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Montag, 25. Juni 2018, 06:40

zur Aussage bei meinem "Fieseler Storch" Thema

Das der Modellbau fast "out" ist, liegt mE nicht daran, dass Bausätze billiger seien, oder gar ARF Modelle, sondern eher daran, dass nur noch wenige richtig bauen können und sich die Zeit nehmen. Wer arbeitet und Familie hat, insbesondere mit Kindern, ist häufig genug mit anderem beschäftigt. Rentner und andere weniger - die sollten, von daher, können. Nur haben's die wenigsten geübt.

Zum einen also Bequemlichkeit in vielen Fällen, andere Interessen und Aufgaben. Aber nicht der VTH oder gut sortierter Holzhandel - das wäre das falsche Bild. Dass der VTH nach wie vor einer der bedeutensten Anbieter einer riesigen Palette von Bauplänen ist, schafft überhaupt mit die Grundlagen für Modellbau. Sie sind großteils teurer geworden, aber immer noch günstig. Dass gut sortierter Holzhandel existiert und zB Balsa (und viele andere Holzsorten) in 3 Härtegrade sortiert anbietet, macht es weder teurer, noch umständlich - im Gegenteil. Diese Hölzer sind dort nicht teuerer, als gutes Balsaholz vergleichbarer Qualität im restlichen Handel. Fast nur Ramsch ist mE dort nämlich billiger.

Modellbausätze oder gar ARF sind auch nicht generell billiger, als Selbstgebautes, nur nehmen sich heute nur noch wenige die Zeit, selbst zu bauen. Gemessen an der Zahl der Bausätze, die nicht wirklich gut sind, ist selbst gebaut, wenn man's kann und gut macht, immerhin deswegen im Vorteil, weil es die Möglichkeit bietet, von vornherein keine schlechte Konstruktion zu akzeptieren - denn das sind mE leider zu viele. Firmen, wie zB fun-modellbau, Krick, aeronaut und einige andere bieten daher aber gute Modellbausätze, bei denen vielleicht auch mal etwas noch besser sein könnte, die aber im Kern gut sind, oft besser, als viele Bausätze mancher anderen Anbieter und allemal verglichen mit manchen Fertigmodellen, sogenannten ARF des Billig-Handels. Für Einsteiger mit Blick auf die Realität, das manches davon wohl irgendwann in der Tonne landet, vielleicht ok. Aber für geübte Modellbauer nicht mehr - die greifen eher zu etwas von oben genannten Firmen oder Selbstbau. Natürlich gibt es auch Firmen, die gute ARF-Modelle anbieten - man merkt das schnell am Preis, der ebenfalls mehr als nur auf "billig" schaut, ihn wert ist. Gut kostet. Fast immer.

Was an Leistungsmodellen mindestens so wichtig ist, wie moderne, dünne Profile, ist gute Strukturfestigkeit. Denn ihr Leistungspotential können mE auch gute, moderne Profile nur dann entfalten, wenn die besteht. Gute Konstruktionen haben sie. Sie sind meist auch nicht gerade die billigsten, wenn man nur auf Geld schauen würde. Aber wenn man auch auf Dauerhaftigkeit schaut, sind Sachen, die Anfangs teurer erscheinen, schnell günstig, weil länger und besser nutzbar. So relativiert sich eine höhere Einstiegsinvestition schnell. Hier liegt das Heil vielleicht in Sparen und Verzicht auf viel.

Insgesamt wünsche ich jedem auf die seine Art seinen Spaß - die Maßstäbe sind einfach zu verschieden, als dass man hier alles über einen Kamm scheren könnte. Man muss es vielleicht auch nicht. In diesem Sinne.
Gruß, Jockel

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Ströher

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Montag, 25. Juni 2018, 09:04

Jockel, ich weiß nicht worauf du da aus bist. Ich baue schon seit dem 10 Lebensjahr an Modellen.

Eine, unter andern, von dir genannte Modellfirma lieferte zwar gutes Material, aber a) in den falschen Abmessungen und auch zum Teil zu wenig, b) fehlte der Bauplan, c) fehlte eine gute Bebilderung und Beschreibung. Auch ist das Modell in einigen Punkten nachzubessern! Ich bin mit dem Modell fast fertig. Aber die Lust, es fliegen zu lassen, ist mir vergangen. Eigentlich bin ich inzwischen in der Phase, es zusammenzubauen und dann dem Kaminofen zu übergeben!!! Und das meine ich ernst. Sollte ich jemals wieder ein Modell bauen wollen, werde ich mich vorher sehr nach erkundigen. Aber von dieser speziellen (deutschen) Firma werde ich bestimmt keinen Bausatz mehr ordern!!! Und dabei hatte ich mal große Stücke auf die gehalten.......
Wenn ich den Vögeln am Himmel nach sehe, werde ich immer ein bisschen neidisch. :D Gruß Dieter

3

Dienstag, 26. Juni 2018, 18:44

Hallo Dieter,

tut mir leid für Dich, wenn du solche Erfahrungen mit deren Material gesammelt hast. Mir ist leider nicht klar, wen genau Du meinst und welches Modell. Möchte dich aber nicht nötigen, das hier zu schreiben. Könntest es mir in einer Mail schreiben, würde mich beruhigen, es zu erfahren. wäre nett - danke.

Über ein Modell eines der von mir genannten Hersteller hatte ich vor Kurzem ein Gespräch mit einem Kollegen. Sein Fazit: schönes Modell, doch im Flug etwas problematisch (zu schneller Strömungsabriss und weites Durchsacken bis zum Abfangen). Einen Moment überlegte ich, was am Modell falsch sein könnte. Ahnte es ziemlich schnell. Dann fragte ich mich aber auch (da ich den Kollegen vom Fliegen her nicht kenne), dass ja auch ein Steuerungsfehler dazu beitragen kann (und weiteres seitens des Piloten). Also blieb mein Eindruck geteilt, obwohl ich ihm durchaus glaube, dass bei dem Konzept das Eine oder Andere wohl nicht so recht stimmt.

Du redest von Frust beim und nach dem Bau und nennst gute Gründe. Zu a) kann man nur sagen: Schlamperei, keine oder zu schlechte Qualitätskontrolle. Ließ sich aber hoffentlich beheben (Nachlieferung bis Vollständigkeit im richtigen Maß). Zu b) hat es hoffentlich eine schnelle Lösung gegeben (Nachsendung). mir scheint, Du hast vielleicht eine der Nullserien erwischt. Manche, vielleicht Bausätze sind auch mMn Nachbesserungs-würdig. Das ist schade, letztlich iaR dem Preisdruck geschuldet. Eine mögliche Erklärung, aber keine Entschuldigung, da stimme ich Dir zu. Weiss nicht, ob ich Dir damit Mut machen kann bzw es Deine Lust fördert, aber: wenn ich so viele Baustunden da rein gesteckt, so viele Querelen zu lösen gehabt hätte, würde ich das Teil mindestens bis in die Tonne fliegen wollen - gar nicht gäb's da bei mir dann nicht.

Viele Bausäütze sind einfach von irgendwoher eingekauft, ist mein Eindruck. Damit fehlt vielfach der Bezug zum Objekt, denn der ist dann nur das Geld. Wenn jemand, wie zB Hr Grüner einen Bausatz raus gibt, habe ich den Eindruck, er ist erprobt, es gab vieleicht mehrere Vorversionen, zumindest Verbesserungen - und Fa. Höllein trägt das mit (soll einfach ein Beispiel sein). Damit ist der Bezug zum Objekt auch da (pardon, natürlich nicht wegen Fa Höllein allgemein, aber in diesem Fall) - und dasselbe gut geworden. Stichwort zB Robert Schweißguts Nurflügler: ganz ähnlich, nur das Robert es sogar alleine zu machen scheint. Chapeau! Das merkt man den Modellen offenbar auch an - viel Lob, nur selten mal ein Vorschlag, es vielleicht anders zu lösen. Und er ist offen für solche Ideen! Wir haben mMn immer noch zu wenig solcher Leute bzw sie können (noch) nicht den ganzen Markt bedienen (oder wollen es vielleicht auch nicht - sie wollen ausser arbeiten ja auch leben). Weiss auch nicht, wie das zu lösen wäre. Nur eines kann ich sicher sagen (aus langjährig eigener Erfahrung): nur wenn man eine gute QC (quality control), ein gutes QM (Quality Management) hat, läuft's rund. Von einer Person, die alles in Personalunion packt (und somit Mengen-mäßig limitiert ist), bis zum Großbetrieb ist das möglich und wird durchaus praktiziert. Die Tendenz, hiermit zu sparen, hat sich allerdings bei immer mehr Betrieben vervielfacht - weil's zunächst kaum erkennbar scheint, Zeit braucht, bis man Erfolge sieht, aber kostet. Heute zählt eher das schnelle Geld. Dass es, wenn geschickt angesetzt, aber etwas bringt, sieht man dort, wo's so gemacht wird. Und diese Betriebe haben längerfristig Erfolg, weil es sich, genau wie bei Dir, in's Gedächtnis der Menschen einprägt. Viele reagieren genau wie Du. Leider nicht alle.
Gruß, Jockel

4

Dienstag, 26. Juni 2018, 19:20

Jockel bring erst mal überhaupt was zum Fliegen! Seit 1,5 Jahren lese ich was von geplanten Erstflügen, aber ich meine das wird nie was.
Genug Holz für den nächsten Winter hast du ja jetzt. 8)
Minicopter Diabolo 800 Black Edition
Henseleit TDR II
/ TDF
SAB Goblin 700 Black Thunder
Align T-Rex 800E Pro
Jeti DS16 Carbon Edition

Elprog Pulsar 3+

5

Dienstag, 26. Juni 2018, 20:28

Hi officejet,

kann mir vorstellen, daß Euch das Geduld kostet. Wird belohnt. Davon abgesehen, bin ich schon geflogen, hab dazu hier auch geschrieben. Nur besaß ich da keine Kamera. Gar nicht so lange her. Mich beschleicht manchmal (pardon) einfach das Gefühl, Ihr glaubt nur dem, der euch "Beweise" bringt. Dabei konnte ein Video auch gefälscht sein und ich wette, die Wenigsten würden es merken (noch mal pardon). Was davor war, steht hier halt nicht, da kannte ich Euch noch nicht. Aber das ist ja kein Fehler, einfach nur so gewesen. Vorschlag: abwarten. Wenn's soweit ist, poste ich's hier.

Wenn ihr mir nicht glauben wollt, dass ich vor meiner Pause schon viel und oft geflogen bin (reine Segler), kann ich ja nichts dafür. Das ist letztlich Eure Sache. Ich gehöre offenbar zu den Zeitgenossen, die auch nicht über viele Fotos verfügen (obwohl ich eine Weile intensiv selbst fotografierte). Für mich halt nicht grade angenehm, diesem ständigen sich angeblich beweisen müssen zu begegnen. Kurz gesagt. ich bin weder Gott, noch niemand. Einfach einer wie Ihr. Jeder ist anders, als der Nächste. Es wird doch hoffentlich keiner ernsthaft denken, ich würde als Erwachsener so viel Geld für bislang 8 E-Motor- und 3 E-Seglermodelle ausgeben, für's ganze Drumherum und am Ende alles in die Tonne kloppen? Dass ich davon sprach, die ersten Modelle seien irgendwann reif für die Tonne, ist doch normal, oder wollt ihr sagen, keiner von Euch hätte je ein Modell gehimmelt? Grad am Anfang nicht? Sei mir nicht böse, aber das würde ich keinem von Euch glauben. Steht hier vielleicht einfach nicht. Schon ok.

Nachdem mit mir (Du machst es ja grade, finde ich gut) lange keiner redete, hab ich mich gefragt, wofür ich das überhaupt mache: eigentlich doch für mich (das Bauen und dann Fliegen). Euch dient es zur Info, vielleicht auch Unterhaltung. Ist ok, wirklich. Mir ja auch. Aber dann muß man es doch nicht mit Glaubwürdigkeits-Hinterfragung zur Person verbinden, weil's vielleicht nicht so läuft, wie man es selbst möchte? in meinen augen ist so etwas Mobbing. Der ist nicht, wie ich will, also weg mit ihm? Ich versuche einfach ehrlich zu sein, das ist sicher nicht immer so einfach, für beide Seiten, nehme ich an. Halte mich aber nicht für jemanden, der überall drauf haut. Hoffe, ich bin's jedenfalls nicht, wäre nicht konstruktiv. fänd ich selbst nicht gut. Bin aber auch überzeugt, in der einen oder anderen Sache schon Leute von Euch auf die Spur, eine Idee, gebracht zu haben. Ist doch gut - geben und nehmen. Da muß man kein Ranking führen - finde ich. Das ist hier doch kein Wettkampf. Aber es scheint (nochmal pardon) gerade Männern zu eigen zu sein, aus allem einen machen zu wollen. Frauen kenne ich anders (Ausnahmen gibt's überall).
Gruß, Jockel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tünnbüddel« (26. Juni 2018, 20:34)


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Dienstag, 26. Juni 2018, 21:08

Geb' Euch mal ein kleines Beispiel:

E-Segeln, oder einfach Fliegen lernen und dazu ein, sagen wir, ca 2m (Spannweite RES-Klasse) messendes Modell zu nehmen, ist sicher keine schlechte Idee. Lassen wir die Diskussion, ob 2- oder 3-Achser mal beiseite – die führt eh nur ins Nirwana.

Die Thermiksegler-Modelle haben, vernünftig konzipiert, sehr niedriges Gewicht. Wir liegen so um 20-30g/dm². Manchmal noch etwas weniger, aber so ungefähr.

Ist man soweit und möchte mal mehr (Spannweite oder sogar Flugstil), nimmt man als nächstes etwas mehr Spannweite. Behält man die Flächenbelastung dabei bei, wird sich am Flugverhalten des Teils nicht viel ändern. Ausser vielleicht, dass es noch etwas ruhiger zugeht. Es wird auch wenig Sinn machen, wenn der Pilot den Hatrick versucht, ihm Änderungen aufzuzwingen. Es will einfach nicht (das Modell). Wäre auch Vergenußwurzlung.

Anders wird es aber, wenn man ausser mehr Spannweite vor allem mehr Gewicht auf's/in's Modell bringt und eine entsprechende Auslegungsänderung des Modellkonzepts ins Visier nimmt. Vielleicht etwa doppelte Flächenbelastung und anderes Profil? Plötzlich geht das Teil ganz anders – können sollte man das als Pilot dann halt auch. Natürlich braucht so etwas auch etwas andere Rahmenbedingungen – mehr Wind oder einen Antrieb, der den fast ersetzt. Oder beides.

Das kleine Beispiel sollte Euch zeigen, dass ich Ahnung davon habe. Ich wurde in einer Zeit groß (mit ua Modellsegelflug), als man über Profile, Spannweiten, Konzepte und anderes auch schon diskutierte, ausprobierte, damit wuchs. Auch das Können als Pilot wuchs damit. Und mit den Jahren. Daran hat sich bis heute nichts geändert, ausser das man früher Modelle kannte, die heute kaum noch jemand kennt und umgekehrt man heute Modelle kennt, die's früher so nicht gab. Nix wirklich Neues.

Von E-Sachen hatte ich keine Ahnung, das hab ich von Euch und ein paar anderen. Und ich bin sicher noch kein Crack, aber eben auch kein Anfänger mehr. Jedenfalls nicht ganz. Irgendwie ist man immer einer, solange es einen gibt, der mehr kann, als man selbst. Und den gibt’s fast immer.

Kriegsbeil begraben? Wegen mir sofort. Viel angenehmer. Und mindestens genau so konstruktiv.
Gruß, Jockel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tünnbüddel« (27. Juni 2018, 00:27)