mir gabs ja auch schon oft Abstürtze mit totalschaden und als Schüler ärgert man sich dann erst recht, denn mal eben Ersatzteile kaufen ist eben nicht drin....
Aber ich habe noch nie daran gedacht, deswegen dieses Hobby zu hassen, denn dafür macht es einfach zu viel Spaß.
Ich habe auch schon oft genug daran gedacht es sein zu lassen, aber es zu hassen wär übertrieben...
Was ich damit sagen möchte, ist das ich finde, das die Überschrift dieses Threades ( schreibt man das so ??? :D ) etwas daneben gegriffen ist.

Mfg Martin
:w My Lifestyle: Eat, sleep,fly :ok:

Ohne Depron, ohne mich :dumm:
Ich habs eingesehen: Shocky süchtig! :w

FlusiBastler

RCLine User

  • »FlusiBastler« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Weilerswist, Kreis Euskirchen

Beruf: Informatiker

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9

Montag, 7. Februar 2011, 16:12

@Martin

Man kann nur das hassen, was man liebt.

Ich betreibe seit über 20 Jahren dieses Hobby, diese Zeitspanne liegt vermutlich schon über Deinem aktuellen Lebensalter. Ich habe Höhen und Tiefen mitgemacht, hatte gute Tage, Wochen und Monate, aber auch schlechte Zeitspannen. Das gehört dazu wie Butter aufs Brot.

Zum Jahreswechsel hat es mich gesundheitlich ziemlich niedergerungen und ich habe nach langer Zeit wieder auf etwas hinarbeiten können, nämlich auf den Erstflug mit dem neuen Flieger. Das hat mich wieder aufgebaut, daran konnte ich mich festhalten.

Wenn dann soetwas schief geht, hat es noch einen ganz anderen Beigeschmack. Ok, es HAT mich wieder aufgerichtet, aber irgendwie kommt man sich sehr nackt und verloren dabei vor. Man steht wieder, aber man steht dennoch vor einem Haufen Schrott. Ich wünsche Dir, niemals diese Erfahrung machen zu müssen.

Und im Moment hasse ich dieses Hobby. Es hat mich aus dem Loch geholt und mich dann einfach so alleine stehen lassen. Das war nicht fair, das war gemein und enttäuschend, voll das Leben eben. Aber sei's drum, denn wer hasst, wird auch irgendwann wieder lieben, das braucht einfach nur seine Zeit.

Grüße
Flusi
Segler: Dandy, KIS-MIDI
E-Segler: Pixel, Chinook, Fox, Radian Pro
Nuris: Knurri elektro, Freebaze, Raptor SAL, Dizzy Bird
E-Flieger: Micro-Mustang, Sixth V4
V-Flieger: Pitts S12, Extra
Helis: E-Rix 450

Ludger

RCLine User

Wohnort: Oer-Erkenschwick/NRW

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10

Montag, 7. Februar 2011, 20:50

Lag es wirklich am Empfänger oder kann es auch ein leerer Empfängerakku gewesen sein?Ich benutze ältere Akkus zum einstellen der Servowege,und wenn die Kapazität des Akkus nachlässt tritt dieses Phänomen auch auf.

Thomas_Frech

RCLine User

Wohnort: Delmenhorst

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11

Montag, 7. Februar 2011, 21:35

Hallo FlusiBastler.

Schon dass du hier so offen über deine Gefühle geschrieben hast, find ich mutig aber es wird dir jetzt vermutlich dadurch schon besser gehen.
Habe vorletztes Jahr, als ich gerade anfing etwas fliegen zu können, meinen geliebten Graupner Falken verloren.
In etwa 190m Höhe ist dem einfach das Höhenruder abgegangen und der Falke ist senkrecht unangespitzt in den Boden gehauen.
Ich hätte heulen können. Nach dem Ausgraben war wirklich eine Tüte für die Trümmer nötig. ein Servo steckte IN einer NC Zelle...
Tatsächlich hatte auch ich beinahe genug von der Fliegerei, aber weil bei mir der Flugvirus noch relativ frisch war, bin ich nach 3 Tagen mit einem anderen Modell wieder auf dem Platz gewesen.
Wenn du die schönen Stunden, die du in den ganzen Jahren mit dem Modellfliegen hattest, mit deinen Fehlschlägen aufrechnest, dann wirst du bestimmt auch bald wieder mit einem anderen Flieger auf dem Platz stehen...

Fliegergruß: Thomas
Bewunderung ist die Schwester von Neid :)

12

Dienstag, 8. Februar 2011, 11:00

Zitat

Original von Thomas_Frech
Tatsächlich hatte auch ich beinahe genug von der Fliegerei, aber weil bei mir der Flugvirus noch relativ frisch war, bin ich nach 3 Tagen mit einem anderen Modell wieder auf dem Platz gewesen.

Um so lange Pausen gar nicht erst aufkommen zu lassen, habe ich immer mehrere Flieger dabei. Also einfach den Müll in das IKEA Sackerl und das nächste Modell rausgeholt :-)

Am besten nimmt man sich schon vorher vor, das Modell nicht mehr zu reparieren oder sogar zu Schrott zu fliegen. Das ist die beste Methode, daß es überlebt oder zumindest noch leicht reparierbar ist. Abgeschriebene Modelle wollen einfach nicht eingehen, egal wie dringend man die Innereien braucht !

RK

Heliheinz

RCLine User

Wohnort: Karlsruhe

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13

Dienstag, 8. Februar 2011, 18:41

Hi,

erst auch mal mein herzlichstes beileid.

Ich denke so etwas gehört einfach zu den Dingen, die man unter Erfahrung abstempeln und wegheften sollte. Ich hab am Anfang meiner Karriere als Modellflieger auch eine ähnliche Erfahrung gemacht. Hab meinem Opa einen schönen Graupner Junior S abgerungen, weil ich dachte, dass ich gut zum fliegen bekomm :angel: Bei meinem allerersten Alleinflug ging auch alles gut, außer dass ich vergessen hab, den Holm in die Tragflächen miteinzubauen. ;( Das gab dann einen echt coolen Klappflügel, war dann aerodynamisch allerdings nicht mehr so tragfähig 8)
Das hat mich aber noch mehr gereizt mit dem Fliegen weiterzumachen, auch wenn der Tag erst einmal gelaufen war ;( ;( ;(

Totgesagte Modelle leben echt am längsten. Ein Kumpel versucht schon seit Dezember seine Twinstar in der Luft iwie zu zerlegen. Versucht auch Rollen in Ameisenkniehöhe, aber die Twinstar landet trotzdem jedesmal wieder heil :wall: :wall: :wall:

In dem Sinne,
Holm und Rippenbruch,

14

Dienstag, 8. Februar 2011, 19:39

Das tut mir natürlich leid, aber sowas passiert immer wieder das ein Modell, in dem
man viel Leidenschaft und Zeit investiert das es abstürzt.
Das gehört einfach auch dazu - so blöd wies klingt.

Ich hoffe, dass du wieder den Mut, die Kraft und den Spaß am Modellfliegen finden wirst. :w
Alle Forenbeiträge ohne Gewähr! Jeder ist für sein tun und lassen selbst verantwortlich!
Fliegergrüße

Mein YouTube Channel - Schau mal vorbei

Wohnort: 08132 Mülsen (Sachsen)

Beruf: Schweißer

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15

Dienstag, 8. Februar 2011, 20:36

Hallo,
mach dir nichts draus! Ich habe heute auch meine Alpha27 geerdet! Linkes Ohr und rechtesTragflächenmittelteil sind zerstört! Ebenso das Seitenleitwerk abgebrochen, der Zentrierungsstift des Höhenleitwerks abgerissen und der vordere Teil des Rumpfes ist mehrfach eingerissen! Die Servos und der Regler haben auch was abbekommen! Naja, hört sich vielleicht schlimmer an als es ist aber das gehört nun mal zu unserem Hobby dazu! Ob die RC-Komponenten noch funktionieren, weiß ich noch nicht, hatte erst mal die Sch....e voll!! Werde morgen mal testen! Ein Kumpel von mir fräst mir neue Rippen und der Rumpf lässt sich auch reparieren!! Sie wird also wieder fliegen!! Aber dennnoch liebe ich mein Hobby und hasse es nicht!!

Gruß
Matthias
AG Flugmodellbau Glauchau- Von Flugmodellbauern für Flugmodellbauer
Mein Verein- FMSV Callenberg e.V.
FLUGMODELLBAU- EIN VIRUS, DEN MAN NICHT HEILEN KANN!

Die meiste Zeit seines Lebens, wartet der Pilot vergebens (auf gutes Wetter)!
Ein guter Pilot hat gleich viele Starts wie Landungen!

Bellanca Decathlon, TC Piper PA-18, TwinStar II, Yuki ASW17, Modster ASW 28 und viele andere


mica 987

RCLine User

Wohnort: Tübingen

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16

Dienstag, 8. Februar 2011, 20:40

Hallo, also ich hab Deine Schilderungen aufmerksam gelesen, anscheinend bist Du begabt im Schreiben, mir jedenfalls haben Deine Ausführungen gut gefallen, wenn es sich auch um eine eher traurige Sache handelt. Aber wie meine Vorredner schon teilweise gesagt haben hats die meisten von uns schon ähnlich KALT erwischt ( ;( ;( ;( ).. Noch eins zu gebrauchten Teilen, es ist halt immer ein höheres Risiko mit gebrauchten zu fliegen (hab da auch so meine Erfahrungen, vor allem von eBää Teilen..), ich teste gebrauchte Sachen immer zuerst in nem Billigflieger auf Herz und Nieren, ansonsten kommt mir nix gebrauchtes in ein teures / aufwändig gebautes Modell rein, dann lieber etwas länger sparen (ich weiss, ist nicht mehr modern :evil: ), und dann was gscheites...
Mit Anteilnahme
Liebe Fliegergrüsse Arnulf ==[] :w :-)(-:

P.S. Vielleicht solltest Du mal ein Buch drüber schreiben ... :evil:
VERKAUFE: CARRERA Raritäten
MPX EG Pro
, FunJet, GFK / Carbonschutz f. ES 2, FunJet u.a.
HYPE FOX + GFK Nase

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »emil hess« (8. Februar 2011, 20:42)


17

Dienstag, 8. Februar 2011, 21:10

RE: Warum ich heute Modellbau hasse

Zitat

Original von FlusiBastler
Es sind so Tage wie dieser, die mich daran zweifeln lassen, ob ich mein jahrzehntelanges Hobby Flugmodellbau nicht an den Nagel hängen soll und statt dessen mich mit Ackerbau und der Zucht von alten Salatsorten beschäftigen sollte. Aber fangen wir am Anfang an.

Letztes Jahr habe ich einen ARF-Bausatz von Robbe erstanden, eine Diamant 40 ARF. Spannweite 1,28 Meter, knappe 2 Kilo, dickes Profil, Rudergrößen eines Scheunentors, vorbereitet für Standardservos und 40er Motoren. Das wäre doch was für meinen 2-Takter, den ich vor einigen Jahren gekauft hatte, weil er günstig war - bisher aber keinen Arbeitsplatz hatte.

Der Bau - sofern man bei einem ARF-Modell von Bauen reden kann - zog sich über in paar Monate, bedingt durch gesundheitliche Probleme, Arbeit und das ganz normale Leben eben. Sei's drum, irgendwann war die Kiste fertig. Ausgestattet mit Servos von Hitec, einem Akkupack von Jamara, einem SPCM-Empfänger von Graupner und einem Motor von Ripmax. Den Empfänger hatte ich gebraucht erstanden, dank dem allgemeinen Trend zu 2,4 GHz sehr günstig zusammen mit noch 2 weiteren 35Mhz Empfängern.

Gestern habe ich den Motor einlaufen lassen, alles wunderbar. Wo wir schon mal auf dem Platz sind (bei dem Wind war an fliegen nicht zu denken), können wir auch noch einen Reichweitentest machen, alles bestens. Ich bin kein Fan von Failsafe, aber ich habe dennoch Gas ganz runter und die Ruder auf Hold gesetzt.

Heute war's zwar immer noch windig, aber bei weitem nicht so schlimm wie Gestern und Böen waren auch fast keine da, also raus auf den Platz, Kiste anwerfen und ein paar Runden über die Startbahn schliddern. Dabei habe ich entschlossen, den festen Hecksporn gegen ein gelenktes Spornrad zu ersetzen, die Kiste kommt sonst auf dem Boden kaum aum die Ecke. Aber das war erstmal egal, ich wollte ja Luftakrobatik und kein Bodenturnen veranstalten. Also Ausrichten, letzter Rudercheck, Dual-Rates aus, Vollgas und nach 3 Metern gings dank Gegenwind schon nach oben.

45 Grad Steigflug mit Vollgas, Kurve einleiten, runter auf Halbgas und gucken, was das Modell macht. Zwei Tacken Höhe und ein Klick Querruder, trimmen fertig. Fliegt wie am Schnürchen. Vollgas und Nase hoch in einen großen Looping, sauber. Rollenflug, braucht wohl ein klein wenig Differenzierung, ansonsten sehr knackig, rastet gut ein. DualRates einschalten, Nase hoch und Vollgas in den Hammerhead. Schnalz am Seitenruder und ein Tips Gas und rum die Kiste in den Sturzflug, rein ins Trudeln, halbe Rolle in den Rückenflug mit nur wenig nachdrücken. Schon mal alles sehr gut für den Erstflug, also rein zur Landung, ein paar Hopser und Touchdown, perfekt. Also wieder Vollgas und durch. So turnte ich 3 Flüge lang völlig problemlos durch die Luft, und gewann die Sicherheit die man braucht, um einem Modell auch zu vertrauen und Spaß zu haben.

Ein Blick auf die Motorlaufzeit und mein Gefühl sagten mir, daß sich der Tankinhalt bald gegen Ende neigen müsste, also Schluß mit Rumturnen, zwei Platzrunden die Nerven abkühlen lassen und rein zur Landung. Mist, zu hoch, also Gas, steigen - was ist das? Das Modell steigt weiter, der Motor dreht voll auf, keine Ruderkontrolle mehr! Failsafe? Nein, dann müsste der Motor in den Leerlauf gehen! Das Modell steigt weiter und kippt langsam über eine Tragfläche weg - da! Ruderkontrolle! Eine viertel Rolle bekomme ich hin, dann dreht der Motor wieder voll auf und die Diamant rast mit Vollgas aus geschätzten 30 Metern ungespitzt in den Boden. Auf Grund der Entfernung höre ich den Aufschlag erst, also ich die Augen schon geschlossen habe. Ein großer, dumpfer Schlag, gefolgt von Splittern und dem Reißen von Folie.

Der Rumpf steckt fast senkrecht im Boden, die Tragfläche hats fast ganz in der Mitte durchgerissen und wird vom Wind weggeweht, das Höhenruder ist durchgebrochen. An der Einschlagstelle ziehe ich den Rumf aus dem Boden und grabe mich 30cm tief durch nasse Erde bis ich den Motor samt vorderem Rumpf und Tank herausbekomme. Die Servos liegen lose um das Modell verteilt, das Servobrett ist nicht mehr vorhanden.

Vor Ort (nach einigen sehr lauten Lautäußerungen eines bestimmten englischen Wortes) überprüfe ich alle Einstellungen am Sender und der Empfangsanlage. Alles soweit gut. Bis ich dann leicht auf den Empfänger klopfe und dieser wie von Geisterhand das Gas bis zum Anschlag aufdreht und alle anderen Befehle verweigert. Nochmaliges Klopfen erweckt ihn wieder zum Leben, so geht das hin und her.

Ich packe den ganzen Schrott ins Auto und fahre heim, sauer auf mich und meine Sparsamkeit, die mich gebrauchte Dinge kaufen lassen, damit wir uns ein dringend benötigtes neues Auto kaufen können und ich mein Hobby trotzdem noch weiter betreiben kann.

Da meint man, alles richtig zu machen und es ist dennoch falsch, da rappelt man sich aus langer Krankheit wieder auf um sich etwas zu gönnen und einfach nur mal Spaß zu haben - und wird mit einem Haufen Schrott belohnt.

Ja, an solchen Tagen zweifle ich an mir und meinem Hobby und lese Bücher über das Anlegen von Nutzgärten und mache einen großen Bogen um meine Werkstatt, damit ich nicht alles in Brand stecke - um das nächste mal nicht wieder enttäuscht zu werden. Natürlich gehören Fehlschläge dazu, sie sind lehrreich, aber manche haben einfach einen viel zu bitteren Nachgeschmack, um sofort wieder weiter zu machen.

Manchmal braucht es einfach nur Zeit, viel Zeit.

In diesem Sinne alles Gute
Euer Flusi


lieber Flusi,
jetzt sind wir alle aufs tiefste deprimiert.
Könntest du uns nicht ein bisschen aufheitern und ein Foto von dem Vorfall oder von den traurigen Resten zeigen?
Das würde unsere Laune doch wieder aufrichten.
Und sei froh, dass du sonst keine weiteren Probleme hast. Eigentlich könntest du ein glücklicher Mensch sein, wenn du nicht unbedingt modellfliegen wolltest.
Jedenfalls interpretiere ich das aus deinen Äußerungen hinein bzw. heraus.
In diesem Sinne
mi
"Navigare necesse est." sagte der Urologe,
"Kein Sex mit der Antifa!"

mica 987

RCLine User

Wohnort: Tübingen

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18

Dienstag, 8. Februar 2011, 21:16

...die Zeit heilt alle Wunden ...
VERKAUFE: CARRERA Raritäten
MPX EG Pro
, FunJet, GFK / Carbonschutz f. ES 2, FunJet u.a.
HYPE FOX + GFK Nase

FlusiBastler

RCLine User

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19

Mittwoch, 9. Februar 2011, 15:58

...oder die Frauen.

Gestern Abend komme ich von der Arbeit nach Hause und meine Frau stellt mir nach dem Abendessen kommentarlos eine Flasche Ponal Express Holzleim auf den Tisch.

Auf meine Frage, was ich damit soll, antwortet sie nur: "Die wirst Du brauchen, wenn Du aus dem Dreckshaufen in der Werkstatt wieder ein Flugzeug machen willst..."

Auf den Einwand, daß ich das gar nicht vor hätte, sagte sie: "Dann hättest Du die Reste doch gleich auf dem Flugplatz verbrannt, ich kenn dich doch..."

Wenn ich sie nicht schon geheiratet hätte, ich hätt's gestern glatt nochmal getan.

In diesem Sinne Dank an alle verständnisvollen Modellbauerfrauen dieser Welt, ihr seid die Besten!

Gruß
Flusi
Segler: Dandy, KIS-MIDI
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E-Flieger: Micro-Mustang, Sixth V4
V-Flieger: Pitts S12, Extra
Helis: E-Rix 450

20

Mittwoch, 9. Februar 2011, 20:47

....na siehste Flusi , geht doch !!!

Grüsse , Kai

http://www.vatertagsflieger.de/